Klimanotstand - Handeln jetzt!

Liebe Lage,
es wird Zeit, den Fokus in den Medien auf den Klimawandel und die Notwendigkeit SOFORTIGER Maßnahmen auf allen Ebenen zu legen. Dazu können auch Sie beitragen.
Ich persönlich werde von Tag zu Tag verzweifelter angesichts des Verharrens im Status Quo großer Teile der Gesellschaft, der Wirtschaft, der Politik.
Die ARD verweigert seit Langem einen täglichen „Klima vor 8“ Bericht. Die Schlagzeilen der großen Tageszeitungen befassen sich nur aus aktuellen Anlässen vermehrt mit dem Klimawandel und der großen Gefahr, die von ihm ausgeht. Oft haben Sie noch nicht einmal ein (priorisiertes) Ressort „Klimanotfall“.
Die Studien und Äußerungen von renommierten Wissenschaftlern stellen völlig klar, wie akut die Situation ist.
Ich empfehle z.B. den Vortrag vom 23.1.2023 mit Harald Lesch, demnächst als Video unter https://planetary-health-academy.de/
Warum wird nicht gehandelt? So erschütternd der Krieg in der Ukraine auch sein mag. Auch solche Katastrophen dürfen uns nicht davon abhalten, sofort effiziente Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen.
Die Lage der Nation hat Reichweite, sie hat Kontakte auch in politische Kreise. Machen Sie sich zum Anwalt des Klimaschutzes! Er ist aktuell das wichtigste Thema. Das größte Problem.
Es sind politische Entscheidungen und strukturelle Veränderungen auf allen Ebenen erforderlich.
Auch, was die Mobilität betrifft. Hierzu möchte ich die Mobilitätsexpertin Katja Diehl empfehlen, die in ihrem Buch Autokorrektur, Mobilität für eine lebenswerte Welt aktuelle unbeachtete Missstände aufdeckt und visionäre, aber praktikable Lösungsvorschläge macht. Heute Abend um 19 Uhr hält sie einen Vortrag bei der Körber-Stiftung, den man auch im Livestream verfolgen kann.
Lassen Sie den Politikern nicht länger durchgehen, dass sie den Status Quo halten wollen, dass sie nicht bereit sind, der Bevölkerung zu erklären, dass die Lage verheerend ist und dass wir umgehend etwas ändern müssen, (oder dass sie es selbst nicht sehen wollen)
Und wenn das Gegenargument lautet: Die Mehrheiten in der Bevölkerung fehlen. Es drohen Aufstände. Dann kann ich nur sagen: Es drohen auch Aufstände aus der Klimagerechtigkeitsbewegung.
Es kann einfach nicht sein, dass es für wohlhabende und reiche Menschen keine CO2-Limits gibt.
Es kann nicht sein, dass wir auf Kosten anderer Menschen warm und bequem leben und so weitermachen, als wäre nichts.
Ich werde weiter in meinem kleinen Bereich wirken, so gut ich kann. Aber wichtig ist, dass Institutionen wie Sie sich auf dieses Thema konzentrieren und Klimalobbyarbeit im besten Sinne machen. Sie haben die Möglichkeiten. Sehen Sie Ihre Verantwortung!

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Stimme zu grossen Teilen der Position von @Margarete_Amelung zu.

Dieser Krieg IST erschütternd, Krieg und Klimanotstand sollen nicht gegeneinander abgewogen werden. Es muss schon möglich sein, zwei Krisen zur gleichen Zeit mit aller Kraft zu begegnen. Aber zur Zeit findet ein Grossteil der Menschen in DE und anderswo eine Krise allein schon als überwältigende Zumutung, insofern, als dieser Teil der Menschen nicht den mindesten Abstrich am gwohnten Wohlstand zu machen bereit ist.

Zu Beginn des Krieges hatte ich hier irgendwo geschrieben, man müsste auf der Stelle das russische Gas abdrehen und in Kriegswirtschaft übergehen. Das hätte Wirkung gezeigt hinsichtlich beider Krisen. Und es wäre ein wahres Fanal gewesen in der Welt und hätte auf Umwegen ein wenig von der erdrückenden Schuld genommen, die doch immer noch auf diesem Land lastet.

In der englischen Kriegswirtschaft während des 2. Weltkriegs gab es ein Tempolimit von 35 kmh. Wie wärs denn damit? Schluss mit der Produktion von Luxuskarren und allen Luxusgütern. Sollen doch die Reichen auswandern und ihr Geld abziehen. Keine touristischen Flugreisen mehr! Vor den Aufständen von teigigen Wohlstandsmenschen hätte ich keine Angst. Die Produktionskapazitäten auf Windräder umstellen. Auch in der US-Kriegswirtschaft wurde die mächtige Autoindustrie zur Kriegsproduktion verdonnert.

Unmöglich? Wenn in wenigen Jahren der Weg in eine Dystopie unumkehrbar ist, wärs doch schön gewesen, hätten wir … und wenn Putin Nuklearwaffen einsetzt …

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Auch ich teile diese Auffassung, die Lage sollte ihre starke Position ausbauen und entsprechend nutzen. Ich bin mir sicher, dass auch hier im Forum viele aus den höheren Etagen der Executive, Legislative mitlesen und diskutieren.

Leider denke ich auch, dass mit der aktuellen Politik und damit meine ich die Parteien und die dazugehörigen Politiker, nicht viel auszurichten sein wird.

(…)

Es braucht sofort umfassende und drastische Maßnahmen. Die kommen aber nicht. Die Parteien wollen den Wählern nicht direkt sagen, so geht es nicht weiter. Denn die Wahrheit ist doch, dass das kapitalistische System, so wie wir er derzeit fahren, nicht weiter gehen kann. Wir können nicht weiter wachsen, nicht um jeden Preis. Und es wird wohl auch kein Weg zu gehen sein, bei dem wir unseren gesamten Wohlstand erhalten können. Jeder muss Abstriche machen, grade die ganz Reichen. Und eben diese werden konsequent geschützt, dank entsprechender Lobby.

Außerdem möchte ich euch berichten, dass viele jüngere Leute (mich eingeschlossen) überlegen, ob es überhaupt noch Sinn macht Kinder in diese Welt zu setzen. Das (…) ist doch einfach nur noch traurig.

Das sind die Gedanken der jungen Leute! Was machen viele Ältere?
(…)

(…) @moderat: Streichungen wg. Abweichung vom Thema und unangemessene pauschale Polemik gegen PolitikerInnen und gegen Ältere.

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Ganz genau! Vielen Dank für eure Kommentare.
Ich bin selbst bereits 52 und nicht mehr jung. Sogar meine Tochter, die immer Kinder haben wollte, meint jetzt, sie würde erstmal abwarten, wohin die Reise geht, ob es verantwortbar ist, noch Kinder in diese Welt zu setzen… Ein Gedanke, den ich total verstehe. Aber es ist Kapitulation.
Wir brauchen Zuversicht und Aktivität. Da, wo wir stehen. Mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Andere anstoßen, zum Nachdenken, zum Perspektivwechsel anregen.
Ich bin seit Jahren Vegetarierin und esse neuerdings überwiegend sogar vegan. Bekomme noch immer teilweise fragende Blicke oder Kommentare. Aber wenn ich es erzähle - ohne Vorwürfe - glaube ich trotz allem, dass dieses kleine Vorbild auch andere zum Nachdenken anregt.
Ich selbst kann natürlich wenig bewegen, glaube ich zumindest. Deshalb beschäftige ich mich auch damit, Medien oder eben Podcasts anzuschreiben und immer wieder einzufordern, dass der Klimanotstand mehr in den Fokus kommt. Fast immer finde ich die Lage der Nation inhaltlich klasse. Ich wäre begeistert, wenn sie sich diesem wichtigen Thema, dem entscheidenden Thema (mehr) annehmen würden.
Wenn eine (überwiegend junge) Klimabewegung, die für uns alle für Klimaschutz eintritt, kriminalisiert wird, weil Politiker vor allem von älteren Menschen gewählt werden wollen, dann ist es allerhöchste Zeit, dass alle Menschen, die denken wie wir, die anfangen, über den eigenen Komfort hinaus zu denken, laut werden und die Klimagerechtigkeitsbewegung unterstützen. Die Klimafrage ist auch eine soziale Frage. Ein CO2-Budget für jeden wäre eine Vision…
Auf jeden Fall sind für mich nicht die mutigen Menschen, die für Klimaschutz eintreten, Klimaterroristen, sondern diejenigen, die das Klima weiter erhitzen, und auch diejenigen, die nicht dagegen aufstehen.
Das Verharren im Status Quo, das Festklammern am vermeintlich schönen Leben, das Verdrängen der riesigen Gefahr lässt uns im wahrsten Sinne des Wortes ohne Tempolimit gegen die Wand fahren.
Und nicht nur uns, sondern auch all die Menschen, die den Klimawandel nicht verursacht haben und schon jetzt unter ihm leiden.
Wenn ein Herr Lanz sich vor Millionenpublikum damit beschäftigt, tapfere, engagierte junge Menschen für Ihren bewundernswerten Einsatz zu attackieren oder lächerlich zu machen, statt seine enorme Reichweite zu nutzen, um für MEHR Klimaschutz einzutreten (z.B. RWE-Chefs einzuladen und diese zu „vernehmen“), dann bleibt die Lage der Nation für mich eine Hoffnung. Wir sind gar nicht weit weg von den sozialen Kipppunkten zu mehr Bewegung in Richtung Klimaschutz. Viele schaffen das Verdrängen schon nicht mehr. Wir werden mehr. Wir müssen weitermachen.

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Es ist aus meiner Sicht nicht so, dass die Lage nicht auf die Klimaproblematik hinweisen würde. Ich bin mir auch nicht sicher, wie viel das bringen würde. Der Großteil der Lagehörer sind keine Klimawandelleugner. Ein grundsätzliches Wiederkäuen von „Wir schaffen das 1,5°C Ziel nicht“ ist da nicht zielführend.
Aufklärender für Lagerhörer wäre, auf einzele Fakten hinzuweisen, die konkret die Folgen des Klimawandels belegen und was daraus resultiert. Z. B.:

Die Erkenntnis, dass bei den Grönlandgletschern ganz unten auch im Winter „warmes“ Wasser gefunden hat. Also das die Gletscher auch von unten schmelzen (aus einem Film auf Arte). Wir müssten also die Gletscher unten kühlen, um ein Abschmelzen zu verhindern.

Solche Erkenntnisse verdeutlichen die Dramatik der Klimakrise, führen aber auch nicht direkt zu einem Handeln, sondern eher zur Schreckstarre bzw. Verdrängung. Und das ist auch das Problem aus meiner Sicht, siehe @peterprizn99:

Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht, dass es kaum jemanden gibt, der konkret sagen kann, was wir jetzt konkret Schritt für Schritt machen müssen. Das Problem ist so groß, dass niemand weiß wie wir das am besten auflösen können (Stichwort Clusterfuck). Wir müssen unser ganzes Leben ändern. Und das ist schlicht und einfach zu viel. Da hat kaum jemand die passende Vision und wie man dann da hinkommt, ist völlig offen. Was meine ich damit? Wie sollen wir z. B. unsere Städte umbauen? Verkehrswege, Gebäude, Heizung? Das gibt es ja alles bereits. Wie wandelt man die bestehende Struktur am besten um? Das ist für jede Stadt individuell und damit anders. Damit sind unsere Politiker überfordert.
Dazu kommt jetzt noch etwas und zwar, wird es bei dieser Umwandlung Leute geben, die dadurch schlechter dastehen und es wird auch das ein oder andere in die Hose gehen. Was jedoch kaum jemandem klar zu sein scheint: Es wird uns allen danach besser gehen, als jetzt. Heißt auch, dass derjenige, der danach weniger hat, effektiv auch mehr vom Leben hat. Und es schafft momentan kaum jemand diese positive Vision rüberzubringen. Dabei ist das eigentlich gar nicht so schwer, denn das aktuelle System ist einfach sehr bescheiden:

Beispiel Auto:

  • Geben Sie gerne Geld zum Tanken aus?
  • Können Sie auf das Auto verzichten? Nein? Finden Sie es dann die Abhängigkeit von Öllieferungen aus dem Ausland gut?
  • Suchen Sie gerne Parkplätze?
  • Stehen Sie gerne im Stau?
  • Zahlen Sie gerne Steuern dafür, dass andere Auto fahren?

Jetzt komme ich dazu was die Lage machen könnte: Mehr herausstellen was am momentanen System schlecht ist und Beispiele dafür nennen, wo es was für Lösungen gibt, die sich bereits bewährt haben. So wie das Beispiel mit dem Autofreien Tag im Jahr. Mehr davon. Zeigen, dass die Welt viel schöner und lebenswerter werden wird.

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Ja, exakt. Eine positive Vision.
Und vor allem handeln.
Natürlich gehen auch Dinge schief. Aber trotzdem vorwärts denken, anfangen.
Erste Schritte? Nicht so schwierig:
-Tempolimit 130 Autobahn, 80 Landstraße, 30 innerorts
-Abschaffung klima- und umweltschädigender Subventionen
-positive Anreize für klimafreundliches Verhalten (Bahncard statt Pendlerpauschale etc.)
-Steuern auf einheimisches Obst/Gemüse runter, auf Fleisch hoch
-Windräder in mindestens so kurzer Zeit bauen wie die LNG-Terminals
-Bürokratie abbauen

Einfach anfangen.
Aufhören mit der Klientelpolitik.
Auf jeden Fall herzlichen Dank für die enorm konstruktiven Beiträge, @FlorianR @peterprizn99 @rlinner

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Das finde ich so nicht ganz richtig. Die Lage berichtet doch konstant z.B. von der Arbeit von Agora Energiewende. Auch hier im Forum haben wir etliche Studien zitiert, die kleinteilig darlegen, was zu tun ist. Dabei geht es nicht nur um den technischen, sondern auch um den Innen- und außenpolitischen Handlungsbedarf. Natürlich ist das Bild komplex. Dennoch ist mein Fazit aus all diesen Arbeiten: der Mangel an politischem Willen ist ein weitaus größeres Problem, als der Mangel an guten Ideen.

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Würde sogar noch weiter gehen.
Schon seit Jahren ist in der Fachwelt klar was zu tun ist. Die Lösungen sind bekannt.

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Ihr seid alle bereit radikale Änderungen in Kauf zu nehmen um den Klimawandel zu bekämpfen. Nur nicht die eine Änderung die als einzige nachweislich einen Industriestaat standort-unabhängig dekarbonisieren konnte. Ihr verlangt von allen große Kompromisse, schliesst aber eine der grössten quellen co2-armer Energie kategorisch aus. Ist jetzt Krise oder nicht?

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Was meinst du? Ich verstehe deinen Beitrag als Anspielung auf den Wiedereinstieg in Atomkraft. Was soll das langfristig bringen? Wir bleiben weiter abhängig von Ländern und wir haben kein Endlager. Atomkraft ist nicht zielführend. Lieber massiv in Windenergie setzen.

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Ach komm. Das Märchen von der CO2-armen Kernkraft hatten wir doch nun zur Genüge. Es sind nicht 10 oder 20 g/kWh Co2 sondern viel eher 100 g/kWh, wenn man Anreicherung, Aufbereitung und vor allem Entsorgung über hunderte Jahre einrechnet, wie wir hier im Forum ja auch schon diskutiert haben:
Atomkraftwerke und Energiewende

Und keiner Einziger, von den ganzen Atomkraft-Befürwortern, möchte neben einem Endlager wohnen, mehr muss man zu dem Thema eigentlich gar nicht sagen.

Absolut richtig. Und saisonale Speicher, für die wir auch längst die Technologie haben.

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Dem stimme ich voll zu. Die Lage berichtet auch vom Klimanotstand (Ja, Notstand muss es genannt werden) Ich meinte die Kritik als Kritik an den Medien insgesamt. Laut Studien ist der Anteil der Klimaberichterstattung viel zu gering. Die Lage sticht sicher positiv heraus, aber auch noch nicht der Dramatik entsprechend ausreichend.
Die akute Bedrohung ist noch nicht in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen.
Festhalten am Gewohntem, Verlustängste, Verdrängung, Bagatellisierung, vielleicht auch Leichtsinn …
Die Psychologists for future beschäftigen sich damit.
Wir brauchen drastischere Aufklärung, immer wieder konkret Vor-Augen-Führen.

(… @moderat: zu viele Wiederholungen)

Nur ein massiver Ausbau der Erneuerbaren ist es. Siehe Wildpoldsried: Ein energetisch autarkes großes Dorf, das sogar Energie in die Schweiz exportiert: Wildpoldsried, das Energiedorf im Allgäu
Wildpoldsried - Agentur für Erneuerbare Energien

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  1. Bitte nicht mehr mit Primärenergie-Argumenten kommen. Primärenergieverbrauch ist für die Planung eines Energiesystems ohne fossile Energieträger fast unbrauchbar.

  2. Genau, Krise ist jetzt! Bitte mal darlegen, wie weltweit bis 2050 Atomenergie irgendwie eine Relevanz erreichen soll, wenn in 15 Jahren (Bauzeit) die ersten Blöcke stehen könnten. Derzeit reicht der Zubau nicht mal, um die Kapazität des bestehenden Kraftwerksparks aufrecht zu erhalten.

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Weil es ja auch schon eine Zeit in DE gab, in der mehr Leute hätten aufstehen müssen, um vielleicht die Katastrophe des 20. Jh. zu verhindern. Danach sagten viele der Kindergerneration „ihr habt es gewusst!“. An diesem Punkt stehen wir wieder, und ich sehe schon viele der damals kritischen Generation, die diesmal genau das tun, was sie ihren Eltern/Grosseltern zum Vorwurf machten. Sie stellen die Verbindung zwischen scheinbar zwei völlig unterschiedlichen Herausforderungen nicht her, aus Ängstlichkeit, Bequemlichkeit, Denkfaulheit, Verdrängung. Genau darauf hinzuweisen, diese oft arrivierten Bürgerinnen zum Nachdenken zu zwingen, das wäre ein Strang in einer Gesamtstrategie.

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Du hast mich nicht ganz richtig verstanden. Ideen gibt es und auch das Ziel. Aber der Weg dahin ist das Problem. Stell Dir einfach vor, Du bist Bürgermeister in einer Stadt. Was genau würdest Du machen? Stell Dir das einfach mal vor. Die Anzahl der Probleme und Maßnahmen ist erdrückend und die Mittel i. d. R. sehr begrenzt.

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Das einzige Problem besteht darin, die Bevölkerung mitzunehmen. Das ist in der Tat ein dickes Brett. Für alles andere haben Thinktanks wie Agora relativ detailliert aufgeschrieben, welche Schritte zu tun sind.

Da stimme ich zu.

Drastische Lösungen sind in einer Demokratie nur schwer „mal eben“ umzusetzen, da ich hier immer Mehrheiten brauche, also den Großteil der Bevölkerung mitnehmen muss.
In 4 Jahren Legislaturperiode schwer hinzukriegen.
Das geht wohl nur in Diktaturen und Autokratien, wo man aufs eigene Volk keine Rücksicht nehmen muss.
Aber zum einen kenne ich keine Diktatoren, die sich den Klimaschutz primär zum Ziel gesetzt haben, zum anderen, wollen wir in so einer Herrschaftsform leben? Um Klimaziele drastisch umzusetzen?
Inhaltlich bin ich bei der Dringlichkeit ja völlig dabei, nur die Umsetzung ist das herausfordernde. Das wird nur in stetigen kleinen Schritten gehen.

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Der Jetzt-Zustand ist doch, dass regierende Kräfte sich nicht trauen, den Menschen das zu sagen, was hier in diesem Thread schon ziemlich Konsens ist. Sie könnten sich ja auf die vielen Studien berufen und kämen nicht in den Verdacht von Panikmache. Sie könnten Kampagnen fahren, um einmal die Diskussion der Notlage im Volk anzustossen und Bewusstsein zu bilden.

Für die Regierung wäre das ein gewisses Risiko, wenn die oppositionellen Kräfte mit Desinformation und Beschwichtigung eine Chance für einen Machtwechsel sieht. Es käme darauf an, die Kampagne gut zu machen, den Widerstand gedanklich vorauszusehen und das entsprechende „Gegengift“ präzise zu entwickeln. (Daran hapert es ja so oft bei eher unpopulären Massnahmen.)

Das wäre erst einmal verfassungskonform im Gegensatz zum bisherigen Regierungshandeln den Klimaschutz betreffend. Dieses gedankliche Kippen gleich in die „Ökodiktatur“ ist ein Denkfehler, der allerdings gerne genutzt wird.

„Die stetigen kleinen Schritte“ helfen ein wenig, aber sie sind eher Beruhigungsmittel. Auf keinen Fall sind sie der einzig gangbare Weg, im Sinne von: so unterscheidet sich halt Realpolitik von Traumpolitik.

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Die Frage wäre dann, welche Politiker mit Entscheidungsmacht und Mut, gepaart mit einer grossen Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen polltischen Karriere, haben wir denn aktuell?

Und wie verzichtsbereit wäre speziell die deutsche Bevölkerung?

Inhaltlich stimme ich völlig zu. Wenn wir unser Klima noch entscheidend positiv beeinflussen wolken, müssen wir sofort mit gestrecktem rechtem Bein eine Vollbremsung machen und uns von der Masse an Wohlstand und Bequemlichkeit im Alltag verabschieden.
Ich befürchte, dazu fehlt sowohl Wille als auch der wirkliche Druck auf die Menschheit.
Das soll kein Aufruf zur Passivität sein, aber drastische Kehrtwendungen sehe ich da nicht zeitnah

Ich als junger, bald 27-Jahre alter Mensch bin auch soweit, dass ich keine Kinder in eine Welt setzen möchte, die auf den Abgrund zu fährt und es nicht schafft zu bremsen und die Weichen neu zu stellen… Vom Gefühl her ist in meinem Umfeld so gut wie jeder besorgt, aber wirklich etwas ändern tun die wenigsten.
Die einen sagen, ja das erlebe ich eh nicht mehr, oder bringen ein „aber China“ Argument etc.
Die meisten werden ähnliches erleben.

Für mich habe ich entschieden, dass ich einfach so gut ich es kann und vertreten kann, mein Bestes gebe. Quasi ein Vorbild für mein Umfeld bin.

Ich fahre so viel es geht Fahrrad, besitze dennoch ein Auto, denn ohne geht es für mich nicht.

Ich bin jetzt seit 1.5 Jahren 100% vegan und das konsequent. Jeden Tag ist das Thema auf der Arbeit (zwar meist eher negativ und pro Fleisch/Tierquälerei, aber es wird darüber gesprochen).

Ich habe mich mit Balkonkraftwerken beschäftigt und mir eines gekauft und montiert. Mir ist klar, dass so was eine Investition ist und das nicht jeder Leisten kann. Aber auch hier, Vorbild und es entstehen viele Gespräche und Diskussionen.

Die meisten Themen kann der einzelne nicht alleine lösen, aber er kann das Möglichste tun!

Viele Themen sind auch sehr emotional, für mich zb das Thema Veganismus. Siehe den Post von mir zu dem Thema, der auch die Frage stellt, warum niemand versteht, dass vegan leben dem Klima extrem hilft und vor allem das Tierleid auf dem Planeten reduziert.

https://talk.lagedernation.org/t/klimaschutz-warum-wird-veganismus-belaechelt/16715?u=herrfrutti

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