Positiv sehe ich das auch nicht. Was ich sagen wir: Wir Deutschen (v.a. die Medien und deren Rezipienten) sollten aufhören, in Panik zu verfallen und dort zu verharren.
Auch wenn der Börsenpreis nur einen kleinen Teil der gesamten Gaslieferung betrifft, ist er der relevante Indikator für die Knappheit von Gas. Und aufgrund der Maßnahmen der Regierung auf der Angebotsseite und der Substitutions-Reaktion der Abnehmer ist Gas offenbar nicht mehr so knapp (besser: Wird von den Marktteilnehmern nicht mehr als so knapp empfunden) wie zu Zeiten der Höchstpreise. Einen „Heiz-Blackout“ brauchen wir nicht mehr zu befürchten.
Davon völlig unabhängig - und das habe ich ja ausdrücklich geschrieben - ist, dass Gas dauerhaft sehr viel teurer bleiben wird als zu den Jahrzehnten, in denen wir uns dank Pipeline-Bau von einem einzigen Lieferanten abhängig gemacht haben.
Das hat zunächst ganz dramatische Auswirkungen auf Verbraucher - egal ob Mieter oder Eigentümer und für die energieintensive Wirtschaft. Eine Verfünffachen der Heizkosten werden sich sehr viel mehr Menschen nicht mehr leisten können.
Ich plädiere nur dafür, von einem Eingriff in den Markt abzusehen, der die Preis-Funktion eines Knappheitsindikators beeinträchtigt oder sogar außer Kraft setzt. Denn das würde dazu führen, dass der „Anreiz“, Alternativen zum Gas zu suchen, bei Verbrauchern wie Wirtschaft abnimmt. Und das ist - auch und vor allem im Hinblick auf die Klimakrise - mehr als dringend notwendig.
Dabei muss noch ein klarer Transmissionsmechanismus zwischen Investitionsentscheidungen von Vermietern und dem Energieverbrauchsverhalten von Mietern etabliert werden. Mieter haben jetzt schon einen Anreiz, traditionelle „dumme“ gegen smarte Heizkörperthermostate (und ggf. sogar zentrale Zimmer- oder Wohnungstermostate) einzutauschen, um eine Nacht- und Abwesenheitsabsenkung etc. einzuführen. Aber wir brauchen auch Anreize für Vermieter, um in den Mietwohnungen ein Heizungscheck, einen hydraulischen Abgleich oder - viel wichtiger noch - eine Umrüstung auf (ggf. kaskadierende) Wärmepumpen o.ä. vorzunehmen.
Dort, wo das zu gesellschaftlich unerwünschten Verwerfungen führt - Armut, Zahlungsausfall, Insolvenz - sollte der Staat mit Direkthilfen helfen.
Auch dort müssen die Menschen Zuschüsse erhalten, um nicht zu (er)frieren. Ob und wie das die Rumänische Regierung bezahlen soll, weiß ich auch nicht.
Was ist denn Dein Vorschlag?
Na ja, bislang muss kaum jemand in Rumänien heizen. Die Entspannung kommt vom zu Russland Alternativen Angebot, dem erfolgreichen Auffüllen der Speicher und von der Spar- und Subsitutions-Reaktion der Nachfrage auf die hohen Preise.
Eigentlich gibst Du die Antwort ja schon selbst:
… und besser als Panik