In dem Artikel wird sehr schön hergeleitet, wie es zu dieser Ungleichheit kam:
Wie konnte es so weit kommen? In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg versprachen die wirtschaftlichen Eliten den Menschen: Gebt uns Unternehmern niedrige Steuern, gebt uns Freiheit und akzeptiert die Globalisierung, es wird allen nützen. Tatsächlich wuchs vor allem der Wohlstand der Reichen. Aber das galt insoweit als akzeptabel, weil sich gleichzeitig der Großteil der Gesellschaft mehr Wohlstand erarbeiten konnte. Auch Menschen aus weniger privilegierten Verhältnisse hatten berechtigte Hoffnung, dass es ihnen wirtschaftlich besser gehen würde als ihren Eltern. Staaten der Dritten Welt schafften den Aufstieg in die Liga entwickelter Schwellenländer, vor allem asiatische. Die globale Kindersterblichkeit und Armut gingen merklich zurück.
Doch durch die Liberalisierung der globalen Finanzmärkte von den 1980er-Jahren an setzte die Politik das Schwungrad der Ungleichheit in Gang. Das meiste Geld gab es fortan an den Börsen zu verdienen, nicht mehr in der realen Wirtschaft. Die globale Finanzkrise 2008 unterstrich die Entrückung der Finanzeliten. Der Staat und damit die Steuerzahler mussten die Finanzindustrie und die kollabierende Wirtschaft retten. Bankenchefs verloren ihren Job, aber sie kassierten fette Abfindungen. Die Kosten für die Katastrophe übernahm die Allgemeinheit. Dieses Ereignis markiert den Bruch vieler Bürger mit dem Liberalismus, zumal die Privilegierten in den Jahren nach 2008 sogar noch mehr Vermögen anhäuften. Sie besitzen Aktien und Immobilien und profitieren vom Preisanstieg. Die wenig Begüterten können sich solche Investments nicht leisten, sie brauchen ihr Einkommen fürs tägliche Überleben.
Auch hierauf verweist der Artikel: