Ich auch nicht, aber ich halte es auch für quasi unmöglich. Aber das Argument kam ja auch nicht von mir, sondern von Nielsen.
Puh, gute Frage, könnte geopolitische Gründe haben, z.B. als eine Reaktion auf die Annektion oder weil der Druck auf die deutsche Regierung wegen der hohen Gas-Preise gerade anstieg, könnte aber auch schlicht der günstige Zeitpunkt fürs Verschleiern der ganzen Operation gewesen sein, keine Ahnung. Aber warum wäre es den für die Russen der richtige Zeitpunkt gewesen?
Da bin ich bei dir. Für den laufenden Krieg wird die Sprengung wohl nicht viel ändern, womöglich aber für die Zeit danach.
Diese beiden Punkte widersprechen sich etwas:
Entweder ist noch ein Rohr intakt und Russland könnte damit nach einem Ende des Krieges weiter Gas liefern, wie du es in dem ersten Zitat („2. Grund: …“) andeutest.
Oder Russland kann wegen der Sprengung die Gaslieferverträge nicht mehr erfüllen und auf höhere Gewalt plädieren (2. Zitat), dann wäre aber auch die zweite Nordstream 2 - Röhre nicht mehr wirklich aktiv, oder?
Die Statements bzw. Einschätzungen, die Deutschland und Russland nach der Sprengung vergangenen Herbst gemacht haben, passen da auch nicht zu:
Wäre deine Argumentation richtig, dass Russland die Pipeline zerstört hätte, um Schadensersatzforderungen auszuweichen, warum sollten sie dann behaupten, das eine Röhre noch einsatzbereit wäre:
Eigentlich müsse man den Gashahn der zweiten Röhre von Nord Stream 2 bloß „aufdrehen“, so Putin.
Da sind wir uns einig. Russland soll ja auch bereits jetzt wieder mit den Reparaturvorbereitungen begonnen haben (Quelle: NYT) , was ja auch nicht richtig zur Theorie passt, das Russland die Pipeline loswerden will.