Wir reden hier von einem staatlichen Rentenfonds, dessen einzige Aufgabe es ist, ein Fonds aufzulegen, in dem die maximal mögliche Anzahl von Aktienunternehmen aus sämtlichen Branchen und Ländern im Verhältnis ihrer jeweiligen Marktkapitalisierung enthalten sind. Es ist finanzwissenschaftlich sowohl theoretisch (Markowitz u.a.) als auch empirisch erwiesen, dass damit das bestmögliche Rendite-Risiko-Verhältnis erzielt wird mit Vorkosten-Renditen von 7-8%.
Dabei werden natürlich Gelder auch in Wohn- und Pflegeimmobilie und in Pflegeeinrichtungen und, und, und investiert. Branchen, in denen auch gierige, skrupellose Investoren unterwegs sind.
Das verhindert man aber nicht, in dem man aktienbasierte Renten im Kapitaldeckungsverfahren verdammt / verhindert. Sondern das verhindert man durch eine angemessene Regulierung und Überwachung der jeweiligen Branchen - die mit oder ohne Aktienrenten notwendig und sinnvoll ist.
Mit genau dem Argument wird die Aktienrente seit den 70er Jahren erfolgreich aus einem einzigen, populistischen Grund verhindert: Weil die meisten Deutschen (und offenbar auch einige hier im Forum) Risiken generell und daher auch Aktien ablehnen.
… und um das Bauen von Wohnungen attraktiv zu machen. Alternative: Wir verstaatlichen die Immobilienbranche und der Staat vermietet. Scheint in Österreich (Wien, Graz) ganz gut zu laufen. Hätte ich auch nichts dagegen. Aber nicht vergessen: Das ist kein Argument gegen Aktienrente.
Nochmal: Die Investitionen in Aktien führt dem jeweiligen Unternehmen in aller Regel kein Geld zu! Branchen, die von der Gesellschaft per se (Rüstung?) oder deren Praxis gegenüber Schwächeren (Mitarbeiter, Kunden/Mieter, ….) nicht gewollt wird, müssen auf anderem Wege reguliert werden. Ist und bleibt kein Argument für oder gegen Aktienrente.
Sprichst Du tatsächlich über staatliche Rentenfonds? Dann bitte ich um Belege. Rentenfond ist ein „Teekässelschen“, hat zwei Bedeutung: Ein Staatlicher Aktienfonds zur Finanzierung von Renten. Und ein Anleihenfonds (im Gegensatz zu Aktienfonds) - die investieren prinzipbedingt nicht in Aktien von Immobilien- oder Pflegeunternehmen. Oder meinst Du Pensionsfonds (Fonds von Versicherungen zur Finanzierung von privaten Rentenversicherungen)?
Wenn die „genaue Ausgestaltung“ darauf hinausläuft, dass der staatliche Fonds zur Finanzierung der zukünftigen Aktienrente gesetzlich oder sonst irgendwie regulatorisch angehalten werden soll, in bestimmte Branchen oder Unternehmen nicht zu investieren, mit der Folge, dass man eine maximale Diversifikation und damit ein optimales Rendite-Risiko-Verhältnis nicht mehr erreicht, muss ich Dir hier widersprechen! Die Auswüchse solcher Branchen bzw. deren Geschäftsgebaren müssen wir über Regulierung und Aufsicht in den Griff bekommen.
Dadurch, dass ein staatliche Rentenfonds in ausländische börsennotierte Unternehmen investiert, entsteht nichts, was in irgendeiner Weise mit Kolonialismus vergleichbar wäre. Es kommt nicht zu mehr oder weniger Ausbeutung.