AfD-Wähler

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Teile der Diskussion sind hier:

Das nur, damit man die Zusammenhänge versteht. (Der Thread wurde moderatorenseitig aufgeteilt.)

90 % der AgD-Anhänger nationalchauvinistisch, 94 % fremdenfeindlich:

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Obwohl in deiner Quelle noch zwischen latent und manifest unterschieden wird. Wenn man das berücksichtigen mag…

Latent nationalchauvinistisch oder fremdenfeindlich zu sein ist okay? Oder was willst du mir mitteilen?

Die einbezogenen Latenzwerte zeigen das wahre Ausmaß des Problems.

Ich habe mir die ausformulierten Punkte unter Chauvinismus und Fremdenfeindlichkeit einmal angesehen und finde diese nur bedingt problematisch. Ich denke das bei dieser ganzen Diskussion mit all diesen Begriffen im speziell Deutschen Kontext teils auch unbewusst der Geist der NSDAP als Schreckgespenst umherwabert und schnell wiedererkannt wird, selbst bei im einzelnen unproblematischen Haltungen/Einstellungen.

Mal als Beispiel. Wenn mich jemand fragt ob wir mal wieder einen “starken Führer” brauchen, so würde ich vermutlich Ja sagen und romantisiert an Helmut Schmidt denken. An wen ein paranoider Extremlinker denken würde wenn er meine Antwort hört, und worauf er vor allem schon mit der Frage fast suggestiv abzielt, muss ich wohl nicht erörtern.

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Umfrage um Umfrage (insb. zu Wahlen) zeigt, warum AgD-Wähler die gesichert rechtsextreme AgD wählen.

Deren mit Abstand wichtigstes Thema ist - laut Selbstauskunft - Migration.

Ihre Fremdenfeindlichkeit wurde ebenfalls in zahllosen empirischen Studien wieder und wieder belegt.

Es ist also keineswegs ein Geheimnis, wie die ticken und was die wollen. Es liegt alles offen zutage.

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Der Sozialwissenschaftler Florian Spissinger hat Folgendes festgestellt:

Sichtbar geworden ist eine neurechte Gefühlsgemeinschaft, an der kritische Einwände wirkungslos abprallen und für die sich die Ablehnung von Zuwanderung und Klimaschutz gut und clever anfühlt.

Die Untersuchung zeigt auch, wie sich rassistische und anti-klimapolitische Untergangsszenarien zu einer selbst bestätigenden Gefühlswelt verdichten. Außerdem interpretiert Spissinger das kollektive Schimpfen und spöttische Gelächter bei AfD-Veranstaltungen als ein neurechtes Identitäts- und Gefühlstraining. Nicht zuletzt wird deutlich, wie AfD-Unterstützer*innen Kritik abwehren und daraus die Bestätigung ziehen, ‚die Wahrheit‘ zu vertreten und ‚frei‘ zu denken. Wer es sich in der neurechten Gefühlsgemeinschaft erst einmal bequem gemacht hat, lässt sich daher nur noch schwer zur Umkehr bewegen.

Offen gestanden bin ich immer wieder erstaunt, wie selbst massive empirische Belege immer und immer wieder beiseite geschoben werden.

Empirische Befunde, von denen es inzwischen sehr viele gibt, werden hier munter ignoriert oder - auch das kommt vor - mutwillig umgedeutet.

Der Eindruck, dass Rechtsextremismusverharmloser auf der einen und gewisse Linke auf der anderen Seite sich in einem Punkt einig sind, drängt sich auf, nämlich der, dass der AgD-Erfolg den Weg für größere politische Veränderungen ebnen soll.

Rechtsextremismusverharmloser wollen ihn für mehr menschen- und minderheitenfeindliche, autoritaristische Politik instrumentalisieren. Das ist - von deren Position ausgehend - sogar noch in sich schlüssig.

Gewisse Linke deuten den Erfolg der gesichert rechtsextremen AgD dahingehend um, dass deren Wähler in Wirklichkeit arme Opfer seien, weshalb eine sozial gerechtere Politik dieses Opferdasein überwinden würde, was dann auch dazu führte, dass nicht mehr rechtsextrem gewählt würde. Das ist eine andere Art der Instrumentalisierung. In sich schlüssig ist sie nicht.

Die Wähler, die rechtsaußen wählen, haben - wie empirisch gut belegt ist - das Interesse, ihre eigene Statusposition gegenüber anderen zu verbessern (s. hier). Es geht denen um einen persönlichen Statusvorteil und überhaupt nicht um Verbesserungen für alle. Sie nehmen sogar in Kauf, dass sich etwas für sie verschlechtert, wenn sich nur für andere noch mehr verschlechtert, sodass sie in der Statushierarchie relativ zu denen aufsteigen (s. o.). Sie wollen an eigenen Privilegien festhalten bzw. diese im Verhältnis zu anderen (z. B. Minderheitenzugehörigen) ausbauen. Das ist alles das Gegenteil von i. w. S. linker Politik.

Am Ende geht die Rechnung für die Rechtsextremismusverharmloser auf, weil sie politisch in dieselbe Richtung zielen.

Aber zu glauben, eine sozial gerechte, fortschrittliche Politik würde den Rechtsextremen das Wasser abgraben, ist schierer Selbstbetrug. Das Gegenteil ist der Fall.

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Ich kenne 2 offen mit der AfD sympathisierende Männer die Kinder mit jeweils einer ausländischen Partnerin aus dem nahen Osten haben, bei einem Fall die Beziehung auch noch laufend. Ein Dritter der ziemlich radikal AfD Positionen vertritt (habe den mittlerweile auf allen Plattformen geblockt) hat eine Frau aus Afrika und mit der ein Kind.

Ich glaube also kaum, dass die alle alles fremd aussehende aus Deutschland entfernen wollen, sondern da stecken schon auch andere Gedanken dahinter. Man hofft halt, dass die eigene Partnerin oder das Kind dann ja nicht gemeint sind.

Die sind dann auch im Gespräch nicht generell gegen jeden Ausländer, sondern die Ausländer die sie kennen sind ja schon alle korrekt und sollen bleiben, aber „die anderen“.

Und letztlich sind es nur wenige Ausländer die dann in der Praxis wirklich in deren Augen zu „den anderen“ gezählt werden, weil sobald sie einen kennen hat man nichts mehr gegen ihn, aber jeder Ausländer den man nicht kennt zählt man erstmal potentiell dazu.

Ich glaube sowas kann man rational nicht erklären.

Wobei das sicher jeder auch anders für sich interpretiert. Wo der eine (und die gibt es natürlich) damit meint, dass kein Ausländer oder zumindest keiner aus bestimmten Kulturkreisen mehr einreisen darf, differenzieren andere für sich dann schon, reden davon, dass niemand der hier Straftaten begehen will oder nicht bereit ist zu arbeiten hier einreisen dürfen sollte.

Deshalb finde ich viele dieser Umfragen dann potentiell schwierig weil die Fragen nicht eindeutig genug formuliert sind und viele Möglichkeiten lassen das zu interpretieren.

Mit den Leuten mit denen ich mich unterhalten habe gab es praktisch z.B. immer den gleichen Gesprächsverlauf. Die wollen keine Demokratie abschaffen, behaupten aber die AfD Wolle das ja auch nicht sondern es sei lediglich der libksgrüne Mainstream der das behauptet um die AfD schlecht zu reden.

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Dieser Studie zufolge sind 20% der Grünenwähler fremdenfeindlich. Schwer vorstellbar.

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Ein Blick in die USA reicht, um den Behauptungen, es müsse bloß ‘gute Politik’ gemacht werden, komplett den Boden zu entziehen.

Eine im Wortsinne brutale, menschenfeindliche Politik, völlige Dysfunktionalität, offenste Korruption, sozialer Kahlschlag, der auch den Anhängern des Präsidenten massive Probleme bereitet, u. v. m. werden vom Trump-Regime geradezu zelebriert.

Trumps Job Approval unter den als Republikaner registrierten Wählern betrug zuletzt laut Gallup 93 %:

Alle Empirie - auch in anderen Ländern - zeigt, dass die grottenschlechte Politik rechter Autokraten von deren Anhängern bzw. Wählern für gut gehalten wird.

Es gibt keinen auch nur ansatzweise plausiblen Grund, dass das bei AgD-Wählern anders wäre.

Warum soll das schwer vorstellbar sein?

Bei den frühen Grünen wirkten sogar Rechtsradikale mit.

Auch alte Nazis mischten mit.

Daher ist das überhaupt nicht verwunderlich.

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Die Erwartung ist ja demnach, das man die AfD verbietet, und der eine Teil sich schmollend und ewig schweigend in das innerliche politische Exil zurückzieht, der andere Teil dann halt wieder demokratische Parteien wählt. Sowie das sich aufgrund der abschreckenden Wirkung eines AfD-Verbotes nie wieder eine extreme Partei gegründet wird oder Parteien ins Extreme abdriften.
Ist das nicht naiv?

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Den Vergleich mit den USA sehe ich zunehmend höchst schwierig.

  1. unser Parteiensystem ist ein gänzlich anderes. Der Meinungspluralismus ist in Deutschland wesentlich größer, der Wähler hat nicht nur 2 Parteien zwischen denen er wählen kann.
  2. Die Liberale und Konservative Hälfte der USA leben inzwischen in einer fast vollständig voneinander getrennten Medienwelt. Medien sind in den USA zunehmend parteiisch. Das sind 2 Parallelwelten. Das ist in Deutschland (noch) nicht so.
  3. Der letztlich entscheidende Grund für den Wahlsieg Trumps war, wie fast immer, ein finanzieller. Die Demokraten konnten, im Gegensatz zu Trump, die Mehrheit nicht davon überzeugen, dass es unter ihnen finanziell besser gehen wird.
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Was soll daran “naiv” sein?

Im Gegenteil, das ist das einzig Realistische.

Dass sich irgendwann neue rechtsextreme Parteien gründen werden, ist selbstverständlich wahrscheinlich.

Auch wenn die Nachfolgeorganisation der AgD verboten bliebe.

Der Schutz von Verfassung und Demokratie ist eine Daueraufgabe.

@CB87

Die wirtschaftliche Situation unter Trump hat sich weiter verschlechtert. Nichtsdestotrotz stehen die republikanischen Wähler weiter hinter ihm.

Es sind nur die Independents scharenweise von ihm abgefallen, weshalb er auch in jeder Umfrage underwater ist.

Es gibt auch eine mediale Parallelgesellschaft hierzulande und die wählt zum großen Teil die gesichert rechtsextreme AgD.

Klar ist eine parlamentarische Demokratie mit einem Mehrparteiensystem wie dem der Bundesrepublik etwas anderes als ein präsidiales Zwei-Parteiensystem wie in den USA.

Aber es geht ja um die vergleichbaren Bevölkerungsgruppen, die eine Rechtsdraußenpartei wählen.

Wer sagt es dann den Ex-AfD Wählern, was sie zu tun haben?

Aber hoffen wir einfach das du Recht hast…

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Nö, das ist nicht meine Erwartung. Meine Erwartung wäre, dass neue extremistische Partei eben auch wieder verboten werden, falls sie hochkommen. Dass insbesondere Rechte anfällig dafür sind, alle par Dekaden autoritär gegen die Zumutungen der Welt zurückzuschlagen, darüber mache ich mir keine Illusionen, darüber machte sich das GG auch keine Illusionen. Auch nicht darüber, dass Demokratie sich mit guter Politik allein dagegen schützen könnte. Deswegen gibt’s ja die Option des Verbots.

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A) Weil das 40 Jahre her ist.
B) Weil keine andere mir bekannte Umfrage zum gleichen Ergebnis kommt. In allen Nachwahlbefragung vertreten Wähler der Grünen regelmäßig zum kleinsten Anteil Zustimmung zu irgendwelchen rechten/bürgerlichen Thesen.

Mir scheint die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Umfrage entweder unseriös ist, oder die Messlatte für „fremdenfeindlich“ absurd niedrig legt

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Beim Thema AfD fällt mir immer ein Zitat einer Kollegin ein:
„Ich brauche keine komplizierte Lösung für mein Problem, ich brauche einen Schuldigen, dann hab ich das Problem nicht mehr.“

Passt irgendwie sehr global…

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Diese Selbstauskunft halte ich aber nur bedingt für aussagekräftig.

Wenn ein Wähler die AfD wählt wegen der Forderung kriminelle Ausländer konsequent abzuschieben, dann wird er in dieser Selbstauskunft angeben die AfD wegen ihrer Forderungen zu wählen, selbst wenn er nicht unbedingt für einen EU Austritt ist und vieles was die AfD so außerhalb ihrer gedruckten Programme sagt sogar ganz ablehnt.

Den Schluss, dass jeder AfD Wähler der in der Umfrage sowas angekreuzt hat alle Forderungen unterstützt ist eine reine Mutmaßung.

Der Schluss, dass jeder dieser Wähler das auch bis ans Ende seiner Tage so sieht erst recht.

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Er entscheidet sich aber in jedem Fall dafür, EU-Austritt, Remigration etc. mitzuwählen, wenn er die AfD wählt.

Dass das jeder bis ans Ende seiner Tage so sehen wird, würde ich nicht sagen, aber welche Risiken wollen wir uns und vor allem anderen zumuten, während wir darauf warten, dass Deutsche endlich verstehen, was seit 1945 eigentlich ausdiskutiert sein müsste? Man wählt keine Rechtsextremisten, egal warum. Darauf ist “gute Politik” keine richtige Antwort, weil diese Antwort impliziert, dass “schlechte Politik” die Wahl von Rechtsextremisten rechtfertigen würde. Was auch immer man persönlich für gute oder schlechte Politik halten mag.

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Die CDU/CSU will “kriminelle Ausländer“ nicht abschieben?

Merz hatte das sogar für Doppelstaatler versprochen.

Das Argument, dass man deswegen eine gesichert rechtsextreme Partei, deren sonstige Forderungen man ablehnt, wählen müsste, trägt also nicht.

Außerdem wurde in den besagten Umfragen ausdrücklich nach Forderungen, Mehrzahl, gefragt.

Es ist schon wirklich überaus bemerkenswert, wie hier die Selbstauskünfte der AgD-Wähler (sowohl bzgl. Wahlgründen als auch im Hinblick auf Einstellungen) negiert und immer wieder massiv relativiert werden.

Alles spricht dafür, dass sie es so meinen, wie sie angeben. Keine Evidenz spricht dagegen.

Dennoch fühlen sich einige offenbar wohler damit, nicht anerkennen zu müssen, dass ein erheblicher Teil der Wähler kein Problem mit Rechtsextremismus hat, und glauben tatsächlich, dass diese Wähler ihre Einstellung, die ja auch langfristig erfasst wurde, bei nächster sich bietender Gelegenheit ändern würden.

Dieses Ausblenden der Realität finde ich höchst problematisch.

Es bleibt noch anzumerken, dass es mehrere nicht rechtsextreme Wahlalternativen gegenüber der AgD gibt. Sowohl bei der Europawahl als auch bei der Bundestagswahl traten mehrere Parteien an, die aus ihrer Fremdenfeindlichkeit keinen Hehl gemacht und versprochen haben, hart gegen Ausländer vorzugehen.

Es gab sogar mit dem BSW eine Partei, die gesellschaftspolitisch rückschrittlich ist, außerdem - wie man gerne so verharmlosend sagt - überaus ‘migrationskritisch’, aber immerhin ein bisschen mehr Umverteilung wollte. Die putinfreundliche Grundausrichtung gibt’s gratis dazu.

Nun kann man sich mal angucken, wo das BSW gelandet ist. Bei gut sechs bzw. knapp fünf Prozent. Eine Partei, die tendenziell noch gerade so verfassungskonform ist, sich aber von der AgD v. a. durch die Absage an deren harten Neoliberalismus unterscheidet.

Wollten AgD-Wähler also mehr ‘soziale’ Gerechtigkeit, hätten sie das BSW gewählt. Denn die Überlappung in anderen Politikbereichen ist recht groß.

Wie gesagt, alle Evidenz spricht dafür, dass die meisten AgD-Wähler auch meinen, was sie wählen.

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Was hat das damit zu tun. Wenn man eine Partei wegen einem Punkt im Programm wählt, dann kann man in einer solchen Umfrage guten Gewissens sagen man wähle die Partei wegen Inhalten, auch wenn andere Parteien den gleichen Punkt im Programm haben.

Wo behaupte ich oder sonst jemand (inkl. Derer die auf eine Frage in einer Umfrage antworten), dass man dies müsse?

Ich fühle mich keineswegs wohler. Ich finde es sogar gesellschaftlich gesehen sehr viel schlimmer, wenn Menschen die es eigentlich auch besser wissen müssten/könnten, wegen einzelner Punkte am Ende alles andere was die AfD ausmacht ignorieren.

Das wollen sie ja nicht unbedingt. Die Leute die ich kenne die AfD wählen wollen alle vermeintliche Leistungsgerechtigkeit, selbst wenn man selbst eher am unteren Ende steht. Da schimpfen Leute die selbst nie ein Gymnasium von innen gesehen haben über das Abitur welches es ja hinterhergeworfen gibt, etc.

Ja. Das macht für mich diese Wähler so unberechenbar. Wie andernorts schon angesprochen. Ich will diese Wähler auch nicht verteidigen. Ich finde es umso schlimmer wenn Menschen die eigentlich durchaus auch andere Werte vertreten diese dann über Bord werfen weil man meint mehr Abschiebungen wären sinnvoll, auch wenn man davon ausgehen kann, dass mit rechtsstaatlichen Mitteln die AfD das auch nicht kann.

Die Differenzierung mache ich nur, weil ich eben sicher bin, dass am Ende eine AfD auch wieder unter 20% gedrückt werden kann, weil ein Teil derer Wähler eben schon noch flexibel ist.

Ich glaube aber z.B. nicht, dass 15% oder weniger möglich wären.

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