LdN 465: Feedback allgemein

Der Witz ist doch, dass sein Projekt in der Immobilie rechtlich problemlos zu machen wäre, sonst hätten wir ihn nicht besucht und als Beispiel herangezogen.

Die Probleme entstehen dadurch, dass der Landkreis alle möglichen rechtlichen Probleme erst geschaffen hat, insbesondere durch die willkürliche Erklärung des Dorfs zum Außenbereich. Und soweit es wirklich ein rechtliches Problem gab, nämlich bei der Abweichung von der Baugenehmigung, hat der Landkreis dann maximale Hürden bei der nachträglichen Genehmigung aufgestellt, anstatt zu schauen, wie man die Kuh schnell vom Eis bekommt.

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Richtig, aber wie viele ähnliche Betriebe haben Verwaltungsleute wie die Mitarbeitenden dieses Landkreises auf dem Gewissen?

Uns geht es doch nicht um Mitleid mit Nordwolle, das brauchen die tatsächlich nicht, sondern um einen gesellschaftlichen Missstand: Verwaltung, sie sich zum Selbstzweck erklärt, statt das Leben von Menschen und Unternehmen leichter und schöner zu machen - und die dabei unfassbar viel Geld und Lebenszeit verplempert.

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Was das „de jure“ ist entscheidet die Behörde bei jedem Fall neu! Das ist doch der Witz. Nichts und niemand hätte den Landkreis daran gehindert, das Dorf auch rechtlich als das anzusehen, was es phänotypisch ziemlich eindeutig ist: eine im Zusammenhang bebaute Ortslage.

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Liebe Lage,

Ich fand die Folge absolut grossartig und ich hatte riesigen Spaßdaran, sie zu hören.

Danke dafür und gerne mehr davon!

Claudia U.

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Hallo!

Ich fand die “Sonderfolge” sehr gut! Ein sehr naher Eindruck über die Lage der Nation!

Trotzdem muss ich sagen “fehlt” mir das normale Format für diese Woche - in der auch vieles andere passiert ist, das einer kompetenten Einordnung und Diskussion wert gewesen wäre.

Trotzdem weiter so! Danke für eure Arbeit

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Hallo liebes Lageteam,

ich höre jede Folge schon lange sehr fleißig mit. Die neuste hat mich dazu gebracht mich im Forum anzumelden, ein Feedback zu geben und weiterführende Gedanken zu teilen.

Die in den vorherigen Beiträgen beschriebenen Störgefühle kann ich nachvollziehen. Für mich war diese Folge allerdings kein journalistischer Bericht, sondern ein Praxiseinblick mit der geballten Subjektivität aller Beteiligten. Und das war für mich auch von Anfang an klar und okay. Die Emotionalität von Herrn Scheel ist tatsächlich stellenweise schwer auszuhalten. Ob das sein Typ ist, eine Marketingstrategie oder auch, weil das alles auch für ihn selber schwer auszuhalten ist, kann alles sein. Dennoch konnte ich da was rausziehen. Vielen Dank für die Folge!

Was bei mir Anklang gefunden hat, war aber nicht unbedingt die Thematik “Unternehmer vs. Verwaltung”, sondern die Frage “Warum erlebt jemand so etwas im Kontakt mit Verwaltung?”, denn die treibt mich auch beruflich um.

Ich arbeite als Personalentwicklerin bei einer Stadtverwaltung. Mein Job ist interne Weiterbildung der Mitarbeitenden zu planen, zu organisieren und teilweise auch selbst durchzuführen. Total schön, weil ich mich ausschließlich mit Bildungsthemen und im Speziellen mit Weiterbildung zu digitalen Kompetenzen beschäftigten darf :slight_smile:. Ich bin keine Beamtin, sondern Pädagogin, bin also Tarifbeschäftigte. Ich musste Verwaltung lernen, als ich dort angefangen habe. Und was ich bisher dort gelernt habe ist: Die Erfahrung von Herrn Scheel - wenn auch stellenweise sehr drastisch beschrieben - ist eine Erfahrung, die häufiger ist, als es in einem demokratischen Staat sein sollte. Und es ist auch meine eigene Erfahrung als Beschäftigte in einer Verwaltung.

Das liegt durchaus auch an der im Podcast beschriebenen persönlichen Befindlichkeit beim ein oder anderen Verwaltungspersonal. So ein Verhalten ist mindestens unprofessionell, ggf. Amtsmissbrauch und auch so generell wirklich nicht in Ordnung!

In meiner Erfahrung liegt es aber vielleicht sogar häufiger daran, dass Behördenmitarbeitende lange in einem System sozialisiert sind, das eben Prozesse und Zuständigkeiten liebt und sie auch bis zum Äußersten ausdifferenziert, um ja alle Eventuatlitäten abzudecken. Das kann dann aber auch schlicht nicht gut damit umgehen, wenn diese dann trotzdem mal nicht anwendbar sind. Infolge haben wir Sachbearbeiter*innen die bei kleinster Unklarheit die nächste Ebene bemühen, um sich eine Entscheidung abzuholen und die Verantwortung dafür abgeben zu können. Das zieht sich dann hoch durch das komplette Organigramm. Gestaltungsspielräume werden vielleicht gar nicht erst erkannt bzw. werden sie nicht als Chance gesehen sondern als (gefährliche) Unsicherheit. Handlungsunfähigkeiten sind daher auch Handlungsunsicherheiten und die Angst davor rechtlich angreifbar zu sein. Leider dann halt auch nicht selten hausgemacht. Da menschelt es ganz arg und Mitarbeitende und deren Führungskräfte dabei zu begleiten diese Prozesstreue zugunsten einer Zielorientierung selbständig zu hinterfragen ist spannend, erhellend und frustrierend zugleich. Eben ein dickes Brett. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass dieser Haltungswandel passiert.

Kurzum: Folgen wie diese machen mir diese merkwürdige Diskrepanz zwischen Verfahrens(un-)logiken und dem Bürgeranliegen deutlich. Und ich versuche das rauszuziehen, was uns helfen kann Mitarbeitende darin zu bestärken ihre durchaus vorhandene Kritik- und Gestaltungsfähigkeit für sinnvolles Verwaltungshandeln einzusetzen.

Daher nochmal: Danke für diese Folge :smiley:

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Vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht - sehr spannend zu lesen, dass du vieles vor dem Hintergrund deiner täglichen Arbeit nachvollziehen kannst. Das bestärkt mich in dem Eindruck, dass Herr Scheel eben kein Einzelfall ist, sondern nur lauter als andere Opfer. Und wie du schreibst: Das sollte in einer Demokratie nicht sein.

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Ich fand es eine sehr gute Folge. Die hier angesprochene Abwechslung kann ich nur bestätigen. Durch seine Emotionalität hätte ich den Podcast gerne als Video-Format gesehen und dabei eine Live-Anzeige seines aktuellen Blutdrucks und Herzfrequenz gesehen. Nein, aber Spaß beiseite. Schreit er auch so rum, wenn er mit der Verwaltung redet?

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Eine Sache verstehe ich in dem Zusammenhang dann aber nicht.
Es wird häufig erklärt, dass die Verwaltung so arbeite wie sie arbeitet um sich vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen. Aber wäre es für den Landkreis nicht rechtlich besser gewesen den Ort als solchen zu deklarieren? Von den Anwohnern und dem Unternehmen so wie so

Ach, der casht auch noch schön ein mit seinem Gejammer???

Hab nach dem Kommentar eben den YT-Kanal gesehen. Also jetzt bin ich echt enttäuscht das so eine Nase hier auch noch ein Sprachrohr bekommt. Sorry, das ist offensichtlich alles gestellt, er weiss offenbar genau wie er clickbait generiert und macht eine dämliche Aktion nach der anderen damit er “jeden Montag” eine neue Folge rausbringen kann.

Bin glaube ich hier in der Minderheit aber das war gar nicht meins. Bitte nicht mehr so etwas.

Die bashings gegen die Bürokratie in den regulären Sendungen sind witzig und wichtig… aber hier jemandem letztendlich ohne Gegenposition ein Sprachrohr verschaffen wo er sich über jeden Mist beschwert und hier kein bisschen selbstkritisch ist war nach 20 Minuten einfach nur noch öde. Ich hab dann ausgemacht, ging nicht mehr.

Wenn man Dinge macht ohne sich vorher über die Folgen zu informieren und sich dann auf den Standpunkt stellt “die sollen sich mal nicht so anstellen und froh sein, das hier überhaupt jemand was “für die Allgemeinheit” tut”, dann ist das erstmal absolut asozial. Es gibt einfach Normen und Gesetze und die gelten nunmal auch für jeden. Von denen sind einige / diverse vermutlich dämlich, viele aber auch nicht. Und jede dämliche Norm hat im Regelfall immer einen guten Grund… irgenwann hat nämlich mal irgendein Depp irgendwas dummes gemacht.

Wie es aussieht wenn die Gesetze einfach nicht für alle Gelten kann ja mal in die USA schauen.

Sowas gerne als Sonderfolge aber bitte nicht die wöchentlichen Einordnungen weglassen.

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Dann vielleicht doch mal zu Ende hören. Er hat explizit nichts gegen die Gesetze, sondern dagegen, dass Ermessensspielräume willkürlich zu seinem Nachteil genutzt werden.

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Hallo ihr beiden,

vielen Dank dass ihr Marco Scheel in die Lage gebracht habt und damit diese Themen aufgenommen habt. (Ich hatte Marco selbst mal mit als Interviewpartner vorgeschlagen und hatte das gefühl, dass das Forum hier gelesen wird - was toll ist).
Ich fand es auch wertvoll, dass ihr die letzten 20min nochmal ohne Marco genutzt habt um einen größeren Kontext herzustellen. Dadurch bleibt das Thema nicht isoliert als irgendein Fall in Teplitz…

Ich habe es so verstanden, dass ihr den Landrat als Gegenstimme zu Marco nutzen wolltet (wobei ja nur Marco reagieren durfte und damit die Deutungshoheit haben durfte). Dabei hat mich aber sehr gestört, dass ihr Marco ständig fragt warum der Landkreis/die Planungsbehörde etc. so handelt wie sie es tun. Genau an der Stelle habt ihr mich dann aber immer wieder verloren, weil die tatsächlichen Fachleute, die Raumplaner und auch die Ämter nicht zur Sprache kommen und dadurch viele Sachverhalte verkürzt bis falsch dargestellt werden, hier ein paar Beispiele:

Der B-Plan als Aufgabe der Gemeinde. Es ist zwar richtig dass Gemeinden B-Pläne aufstellen, aber ein vorhabenbezogener B-Plan wird immer vom Investor gezahlt, völlig unabhängig davon wieviel Geld die Gemeinde hat und das würdet ihr wahrscheinlich in anderen Situationen nicht kritisieren. Es gilt in der Raumplanung, dass die Gemeinden eine vorausschauende Angebotsplanung machen (also bspw. Bauland ausweisen wenn die Gemeinde wächst und kein Bauland mehr “übrig” ist) aber wenn eine Planung explizit den wirtschaftlichen Interessen Einzelner dient und nur dadurch notwendig wird (und das ist bei dem Ausbau eines Betriebes auf jeden Fall gegeben) wird diese Planung durch den Investor finanziert.

Die gesamte Thematik Außenbereich/Ortslage/Siedlungssplitter/Baugenehmigung/Bestandserhalt ist zwischendurch völlig wild durcheinander gegangen, weil in der gesamten Folge keine Person mit Planungsrechtsexpertise zu Wort kommt. Die hätte Klarheit in diese Begriffe bringen können, die DDR-Geschichte und deren Relevanz erklären können und auch die Idee/Ziele/Sinnhaftigkeit der Gesetze argumentieren können.

In Summe habe ich das Gefühl, dass in der gesamten Folge Marco kaum widersprochen wird und ihr euch bei Themen wo ihr alle drei nicht so tief drinsteckt auf seine Wahrnehmung verlasst.
Marco muss von alleine den Einwurf machen, dass die Gesetzte gegen Zersiedlung schon auch einen Grund haben (weil er dafür schon in seiner eigenen Kommentarspalte gegrillt wurde) An solchen Stellen hätte ich mir eine zweite Meinung gewünscht, die muss auch nicht von euch kommen aber so wirkt es als wären die Leute im Amt böse/dumm/unfähig/etc. und die Gestze dazu alle schlecht geschrieben, ohne dass eine andere Meinung dazu zu Wort kommt

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Ich habe mich beim Hören der neuen Lage mehrfach an Situationen aus meinem beruflichen (universitären) Umfeld im Umgang mit der Verwaltung erinnert. Meiner Meinung nach erledigen gefühlt 20% des Verwaltungspersonals 80% der anfallenden Arbeit rasch und solide und machen eine echte Dienstleistung. Die restlichen 80% bremsen und erledigen ihre Arbeit nicht, weil sie bei der Bearbeitung nach dem Buchstaben einer Vorschrift handeln und nicht nach dem Sinn einer Vorschrift. Ihren Entscheidungsspielraum nutzen diese Mitarbeiter praktisch nie. Dazu kommen noch einige Personen, die anscheinend ihre Macht ausspielen wollen. Ich habe es erlebt, dass eine Sachbearbeiterin ein von mir eingereichtes pdf-Dokument nicht zur Arbeit angenommen hat, da es nach der Umwandlung des Dokuments ins pdf-Format auf dem Kopf stand (also um 180° gedreht war). Insgesamt eine sehr traurig-amüsante Folge; bitte mehr davon.

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Ich fand die Folge großartig. Sowohl unterhaltsam als auch informativ, weil es ein Problem in unserem Staat beleuchtet, bei dem ich das Gefühl habe, dass es bisher zuwenig Aufmerksamkeit bekommen hat.

Ich habe in der Familie viele Sachbearbeiter und Beamte und hier und da auch meine eigenen Erfahrungen mit der Verwaltung gemacht. Gefühlt braucht man schon für den Standardfall ein Studium oder eben jemanden in der Familie um einem zu helfen. Die Regeln sind zum Teil derart komplex, dass man da einfach nicht durchsteigt. Das wäre natürlich kein Problem wenn die Verwaltung ein Ort ist an dem man lösungsorientiert und angenehm zusammen arbeitet, da Hilfe bekommt wo man sie braucht und sein Anliegen halbwegs zügig bearbeitet bekommt.

Meine Erfahrung ist allerdings, dass einem beim kleinsten Fehler irgendwelche Fachbegriffe um die Ohren geworfen werden, man auf empörtes Unverständnis stößt, dass man nicht ganz so tief in der Materie steckt und das nur weil es einem mit gesundem Menschenverstand logisch erscheint, dass noch gar nichts bedeutet in der Verwaltung. Alles getreu dem Motto: “Gibt halt Regeln, hätten Sie sich halt besser informieren müssen, beim nächsten Mal zur Vorbereitung bitte das BGB in Gänze lesen”.

Ich hätte mir an einigen Stellen etwas weniger Meinung und Einzelfall gewünscht und mehr den Blick aufs zugrundeliegende Problem. Aber das kann ja in zukünftigen Folgen noch kommen.

Ich denke man muss das Thema Verwaltung etwas grundlegender Betrachten. Es braucht nicht nur einen Lotsen und etwas gebündelte Verantwortung. Man muss sich mal grundsetzlich die Frage stellen, wie kann es sein, dass eine Verwaltung als Organisation seine Mitarbeiter strukturell zu einem Verhalten anregt dass dann zu so viel Frust bei den Bürgern führt. Andere Fehlerkultur? Mehr individuelle Verantwortung für Entscheidungen? Sich regelmäßig verändernde Teams? Was weiß ich, aber so wies jetzt ist ists nicht so toll.

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Ich möchte auch kurz ein Feedback geben.

1.
Grundsätzlich mag ich solche “monothematische” Folgen nicht so sehr.
3-5 Themen in einer Folge finde ich interssanter und geben Zeit für Tiefe, zwingen aber auch zu einer gewissen “Dichte”.
Macht ihr in der Regel auch toll - fand ich in dieser Folge nicht so toll.

2.
Ich fand die Darstellung ziemlich “einseitig”.
Herr Scheel hat seine Positionen umfangreich und sehr pointiert, wahrscheinlich auch “über-pointiert” dargestellt.
Nach meiner Erfahrung ist die Lage der Dinge meistens nicht so einseitig, wie er es dargestellt hat. Die Ausführungen des Landrats reichten für eine qualifizierte “Gegendarstellung” sicher nicht aus.
Da wäre mehr Raum für “die andere Seite” hilfreich oder auch erforderlich gewesen.
Vielleicht auch mit einem Wort einer Angestellten dort?

3.
Ich habe mir die Lage des Betriebs auf dem Luftbild auch angesehen.
Mir erscheint die planungsrechtliche Einschätzung als “Außenbereich” durchaus nachvollziehbar, eine Einstufung als “Innenbereich” drängt sich mir dort nicht auf.
Und ja, ich kenne mich im Baurecht einigermaßen gut aus.

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Sorry aber es stört mich die Folge etwas. Klar kann man die Behörde als reine Servicestelle begreifen, die gefälligst zu genehmigen hat. Aber es sind ja vermutlich auch noch andere Dinge, Vorschriften und andere Beteiligte und nicht nur das Interesse des Investors einzubeziehen.

Mir fehlt da ganz ehrlich auch einfach die Perspektive der Verwaltung oder wenigstens eines Experten für Bauverwaltung, was das ganze sehr einseitig macht.

Dann kann es ja auch gerne sein, dass raus kommt das die Behörde rechtlich falsch liegt. Dann wäre es toll gewesen da genauer zu erfahren was zu tun ist? Gibt’s da dann keine rechtlichen Möglichkeiten?

Aber sorry aus dem wenigen was gesagt wurde habe ich zum Beispiel schon den Eindruck, dass ein Fenster mit Kette keine Entrauchung ist und eine Treppe mit einem Baustoff der nicht zugelassen ist, vielleicht auch so nie gebaut hatte werden dürfen.

Soll die Behörde sich dann erpressen lassen, weil es jetzt natürlich für den Bauherrn ein bissl blöd und unangenehm ist?

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Ich habe jetzt meinen verstaubten Account reaktiviert, um einigen Vorrednern ausdrücklich zuzustimmen. Auch ich war ab einem bestimmten Punkt, oder genauer gesagt ab einem der zahlreichen „OK?!“, zunehmend irritiert von der Folge, allerdings weniger vom Thema als von Herrn Scheel.

Für mich bleibt unverständlich, weshalb dieser Person im Podcast so viel Raum gegeben wurde. Spätestens im Verlauf des Gesprächs wurde deutlich, dass hier jemand sehr wenig Bereitschaft zeigt, von der eigenen Perspektive abzuweichen, und Positionen außerhalb des eigenen Deutungsrahmens pauschal als unsinnig abtut. Kooperation ist keine Einbahnstraße. Ein solches Auftreten dürfte im behördlichen Kontext erfahrungsgemäß kaum auf positive Resonanz stoßen. Hier hätte ich mir eine differenzierte Einordnung oder zumindest eine konkretere Gegendarstellung der behördlichen Sicht gewünscht.

Darüber hinaus entsteht, nicht zuletzt durch den Social-Media-Auftritt von Herrn Scheel, der Eindruck, dass es sich bei der gesamten Inszenierung eher um eine kalkulierte PR-Strategie im Stil von „der nächste Irrsinn aus Bürokratistan“ handelt. Die permanent transportierte Empörung, die sich ab Minute 1 durch die gesamte Folge zog, wirkte weniger sachlich als dramaturgisch. Ohne diese Daueraufgeregtheit wäre er letztlich schlicht ein Bekleidungsunternehmer aus Norddeutschland.

Insgesamt hinterlässt die Folge bei mir einen ausgesprochen ambivalenten Eindruck, und ist tatsächlich die erste seit Jahren, die mich eher kopfschüttelnd als bereichert zurückgelassen hat.

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Meine 5 Cents - provokant formuliert, weil ich nach dem Interview echt auf 180 war…

Herr Scheel scheint jemand zu sein, welcher alle notwendigen, vielleicht in der Lage erlernten, Buzzwords des Komplexes “Demokratie im Jahre 2026” bedient. Wie oft haben wir Selbstwirksamkeit gehört? Und natürlich schadet das, was da mit seiner Scheune passiert ist dem Ansehen “der Demokratie”. Das wirkt auf mich persönlich wenig authentisch.

Hier hat jemand bewusst - wenn auch unter wirtschaftlichem Druck - gegen Bauauflagen verstoßen, bei einem Besichtigungstermin mit Vorsatz falsche Tatsachen vorgetäuscht und ist jetzt das Opfer unseres bösen Staates? Nein, nicht des Staates, nicht der Amtsträger - die blöden Sachbearbeiter tragen die Schuld!

Nach Jahren des Frustes sicher schwer zu beurteilen, aber das im Interview gezeigte Auftreten lässt viele Rückschlüsse zu, warum dem Mann seitens des Amtes nicht entgegen gekommen ist.

Die Diskussion um die genutzte Sprache für Menschen mit deutschem Pass oder eben nicht kommentiere ich lieber nicht…

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Ich höre den Podcast sehr gerne. Zudem gucke ich auch sehr gerne den YouTube Kanal von Nordwolle. Daher habe ich mich sehr über diese Folge gefreut und bin daher natürlich auch nicht ganz objektiv hinsichtlich der Bewertung dieser Folge. Dennoch mein Feedback: Ich fand die Folge wirklich sehr gut. Natürlich ist der Herr Scheel ein spezieller und emotionaler Typ. Aber wer seinen YouTube Kanal kennt, weiß auch, dass er es fast immer schafft, zu einer gewissen Sachlichkeit und einem gewissen Weitblick zurück zu finden, wenn er sich mal wieder 5 Minuten über etwas aufgeregt hat. Daher verstehe ich auch diese Kritik nicht, dass er zu emotional wäre oder ähnliches. Er ist ein Unternehmer, der für mehrere Mitarbeiter und seine eigene Familie verantwortlich ist. Natürlich ist der auch emotional, wenn es um seinen Betrieb geht und wenn es um das geht, was er mit Leidenschaft verfolgt. Ich finde aber, dass Herr Banse und Herr Buermeyer es sehr gut geschafft haben, ihn immer wieder “einzufangen”. Zudem haben sie es immer wieder gut geschafft, das Ganze juristisch und sachlich einzuordnen. Wenn man als Journalist mal “raus” geht, um Beispiele aus der Praxis mit persönlichen Erfahrungen von Betroffenen einzuholen, ist es ja ganz normal, dass sie auf Menschen treffen, die teils eine subjektive Wahrnehmung haben und emotional sind. Dann ist es Aufgabe der Journalisten, auch die andere Seite zu beleuchten und das ganze sachlich einzuordnen. Das hat die Lage der Nation hier meines Erachtens sehr gut gemacht. Gerne mehr solche Folgen mit Betroffenen und aus der Praxis.

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Marketingstrategie? Und sie wirkt. Mein erster Impuls nachdem ich den Mann gehört habe: Der Mann ist cool, egal was der produziert, da bestelle ich eins.

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