Zum Anlass der BW Wahl dachte ich, ich schreibe den Beitrag mal, weil da gerade 15,8 % aller Zweitstimmen verfallen, deren Partei der Wahl nicht in den Landtag einziehen.
Deswegen wollte ich mal die Gelegenheit nutzen, meine Idee zur 5%-Hürde zu teilen, die ich schon länger mit mir herumtrage (bin bestimmt auch nicht der erste der darüber nachgedacht hat): Man könnte eine Art Alternativpräferenz zur Zweitstimme zulassen. Also: Ich wähle zuerst die Partei, die ich eigentlich will und nur falls sie an der 5%-Hürde scheitert, wird meine Alternativpräferenz berücksichtigt. Das hätte aus meiner Sicht mehrere Vorteile:
1. Es würden deutlich mehr gültige Stimmen in die Sitzverteilung eingehen. Bei der Bundestagswahl 2025 waren es 3,5 Millionen Stimmen, die am Ende nicht im Bundestag vertreten waren, und bei den jeweils letzten Landtagswahlen aller Länder waren es zusammen sogar 5,1 Millionen.
2. WählerInnen kleiner Parteien müssten weniger taktisch wählen (oder wo ihr letztens drüber geredet habt, dass man versucht kleine Parteien über die 5% zu heben, um den AFD Anteil zu senken).
3. Es könnte die politische Kultur verbessern, weil größere Parteien dann ein Interesse hätten, auch für die Zweitpräferenzen von WählerInnen kleinerer Parteien attraktiv zu sein.
4. Es wäre meiner Meinung nach demokratischer: Wer eine kleine Partei wählt, will ja nicht sagen, dass die anderen Parteien ihm/ihr ansonsten gleich lieb sind.
Klar, das System würde etwas komplizierter, aber ich finde die Idee interessant, weil sie weiterhin durch die Hürde Zersplitterung aufheben könnte, gleichzeitig aber ihre größte Nebenwirkung vom Stimmenverfall entschärfen könnte.