Mehrwert und Risiken von Social Media

Ich stelle die Un-Reguliertheit von soziale Medien schon in Frage (ich rede jetzt nicht über Messaging Apps, sondern über zu TicToc, Telegram (-gruppen), X, Insta, Facebook, Youtube, WhatsApp (-gruppen) etc. Und möchte hier dem sehr geschätzten @Daniel_K ausdrücklich widersprechen: Diese Soziale Medien sind eben nicht der aktuelle Hype, den die alte Generation - wie üblich - verteufelt, obwohl es doch einfach nur eine neue Technologie ist.

Ich bin sehr verwundert, wie unsere Gesellschaft mehr oder weniger schulterzuckend dabei zusieht, wie veröffentlichte Falsch- (Lügen) und Fehlbehauptungen (Irrtümer), Hass, Gewalt von Plattformbetreibern stehen gelassen werden - besonders gerne, wenn sie für Empörung sorgt, s.u.

Ja, es gibt da schon Regulierung …

…. aber die erscheint nicht wirklich wirksam zu sein.

Ebenso schulterzuckend wird hingenommen, dass auch Kinder Zugang nicht nur zu Sozialen Medien, sondern auch zu Pornos haben.

Völlig unverständlich finde ich, wie wir als Gesellschaft hinnehmen, dass Algorithmen mit extrem ausgeklügelten psychologische Tricks Erwachsene wie Jugendliche wie Kinder extrem lange „in ihren Bann ziehen“ (= deren Aufmerksamkeit und Lebenszeit stehlen). Und zwar überwiegend über die Trigger „Empörung“, „Wut“ und „Erregung“.

Die sog. „sozialen“ Plattformen verdienen letztlich an der Empörung über Lügen! Ich habe nix dagegen, wenn sie an Katzenbildern verdienen. Aber an Lügen, die unsere Gesellschaft immer weiter spalten?!?

Genau dieses Algorithmen machen es Polarisierungsunternehmer wie die AfD, feindlich gesinnten Staaten (z.B. Russland) und Organisationen (z.B. Islamisten) leicht, unsere Gesellschafter mit Lügen zu spalten.

Dabei trägt die lange, weit überwiegend konsumierende Verweildauer vor unseren Geräten (Infinite- oder Dooms-Scrolling) weder zum sozialen Austausch bei, noch verbessert es die Lebensqualität der meisten Menschen. Die meisten Menschen, die in meiner Gegenwart (!) in atemberaubender Geschwindigkeit durch ihren Feed scrollen (ohne die Inhalte wirklich aufmerksam aufzunehmen!), bestätigen auf Nachfrage meisten, dass das ihnen gerade keinerlei Nutzen gebracht hat.

Im Zweifel beschädigt dies unsere Fähigkeit zur Konzentration, Gedächtnis- und Denkleistung und Beeinträchtigt unser psychisches Wohlbefinden.

Der Gipfel ist, dass wir es den Plattformen durchgehen lassen, dass dort Bots ihr Unwesen treiben, um alle diese negativen Entwicklungen noch massiv zu verstärken - ohne dass irgendein gesellschaftlicher Nutzen dafür erkennbar wäre.

Wollen wir wirklich nichts dagegen unternehmen?

Ich wünsche mir einen Staat (eine Staatengemeinschaft), der (die) dieser Entwicklung entschlossen und massiv entgegenwirkt. Wenn man Strafen nicht durchsetzen kann, kann man aber doch solche Plattformen - als Sanktion vorübergehend - im europäischen Internet blockieren (so zumindest mein Verständnis).

Dazu muss Politik natürlich auch bereit sein, den Ärger der Nutzer solcher Plattformen auszuhalten (durch eine öffentliche Diskussion: vorbeugen), die vermutlich erst einmal aufschreien würden, wenn sie einen Zeitlang Ihren Zugang etc. verlieren.

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