Ok das Problem ist Bedürfnisse ist vielleicht zu abstrakt. Ich nenne es dann mal Grundbedürfnisse, wenn du einen besseren Begriff hast, der passt kannst du ihn gerne sagen. Was ich meine ist, es gibt einen Grundsatz an Bedürfnissen, die wir Menschen haben, damit wir leben können. Dazu gehört sowas, wie genug Nahrung, ein Dach über dem Kopf, im Winter nicht erfrieren. Aber auch sowas wie Freizeitaktivitäten, die Möglichkeit sich mit Freunden und Familie zu treffen und so weiter. Mit Grundbedürfnissen meine ich aber nicht, dass man das absolute Minimum erreicht, sondern, dass die Menschen so viel haben, dass sie in einer gewissen Art und Weise glücklich sind. Wenn man es mit dem Donut-Modell vergleicht, wäre es das, was nötig ist, damit man von unten in den Donut kommt. Und dieser Begriff Grundbedürfnisse ist auch extrem abstrakt und ist bei jedem Mensch anders, daher wird er sich nie konkret festlegen können, aber darum ging es mir auch nicht.
Was ich nun gemacht habe, und da kannst du mir gerne Unsauberkeit bei vorwerfen, ist Grundbedürfnisse mit Konsum gleichzusetzen. Um das Essen, was wir brauchen zu bekommen, müssen wir es konsumieren, etc… Klar gibt es ausnahmen, wo Bedürfnisse erfüllt werden und wir es zumindest nicht als Konsum deklarieren, wie z. B. das Pflegen von angehörigen. Aber diese Ausnahmen sind, denke ich, dann doch nicht so groß, dass sie genug ins Gewicht fallen würden. Wenn also ein neues Bedürfnis auftritt, wie z.B. Anfang der 2010er, dass jeder ein Smartphone braucht, wird das durch Konsum gelöst. Aber eig müsste man sagen, Wachstum entspricht mehr Konsum und nicht mehr Bedürfnissen.
Der Grund, warum ich Bedürfnisse und nicht Konsum verwendet habe, ist, dass ein Wirtschaftssystem, in dem jeder 5 Fidget Spinner hat, aber nicht genug Essen auf dem Tisch, ist ein schlechtes Wirtschaftssystem. Auch wenn der Konsum vielleicht genauso hoch wäre, wie wenn jeder genug Essen, aber keine Fidget Spinner hätte.
Das geht voll an meiner Frage vorbei. Meine Frage war: Warum brauchen wir Wachstum? Das mit dem Kapitalismus war nur eine Vorschlag für eine Antwort, wenn dir der nicht passt, kannst du auch eine andere Antwort geben.
Darum ging es mir hauptsächlich, ob so ein Drachen-Strom mal erfolgreich wird ist nämlich reine Spekulation. Und die Sache ist, dass dieser evtl. Ressourcenmangel aktuell komplett ignoriert wird. Da heißt es immer nur, so lange es mit Erneuerbaren erzeugt wurde, ist doch alles in Ordnung. Also e-Autos ohne Tempolimit, riesiger Energieaufwand für die Blockchain, e-scooter in Städten, Flugtaxis, alles kein Problem, so lange der grüne Strom aus der Steckdose kommt. Und dann redet man gerade auch noch reden darüber in Australien Wasserstoff herzustellen, um ihn nach Deutschland zu transportiern, was vermutlich auch ne Menge Energie verbrauchen würde.
Ich würde jetzt nicht unbedingt die DDR als Beispiel dafür nehmen, wie lange man braucht um eine Planwirtschaft zu errichten.
Das ist ein gutes Beispiel:
Mit rund 700.000 Tonnen gehört die deutsche Aluminiumrecyclingindustrie zu den Spitzenreitern in Europa. Hinzu kommen Recyclingquoten von teils über 90 % und eine äußerst energie- und ressourcenschonende Wiederaufbereitung.
90% sind schonmal echt gut. Wenn wir jetzt aber von einer kompletten Kreislaufwirtschaft ausgehen würden, dann würde das bedeuten, wir müssten jedes Jahr 10% effizienter in unserem Aluminiumverbrauch werden, nur damit wir den Status quo erhalten. Und dann will man auch noch Wachstum oben drauf packen?