LdN 465: Feedback allgemein

Hallo Lage Team
Ihr fragt am ende der Folge nach Feedback zum Format.
Ich fand die Folge sehr unterhaltsam, als Politikpodcast habt ihr häufiger Politiker oder Menschen aus dem Umfeld zu Gast. Diese haben leider häufig die gleiche Art zu reden (ruhig, sachlich aber auch inhaltslos). Dagegen war Marco Scheel mal eine angenehme Abwechslung mit Witz, Charme und viel Emotionen (in der Mitte vielleicht zu viel) hat er die Dinge beim Namen genannt. Auch das Abschlusskapitel war gut um diese Emotionen wieder raus zu nehmen und noch mal die gemachten Punkte auf eine größere Skala zu setzen.
Einzig bin ich mir über eure und Herrn Scheels Wortwahl über Menschen die von Geburt an einen deutschen Pass haben nicht sicher ob ihr euch da nicht einer gewissen AFD Rhetorik bedient. Sollte die Wortwahl jedoch politisch korrekt gewesen sein, möchte ich nichts gesagt haben

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Aus der Wikipedia:

Das Schlagwort biodeutsch (auch bio-deutsch) ist seit den 1990er Jahren eine Bezeichnung für ethnische Deutsche.[1][2][3] Der Begriff wurde zunächst von Menschen mit Migrationshintergrund als scherzhafte Fremdbeschreibung für Menschen ohne Migrationshintergrund bzw. Deutschstämmige verwendet. Inzwischen nutzen auch ethnische Deutsche den Begriff, im Sinne eines Geusenworts, als (ironische) Selbstbezeichnung. Seit den 2010er Jahren verwenden ebenso Teile der Neuen Rechten den Begriff Biodeutsche. Als politischer Kampfbegriff behauptet er dort eine angeblich existierende gemeinsame genetisch-biologische Herkunft aller „echten“ Deutschen.[4][5] Er wurde zum Unwort des Jahres 2024 gewählt.

Ich persönlich finde den Begriff wegen seiner Verwendungsart in der politischen Debatte auch meistens unangenehm. Man muss glaube ich aufpassen, dass man den Rechten nicht die Deutungshoheit über die deutsche Sprache gibt. Aber der Begriff ist meiner Ansicht nach nur in seiner ironischen Grundform positiv nutzbar. Wenn man anfängt ihn scheinbar ernsthaft zu verwenden (“der zahlt das Bürgergeld für einige Biodeutsche gerne mit”), lässt man sich auf das (idiotische) rechte Narrativ ein, dass es sowas wie “ethnische Deutsche” gibt, die sich anderen Bevölkerungsteilen gegenüber sauber abtrennen lassen.

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Auch wenn ihr nichts gesagt hättet - zu der Folge hätte ich Feedback gegeben: super. Das Format könnte gerne alle paar Monate eingestreut werden.

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Ich bin bei dem Thema ehrlich gesagt zwiegespalten. Grundsätzlich sehe ich durchaus das Problem einer überbordenden bürokratischen Verwaltung. Allerdings habe ich den ersten Teil der Sendung stellenweise als sehr stark vereinfachend, …empfunden.

Den Frust von Herrn Scheel kann ich nachvollziehen. Gleichzeitig wirkte er auf mich nicht besonders selbstkritisch. Sehr vereinfacht gesagt: Er kauft einen landwirtschaftlichen Betrieb im Außenbereich und wandelt ihn in eine Nähfabrik um, ohne im Vorfeld alle erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Sich im Anschluss darüber zu beschweren, dass die Verwaltung dann Fragen stellt und Auflagen prüft, finde ich nur bedingt nachvollziehbar.

Ich halte es grundsätzlich für richtig, dass wir keine fortschreitende Zersiedelung unserer Landschaft zulassen. Herr Scheel sagt selbst, dass er jährlich rund 400.000 Euro „hinterherproduziert“. Für mich bedeutet das im Umkehrschluss, dass perspektivisch eine Erweiterung notwendig wäre – und am Ende stünde möglicherweise ein neues Gewerbegebiet mitten im Grünen. Genau das wollen wir doch eigentlich vermeiden.

Auch beim Thema Brandschutz hätte ich mir eine stärkere Einordnung durch die Hosts gewünscht. Wir haben aus guten Gründen strenge Regularien. Dass der örtliche Feuerwehr-Zugführer (überspitzt formuliert) möglicherweise nicht der geeignete Gutachter für komplexe brandschutzrechtliche Fragen ist, erscheint mir durchaus plausibel. Schließlich geht es hier nicht nur um Menschenleben, sondern auch um haftungs- und versicherungsrechtliche Aspekte.

Besonders irritiert hat mich die Argumentation, er habe bereits hohe Summen an Lohnsteuer gezahlt und man könne daher „auch mal Fünfe gerade sein lassen“. Das klang für mich zumindest nach dem Gedanken, wirtschaftliche Leistung verschaffe eine gewisse Sonderstellung gegenüber dem Gesetz. Vielleicht interpretiere ich das zu streng, aber das war mein erster Eindruck – und der hat bei mir Unbehagen ausgelöst.

Ich hätte mir insgesamt gewünscht, dass auch die Gegenposition differenzierter beleuchtet wird, anstatt lediglich punktuell Audioaufnahmen des Landrats einzuspielen – jeweils dort, wo sie dramaturgisch passen.

Trotz meiner Kritik finde ich es grundsätzlich richtig und wichtig, dass dieses Thema öffentlich diskutiert und in den Fokus gerückt wird.

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Eine spannende Abwechslung mal aus dem Alltag vor Ort eine Folge zu hören mit interessanten Perspektiven von Herrn Scheel.

Ich kann mit aber vorstellen, dass wenn er auch nur ansatzweise so (passiv-)aggressiv argumentiert gegenüber der Behörde und seine Lösungen da durchbringen möchte, dann stellt sich das Amt wahrscheinlich absichtlich auch quer weil sie sich auf die gesetzliche Grundlagen berufen können. Sind die Probleme in der Verwaltung echt? Ja, insbesondere der Papierwahn und die ineffizienten Prozesse - zum Bürger und innerhalb der Verwaltung. Aber hat Herr Scheel es sich selbst schwerer gemacht als notwendig mit seiner Art? Ganz sicher, wenn er bei Philip und Ulf, die ihm ja gar nichts wollen, anfängt wütend zu werden, dann ist er bei der Behörde sicherlich noch schlimmer unterwegs. Am Ende braucht es eine durchdigitalisierte Verwaltung mit ende-zu-ende Prozessen aber wir sind alle Menschen und ein bisschen Empathie (auf beiden Seiten) hat oft die besten Ergebnisse

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Ich fand es schade, dass nicht näher auf die Gehälter eingegangen wurde. 16 Euro pro Stunde fand ich jetzt nicht sonderlich viel für ein Handwerk…Vor allem weil die Produkte 100€ aufwärts kosten.

Vielleicht wäre ich ja bereit für ein Hemd 179 Euro zu bezahlen, aber nicht wenn davon nur 16 €/h beim Handwerker:in landen.

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Gut. Gerne wieder. Küchenradio-Vibes :slight_smile:

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Eine erfrischende Folge. Ich möchte aber doch mal empfehlen, den Standort aus der Vogelperspektive anzuschauen (z.B. „Nordwolle“ in Google Maps eingeben). Wer hält das wirklich für Innenbereich nach 34 BauGB? Ihr erwähnt es zwar am Rande, aber doch nur unauffällig: eine solche Entscheidung der Gemeinde wäre gerichtlich überprüfbar, sprich, wenn sich einer von den kleinen Nachbarn aufregt, könnte sowas ganz fix vor Gericht landen.

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Fantastische Folge! Hat dazu geführt, dass ich mir direkt ein Jahresabo geklickt habe, um euch zu unterstützen.

Das ist Journalismus zum Anfassen. Gleichermaßen unterhaltsam wie auch informativ. Gerne wieder.

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Mir hat die Folge sehr gut gefallen. :+1: Wenn möglich,bitte mehr davon. :grinning_face:

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Beim Lohn muss man noch die Sozialversicherungskosten dazuaddieren. Produktionskosten machen nur einen kleinen Teil des Preises aus.

Zur Fölge: Ich fühle mich unbehaglich mit den Kundengedanken, weil eine Verwaltung auch mal das Allgemeininteresse wie zum Beispiel Klimaschutz durchsetzen muss, aber man sollte sich fragen, ob man nur streng nach internen Vorgaben vorgeht. Ich sehe das Recht der Verwaltung auf Nein in diesem Fall eher beckmesserisch ausgelegt, man darf schon seine Spielräume nutzen.
Und ich bin auch Anhänger der einen Verwaltung, also keine Verwaltung, die unterschiedliche, nicht vereinbare Anforderungen stellt.

Ich hätte gern mehrere Stimmen aus der Unternehmerschaft gehört, nicht nur den lautesten auf Youtube.

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Hi zusammen,

ich fand diese Lage-Folge auch sehr spannend und unterhaltsam. Genau wie eure Folgen zur Digitalisierung und Windenergie damals. Das Format ist passed, um anekdotische Punkte zu setzen, die in euren vorherigen Folgen meistens schon inhaltlich, aber im Sinne des fehlenden Fallbeispiels “abstrakter” untermauert sind (Bsp. Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt für Geflüchtete).

Zum Begriff “biodeutsch”: ich habe die Verwendung ironisch verstanden, denn die Absurdität der Unterscheidung (wer Geld bekommt und wer nicht) wurde deutlich betont.

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Wo ist die Ironie in Sätzen wie
Man bekommt ich sag mal Biodeutsche halt auch nicht mehr an die Nähmaschine“ (Marco Scheel) oder
Du hast gesagt, es ist gar nicht so einfach, Biodeutsche überhaupt zu finden“ (Ulf)?

Das sind ja keine Scherze über „biodeutsche“ Eigenarten, wie es ursprünglich wegen der Wortherkunft aus dem migrantischen Milieu verwendet wurde.

Im Gegenteil, es geht in dem Kontext um die Herkunft von Deutschen und dabei explizit ja auch um eine Unterscheidung zwischen deutschen die eine Migrationsgeschichte haben und den „Biodeutschen“, die schon seit Generationen im Land sind oder so.

Auch später im Gespräch wird immer wieder dieser Gegensatz aufgemacht, zB wenn davon gesprochen wird, dass der nicht biodeutsche Arbeiter ja für den „ein oder anderen biodeutschen“ das Bürgergeld finanziert. Das ist aber ein falscher Gegensatz, da der nicht-Biodeutsche ja trotzdem deutsch sein kann (Staatsbürgerschaft) und auch Bürgergeld beziehen kann.

In Konsequenz ersetzt hier subtil ein ethnisch-kulturelles Konzept (biodeutsch) die Staatsbürgerschaft (deutsch) und das ist der Kritikpunkt.

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16 Euro zuzüglich einer Leistungsabhängigen Zulage. Da ist natürlich die Frage ob diese Zulage grundsätzlich bei normaler Leistung schon einige Euro ausmacht oder ob diese wenn überhaupt nur bei überdurchschnittlicher Leistung ausgezahlt wird und dann auch nur einige Cent beinhaltet.

Und natürlich muss auch der lokale Kontext berücksichtigt werden. Irgendwo im Nirgendwo von Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern sind 16 Euro auch ganz anders zu bewerten als in München.

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Die Lage gehört zu meinen wöchentlichen “Standard”-Podcasts und ich muss euch für diese Folge ausdrücklich loben. Sicherlich lebt die Folge auch zu guten Teilen von dem Temperament und dem Enthusiasmus eures Interviewpartners, den ihr auch wiederholt etwas einfangen musstet, aber es ist daraus eine rundum gelungene Folge geworden, die ich sogar für preiswürdig erachten würde. Der Unterhaltungswert ist enorm, ohne dass die aufgezeigten Problematiken dadurch marginalisiert worden wären. Wenn ihr noch mehr Interviewpartner dieses Kalibers finden könntet, würde ich das sehr begrüssen.

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Liebes LageTeam,

Ich fand die Folge eine wirklich erfrischende Annäherung an die Realität.

Wie meine ich das?

…natürlich ist es formal erst einmal richtig, dass jeder Mensch in Deutschland auch die Möglichkeit hat sich sein Recht notfalls “einzuklagen”.

Die Realität ist für den Normal-Bürger aber eine ganz Andere. Wer sich nicht selbst verteidigen kann, ist auf Beihilfe angewiesen und das ist erstmal mit Kosten verbunden und vor allem dem Risiko, das auch wenn man in der Sache recht hat, man am Ende dennoch auf Ihnen sitzen bleibt.

Der große Fisch frisst den Kleinen und je nachdem gegen Wen man in den Rechtsstreit zieht, kann der kleine Mann mit dem kleinen Geldbeutel nicht gewinnen.

Gerade im Interview mit Marco zeigt sich auch, dass das Aussitzen und Ersticken des Antragstellenden eine scheinbar normale Taktik ist. Hier sitzt Jemand mit 50 Mitarbeitern und wird in die Illegalität gedrungen, weil die Gegenseite auf nicht mit Entscheidungen zurande kommt. Graubereiche, Willkürentscheidungen und sich Widersprechende Regelungen hätten die meisten Unternehmer in die Knie gezwungen und man muss ehrlich sagen, dass ohne seine Internet-Armee, dieser Mann den Laden hätte zu machen müssen, schon mehrfach.

Die Verwaltung zeigt sich hier von seiner schlechtesten Seite, Kleinstadt Sherrifs und Paragraphenreiter, wie sie aber in zu vielen Verwaltungen sitzen,

Hier in den Kommentaren wird sich zu gerne über die Emotionalität dieses Mannes eschauffiert aber ich will diejenigen mal sehen, die mit Ihrer Vision, einem vorhandenen Absatzmarkt und der Verantwortung und des Kosten für 50MA an solchen System zerschellen.

Meiner Meinung nach ist der Mann noch sehr gemäßigt für die Art und Weise, wie hier mit ihm wieder und wieder verfahren wird.

Ja wir brauchen als Gesellschaft regeln und Laissez-Fair führt schnell zu Klüngelei aber wir müssen das System mal wieder dahingehend umstellen, dass die Verwaltung dem Bürger dient/nutzt und nicht schadet.

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Hallo, liebes Lage-Team,

Eine ganz großartige Folge, die ich sehr gerne gehört habe und mit großem Vergnügen. Marco Scheel kenne ich schon aus diversen sozialen Medien mit seinen Beiträgen und seinen Kampf mit den Bürokratien dieses Landes verfolge ich schon länger! Großartiger Typ im Übrigen! Gerne dürft ihr öfter solche Lagefolgen bringen!

Mein Highlight: der Moment, wo ihr im Schafstall steht und Marco Scheel sich in Rage redet, über die kafkaesken Situationen der deutschen Verwaltung- und im Hintergrund blöken die Schafe-herrlich! Das habe ich sehr gefeiert!

Danke für diese schöne Folge!

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In der Tat ist die erste Verwendung des Wortes weniger ironisch sondern eher lapidar dahergesagt (“… ich sag mal Biodeutsche…”), da gebe ich Dir Recht.

Meine Interpretation leitet sich von der wahrscheinlichen Intention der Wortverwendung ab: Im Falle des Herrn Scheel wird deutlich, dass tendenziell eher Menschen mit Fluchtgeschichte oder Migrationshintergrund bei ihm arbeiten. Man kann sich nun fragen warum das so ist. Ein Erklärungsansatz wird die privilegierte Stellung derjenigen sein, die nicht in einem sozial weniger angesehenen Beruf (Wertschätzung Spargelstechen) arbeiten wollen und schlichtweg die Möglichkeiten haben, andere Berufe auszuüben. Diese werden meiner Auffassung nach von ihm als Biodeutsche bezeichnet. In dem o.g. Wikipedia-Artikel steht übrigens auch etwas zur Nutzung des Wortes um die privilegierte Stellung hervorzuheben:

Eine korpuslinguistischeStudie ermittelte 2021, dass das Wort „biodeutsch“ in vier verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. Im untersuchten Korpus aus 299 seit 2014 erschienenen Texten haben die Verwendungsweisen folgende Häufigkeit: für eine privilegierte Gruppe (65,6 %), die Gültigkeit in Frage stellend (11,7 %), als umgekehrte Diskriminierung (2 %), als soziale Kategorie (20,7 %).

Man sieht an der Häufigkeit, dass diese Intention nicht unwahrscheinlich ist.

Dazu möchte ich natürlich festhalten, dass man eine Wortverwendung immer in den Kontext des Gesagten (und wahrscheinlich gemeinten) sehen sollte. Dies ist in der Tat unheimlich wichtig um subtile Narrative aufzudecken, was Du in deinem Kommentar hervorhebst. Wenn jemand aus der neuen Rechten dieses Wort verwendet, ist wahrscheinlich mit einer ganz anderen Intention zu rechnen.

Das Wort an sich ist also noch kein Unwort, lediglich sein Verwendungskontext und potenzieller Missbrauch können es situationsabhängig zu einem solchen machen!

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Könnten wir die Diskussion über ein Wort jetzt beenden bitte…

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Ich habe mich sehr über diese Folge gefreut, denn gefühlt zum ersten Mal interviewt ihr einen „Praktiker“, der unter den Gesetzen leiden muss und keinen Politiker oder Akademiker.

Ein willkommener Kontrast :slight_smile:

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