Update zu Erneuerbaren Energien / Negativer Strompreis

Ja können wir. Denn die Geschichte, wie es zu diesen Lampen kam, ist ja bekannt.

Die Beleuchtung der Autobahn wurde gegen Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Belgien eingeführt. Damals gab es gerade in der Nacht eine hohe Anzahl an Todesfällen im Straßenverkehr, so dass vielerorts darüber diskutiert wurde, wie die Situation verbessert werden konnte. Kurzerhand wurde in der Politik beschlossen, die Autobahnen in Belgien zu beleuchten.
https://www.belgien-ratgeber.de/belgische-autobahn-nachts-noch-beleuchtet/

Ist halt recht lächerlich, mich über ein Thema belehren zu wollen, bei dem ich mich zufällig auskenne. Und dann trotzdem darauf zu bestehen, macht dich auch in allen anderen Punkten weniger glaubwürdig.

Mit Imsys, das wird schon bei Akku, wb, wp fällig, muss auch zw. 2-7 kWp abgeregelt werden. Und die balkonkraftweke verschenken den Strom.

Der Vorschlag das EEG abzuschaffen kommt ja von Reiche ‚mit der Begründung der „Überforderung“. Mit dem gleichen Argument hat sie als Staatssekretärin unsere pv Branche vernichtet (s.o.)

Bei privaten rechnet sich eine pv nach 10-15 Jahren inklusive Förderung. Was ja schon jetzt nicht unbedingt die beste Geldanlage wäre.

Fällt die eeg weg, fällt der pv Ausbau auf privaten Dächern in sich zusammen. Die Wertschöpfung wird meist durch lokale Handwerker erbracht, wodurch ein Teil des eeg wieder durch Steuern rein kommt.

Zudem bringt es sehr wenig Einsparung. Das EEG geht an die gut vergüteten alt Anlagen.

Heute (Wochenende) Zw 10:15-16:15 Strompreis <= 0 damit keine Vergütung mehr für neue Anlagen.

Momentan ca. 7,8 Cent für Überschuss einspeisen

Um 17:30 Strompreis steigt auf 9,9 Cent d.h. Hier verdient der Staat mit dem eeg Geld!

Genauso vor 8:15 Uhr 7,525 ct/kWh

von daher wären die Risiken für den EE Ausbau und lokale Wertschöpfung hoch und die Einsparung marginal, falls nicht sogar drauf gezahlt werden müsste.

Oder anders ausgedrückt: wenn Reiche von überförderung spricht, heißt das „die mach ich platt, scheißegal was mit der hiesigen Wertschöpfung passiert, Ich hab schon Marktführer und 100 000 Jobs platt gemacht, da jucken mich die Handwerker und EE Ausbau nicht“

warum dann die eeg Vergütung für kleine Anlagen entfallen lassen wenn

Ich habe den Eindruck dass man Katharina Reiches handeln mit folgender Arbeitshypothese eigentlich immer gut verstehen kann:

Katharina Reiche handelt nicht als Wirtschaftsministerin der Bundesrepublik Deutschland sondern als Lobbyistin für eon, ihren früheren? Arbeitgeber.

Und was wünscht sich eon….

„…eon Chef Birnbaum fordert das Ende der Einspeisevergütung für private Solaranlagen. Seine Rechnung: Drei Viertel des Wertes einer PV-Anlage entstehe dadurch, dass Haushalte ihren selbst produzierten Strom nutzen und keine Netzentgelte zahlen. Nur ein Viertel komme aus der garantierten Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. „Warum müssen wir dieses Viertel auch noch garantieren?“, fragt der Eon-Chef. Wenn die Vergütung wegfalle, müssten sich Betreiber selbst um die Vermarktung kümmern. „Wenn es ein Geschäftsmodell gibt, das mit 13 Prozent Umsatzrückgang nicht zu Rande kommt, dann sollte es dieses Geschäft nicht geben.“

Katharina Reiche kümmert sich auch hier offenbar nur um die Geschäftsintressen von eon.

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Zu Für und Wider Subvention von kleinen PV-Anlagen verweise ich auf:

Das Interessanteste am Streit um das Interview von Lion Hirth war in meinen Augen, dass genau diese Frage aufkam: Geht es bei der Dach-PV-Förderung inzwischen gar nicht mehr um Klimaschutz, sondern vorrangig um Beschäftigungstherapie für Dach-PV-Monteure?

Was Frau Reiches allgemeine Handlungsmaximen sind, weiß ich nicht.

Ich sehe das Thema hier als off-topic und möchte es an dieser Stelle dabei belassen.

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Dieser persönliche Angriff kam unerwartet. Ich hatte nicht vor, Sie zu belehren. Ich bin gerne bereit, von Ihrer Fachexpertise zu lernen. :slight_smile:

Können Sie mit folgender verkürzten Darstellung mitgehen:

  1. Belgien hat (spätestens) in den 1950er Jahren begonnen die zivile Nutzung der Atomkraft zu erforschen und zu planen (erste Versuchsreaktor 1956, Bau des Atomiums 1958).
  2. Belgien hat in den 1950er Jahren über die Verkehrssicherheit auf den Autobahnen diskutiert und beschlossen, diese zu beleuchten.
  3. Es ist nicht klar (zumindest mir nicht), ob die Energieökonomen Belgiens in den 1950er Jahren schon das Problem mit der nächtlichen Grundlast gesehen haben (oder nicht daran gedacht haben oder optimistisch waren, dass das Problem sich schon irgendwie von alleine lösen wird) und das ein Thema der belgischen Politik war.
  4. Ende der 1950er bzw. in den 1960er Jahren wurden erste Autobahnbeleuchtungen gebaut.
  5. Bis 1975 wurden 2 GW an Atomkraft hinzugebaut, bis 1985 kamen weitere 4 GW hinzu.
  6. Vermutlich bereits ab 1975 war die nächtliche Grundlast ein Problem und die Autobahnbeleuchtung war Teil der Lösung.

Falls ja, habe ich zwei weiterführende Fragen:

  1. Was sagen die Dokumente der Energiepolitik bzw. -forschung aus den den 1950ern (siehe Punkt 3)? War das ein Thema? War es definitiv kein Thema?
  2. Angenommen die erste Bauwelle an Autobahnbeleuchtungen wurde tatsächlich nur aus Sicherheitsgründen gebaut, wie sieht es hinsichtlich Ertüchtigungen und Neubauten ab 1975 aus? Waren da die Sicherheitsbedenken oder die energieökonomischen Probleme der Haupttreiber?

Zumindest zu Punkt 2 kann ich sagen, dass die ursprünglichen Lampen durch LEDs ersetzt wurden.
Damit ist der Stromverbrauch nicht mehr besonders relevant. Einen Punkt hast du, dass, wenn ich mich richtig erinnere, in der Energiekrise sie zwischenzeitlich abgeschaltet wurden. Ganz unwichtig war der Verbrauch also nicht.

Ich denke in der Diskussion ist vor allem wichtig, welche Weichen schon gestellt wurden und wo die Reise hingeht.

An der Grafik erkennt man eigentlich viele von dir angesprochene Punkte

  • Pumpspeicher sind jetzt schon aktiv –> weiterer Ausbau schwierig - EU Netz fördern (Alpenregion, Norwegen)
  • Wieso laufen Kohle und Gaskraftwerke an Tagen weiter in denen die Residuallast negativ ist? –> Fehlender Netzausbau, Redispatch. Sowas kann man mit Batteriespeichern locker lösen und mit Netzausbau und gleichmäßigerem Ausbau EE
  • Das Netz verträgt aktuell 90 % EE Anteil

Wo hast du das her und an welchem Tag z.B.?

Auszahlung von EE Vergütung durch Abregelung sind ca. 500 Mio€/a. Also marginal. Abgeregelt wird, wenn das Netz überlastet wird und es keine Verbraucher gibt. Diese Verbraucher kann man aber schaffen.

Was ist denn deine Idee, um negative Strompreise zu beenden? Aus meiner Sicht ist dies ein zeitlich begrenztes Phänomen, zumindest in der aktuellen Größenordnung.

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Kohlekraftwerke können nicht „schnell“ hoch und runtergefahren werden. Das sollten dann Batteriespeicher lösen.

Das Interessante ist jedoch, wie schnell sich die Wirtschaftlichkeit der Braun- und Steinkohlekraftwerke ins negative dreht. Ich glaube, dass sich diese Kohle- Kraftwerke im Sommer nicht wirtschaftlich rechnen. Die Frage ist, was dann? Müssen Subventionen fließen?

In die Reserve packen und auf neue Gas Kraftwerke verzichten.

Den Netzanschluss noch mit einem großen Akku überbauen

Vielleicht bekommt man so sogar eine schwarzstartfähigkeit hin

Das wird nicht funktionieren, da

  1. Betriebskosten/ Unterhaltungskosten zu hoch
  2. Schnelles An-/Abfahren nicht möglich
  3. Der Wirkungsgrad ins Bodenlose fallen würde

Gas-/Dampfkraftwerke haben da halt die Nase weit vorn.

Warum nicht?

EE ausbauen, dann Kohle einmotten und dann grob Dezember Januar zur kalten Dunkelflaute laufen lassen, dann wieder für ca. 10 Monate einmotten. Gibt ja schon Kohlekraftwerke in der Reserve.

Zwischendurch verdienen die Betreiber mit dem Akku. Hilft auch bei der Spitzenleistung.

Die Idee schlagen verschiedene Experten vor.

Du bist Teil der Lösung

Zumindest nach dem öko Verlag hier:

Nur unsere Politiker sind teilweise Problematisch

Wie man den Überschussstrom möglichst effizient verwerten kann (statt ihn abzuregeln), ist ein anderes Thema, für einen anderen Thread. :slight_smile:

Wie oben gesagt, sollten nach Möglichkeit alle finanziellen Anreize für Stromerzeugung während Phasen negativer Strompreise abgeschafft werden (außer das wird zum Zwecke der Netz- und Systemdienlichkeit explizit regional angereizt). Die Reformen des EEG haben hier schon gute Arbeit geleistet, aber alte Dach-PV (und neue Kleinst-PV-Anlagen) verursachen offensichtlich immer noch genug Schaden.

Das Ziel wäre, möglichst alle Erzeugungsanlagen steuerbar zu machen und damit den Anlagenbetreibern (bzw. deren Aggregatoren) eine effektive Wahlfreiheit zu geben, ob sie einspeisen wollen (und dann die negative Strompreise aus eigener Tasche zahlen) oder lieber doch nicht. Ein nächster Schritt könnte sein, zumindest all jene Netzanschlüsse, bei denen neben einer alten PV-Anlagen inzwischen aus anderen Gründen ein intelligentes Messsystem nachgerüstet wurde, in das neue EEG-Förderregime von 2025 zu überführen. (D.h. keine Vergütung ab der ersten Viertelstunde mit negativen Strompreisen, dafür ggf. eine Laufzeitverlängerung als Kompensation.)

Man kann den PV-Ausbsu stoppen oder den Netzausbau vorantreiben, Nachbarschaftsmodelle fördern und Industrien belohnen, die sich dort ansiedeln, wo es viel erneuerbaren Strom gibt und Sonderpreise geben, wenn die Öfen o. ä. zu Hochzeiten geheizt werden.
Ich habe ein Störgefühl bei Lösung 1, aber da die Union diese Lösung von Anfang an vorangetrieben und Lösung 2 torpediert hat, wird sie wohl die bessere sein.

Doch wieder zeigen dass für staatliche Verträge mit Deutschland kein Vertrauensschutz gilt?

Tschüss Rechtsstaatlichkeit…

Die Alten Anlage können sowieso schon freiwillig ins Neue EEG Regime gehen. Bei negativen preisen wird im neuen EEG abgeregelt aber die Laufzeit der Förderung verlängert.

Aktueller Podcast zum Thema:

Förderstopp für Solaranlagen:Was bedeutet das für die Energie-wende?Handelsblatt Green & Energy

Der eon Mensch dort ist natürlich für ein Förderstopp.

Die Sprecherin eines EE Verband mahnt die fehlenden Vermarktungsmoglichkeiten an. Zusätzlich ist der Redispatch Vorbehalt ein Risiko für den Ausbau auf der Freifläche, aufdach hat das Problem nicht und ist direkt an den Verbraucher.

Für mich ist das zusammen mit dem redispatch Vorbehalt ein koordinierter Angriff von Reiche auf die EE.

Nö, es ist das Thema des Threads. Lies mal den Eingangspost.

Nur weil es bei der Wirtschaftsministerin kein Thema ist, heißt es nicht, dass es nicht das relevanteste Zukunftsthema ist.

Grundsätzlich bin ich bei dir, dass das natürlich smarter wäre. Man kann jetzt schon in die neue Solarspitzenkappung wechseln, bekommt dafür 0,6 Cent/kWh mehr Einspeisevergütung. Wäre ja mal interessant, ob das genutzt wird. Vermutlich eher von jüngeren Anlagen, da die alten mit > 30 Cent da wenig Anreiz haben. Die Einspeiseleistung ist ja aber auch geringer und bis 2032 werden die meisten der teuren Anlagen aus der EEG-Vergütung rausfallen. Man müsste also jetzt Regulatorik machen für etwas, was in ein paar Jahren sowieso hinfällig ist. Aus meiner Sicht daher nicht sinnvoller Aufwand. Zumal fraglich ob rechtlich zulässig in Bestandsanlagen einzugreifen. Kohle und Atombetreiber haben fette Vergütung bekommen, als man in ihre Bestandsanlagen eingegriffen hat. Die anderen Hebel, die hier schon genannt wurden, sind volkswirtschaftlich effizienter: Mehr Verbrauch (E-Auto, WP, Industrie), mehr Speicher (Batterie, Chemische). Wie oben schon gesagt sind die Zeiten negativer Preise noch nicht sehr häufig (5% der Zeit).

Was man noch tun kann, um den Ausbau in Zukunft noch netzdienlicher zu machen wäre:

  • Pflicht zum Energiemanagementsystem (Speicher netzdienlich einbinden)

  • dynamische Einspeisetarife (Anreiz morgens einzuspeisen, Speicher mittags zu laden und ggf. Einspeisung zu verschieben)

  • Dafür muss es dann aber auch zulässig sein, aus einem PV Speicher ins Netz einzuspeisen (aktuell nur bei Direktvermarktung)

So weit ich weiß sind Anlagen durch den Netzbetreiber nur bei Netzengpässen steuerbar. Eine Nicht Vergütung führt also nicht automatisch dazu, dass nicht eingespeist wird. Das ändert also auch am Strompreis eig. erstmal nichts oder? Ich denke nicht, dass sich jmd mit Bestandsanlage seine Elektrik und Steuerung so umbaut, dass er die Einspeisung in den wenigen Stunden abregeln kann.

Mal eine Frage: wenn ich heute eine PV anmelde mit intelligentem Zähler, schalten dann die Netzbetreiber meine PV ab, oder regeln sie die nur auf dynamische 0-Einspeisung? Würden sie abriegeln, müsste ich ja Strom zum Laden des Autos kaufen (insb wenn ich keinen dynamischen Tarif habe wäre das kommerziell doof).

Mich betrifft das mit meiner Alt Anlage eh nicht, rein informativ… und einen Smart Meter hab ich auch nicht :grinning_face:

Bei modernen Systemen wird nur die Einspeisung auf 0 gesetzt, du kannst aber weiter PV nutzen. (Aber auch der Bezug kann „gedimmt“ werden, den du dann aber mit PV „auffüllen“ könntest)

Das sehe ich ganz genauso. Warum jetzt neue Regeln und Bürokratie schaffen, wo sich doch das Problem schon in sechs Jahren allein gelöst hat? Ganz abgesehen davon nimmt der energie- und klimabewusste Stromkunde die überschaubaren Redispatchkosten doch gerne in Kauf, weil er, und natürlich die Industrie durch den Anreiz, den erhöhte Energiekosten nun mal schaffen, ohnehin einsparen beziehungsweise auf eine Technologie umsteigen wird, die ihn durch die Nutzung von Erneuerbaren einen immensen Wettbewerbsvorteil bringt. Wir sind auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.