Aber warum sollte das der Fall sein?!?
Warum ist die Ausdehnung der NATO auf die Ukraine ein „inakzeptables Sicherheitsrisiko“, während dieser Krieg gleichzeitig dazu geführt hat, dass Finnland nun der NATO beigetreten ist.
Dem liegt einfach keine Logik zu Grunde, vor allem keine, die einen „Präventivkrieg“ rechtfertigen könnte, noch weniger eine, die einen „Präventivkrieg“ mit der Konseqeunz, dass Finnland der NATO beitritt (was absehbar war!) rechtfertigen könnte… (nicht nur ist die gewählte Methode falsch, sie hat auch ihr Ziel massiv verfehlt und zum Gegenteil geführt; die Sicherheitspolitische Lage Russlands war nie schlechter als Heute - wegen des Angriffskrieges, nicht trotz des Angriffskrieges)
Aus Sicht der Nazis war der Angriff auf Polen und später Russland auch ein „Präventivkrieg“, um einen Angriff von zwei Fronten zu verhindern, der natürlich genau dazu geführt hat: einen Zwei-Fronten-Krieg. Diese Logik ist einfach wahnsinn und das sollte mittlerweile mal durchgesickert sein.
Und was ist die Konsequenz dieses Denkens? Richtig, dass die Ukraine für immer ein „russischer Vorhof“ bleibt, in dem Russland bestimmt, was Sache ist. Was die Ukrainer wollen spielt dabei keine Rolle.
Ja, so wie ein signifikanter Teil der deutschen Eliten 1939 einer vollständigen Annexion Teilen Polens zwecks Lebensraumerweiterung nicht abgeneigt war. Das ist doch keine Rechtfertigung oder auch nur in irgendeiner Weise zu unterstützende Position.
Du zeigst im Prinzip auf, warum es so wichtig ist, Russland entschlossen entgegen zu treten. Warum es gerade keine „anti-russische Demagogie“ ist. Wenn das, was du beschreibst, die russische Position ist, ist jeder Widerstand gegen diese Position zuhöchst gerechtfertigt und alles andere als „anti-russische Demagogie“, sondern ein schlichtes Beharren auf die Selbstbestimmungsrechte der Völker im Hinblick auf die Ukraine und das Gewaltverbot zwischen Staaten, beides Dinge, die Russland einseitig katastrophal gebrochen hat.