Afd stärkste Partei bei Umfragen

Wie kann bald fast ein Drittel der Deutschen Wahlberechtigten Bevölkerung eine Partei wählen wollen die offensichtlich weder konkrete Lösungsansätze anbietet noch sich bemüht Grundrechte alle Bürger zu schützen oder schützen zu wollen ?

Ja es wird sicher jetzt wieder angemerkt dass liegt an der Schwäche der anderen Parteien. Aber das ist nur ein Symptom meiner Ansicht nach.

Das Gefälle von sehr sehr wenige super reichen zu vielen Armen ist die Triebkraft die Populismus fördert , dass ist mehr eine Gesetzmässigkeit die ein jedes System erleidet an einem Punkt.

Ich sehe hier als einziges Mittel um dies zu verändern die Macht zu verteilen , mehr Einfluss der Bevölkerung zu fördern und eine Konkordanz Regierung einzufügen die eine Populistische Total Option verhindert aber gleichzeitig eine völlige Macht Übergabe blockiert.

Ich verstehe nicht so ganz warum die ansonsten so bissige Lage der Nation ein systematisches Weiter so mit kleineren Anpassung als das Mittel sieht um Autokratie letztendlich zu verhindern. Was meint ihr braucht es noch eine Systematische Verbesserung ?

Gerade auch das Thema Behörden spielt doch hier ins Horn. Macht Abgabe an Regionale Stellen und mehr Kontrolle durch Bürger könnte auch die Ämter dieses Landes positiv beeinflussen.

Du willst also denen, die zu 1/3 eine offensichtlich rechtsradikale und der Bevölkerung und Deutschland schadende Partei wählen und auch zu restlichen 2/3 rational nicht nachvollziehbare Wahlentscheidungen treffen, noch mehr Macht geben?
Meine einzige Hoffnung ist tatsächlich, dass die Diligierten der Linken endlich erkennen, welche einmalige Chance sich hier bietet, alles abräumen, was fragwürdig ist und sich als echte linke Alternative zum Rechtsruck in Parteien und Bevölkerung stellt.

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Woher nimmst du diese Einschätzung?

Ich weiß nicht, ob das die einzige Antwort sein Kann. Mein Wunsch wäre, dass alle Parteien ihr Profil deutlich schärfen und wieder für klare Positionen stehen und sich damit von anderen Parteien abheben.

An anderer Stelle in diesem Forum habe ich schon mal angemerkt, dass mir eine Partei wie die alte FDP fehlt. Eine sozial liberale Partei die auf klare Marktmechanischmen mit sozialem Ausgleich setzt. Ich werde nicht klar Links wählen, werde aber auch keine Partei wählen, die bei nächster Gelegenheit mit der AfD koaliert um an der Macht zu bleiben.

Zum ersten Mal überhaupt hadere ich total mit meiner Wahleinscheidung und zum Glück stehen keine Bundestagswahlen (oder Landtagswahlen in meinem Bundesland) an, denn ich könnte zum ersten Mal Nichtwähler werden.

Mir ist klar, dass es dutzende Klein- und Kleinstparteien gibt, die sicherlich meine Sicht abbilden. Aber relevant sind sie nicht

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Große Ungleichheit ist nur einer der vielen Baustellen, in denen die parlamentarische Demokratie, wie sie in unserem Land umgesetzt ist, seit Jahrzehnten darin scheitert, das, was den Menschen wirklich auf den Nägeln brennt, zu liefern.

Wir sehen es in der aktuellen Koalition wieder tagtäglich: Die völlige Unfähigkeit von Regierung und Parlament, die großen Probleme unserer Zeit zu lösen.

Daneben gibt es viel mehr. Ich habe mich hier schon häufiger mit der Frage beschäftigt, was die strukturellen Ursachen für dieses systematisches Staatsversagen ist.

Nach meiner Überzeugen, brauchen wir eine große Staatsreform, die die strukturellen Ursachen beseitigt.

Leider hat mich die Diskussion hier im Forum nicht wirklich weiter gebracht.

Ist unsere parlamentarische Demokratie vielleicht nicht mehr sanierungsfähig?

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Aus Sicht des rechten Teiles der Bevölkerung sind in den letzten Wochen und Tagen folgende Headlines entstanden (und ja, natürlich ist das extrem simplifiziert, aber ich denke der Kern was bei vielen hängen bleibt)

  • 90 Milliarden von unserem Steuergeld wird jetzt der Ukraine geschenkt. Hätte es mit uns nicht gegeben.
  • Sprit kostet jetzt über 2€, wird sind die einzigen mit einer CO2 Steuer und haben die höchsten Steuern auf Sprit. Und die Bundesregierung sorgt dafür, dass jeden Tag um 12 Uhr die Preise klettern. Wir würden das streichen. Mit uns gäbe jetzt noch billiges Gas und Öl aus Russland, und die Preise wären niedrig.
  • In BaWü gibt es eine Mehrheit mit der AFD, aber die CDU hilft lieber den Grünen zum Ministerpräsidenten.
  • Man nimmt 500 Milliarden Schulden von meinen Steuern auf, und dann soll ich weniger Rente bekommen und mehr für Medikamente zahlen?
  • Es sollen weiter Millionen von Ausländern, die noch nie eingezahlt haben, von meinen Steuern und Abgaben die Wohnung, die Heizung, die Gesundheitskosten gezahlt werden.
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Und dagegen ist halt schwierig zu argumentieren…

Die große Koalition, in der der spd Wähler seine Partei nicht mehr wahrnimmt, und der cdu Wähler seine Partei auch verloren hat, ist halt Gift. Es reicht ja schon, wenn die Wähler gar nicht mehr wählen gehen..

Zum eine spd, die in 2 Flügel bricht, und eine cdu, die unter merz zur ja sager Partei wird, um zumindest den Kanzler zu stellen.

Und dann noch eine Koalition, die nix substantielles schafft.. und absehbar auch nix schaffen wird, was wohl bedeutet, dass in 2 Jahren die Lage noch klarer zu Blau ist.

Eine cdu+grüne hätte diesem Land gut getan. Hat halt nicht gereicht. Lag auch an strategischen Fehlern der cdu kurz vor der Wahl.

Der große Knall kommt eh schon im spätjahr, wenn die AfD zum ersten Mal ein Bundesland gewinnt und vielleicht sogar regiert. Das wird Chaos, egal wie es ausgeht.

Am Ende Fehler der AfD nur noch ein Konzept, wie man doch akzeptiert wird in einer Koalition, wie in Österreich… dazu scheint es ja Ende der Woche strategische Meetings gegeben zu haben..

Vielleicht kommt die fdp zurück über 5%, doch wohl eher auf Kosten der cdu, das ändert auch nicht viel für die AfD…

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Ist es denn so, dass der Erfolg der AfD darauf zurück zu führen ist, dass der Anteil der Nichtwähler steigt? Ich hatte bislang den Eindruck: Überall, wo die AfD gute Umfragewerte hatten, war die Wahlbeteiligung letztlich überdurchschnittlich hoch und die AfD hat trotzdem gut abgeschnitten.

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Wie kann bald fast ein Drittel der Deutschen Wahlberechtigten Bevölkerung eine Partei wählen wollen die offensichtlich weder konkrete Lösungsansätze anbietet

Das wird ja oft als Argument gegen die AfD gebracht: Sie verbessert ja nichts - vor allem nicht für ihre Wähler. Ich will das auch gar nicht bezweifeln. Allerdings finde ich nicht, dass das ein gutes Argument ist. Denn es ist bei Weitem kein Alleinstellungsmerkmal der AfD. Schaut man sich die Alternativen - CDU, FDP, meinetwegen noch SPD - an, so haben diese Parteien ebenfalls keine Lösungsansätze für die dringenden Probleme unserer Zeit.

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Es sind sogar immer noch 38% der Wähler, die Parteien wählen, die bewiesenermaßen unfähig oder unwillig sind, die Grundrechte der jüngeren Bürger zu schützen (siehe die Totalverweigerung der Bundesregierungen der letzten 20 Jahre beispielsweise bzgl. Klimapolitik oder Rentenpolitik).

Hinzu kommt nun auch noch 28%, die eine Partei wählen, die zwar ihre Unfähigkeit noch nicht (so vollumfänglich) unter Beweis gestellt hat, aber deren Wahlprogramm mindestens aus ökonomischer und ökologischer Sicht fragwürdig ist.

Bleibt die Frage, warum nur 34% der Wähler andere Parteien wählen (von Kommunisten bis Monarchisten).

Ich persönlich finde es (zumindest auf Bundesebene) nachvollziehbarer die AfD als die CDU/CSU oder SPD zu wählen. Aber noch nachvollziehbarer, fast jede andere Partei zu wählen. Generell habe ich ein Störgefühl damit, wie vergleichsweise milde die Medienlandschaft (inklusive der Lage) seit Jahrzehnten mit CDU und SPD umgeht (als wäre nur die AfD das Problem). Das hat etwas von Hofberichterstattung (wobei die Lage hier immerhin kritischer unterwegs ist als die deutschen Leitmedien).

Ich werbe hier schon seit Jahren für eine Konkordanzdemokratie. Wobei es vermutlich mehrere Generationen benötigen wird, bis wir eine so reife demokratische Kultur wie die Schweiz hinbekommen würden. Aber dafür muss man eben mal anfangen, z.B. auf Kommunen- oder Landesebene.

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Es gibt schon konkrete Lösungsansätze. Allerdings würden die am Ende zu mehr Problemen führen, weil sie gegen geltendes Recht verstoßen und unsere EU-Nachbarn gegen uns aufbringen werden.

Amthor hat letztens die Abwahl von Orban als ermutigendes Zeichen bewertet. Aber Orban war 16 Jahre an der Macht. Ich bin mir sicher, dass die AfD nach 15 Jahren Alleinregierung in Sachsen-Anhalt auch nicht mehr positiv gesehen und abgewählt wird. Solange die AfD Oppositionspartei ist, kann sie nicht nennenswert an Zustimmung verlieren. Obwohl Habeck durch Reiche ersetzt wurde und es einen riesigen Vetternwirtschaftsskandal in der AfD gab, steht die AfD in Umfragen besser da alt beim Ende der Ampel-Koalition.

Nein, es geht immer ums Geld.
Zum einen Inflation, egal in welchen Teilbereich (z.B. Gas und Sprit), zum anderen der Angst vor Arbeitsplatzverlust, treibt die Leute zu den Rändern.

Anders ausgedrückt: Für mich wird immer alles teurer und die Steuern steigen, aber die Investitionen kommen nicht mir zu Gute (sondern gehen ins Ausland).

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Nicht trotzdem, sondern deswegen. Die AfD mobilisiert neue Wähler, und zwar nicht weil sie bessere Konzepte hat, sondern weil sie einfache Lösungen anbietet und weil sie verspricht, dass eine Stimme für sie die anderen Parteien bestraft. Sie spricht Menschen an, die nicht groß behelligt werden wollen und sich für ihre wahrgenommene schlechte Situation rächen wollen.

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Und auch die, die vorher keine hinreichend starke, rechtsextreme Partei hatten, die sie wählen wollten. Dagegen hilft nur, die Option, die Demokratie abzuwählen, wieder vom Wahlzettel zu streichen.

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Und das auch im Gegenlager. Sind nicht unbedingt „neue“ Wähler, aber eben Wähler, die bewusst contra AFD wählen, statt auch mal zu Hause zu bleiben, weil es eh egal sei, wen man wählt. Damit sorgt eine in Umfragen starke AFD für insgesamt hohe Wahlbeteiligung.

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Was wären denn konkrete Maßnahmen, die Union und AFD gemeinsam umsetzen könnten, mit der ist beschworenen Mehrheit rechts der Mitte?

Mir fehlt die Phantasie, mir vorzustellen, dass die Union den ganzen “Wahnsinn” in einer realen Konstellation mitgehen würde.

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Naja, beim Kulturkampf à la Weimer sind Teile der CDSU doch voll auf Linie der AfD. Und auch beim Abschleifen aller Regeln zum Umwelt- und Klimaschutz werden die sich da wohl einig. Die Gas-Kathi würde wohl dankend mit den Stimmen der AfD den Windradbau in Deutschland zum erliegen bringen. Genauso beim Thema Migration: zwischen der aktuellen Abschiebe-Rhetorik der CDSU und dem Gerede von Remigration gibt es vermutlich ein fruchtbares Feld politischer Kompromisse zwischen rechts und ganz rechts. Und über mögliche Differenzen kann man ja mit einer Dosis Hass gegenüber Trans-Menschen hinwegtäuschen. Das ist sicher mit weiten Teilen des Parteivolks rechts der Mitte irgendwie kompatibel.

In Europa und den USA sind christlich-konservative Parteien in den letzten Jahren reihenweise zum Erfüllungsgehilfen radikal-rechter Politik geworden oder haben diese Politik einfach selbst übernommen. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund anzunehmen, dass die CDSU gegenüber dieser Dynamik in irgendeiner Form immun ist. Schon empirisch ist anzunehmen, dass die CDSU sich in einer Koalition mit der AfD inhaltlich flexibel zeigen wird, oder Teile des konservativen Spektrums direkt zur AfD abwandert (siehe z.B. aktuell die Tories in UK).

Es gäbe natürlich offensichtliche politische Alternativen: Die CDSU könnte sich auch gegenüber eher progressiven Parteien und Bevölkerungsteilen anschlussfähig zeigen und/oder durch kompetent-lösungsorientierte Politik die AfD “inhaltlich stellen”. Da kommt dann aber der unbedingte Wille zur Umverteilung von Arm zu Reich, die konservative Ideologie und politische Inkompetenz in den Weg. Entsprechend bin ich da persönlich aktuell nicht besonders optimistisch.

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Ich versuche jetzt mal eine Analyse der Sicht der AfD-Wähler - basierend ausschließlich auf meinem passiven X-Konsum…

Falsche Wahrnehmung. In den Augen der AfD-Wähler schützt diese Partei im Gegensatz zu den anderen eben die Bürger. Ja, durch Remigration, aber das wollen die Wähler ja anscheinend auch. Dieser Trend ist in Europa ungebrochen. Und es ist relativ egal, wie sehr hier die aktuelle Migrationspolitik verteufelt wird: Sie geht einem Teil der Menschen im Land nicht weit genug, und für die gibt es nur eine Partei.

Du schreibst hier von fehlenden Lösungsansätzen. Das ist nicht korrekt, die AfD hat Lösungsansätze - wir können diese als Unsinn oder nicht umsetzbar ansehen, aber sie hat Lösungsansätze. Und alle anderen Parteien sind in den letzten Jahren konsequent gescheitert. Also warum nicht etwas Neues versuchen?

Stichwort: Mehr Einfluss der Bevölkerung… Die AfD will Volksentscheide und ich fürchte aus gutem Grund :slight_smile:

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So gesehen hat auch die Linke Lösungsansätze. Nur wählt man halt links aus Prinzip nicht.
Da halte ich es schon für wichtig festzuhalten, dass das für rechts nicht gilt.

Die Regierungsperformanz spielt bei den Wählenden rechtsradikaler Parteien überhaupt keine Rolle: