Warum gibt es so viele „Enttäuschte“, siehe aktueller Höhenflug der AFD

Ich möchte hier gern nochmal dem in Union und FDP verbreiteten Framing „Grüne sind ideologisch“ etwas entgegensetzen. @pitus hat das in einem anderen Thread so gut formuliert, dass ich ihn zitieren möchte:

Bei Ideologie handelt es sich um eine Weltanschauung einer sozialen Gruppe. Das ist quasi eine Meinung, verbunden mit einer Prioritätenhierarchie, auf die sich die Gruppe grundlegend einigen kann. Ich sehe da nichts verwerfliches dran.

Was Union und FDP eigentlich meinen ist: „dogmatisch“ (habe ich auch von @pitus). Und ob man „die Grünen“ als „dogmatisch“ framen kann, darüber lässt sich sicherlich viel und gut streiten. Ich würde das den Grünen nicht grundsätzlich anlasten.

Aber es blitzt immer mal wieder durch. Ich habe gestern abend in der Kneipe ein weiteres Beispiel gehört: Auch in Hamburg durften anlässlich der Coronapandemie viele Gastronomen die öffentlichen Flächen vor ihrem Restaurant bestuhlen. Alle fanden das klasse (ja: bis auf die Anwohner). Es ist für alle eine Bereicherung ihrer urbanen Lebensqualität.

Der Besitzer des Restaurant erzählte, die zuständige Grüne im Bezirksamt das rückgängig machen will. Angeblich, weil es ihr „zu kietzig“ ist (Definition Kietz: hier). Ich weiß nicht, was das heißen soll und auch nicht, ob die Begründung überhaupt stimmt - wenn ja, dann ist das dogmatisch. Fakt ist, dass diese und sehr viele andere Restaurants einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes verlieren werden. Der Besitzer des Restaurants sagte: „Dann muss ich dicht machen“. Das wird mutmaßlich vielen Gastronomen so gehen.

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