Tempolimit 130 oder darunter

Ja, das ist doch mein Argument. Ich weiß nicht wie ich es korrekt formulieren soll, aber meiner Ansicht nach rechtfertigt das (im Vergleich zum Ausland und bezogen auf die gefahrenen Personenkilimoter harmlose) Unfallgeschehen auf dt. Autobahnen kein Tempolimit. Ich weiß auch das Vergleiche nicht helfen, aber die Bundesregierung hat bei Corona ja auch nur zu einer „halben“ Notbremse gegriffen und damit mehr Tote in Kauf genommen. Irgendwas eloquent juristisches im Sinne von Maßhaltigkeit/Ausgewogenheit etc. wird jemand wohl formulieren können, ich nicht.

Die Kritik verstehe ich nicht. Wo soll ein Argument denn herkommen, wenn man es nicht konstruiert? Und Argumente gegen ein Tempolimit gibt es doch haufenweise, in diesem Thread:

  • Vermutlich nur geringer Sicherheitsgewinn, basierend auf den heute schon geringen Personenschäden und Vergleichen mit Nachbarländern.
  • Vermutlich nur geringer Effekt beim CO2 Ausstoß, besser ein schnelles Verbot von fossilen Kraftstoffen. Unser CO2 Budget ist klein und viel zu kostbar zum Verbrennen mit mieserablem Wirkungsgrad.
  • Schaden für die Wirtschaft.
    Es gibt Touristen die nur zum Schnellfahren nach Deutschland kommen.
    Es gibt Youtuber die vom Schnellfahren auf Autobahnen leben.
    Es wird viel Geld in der Entwicklung aufgewendet, damit ein Fahrzeug hochgeschwindigkeitstauglich ist*). Das verbessert das Gesamtergebnis ungemein. Nicht umsonst sind Deutsche Fahrzeuge bei Straßenlage, Komfort und Geräuschdämmung führend.
  • Tempolimit wird den Charakter von Dränglern nicht ändern. Drängler gibts auch im Ausland. Für die Assis brauchen wir umbedingt härtere Strafen und eine andere Auslegung des Begriffs der „angepassten Geschwindigkeit“. Ich finde es nicht angemessen andere Verkehrsteilnehmer mit mehr als 100 km/h Differenzgeschwindigkeit zu überholen. Hier sollte der Gesetzgeber nachsteuern.

Ich sehe eigentlich nur ein Argument für ein Tempolimit:

  • Gleichmäßígerer Verkehrsfluss. Da sind aber 130 km/h in der Rushhour zu viel und außerhalb der Rushhour unnötig.
    Daher über bedarfsgesteuerte Schilder in den Rush-Hours auf 120/100/80 runtergehen damit mehr Autos auf die Autobahn passen und geringe Differenzgeschwindigkeiten keine Rückstaus verursachen.

*) ich bin befangen, ich verdiene mein Geld bei einem Zuliferer.

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Aha, na dann schauen wir mal…

Das ist kein Argument GEGEN ein Tempolimit, das ist ein Argument FÜR ein Tempolimit. Deiner Meinung nach ein schwaches, aber selbst wenn dem so sein sollte, verändert das den Charakter des Arguments nicht ins Gegenteil, also bitte suggeriere das nicht!

Das ist kein Argument GEGEN ein Tempolimit, das ist ein Argument FÜR ein Tempolimit. Deiner Meinung nach ein schwaches, aber selbst wenn dem so sein sollte, verändert das den Charakter des Arguments nicht ins Gegenteil, also bitte suggeriere das nicht!

Super, die heizen dann hier einmal über die Autobahn, gefährden unnötigerweise (sie fahren ja nur zum Spaß durch die Gegend) alle anderen, die irgendeinen sinnvolleren Grund für ihre Fahrten haben und führen zu mehr Staus und Unfällen. Und abends fahren sie wieder zurück und haben den vom Tourismus abhängigen Branchen keinen Cent mehr Umsatz gebracht, denn irgendwelche Sehenswürdigkeiten außer der Autobahn haben sie nicht angesehen. Also auf diese „Touristen“ können wir gut verzichten.

Ich brech gleich vor Lachen zusammen! Das ist echt das BESTE Argument gegen ein Tempolimit, das ich jemals gesehen habe. "Aber denkt doch mal jemand an…die armen YouTuber, die sich beim Rasen filmen und damit Millionär werden wollen"! Und dann 71jährige Frauen zu Tode fahren, wie Navid, der Sportwagen-Influencer: Autorennen auf A66: Polizei jagt Lamborghini-Fahrer ohne festen Wohnsitz - Aus aller Welt - FOCUS Online

Wie bei obigen „Touristen“ können wir auf solche „Youtuber“ gut verzichten.

Und jetzt überleg erst mal, wie viel besser die deutschen Fahrzeuge sein könnten, wenn nicht ein Teil des Budgets in die „Hochgeschwindigkeitstauglichkeit“ gesteckt würde und man drauf hoffen muss, dass da als Abfallprodukt auch ein bisschen Komfort bei niedrigeren Geschwindigkeiten bei abfällt, sondern wenn stattdessen das ganze Entwicklungsbudget dem Hauptziel der Verbesserung des Fahrkomforts zur Verfügung stünde!

Schon wieder kein Argument GEGEN ein Tempolimit, sondern eine Abschwächung eines Arguments FÜR ein Tempolimit, bei der so getan wird, als würde das dann plötzlich ein Argument gegen ein Tempolimit, selbst wenn man mal zum Zwecke der Diskussion davon ausginge, dass die Abschwächung zutreffend wäre.

Wo genau sind jetzt also die versprochenen Argumente gegen ein Tempolimit? Bleibt’s also bei den Touristen und YouTubern?

Dann sollten wir vielleicht die Autobahnen einfach konsequenterweise in einen großen Vergnügungspark umfunktionieren und alle bestehenden Tempolimits durch eine Mindestgeschwindigkeit von 130 km/h ersetzen! Soll der normale Verkehr doch die Landstraßen benutzen - die Autobahnen sind jetzt exklusives Erlebnisparadies für Adrenalinjunkies aus aller Welt, Deutschland somit Standort des größten Vergnügungsparks dieses Planeten! Und das Beste: Alles ist schon da! Raststätten für die Gastronomie und den Souvenirverkauf, Raststättenhotels für die Übernachtungen, selbst die Infrastruktur für die automatisch geschossenen Fotos bei der Fahrt auf den Attraktionen steht, wir müssen nur noch die Blitzerbilder am nächsten Rastplatz in einer kleinen Bude zum Kauf anbieten. Fuck Yeah, das wird der Pivot des Jahrtausends, ein ganzes Land erfindet sich wirtschaftlich neu!

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Wo siehst du hier ein Argument gegen ein Tempolimit?
Ein Sicherheitsgewinn ist ein Gewinn.

Und nochmal zum Vergleich: wenn ein Flugzeug mit 328 Passagieren abstürzt ist das Geheule riesig und im Vergleich zu den Zurückgelegten km ist die Sicherheit der Flugzeuge noch viel größer, trotzdem tut man extrem viel um noch mehr Sicherheit zu gewinnen.
Schweden hat für den Straßenverkehr eine so genannte Nullvision. D.h. das ausgegebene Ziel sind hier 0 Verkehrstote pro Jahr und dafür macht man wesentlich mehr Eingriffe als ein Tempolimit auf Autobahnen.

Hier darf man Innerorts z.B. nur 40 km/h fahren, weil die Unfallforschung nachgewiesen hat, dass tödliche Unfälle bei 50km/h häufiger sind als bei 40 km/h

Und das ist jetzt der größte Lacher als angebliches Argument gegen ein Tempolimit.
Wie schnell hättest du denn gerne ein Verbot? 1.1.2022?
Wenn du so ein Verbot durchsetzen wölltest, beginnt es mit einem Neuzulassungsverbot.
Die deutschen Hersteller beginnen aber gerade erst Elektrofahrzeuge in Serie herzustellen und haben noch nichtmal für alle gängigen Fahrzeugklassen was herausgebracht.
Woher sollten dann also Mal eben die Millionen Fahrzeuge kommen? Auf Kollektivverkehr zu verweisen ist auch keine Alternative, auch der braucht noch Jahre um die Rückstände aufzuholen.
Und als Clou des ganzen hast du dann auch gleich noch Otto Normal gegen dich der sich nicht mal eben ein neues Auto leisten kann und sämtliche Gebrauchtwagenhändler gehen in die Insolvenz.
Meine Schätzung ist, wenn den Neuzulassungsverbot für den Verbrenner kommt, wird es noch zwischen 10 und 20 Jahren dauern, bis die Flotte wirklich merkbar ausgedünnt ist.

Im Gegensatz erhältst du bei Einführung eines Tempolimits die Einsparung für dein begrenztes Budget über Nacht.

[quote] Schaden für die Wirtschaft.
Es gibt Touristen die nur zum Schnellfahren nach Deutschland kommen.[/quote]

Auf die paar kann man verzichten und die aus den Nachbarländern mal eben über die Grenze kommen zum Rasen bringen keine Einnahmen, nur Risiko.
Die kann man dann auch getrost auf Rennstrecken verweisen.

[Quote]
Es gibt Youtuber die vom Schnellfahren auf Autobahnen leben.[/quote]

Ja und es gibt Youtuber die davon leben die Auswirkungen des Klimawandels kleinzureden.

[Quote]
Es wird viel Geld in der Entwicklung aufgewendet, damit ein Fahrzeug hochgeschwindigkeitstauglich ist*). Das verbessert das Gesamtergebnis ungemein. Nicht umsonst sind Deutsche Fahrzeuge bei Straßenlage, Komfort und Geräuschdämmung führend.[/quote]

Klar man brauch ein Fahrzeug mit 100% Reserven …
Unbedingt…

Auja bitte wieder einen Gummiparagraphen und wenn du der Rennleitung nicht gefällst kriegst halt einen Strafzettel wegen unangepasste Geschwindigkeit ^^

Gab’s schonmal, Rechtssicherheit gleich Null.
Was die härteren Strafen angeht, so sind wir auf einer Linie, nur dazu müsste man erstmal den Verfolgungsdruck massiv erhöhen.
Was nützt dir 10 Jahre schwerer Kerker, wenn das Risiko erwischt und verurteilt zu werden ziemlich nahe bei 0 zu suchen ist?

Ein Argument gegen ein Tempolimit hast du damit aber immer noch nicht.

Edit: Schreibfehler und Formatierung

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Dann werde ich mal versuchen deine Argumente gegen ein Tempolimit zu zerlegen: :slight_smile:

Vermutlich nur geringer Sicherheitsgewinn, basierend auf den heute schon geringen Personenschäden und Vergleichen mit Nachbarländern

Selbst wenn der Sicherheitsgewinn nur klein ist, wieso ist das ein Argument gegen das Limit?

Vermutlich nur geringer Effekt beim CO2 Ausstoß, besser ein schnelles Verbot von fossilen Kraftstoffen. Unser CO2 Budget ist klein und viel zu kostbar zum Verbrennen mit mieserablem Wirkungsgrad.

Nur weil was anderes noch besser wäre, heißt das nicht, das man kein Limit einführen sollte. Es stehen die 0.2% Reduktion im Raum. Die kann man sofort haben. Das sich später durch E-Mobile noch mehr Reduktion ergibt ist doch toll, aber warum warten? Die Weiterentwicklung der E-Mobilität wird durch das Tempolimit ebenfalls positiv beeinflusst, weil es keine Anreiz gibt Entwicklungsressourcen in schnelle E-Mobile zu stecken.

Schaden für die Wirtschaft.
Es gibt Touristen die nur zum Schnellfahren nach Deutschland kommen.

Das ist ein Argument für das Limit. Tourismus erzeugt ja noch mehr CO2. Jeder Tourist weniger spart nochmal CO2.

Es gibt Youtuber die vom Schnellfahren auf Autobahnen leben

Ich glaube die Gesellschaft wird es verkraften, wenn es keine neuen Videos mehr gibt. Die Youtuber können ja dann noch ein paar Jahrzehnte Best-Of Videos schneiden und hochladen. Für all die, die der Zeit ohne Tempolimit nachtrauern.

Es wird viel Geld in der Entwicklung aufgewendet, damit ein Fahrzeug hochgeschwindigkeitstauglich ist*). Das verbessert das Gesamtergebnis ungemein. Nicht umsonst sind Deutsche Fahrzeuge bei Straßenlage, Komfort und Geräuschdämmung führend.

Noch ein Argument für das Tempolimit. In Zukunft müssen die Ingenieure weniger Zeit darauf verwenden das Fahrzeug hochgeschwindigkeitstauglich zum machen. 130 km/h ist Höchstgeschwindigkeit. Das wird sich vermutlich positiv auf die Kosten bei der Karosserie, Fahrwerk und Bremsen auswirken. Die freiwerdenden Resourcen kann man dann in noch bessere Straßenlage, Komfort und Geräuschdämmung stecken. Wahrscheinlich werden die Autos sogar ein wenig leichter, was dann in Zukunft zu noch mehr Reduktion beim Verbrauch führt.

Tempolimit wird den Charakter von Dränglern nicht ändern. Drängler gibts auch im Ausland. Für die Assis brauchen wir unbedingt härtere Strafen und eine andere Auslegung des Begriffs der „angepassten Geschwindigkeit“. Ich finde es nicht angemessen andere Verkehrsteilnehmer mit mehr als 100 km/h Differenzgeschwindigkeit zu überholen. Hier sollte der Gesetzgeber nachsteuern.

Den Charakter ändert das Tempolimit nicht. Aber es gibt ja nicht mehr so viel zu drängeln. Wenn das Auto nicht mehr als 130km/h fahren kann, dann gibt es viel weniger andere Verkehrsteilnehmer weg zudrängeln, weil die meisten ja zwischen 120 und 130 fahren werden, wenn die Bahn einigermaßen frei ist.

So, hab ich was vergessen? Ich glaube ich habe alle Argumente nachvollziehbar entkräftet.

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Besäße ich ein Kohlekraftwerk, würde ich sofort meinen Schrott verscherbeln und den Erlös in Erneuerbare investieren.

Mag ja alles sein. Es geht aber wohl nicht um Leben und Schadensminderung, sondern um Memes, Framing, Symbolik. Wo kämen wir hin, wenn schneller nicht = besser wäre?

Ich frage mich: … Wie kann es sein, bei all den klugen Menschen, die hier kluge Meinungen veröffentlichen, dass wir noch immer nicht die eine passende Lösung gefunden haben?

Alle hier wissen so unglaublich viel und scheuen sich auch nicht, dieses Wissen zur Schau zu stellen (ob jemand das hören will oder nicht, spielt dabei oft keine Rolle).

Warum verschwenden wir so viel Energie darauf, zu beweisen, dass unsere Meinung richtig ist und so wenig darauf, herauszufinden, was es ist, das unsere Probleme wirklich löst?

Wo ist die Bescheidenheit geblieben? Hier werden große Argumente ausgetauscht, Klimawandel, CO2 Ausstoß, Lärm, Fahrverhalten, Verkehrssicherheit, Psychologie, Politik, Wahl und Statistik.

Jedes dieser Argumente/Parameter erfordert zum Grundverständnis zumindest ein langes Studium des Inhalts und zur Perfektion ein Leben des Beobachtens und Versuchen; ist es nicht so? Wissen wir wirklich über die Wirkung und Wechselwirkung alle dieser Multivariaten Modelle im Kern Bescheid, so dass wir konkrete Ergebnisse vorhersagen können. Haben wir nichts von Laplace gelernt?

Warum halten wir uns für so klug, alle Aspekte dieses Problems, der Lösung und der Externalitäten zu kennen, dass wir denken, nur der eine, idiosynkratische Weg, wäre der richtige und alle anderen hätten gefälligst zu folgen, anstatt einzusehen, dass wir bestenfalls, kleinste Impulse zu einer Lösung hinzufügen können, die nur durch den Input vieler eine wirklich gute wird?

Können wir nicht von künstlicher Intelligenz/Machine Learning lernen, wo nur das Ergebnis zählt und der Weg ein iterativer ist, mit einer unendlichen Anzahl von Fehlern?

Warum gehen wir nicht einen Schritt zurück, alle, und probieren Ursache und Wirkung einmal aus. Warum werden nicht, wie in einigen kleinen Modellprojekten, Teile von Autobahnen zu Versuchslaboren. Tempo 130, 160, 190 oder unbegrenzt, verschiedene Geschwindigkeiten auf verschiedenen Spuren. All das könnte durch Experiment untersucht werden.

Bei unserem Verkehr dauert es nicht lang, eine aussagekräftige Stichprobe zu erhalten; die großen Ferien stehen vor der Tür.

Allein, wir ziehen es vor, uns in dogmatischen Debatten zu versteifen, ohne die geringste Ahnung zu haben und erwarten, damit irgendwen zu überzeugen.

Wäre es nicht sinnvoller, die Energie in die Erforschung und den Test von Lösungen zu stecken, als sinnlos heiße Luft zu produzieren, die „die andere Seite“ nicht atmen mag?

Können wir nicht auf diesem Weg Meinungen besser zusammenbringen und eine gesellschaftlich akzeptierte Lösung erschaffen?

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Warum Modellprojekte mit verschiedenen Geschwindigkeitsstaffelungen? Glauben Sie, dass es erforscht werden muss, dass mehr Raserei zu mehr Umweltverschmutzung und Unfällen führt?
Wieso nicht die Lösung des Rests der Welt? Die Auswirkungen von zu hoher Geschwindigkeit ist sehr gut erforscht.

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Leider haben wir dank einer zukunftsuntauglichen Regierung keine Zeit mehr für Modelle die eigentlich auch vorliegen. Man muss jetzt handeln und im Zweifel zurücksteuern und nicht weiter zaghaft testen weil einige nur an sich selbst denken.

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Das stimmt aber auch nur wenn der Strom vom eigenen PV Dach kommt, mit fossilen Energieträgern betriebene Kraftwerke kommen im Durchschnitt auf weniger als 50% Wirkungsgrad. Dementsprechend liegt der Verbrauch beim E-Auto realistischerweise nicht bei 18, sondern bei 36 kWh/100km, was natürlich trotzdem deutlich unter dem Energieverbrauch des Verbrenners liegt.

Wenn die Faktenlage so klar ist, warum wurde das Tempolimit dann noch nicht umgesetzt?

Weil Fakten allein nicht ausreichen, um die Herzen der Menschen zu erreichen und das aus gutem Grund. Wissenschaftliche und statistische Fakten sind nicht gerade für ihre Langlebigkeit bekannt.

Was im 18. Jahrhundert der letzte Schrei war, betrachten wir heute mit Verwunderung.

Was im 19. Jahrhundert Stand der Wissenschaft war, versetzt uns heute in heitere Stimmung - wir würden aber eher nicht auf dieser Grundlage handeln.

Was in den 40iger Jahren des 20. Jahrhunderts als gesicherte Tatsache und als Zukunft galt, verachten wir heute.

Was heute die Mehrheitsmeinung ist, wird unsere Enkel unter Umständen zu Wutausbrüchen verleiten.

Alle Regierungen sind zukunftsuntauglich und werden es immer bleiben. Die modernen Ideen von heute sind der Muff von 1000 Jahren von morgen. Ist es nicht so? Welche „Regierung“ von früher wird heute noch als vollständig positiv, visionär und zukunftstauglich wahrgenommen? Den Grünen wird es nicht anders gehen.

Wie war das mit der letzten Grünen Regierungsbeteiligung?

Das ist Evolution. Zu denken, es gibt einfache Lösungen für komplexe Probleme ist kurzfristig sicher befriedigend, aber langfristig führt es nur zu Kopfschütteln und Selbstzweifeln.

Wir zerstören diesen Planeten nun seit etwas mehr als 200 Jahren - ich denke, wir haben die Zeit, um unsere nächsten Schritte plausibel zu ergründen.

Die Auswirkung von hohen Geschwindigkeiten sind also gut erforscht? :see_no_evil:

Die Auswirkungen von Straßenverkehr sind sogar noch besser erforscht. Tote und Umweltverschmutzung sind in der Regel das Ergebnis. Wäre es uns wirklich ernst mit dem Schutz von Umwelt und Leben, gäbe es keinen Individualverkehr auf der Basis von Motorkraft.

Allein; so einfach funktioniert politische Willensbildung nicht, oder? Oder Kindererziehung :rofl:

Ohne die plastische und haptische Erfahrung der Autofahrer, wie es sich mit Tempo 160 anfühlt, wird es keinen Sinneswandel geben.

Ohne eine ausreichende Testung wird aber auch die Geeignetheit des Mittels zur Erreichung des Ziels nicht plausibel erklärbar sein.

Ohne ein klar definiertes Ziel werden auch immer die verwandten Mittel anfällig für Zweifel bleiben.

Ursache und Wirkung bedingen sich. Solange wir die Ziele eines Tempolimits nur diffus umschreiben können, wird auch die Geeignetheit des Mittels diffus bleiben.

Ein großangelegter Test wäre ein probates Mittel, um die Auswirkungen konkret und belastbar zu prognostizieren und daraus mögliche Ziele abzuleiten.

Es würde die Diskussion versachlichen und auf eine breitere Akzeptanz stellen.

Wenn wir heute schon alles wissen, dann frage ich mich, warum wir im Kleinklein von Tempolimits herumwühlen, anstatt Hunger und Krieg von der Erde zu vertreiben.

kurz NEIN

  • Diese Erforschung hat auf unserem Abschnitt der A3 stattgefunden. Aber aus diesen Erkenntnissen folgten keine Taten. Wir haben hier regelmäßig Vollsperrungen der A3 deren Unfallursache überhöhte Geschwindigkeit ist.
  • seit über 20 Jahren wird die Vernunft mit Füßen getreten. Wird der Teil der Gesellschaft die ein Tempolimit fordern mit genau diesen Phrasen hingehalten. Jetzt ist es Zeit zum handeln.
  • die Lösung ist doch da setzen wir sie um. „auf Veränderung zu hoffen , ohne selbst etwas dafür zu tun ist wie am Bahnhof stehen und auf ein Schiff zu warten.“
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Weil die letzten Jahrzehnte immer eine Mehrheit der Bevölkerung dagegen war, und gegen Mehrheiten regieren ist meist eher unpopulär, das wird also tendenziell nicht gemacht, auch dann nicht, wenn es eigentlich der bessere Weg wäre.

Inzwischen ist diese Mehrheit gekippt, daher spielt das jetzt nicht mehr so eine Rolle und man würde nun der Mehrheit einen Gefallen tun, wenn das Tempolimit käme. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis die politische Inertia überwunden ist und das geschieht. Irgendwelche „Tests“ können wir uns sparen, es wurden ja auch bislang, als die Limitgegner in der Mehrheit waren, keine „großangelegten Tests“ gemacht, um zu eruieren, ob man nicht vielleicht doch mit einem generellen Tempolimit besser dran sein könnte. Warum also sollte man jetzt, da diejenigen, die ein solches Limit wollen, in der Mehrheit sind, den Gegnern eines Limits irgendwelche Tests zugestehen? Völliger Quatsch, einfach das Limit her und basta. Dann können wir uns auch endlich wieder weiter damit beschäftigen,

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Weil insbesondere CDU/CSU es großteils nur auf Machterhalt abgesehen haben und nicht an der Zukunft interessiert sind. Außerdem gab es jahrelang eine starke Lobby dagegen und da wurde fleißig beeinflusst. Zum Glück verschiebt es dich jetzt in Umfragen wie @Slartie richtig sagt.

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Sehr guter Punkt!

Deswegen sage ich, macht Tests. Die damals haben keine Tests gemacht und waren sich sicher, das richtige zu tun, indem sie kein Limit einführten und wir heute sind uns sicher, das richtige zu indem wir ein Limit einführen, überprüfen das aber auch nicht :wink:

Was wollen Sie denn herausfinden? Das mit Tempolimit weniger Kraftstoff verbraucht wird? Das lernt man in den Theorie-Stunden der Fahrschule.
Und dass die Unfall- und Staugefahr mit einem größeren Geschwindigkeitsunterschied größer wird ist auch ein No Brainer. Es gibt keinen rationalen Grund gegen ein Tempolimit.

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Eigentlich dachte ich zu dem Thema wäre alles gesagt, aber anscheinend nicht.

Faktenlage, siehe mein Post bzgl. der Studie:

  • 42% fahren nicht schneller als 120 km/h
  • 39% fahren auch bei einem Tempolimit zu schnell

Das heißt:

  1. Das Tempolimit interessiert überhaupt nur 19% der Autofahrer
  2. Die Autofahrer können plump und provokant in rund eine Hälfte Raser geteilt werden und eine Hälfte Schleicher. Das dürfte - auch wenn die Darstellung nicht wirklich gut ist - die Erklärung dafür sein, warum die Diskussion über dieses Thema so ausartet.
  3. Wer damit argumentiert, dass ein Tempolimit die Straßen sicherer macht, hat damit vermutlich recht. Aber wie viel bringt ein weiteres Tempolimit, wenn sich kaum jemand für die aktuellen Tempolimits interessiert?
  4. Wie stehen Autofahrer, die sich nicht für Tempolimits interessieren, denn zum Rest der StVO? Wenn wir mehr Sicherheit auf den Straßen wollen, muss dafür gesorgt werden, dass die bestehenden Verkehrsregeln eingehalten werden.

Fazit nach wie vor:

  • Das Tempolimit bringt ein bisschen was für CO2 Einsparung und Sicherheit.
  • Aber es gibt wesentlich bessere Maßnahmen dafür (Energiepreis und mehr Kontrollen)
  • Eine low hanging fruit ist es auch nicht, sieht man an der Diskussion hier. Fast die Hälfte der Autofahrer fahren gern schneller und somit wird es da von einem nicht unerheblichen Teil Widerstand geben (gab es in der Vergangenheit ja auch).

Von daher halte ich es auch sinnvoller über andere, wirkungsvollere Dinge zu diskutieren.

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Wenn wir heute schon alles wissen, dann frage ich mich, warum wir im Kleinklein von Tempolimits herumwühlen, anstatt Hunger und Krieg von der Erde zu vertreiben.

Deiner Meinung nach haben wir doch gar keine Zeit Hunger und Krieg zu vertreiben, weil wir doch erst einmal noch 20 Jahre Tests mit verschiedenen Geschwindigkeiten auf unseren Autobahnen machen müssen. Und bezüglich Hunger und Krieg müssten wir doch auch erst einmal ein paar große Tests machen. Es gab zwar schon viele dazu in der Geschichte der Menschheit, aber vielleicht reichen da die Erkenntnisse auch noch nicht.

Ganz ehrlich: Alles was du da schreibst ist doch nur pseudophilosophisches Geschwurbel. Oder war das alles eine Art Ironie?

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Leicht OT, aber: Ich möchte dir für dieses Posting gerne zehn Herzchen unter den Beitrag geben!

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Da ich generell ein Fan von nachträglicher kritischer Überprüfung von Gesetzesänderungen auf Zielerreichung, Kosten-Nutzen-Verhältnis usw. bin, wäre ich dafür vollkommen offen. Also her mit dem bundesweiten Limit auf 130 km/h, und gleichzeitig kann man in die Gesetzesänderung wegen mir gern ein verpflichtendes Review anhand unabhängiger Studien zu den beobachteten Auswirkungen nach ein paar Jahren Praxiserfahrung aufnehmen.

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