Soweit richtig und von der Empirie gedeckt.
Danach ergibt sich jedoch ein Bruch in deiner Argumentation.
Was der von dir benannte - Zitat - “Bodensatz” will, ist nämlich das Gegenteil von “gute[r] Politik”.
Laut den ISSP-Umfragen war eine Gruppe besonders anfällig für die Propaganda rechter Parteien: Menschen, die sich selbst viel weiter oben in der Status-Hierarchie verorten, als ihr Einkommen vermuten lässt.
Es sind also Menschen, bei denen Wunsch und Wirklichkeit besonders weit auseinanderklaffen. Und die darunter zu leiden scheinen, dass sie sich stark mit anderen vergleichen.
Wenn sich der Wettkampf um Plätze in der sozialen Hierarchie intensiviert, versuchen die Zurückgelassenen anderen zu schaden, um ihren Platz in der Rangordnung wiederherzustellen.
Man findet diese Logik sehr explizit bei den Anhängern rechter Parteien wieder, die sehr wohl ahnen, dass sie wirtschaftlich leiden könnten, wenn ihr Land zum Beispiel die EU verlässt oder hohe Zölle einführt. Aber sie gehen auch davon aus, dass andere Gruppen noch stärker darunter leiden werden als sie. Dass die Gesellschaft als Ganze vielleicht etwas ärmer werden wird – aber dass ihr eigener sozialer Status in der neuen Ordnung höher sein wird als vorher.
Gute Politik wäre mehr soziale Gerechtigkeit, diese Leute wollen aber - nachweislich - eine Verbesserung ihres eigenen Status auf Kosten anderer.
Es ist auch völlig logisch, da Rechte hierarchisch denken.