LdN316 - Verkehrswende - Stadt vs. Land

Mehrere Gründe:

  • Der nächste Supermarkt ist i.d.R. nicht 1h weg, zumindest nicht, wenn man ein Auto hat. (Und jetzt lass uns die Diskussion bitte nicht dadurch im Kreis drehen, dass wir darüber diskutieren, ob alle 500 Einwohner ihre Autos abschaffen könnten/sollten. :wink: )
  • Heute bestellen die wenigsten der 500 Einwohner bei einem solchen Lieferdienst. Somit trägt sich das System in der Wachstumsphase nicht.
  • Die Altersstruktur in 500-Seelen-Dörfern ist meistens so, dass eher nicht online bestellt wird.

Aus eigener Erfahrung: Ein bekannter Anbieter für Getränkelieferungen hat meinen Stadt „stückweise“ erschlossen. Das führte dazu, dass zeitweise zwar meine Postleitzahl, aber nicht meine Straße zum Liefergebiet zählte - beides dicht besiedelte Stadtlage. Das verstehe wer will.
Die Vororte werden nach wie vor nicht angeboten, obwohl das eine Fahrt von 15 Minuten ist - auch nicht gegen höhere Gebühr.

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„Vater, ich hasse die Städte, sie sind laut und schmutzig“ - „Nein, mein Kind, du hasst nicht Städte sondern Autos.“

Mir geht der unsägliche Lärm durch den Knalltriebling inzwischen sehr gegen den Strich.

Und es geht vor allem um die Siedlungsdichte. Ich habe nix gegen Städte mit 10-20.000 Einwohnern, wenn dort auch Mehrfamilienhäuser vorherrschen. Mit zentraler Infrastruktur, so dass alles wesentliche fussläufig erreichbar ist und dann eben regelmäßig ÖPNV zu noch größeren Einheiten. Gerne darf mensch dort dann auch im Ortswald und Ortspark wandeln… dort lohnt es sich dann auch für Ärzte und Geschäfte sich anzusiedeln.

Autos und Einfamilienhäuser in großer Zahl machen einfach auf Dauer alles kaputt.

Die wenigen Landwirtys wohnen dann eher mit ihren Partnerys am Rand und dürfen dann aus Berufsgründen gerne motorisiert sein. Wir reden dann aber von 1% der Bevölkerung, meinetwegen mit Pflegys und Ärtzys auch von 5-10%. Das macht dann diese Berufe vielleicht auch attraktiver.

Die meisten Menschen bräuchten aber kein eigenes Auto, spricht ja nix gegen Carsharing für Spezialfälle des Lebens.

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Moin,

mensch darf durchaus sein Rad auf einem „Auto“-Parkplatz abstellen, es muss nur platzsparend passieren:

Das schon bei einem Rad kein Auto mehr dahin passt, ist kein Argument, sonst dürften sofort die meisten SUVs oder sowas wie ein Hummer verboten werden, es können ja auch 2 Smart problemlos auf einen Standard-Stellplatz abgestellt werden.

Das Wegtragen des Fahrrades ist übrigens verboten.

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Weil Anwohnerparkys auch keinen Bügel exklusiv für ihr Auto anbringen dürfen sondern sich immer einen freien Platz suchen müssen.

Was mich interessieren würde ist, wie die Städte aussehen würden, wenn die Leute von außerhalb nicht mehr kommen. Bereits jetzt kenne ich einige, denen es zu doof ist in die Stadt zu fahren und die deshalb einfach alles nach Hause bestellen. Wenn dann irgendwann kein Austausch mehr zwischen Stadt und Land bestünde, wäre das gesellschaftlich doch auch sehr schwierig. Es macht schon etwas mit Menschen, wenn die Kultur nur aus dem Schulkonzert und die Party aus der Eckkneipe besteht. Also rein aus der Gesellschaft heraus sollte ja ein Interesse bestehen, die „Landbevölkerung“ aus der Stadt nicht auszugrenzen. Individuelle Elektromobilität zur Stadt hin und eine kostenlose sehr gute Anbindung von Park&Ride (siehe Amsterdam) wäre doch eigentlich in der Hinsicht eine Lösung. Leider kommt weder der Ausbau von Erneuerbaren, noch die Förderung der Entwicklung von bezahlbarer Elektromobilität voran. Unterstützt werden hier zu 90% Leute, die es sich eh leisten können und die Putzperson muss mit dem alten Corsa pendeln.

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In dieser Pauschalität ist das ist eine sozial erwünschte Lüge.

Zurück zum Thema, ich gehe von 2 Prämissen aus:

  1. Wir müssen so viel CO₂ wie möglich schnellstmöglich einsparen.
  2. Eine Antriebswende ist dafür nicht ausreichend, sie mag am Ende die Emissionen einsparen, aber zumindest nicht schnell genug.

Daraus leite ich ab, dass es auch Verhaltensänderungen braucht. Außerdem staatliche Investitionen in Maßnahmen, die ein Mindestmaß an Mobilität gewährleisten. Das ist am Ende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da müssen Arbeitgeber mitwirken, indem z. B. Homeoffice überall zur Regel wird, wo es möglich ist und ein Präsenztag zur Regel wird statt eines Homeofficetages.

Ich habe bei manchen Beiträgen den Eindruck, dass es hier eine dem NIMBY-Effekt ähnliche Ablehnung/Skepsis gibt, wenn das eigene Verhalten betroffen ist.

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Ja danke für den Hinweis, stimmt wenn man es genau nachliest.
Auf mein Störgefühl ging Olaf gut ein

Was mir gerade noch so aufgefallen ist.
Zum einen bei der Autofahrt musst du die Kinder auch bespaßen und dich gleichzeitig auf’s Fahren konzentrieren und wenn ich dein Zahlenwerk nicht fehl deute rechnest du beim PKW nur den Stundensatz für eine Person während es beim ÖPNV für alle drei zu sein scheint

Passt nicht 100% zum Faden, aber die Darbietung ist drastisch und lustig, zum Thema eher erst ab der Mitte, aber alles ist hörenswert finde ich. Wer es anhört und noch nicht kennt, lieber zuerst hören und dann auf das Produktionsjahr schauen…

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Man könnte jetzt fragen, wie viel Lebenqualität man auf einem toten Planeten hat :wink: Und ich vermute bei Lebenszeit bist du auch nicht 100% effektiv, sondern die gesparte „Lebenszeit“ würde dann dafür verwendet werden, dass man gemeinsam einsam noch etwas länger auf das Handy starrt.

Ich glaub das ist so ein bisschen das Problem. Es wird häufig immer direkt mit dem Auto verglichen. Man vergleicht ja in der Regel auch nicht wie lange ein Flug mit dem Privatjet brauchen würde, oder wie viel Zeit man einsparen könnte, wenn man sich in der Schlange vordrängeln würde. Aber sobald Menschen ein Auto haben, wird es immer sofort als eine Option gesehen. Damit meine ich, viele Menschen haben vielleicht aus sehr berechtigten Gründen ein Auto, nutzen es dann aber auch automatisch an anderen Stellen, wo es nicht notwendig wäre, weil es ja komfortabler ist. Beispiele:

  • Man fährt zu dem Supermarkt der 5 Minuten Fußweg entfernt ist mit dem Auto
  • Man fährt zu dem weiter entfernten Supermarkt, weil der schöner ist
  • Man kauft nicht nur bei einem Supermarkt ein, sondern gleich bei 5, weil jeder ja was anderes im Angebot hat
  • Nachdem man 5 Supermärkte abgegrast hat, die alle Getränke verkaufen, fährt man trotzdem nochmal zu einem Getränkemarkt.
  • Kinder werden per Auto zur Schule gebracht, auch wenn es einen Bus gibt.
  • „Du bist spät dran? Warte kurz, ich fahr dich eben hin“

Oder anders: Wenn man 20 Minuten mit Öffentlichen zum nächsten Supermarkt brauchen würde und 10 Minuten mit dem Auto, wär es zwar angenehmer mit dem Auto zu fahren, aber diese 10 Minuten Zeiterspaniss würden vermutlich nicht den Kauf eines Autos rechtfertigen. Tortzdem würde man sobald man ein Auto hat, dort mit dem Auto hinfahren. Und das obwohl 20 min zum Supermarkt je eigentlich noch vollkommen in Ordnung sind als Anreiseweg. Und ich will damit jetzt nicht auf die Fälle hinaus, in denen es wirklich notwendig ist ein Auto zu verwenden, sondern darauf, dass ich denke, dass das Auto viel häufiger verwendet wird, als es eigentlich notwendig wäre.
Und klar ist es manchmal angenehmer das Auto zu verwenden. Es ist allgemein einfacher sich einen Dreck um den Planeten zu kümmern, bringt einen selber erst mal weiter, ist aber sehr unsolidarisch.

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Das macht car-sharing so interessant. Ich wohne zentral und habe ca. 2 Minuten Fußweg zu ca. 6 car-sharing Autos, die ich jederzeit nutzen könnte. Näher könnte ich ein eigenes Auto im Anwohner-Parken auch nicht abstellen. Das Buchen in der App ist sehr einfach, die Schlüssel sind im Auto, ich muss nur Spiegel und Sitz für mich einstellen.
Ich fahre aber nur alle 2 Monate mal, wenn es wirklich sein muss, weil ich für jede Fahrt vorgerechnet bekomme, was sie mich kostete (abhängig von Leihdauer in 0,5h Intervallen und gefahrenen Kilometern, Sprit ist inklusive). Da ich sowieso einen Bewegungsdrang habe, gehe ich zu Fuß (auch gerne mal einen Umweg von 4km zum Kinderarzt, um vor dem Büro ein Rezept abzuholen) oder fahre Fahrrad, wenn es noch weiter weg wäre.

Das einzige, was mich stört, sind die lauten, stinkigen Verbrenner, wegen derer ich dann die Lautstärke für den Lage-der-Nation Podcast hochdrehen muss, wenn ich auf dem Weg Autos nicht vermeiden kann, die mich beim gefahrlosen Überqueren von Straßen stören und auch ständig gefährden durch rücksichtsloses Parken (selbst auf offiziellen Querparkplätzen wird immer mehr vom Bürgersteig durch überlange Motorhauben oder Kofferräume weggemopst. Wenn dann noch ein Fahrrad an der Hauswand steht, wird es oft sehr eng, wird wirklich Zeit, die Fahrräder dort abzustellen).

Ein Kollege von mir fährt alles mit dem Dienst-
Wagen, klagt über seine Rückenschmerzen und fährt dann abends mit dem Auto manchmal zum Fitness-Studio und geht aufs Laufband :crazy_face:.

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Das kann ich so nicht ganz nachvollziehen.

Kinder haben natürlich kein Arbeitsentgelt. Daher wird das nicht berücksichtigt.

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Bei allem Respekt, entweder habt ihr den Thread nicht voll gelesen oder das Thema der Rechnung missverstanden.

Ausgangspunkt war diese Aussage:

Die gesamte Rechnung sollte lediglich belegen, dass es durchaus (nicht wenige) Fälle gibt, in denen es finanziell sinnvoller ist das Auto zu unterhalten, damit im täglichen Leben Zeit zu sparen und dafür zum Beispiel 1-2h mehr zu Arbeiten, respektive die Arbeitszeit nicht reduzieren zu müssen. Ich würde sogar fast vermuten, dass fast jeder außerhalb der Ballungszentren mit dem Auto finanziell besser gestellt ist.

Es ging an keiner Stelle um emotionale Bewertungen, die jeder selbst für sich abwägen kann und muss. Und ich kann auch keine Stelle in meinen Posts erkennen, an der ich das in Frage gestellt hätte.

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Ich habe mir das schon öfter ausgerechnet, ob es sich für mich lohnen würde ( finanziell) das Auto abzuschaffen. Da ich selbstständig bin kann ich beliebig Arbeitszeit reduzieren oder erhöhen.

Ergebnis : keine Chance

Lohnt sich weder finanziell ( und daher auch gar nicht zeitlich) obwohl ich schon teilweise zu Fuß zur Arbeit gehe. Allein zur Kinderärztin zu müssen - attestpflicht ich liebe dich - würde mir zeitlich das Genick brechen , Taxi in die Nachbarstadt ist auch nicht billig und Car Sharing einfach nicht verfügbar ( Kleinstadt)

Ich versuche meine Fahrten zu reduzieren und fahre tatsächlich nur 600 bis 800 kms in einem normalen Monat und trotzdem lohnt sich es nicht das Auto abzuschaffen .

Von 2 Hunden die mitmüssen habe ich da noch nicht gesprochen. Da wird ÖPNV zu Abenteuer und Auto leihen auch nicht zum Selbstläufer
(Dieses Thema findet wenig Erwähnung obwohl rund 11 Millionen Hunde in DE leben und nicht alle die Größe einer Handtasche haben)

Ich komm vom Auto nicht weg leider , obwohl ich schon näher zu meiner Arbeit gezogen bin und dann die Arbeit noch näher zu mir ( dank Starkregen 2021) - ich habe nur halbiert.

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Ich kenn jetzt deine Wohnsituation nicht, daher ist es für deinen Fall jetzt schwer zu beurteilen, aber so ein bisschen ist halt noch das Problem, dass Auto fahren häufig zu günstig ist.

Ich weiß nicht wie groß deine Kleinstadt ist, aber gerade in so einem Fall sollten wir uns vermutlich dafür einsetzen, dass du Menschen wie du alternative Formen der Mobilität, wie Busse oder so bekommen können, um zum Kinderarzt zu kommen.

Hinzu kommt noch, dass Hunde aufgrund ihrer Ernährung eine Tonne CO2 pro Jahr erzeugen. Wobei man Hunde theoretisch vegetarisch ernähren könnte, oder zumindest mit deutlich weniger Fleisch. Bei Katzen würde das nicht gehen. Aber ich kann schon verstehen, dass 2 Hunde im ÖPNV ein Graus sind. Mit einem Hund könnte es noch klappen, wenn er gut erzogen ist und der muss dann auch nicht in die Handtasche passen. Dafür müsste man dann aber auch vermutlich noch mobile Tierärzte ausbauen, die zu den Leuten nach Hause kommen und kein Vermögen kosten.

P.S. ich find es gut, dass du dir so viele Gedanken über das Thema machst, wie du deine Wege reduzieren kannst, das ist schon mehr als die meisten anderen

Sehr guter Punkt. Ich möchte einmal eine neue Thematik in die Runde werfen.

Im Forum, ebenso wie in der Gesellschaft wird immer vor allem darüber diskutiert, dass das Auto stehen gelassen werden soll, wie wir Autofahren unangenehmer und weniger vorteilhaft machen können.

Möglicherweise wäre die Unterstützung von den Landeiern (liebevoll gemeinte Bezeichnung für alle im nicht urbanen Raum) wesentlich größer wenn wir viel prominenter darüber sprechen wie wir den ÖPNV zur sinnvollen Alternative aufbauen können.

Das ist (auch hier) massiv unterrepräsentiert, obwohl es die Grundvoraussetzung für weitere Schritte ist.

Weil es nunmal der zweite Schritt ist und nicht der Erste.

Der Erste muss sein den urbanen Raum vom Individualbesitz PKW zu „befreien“. Auch weil dieser Schritt wesentlich leichter zu gehen ist, als die „Landeier“ anzuschließen.

Natürlich kann man auch jetzt schon schauen was evtl. im nichturbanen Raum sinnvoll und einfach ist, aber halt nicht wirklich darauf konzentrieren in der gesamtgesellschaftlichen Debatte.

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Wenn ich mit den Öffis zur Arbeit fahre, kann ich auch nur selten ein Buch lesen, so voll wie die dann sind.

Und Bücherlesen ist nicht das einzige, was ich will. Oft höre ich Podcasts. Und das geht im Auto ziemlich gut. Besser als in den Öfis, wo ich jeder auch noch so schlecht übertragenen Ansage zuhören sollte, weil sie wichtige Informationen enthalten kann, wie ich meine Reise noch fortsetzen kann, während das Verkehrsmittel vom Plan abweicht. Erfahrungsgemäß sind solche Informationen nicht zuverlässig online verfügbar. (Digitalisierung in Deutschland…)

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Ich komme auch aus einer Kleinstadt mit knapp 15.000 Einwohnern mit einem schwachen ÖPNV innerorts und einem kaum existierenden ÖPNV zu den umliegenden Dörfern. Dazu kommt noch, dass die Gegend Hügelig ist und Steigungen jenseits der 10% keine Seltenheit. Es ist also nur für wenige eine Option alles mit dem Rad zu machen, auch wenn das durch Pedelecs natürlich heute besser geht als noch vor wenigen Jahren.

Der Einkauf ist für Viele dadurch erschwert, dass sich mittlerweile die Supermärkte alle auf einer sehr kleinen Fläche am einen Ende des Ortes konzentrieren. Einkauf ist aber was die Mobilität im ländlichen Raum (und dazu zähle ich Kleinstädte die nicht direkt mit größeren zusammengewachsen sind) angeht nur einer von vielen Punkten.
Dazu kommt dann vor allem der Arbeitsweg. Nicht jeder arbeitet am Ort selbst sondern viele in Umliegenden Orten. Die Verbindung zu den nächsten zwei größeren Städten ist mit der Bahn ins Zentrum zwar sehr gut, je nachdem wo dort der Arbeitgeber sitzt kann es aber eben durchaus sein, dass man mit ÖPNV pro Richtung 40-50 Minuten länger braucht. Trotzdem wird die Bahnverbindung gut angenommen und der erst vergrößerte P+R Parkplatz ist meist überfüllt. Hier kommen wir aber schon wieder zum nächsten Punkt. Möchte man mit der Bahn fahren, dann muss man auch erstmal zum Bahnhof kommen. ÖPNV gibt es dafür nicht und das Rad wäre zuletzt im Dezember alleine an 4 Werktagen wegen Schnee und Eisregen keine Lösung gewesen.

Soziale Kontakte entstehen in solchen Regionen schon ab der Schulzeit nicht nur in der Nachbarschaft sondern auch zu den umliegenden Dörfern. Schulfreunde, Arbeitskollegen, etc. kann man aber auch nicht einfach so mit dem Bus besuchen.

Noch extremer finde ich die Situation z.B. im Erzgebirge wo ich viel beruflich unterwegs bin. Hier gibt es viele kleinere Orte und zudem noch viele dezentrale Industriegebiete. Das ganze bei vielen Steigungen und schmalen Landstraßen und einem schneereichen Winter. Die wenigsten Paare und Familien dürften überhaupt die Situation haben, dass alle am gleichen Ort Arbeit und ggf. Schule haben können.

Das heißt zumindest zum aktuellen Stand ist es für die meisten kaum praktikabel auf eine Auto zu verzichten und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass in diesen Gegenden zukünftig in vielen Haushalten auf ein Auto verzichtet werden kann. Es ist aber auch heute schon durchaus so, dass ich sehe, dass die Leute trotzdem viel mehr einzelne Wege ohne Auto zurücklegen könnten. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele die selbst kürzeste Wege mit dem Auto fahren, obwohl das nicht mal eine Zeitersparnis bringt. Weil das Auto sowieso vorhanden ist und anders als in Großstädten die Parkplatzsuche kein Problem ist wird nicht drüber nachgedacht welche Strecken auch anders zurückgelegt werden können.

Für die Zukunft würde ich mir für solche Regionen wünschen, dass es zumindest eine grundlegende Versorgung mit ÖPNV gibt und das Thema Radverkehr ausgebaut wird, z.B. auch durch sichere Abstellmöglichkeiten am Bahnhof. Ich glaube aufgrund des komplexen Verkehrs in alle Richtungen nicht, dass man das Auto komplett überflüssig machen kann, aber man kann zumindest die Abhängigkeit vom Auto massiv reduzieren. Und wenn damit nur der Zweit- oder Drittwagen (bei Familien mit erwachsenen Kindern) reduziert werden kann und die insgesamt zurückgelegten km deutlich reduziert werden, wäre in meinen Augen schon ein großer Schritt getan.

Das Thema Tempo 30 in Städten und Abbau von Parkplätzen sehe ich aber insgesamt so wie es in der Lage angesprochen wurde. Tempo 30 gibt es in Österreich auch in kleinen Orten ohne Probleme und der Abbau von Parkplätzen könnte für die vom Land kommende Bevölkerung dadurch abgemildert werden, dass attraktive P+R Angebote geschaffen werden.

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Im Stehen stimmt, aber sobald ich einen Sitzplatz hatte hab ich ein Buch vor der Nase gehabt. Selbst im dicksten Berufsverkehr in Berlin.
Sogar teilweise im Stehen in der U-Bahn wenn ich eine Ecke erwischen konnte.

Die Wahrscheinlichkeit ist im Großstadtdschungel eher gering.

Hardcore Radfahrer sehen das anders.
Ich hatte jetzt hier eine die bei Glatteis und Schneeregen Rad gefahren ist.

Ist aber ehrlicherweise nichts für mich.

Da sind wir sicher überein, aber da kann man sicher auch „sparen“ ein großes Auto und ansonsten die anderen sowas:

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