Ich habe Mitleid mit allen, die dagegen waren und es besser wissen, aber mitleiden müssen, wegen dieser Leute, die auf diese Framings reinfallen.
Also bei uns hier sprangen die Tankstellen 20 Cent hoch, um danach binnen einer Stunde wieder 20 Cent zu fallen. Und zwar alle im Umkreis ungefähr in selber Weise.
Der Preis an der nächsten Tanke zu mir, die normalerweise recht günstig ist, war nach diesem Spike gestern den kompletten Tag stabil bei 2,239€ für Diesel. Am Vortag waren es 2,249 zum günstigsten Zeitpunkt, aber unterbrochen durch ganze 8 völlig erratisch über den Tag verteilten Preis-Spikes von 5-45 Minuten Dauer, in denen der Preis jeweils um ca. 5 Cent höher lag. Wenn man also Pech hatte, hat man nicht für 2,249 sondern für 2,319 getankt (höchster Preis-Spike am 31.3.).
Wenn das jetzt mal meine einzige Grundlage ist, fällt es mir schwer, daran was Negatives zu finden. Ja klar, ich weiß strenggenommen nicht, ob die 2,239€ stabiler Preis jetzt in einer alternativen Welt mit der alten Preisfindungsregel noch unterboten worden wären. Ich hab ja nicht denselben Tag zum Vergleich, ich hab nur den Vortag. Aber am Vortag war’s nicht billiger, es war teurer. Und zwar egal wann. Und wenn man Pech hatte, war es sogar 8 Cent teurer.
Man muss jetzt offenbar als einzige Regel verinnerlichen, nicht zwischen 12-13 Uhr zu tanken, um diesen Spike zu umgehen. Das ist aber einfacher, als völlig unvorhersehbar auftretenden Spikes den ganzen Tag über zu entgehen.
@Alex0815 - es ist übrigens schon ein bisschen zweifelhaft, wenn nicht gar beabsichtigt manipulativ (“Die Ölkonzerne freut es” - was ist “es”? Die Neuregelung, mutmaßlich?), in einem Beitrag, der ein frühes Resume über eine Änderung zum 1. April zieht, einen Artikel aus der taz vom 16. März zu zitieren, der als Aufmacher “Ölkonzerne machen 21 Millionen Euro täglich” im Titel trägt. Das suggeriert, wenn man nicht ganz so genau aufs hellgraue Datum schaut, schon ein bisschen sehr stark, dass durch die Neuregelung seit 1. April jetzt den Ölkonzernen 21 Millionen Euro täglich zusätzlich zufließen. Was de facto nicht stimmt und auch gar nicht im Artikel stehen kann, weil der älter ist als die Neuregelung und auch die taz meines Wissens noch keine Zeitmaschine erfunden hat. Finde ich keinen besonders guten Diskussionsstil.
Also klar war ja, dass diese Regel den Spritpreisanstieg nicht bremst und damit auch gar nix zu tun hat oder? Da es diese ja in Österreich gibt, sind die Auswirkungen auch bekannt. Morgens sind die Preise eher höher, damit man eben im Tagesverlauf Spielraum hat, den Preis zu senken. Das ist eig nur eine Regel, die mehr Planbarkeit (teurer wirds heute nicht mehr) gibt. Sonst auch nix
Ich würde sagen, die Aktion war ein voller Erfolg. Nicht weil sie die Benzinpreise gesenkt hat, es war klar, dass das nicht passieren wird. Aber sie hat zumindest die Möglichkeit gegeben, Handlung zu simulieren und somit politisch Druck vom Kessel zu nehmen.
Somit hat die Aktion zumindest dazu beigetragen, der Forderung nach Subventionen zur Senkung der Spritpreise zumindest ein paar Tage länger den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Jeden Tag, an dem kein Steuergeld verbrannt wird, um die Spritpreise zu subventionieren ist ein guter Tag.
Klar wird das nicht ewig halten, mittelfristig wird die Regierung dem Druck der Autofahrer-Lobby nachgeben, aber schon wenn diese Aktion das unvermeintliche Einknicken nur um zwei Wochen verzögert hat, hat sie so hunderte Millionen Euro gespart.
Ja, das Datum des FAZ Artikels ist vom 16.03.
Aber das war auch nicht mein Punkt. Ich habe nicht geschrieben, dass die Ölkonzerne an dem 01.04. 21 Millionen gemacht haben und das wollte ich auch nicht. (Ich vermute es war am 01.04 sogar mehr). Ich habe geschrieben, dass die Diskussion uns Zeit und Geld gekostet hat.
Ich will darauf hinaus, dass seit Kriegsbeginn, und der Diskussion um günstigeren Sprit, Zeit vergangen ist und wir mit der Diskussion und dann Einführung von nicht effizienten Maßnahmen nichts gewonnen haben. Ölkonzerne haben gewonnen.
Ich würde sogar die These vertreten, dass die Gewinne der Ölkonzerne in der zweite Märzhälfte weiter gestiegen sind. Dafür müssen wir aber auf eine neue Recherche warten.
Aber wir haben erstmal diese Recherche die deutlich in diese Richtung zeigt und nichts, was etwas anderes behaupten würde. Es gibt keine Recherche, die zeigt, dass Ölkonzerne wohlwollen sind und auf Gewinne verzichten. Warum sollten wir etwas anderes glauben?
Du beschreibst die Tanke bei dir in der Nähe und dass du auf Grund des Verhaltens der Tankstelle in deiner Region keine Grundlage siehst die Maßnahme zu beanstanden. Der Artikel aus der Süddeutschen vergleicht hingegen deutlich mehr Tankstellen (Bundesdurchschnitt) und kommt da zu einem anderen Schluss. Es wird auch erwähnt, dass Wirtschaftsverbände und der ADAC nicht viel von der Maßnahme halten. Gewichtest du jetzt die Erfahrung mit deiner Tankstelle höher, als die Summe all dieser Aussagen?
Die Rechnung würde ich gerne mal sehen. Ich bin kein Auto Fan. Aber es ist eben noch DAS Verkehrsmittel. Und das kann man jetzt auch nicht in 3 Wochen ändern. Die Leute können ihr Geld nur einmal ausgeben. Somit fließt mehr Geld an die Ölkonzerne und bleibt weniger im Geschäft, im Restaurant etc. Das löst Spiralen aus, die die Wirtschaft abwürgen. So ungern ich Geld für Fossile ausgegeben sehen möchte, es ist aus meiner Sicht gut investiertes Geld.
Natürlich müsste man parallel die Weichen für einen Umstieg stellen. Aber den Leuten hier nicht mit zielgerichteten Mitteln (Pauschalzahlung) unter die Arme zu greifen ist politisch und ökonomisch sinnfrei.
Edit: Man sollte daher nicht diskutieren ob, sondern wie man diese Hilfe am besten ausgestaltet.
ja, es hat den Druck genommen eine zweite „Spritpreisbremse“ einzuführen.
sogar die Bild titelt, dass es eine saublöde Idee wäre:
Aber es hat auch Druck von Maßnhamen genommen, die besser wären:
9€ Ticket ÖPNV (oder meinetwegen 29€)
Allgemeine Vergünstigungen von Bahntickets auch im Fernverkehr
neues nationales Tempolimit (120 oder 100 Autobahn und 80 Land)
Flugsteuer erhöhen (und nicht senken, wie jetzt passiert)
Sonntagsfahrverbote
Home Office Förderungen
E-Auto Förderungen
Wärmepumpen Förderungen
EE - Förderungen allgemein
PV Förderungen
Wenn wir hier investieren, wird der Spritverbrauch sinken und das Angebot sich wieder eher stabilisieren können. Alls das wäre besser, als den Ölkonzernen Geld in den Rachen zu werfen.
Aber wir haben die CDU in der Regierung und wir wissen alle, was passieren wird.
Wenn man es böse formulieren will, hat Benzin und Diesel jetzt den Preis, damit die Leute beim Autokauf umdenken.
Vielleicht kann man soziale Härten abfedern, aber das muss dann auch zielgesteuert sein. Und nicht alles sind Härtefälle. Gegen einen pauschalen Rabatt bin ich.. Vielleicht auch Unterstützung für die Bauern beim Dünger, weil man damit verhindern kann, dass die Lebensmittelpreise sich im Herbst verteuern.
Kommt er gar nicht. Er kommt nämlich zu überhaupt keinem Schluss, was die Frage angeht, zu welchem Preis der kurzfristig um 12 gestiegene Preis letztendlich wieder zurückgefallen ist.
Der Artikel der Süddeutschen sagt, dass um 12 die Preise schlagartig erhöht wurden. Oh, wow! Hat den Artikel Captain Obvious geschrieben? Und das war’s. Mehr sagt der Artikel nicht!
Meine Analyse ist zwar beschränkt auf ein paar Tankstellen um die Köln-Bonner Region rum, aber immerhin habe ich die entscheidende Frage betrachtet: was ist der Preis, zu dem der Sprit über den Rest des Tages nach dem absolut erwartbaren Spike um 12 Uhr verkauft wird?
Wenn man zu einem Zeitpunkt des Tages erhöhen darf und sonst nur senken, dann brauche ich keine investigative Recherche, um herauszufinden, dass der Preis zu genau diesem Zeitpunkt steigen wird. Da hilft auch nicht, wenn mir jemand den Bundesdurchschnitt errechnet, um dem der Preis in dem Moment steigt. Was mich interessiert, und was schwieriger zu ermitteln ist: wie geht es danach weiter? Weil ich bin ja nicht so blöd und tanke um 12, wenn ich doch genau weiß, dass Sprit da gesetzlich vorgeschrieben den teuersten Preis des Tages haben wird.
Ja. Weil ich wenigstens die richtige Frage gestellt habe.
Außerdem hab ich mich ja nun auch schon selbst ein wenig mit Studien beschäftigt und mit spieltheoretischen Möglichkeiten, wie das Ganze positive Effekte haben könnte, z.B. hier: Reiche will, dass Tankenstellen Spritpreise nur 1x am Tag erhöht - #3 von Slartie und hier: Reiche will, dass Tankenstellen Spritpreise nur 1x am Tag erhöht - #34 von Slartie
Ich habe auch anders als “Wirtschaftsverbände” keine monetäre Motivation, meine Einschätzung in diese oder jene Richtung zu biegen. Und der ADAC ist jetzt nicht gerade für seine neutrale Wirtschaftskompetenz bekannt, sondern für Lobbyismus im Sinne von Autofahrern.
Ganz meine Meinung! Ich sehe hier überhaupt keinen Handlungsbedarf, außer man ringt sich endlich durch, ein Tempolimit einzuführen, das wäre eine nebenwirkungsfreie Maßnahme, die sich schnell umsetzen ließe und die ich uneingeschränkt befürworten würde.
Haha, guter Witz. Es wird wie immer auf die Gießkanne hinauslaufen. Es wird denen geholfen, die es nicht brauchen und die, die Hilfe brauchen, merken keinen nennenswerten Unterschied.
ntv hat ne Durchscnittsanalyse - Liveticker ![]()
Tankstellen brechen Rekorde: Diesel kostet so viel wie nie - ntv.de
Das Muster wird sich so nicht ändern. Erhöhung zu einem Zeitpunkt des Tages und dann leicht fallend. Wie du sagst, kein Wunder, bei einem Mechanismus, bei dem man nur einmal am Tag erhöhen darf.
Fragwürdig, ob das besser gewesen wäre. Die 3 Monate 9 € Ticket in 2022 haben der Infrastruktur ziemlich geschadet und haben kaum PKW Fahrten reduziert. Nicht wenige Pendler sind in der Phase sogar aufs Auto ausgewichen, da die Bahn keine Freude war.
Sorry, aber die beiden Punkte klingen nur gut, sie schaden in der Tendenz aktuell aber. Wir müssten erst ausreichend ÖPNV Kapazitäten aufbauen, um das möglich zu machen.
Bei dem Rest stimme ich hingegen zu, wobei es einiges davon bereits gibt.
Vielleicht würde schon das sogenannte Klimageld helfen.
Das Argument geht meiner Meinung nach am Ziel vorbei. Der Grund für das schlechte ÖPNV-Erlebnis, was manche hatten, war, dass über Jahre der ÖPNV kaputt gespart wurde.
Schaut man sich die Statistiken an, so sieht man den Effekt übrigens nicht.
Da sind erhebliche Zuwächse bei Ticket-Verkäufen und Fahrten zu verzeichnen.
Um eine langfristige Verlagerung vom Auto auf den ÖPNV zu erreichen, gab es aber zu viele Unsicherheiten. Damals war ja schon klar, dass das Ticket auf jeden Fall teurer wird wenn nicht sogar wieder ganz abgeschafft.
Wer soll bei solchen Unsicherheiten sein Auto verkaufen und voll auf ÖPNV umsteigen?
Ja, der Effekt wäre momentan wahrscheinlich nicht sehr groß. Er wäre aber ein deutlich besseres Zeichen als z.B. Tankrabatte o.ä.
Wenn Pendler umsteigen, weil die Bahnen voll sind, wurde es aber doch gut angenommen, weil ja viele Bahn gefahren sind. Es sind also mehr Leute Bahn gefahren, als vorher. Ich sehe jetzt nicht, dass daraus dann weniger Fahrten herauskommen können.
Und was sind die Schäden an der Infrastruktur gewesen? Meinst du Schäden durch die stärkere Nutzung?
Es sind aber wegen der Überfüllung durch das 9 Euro Ticket Pendler aufs Auto umgestiegen. Das Argument das je voller die Bahn desto besser fürs Klima endet halt wenn die Leute wieder aufs Auto Umsteigen. Nacht einem stressigen Arbeitstag hat nicht jeder Lust auf 1 Stunde Ölsardinenfeeling und wenn er es sich leisten kann steigt er aufs Auto um. Wenn im Ruhrgebiet man endlich ausreichend Kapazitäten auf den Schienen hätte und die Züge nicht überfüllt und Pünktlich wären würde eine größere Teil umsteigen. Nur die Bahn hat ja fleißig Bahngrundstücke verkauft und Nebenbahnen stillgelegt das man erstmal Platz finden müsste von den NIMBY Protesten die alle 10m aufpoppen ganz zu schweigen. Wenn man dem Bürger die Wahl lässt! und ihn nur mit einem besseren Angebot überzeugen will bin ich dabei nur da reden wir von einem Jahrzehnte dauernden Projekt, von der nicht geklärten Finanzierung ganz zu schweigen.
Woher weißt du, dass die neuen und „zu vielen“ Passagiere keine Pendler waren? Kann doch auch so sein: Leute die längere Arbeitswege haben, haben dann die zusätzlichen Minuten in Kauf genommen für das günstige Ticket und haben das Auto stehen lassen. Und wenn die Züge zu den Arbeits-Stoßzeiten so voll waren, waren es vermutlich ebenfalls Pendler. Denn hautsächlich Pendler pendeln zu Pendlerzeiten.
Meine Meinung nach hätte man das Gesetz viel schärfer schreiben müssen:
Änderung 1x am Tag um 00:00.
Maximale Preiserhöhung pro Tag nur 1Cent (pro Sorte)
Immer am 1. eines Monats werden die Preise pro Sorte auf den EU Durchschnittspreis (vor Steuern) gesetzt.
Das würde dann endlich mal dazu führen, dass Deutschland keine im Verhältnis überhöhten Preise zum Ausland hat (vor Steuern).
Würde dann wahrscheinlich dazu führen, dass in den ersten Tagen des Monats die Preise jeden Tag um 1 Cent steigen, bis ein Konzern versucht die anderen zu unterbieten.
Der über die Zeit gewollte Preisanstieg kommt ja dann über den CO2-Preis.
Oder man schreibt direkt eine festgelegte Marge vor. Hätte ich vei derartig zentraler und wichtiger Infrastruktur auch nichts gegen.
Also bist du für einen Ausbau des ÖPNVs, wie die meisten hier. So wird das Angebot besser und der Umstieg weg vom Auto wird erleichtert.
Gleichzeitig wird Auto fahren unattraktiver gemacht und Geld ist genügend da, man muss es nur politisch wollen. Dem steht aber die Autolobby entgegen, dessen Forderungen Manfred Weber von der CSU ja für so klasse hält, dass es nur richtig sein kann, sie 1:1 zu übernehmen.
