LdN 261/274 - Energiewende/ "Atomkraft ist kokolores"

Es hängt im Wesentlichen an zwei Dingen: i) der mangelnden Akzeptanz von Windkraftanlagen an Land und ii) dem Nichtvorhandensein bezahlbarer Power-to-H2-Anlagen mit Leistungen von Dutzenden von GW - sprich: der fehlenden Speichermöglichkeit.

Wäre das Speicherproblem gelöst und könnte man das Land mit Windkraftanlagen überziehen als Ergänzung zur PV, es gäbe kein Argument pro Kernkraft. Aber das sind halt zwei harte Nüsse.

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kannst du die genaue Studie hier verlinken?
Bislang war doch der IPCC Bericht in seiner aktuellen Form Konsens - mit den für die Atomkraft belegten geringen Co2-Werten.

Quelle? Bisher waren die Kosten für den Bau immer die ausschlaggebenden Kosten. Ein paar Milliarden für den Bau und wenige zig Millionen für den Betrieb pro Jahr.

meinst du small nuclear Reactors oder Kernfusion?
smr kenn ich mich nicht aus.
Kernfusion sieht doch gut aus basierend auf den Ergebnissen von Ende Dezember in UK und dem Baufortschritt des ITER.

kannst es ja mal durchrechnen. Alle aktuell in Deutschland befindlichen Batterien reichen für eine Ersetzung von wenigen Sekunden Strom von Deutschland. Und da sind alle E-Autos eingerechnet.
Klar kann man ohne Ende Wasserstoff herstellen und Speichern - aber es wäre günstiger den von woanders zu importieren. aus Frankreich zum Beispiel - oder Marokko.

wo genau die neuen Reaktoren stehen sollen ist wohl noch nicht geplant - aber vermutlich an den alten Standorten als Anbau bzw. Ersatz.

nee, ist mir erst jetzt eingefallen. Aber grundsätzlich frage ich mich dann doch, warum wir ausgerechnet nachts und ausgerechnet im Winter aus der Atomkraft aussteigen. Warum nicht im Frühling oder morgens?

ich finde alle AKWs eine gute Idee, nicht nur diese letzten drei deutschen. Grundsätzlich fände ich es gut wenn Deutschland auf den Weg einer möglichst wenig ionisierenden, co2-armen und grundlastfähigen Form der Energieerzeugung einbiegt - damit Europas Energiearmut überwunden wird und europäischer Wirtschaft eine Zukunft zu geben.

Mit dem Atomausstieg wird nach dem aktuellen Plan mehr Stein- und Braunkohle in die Luft geblasen und die darin gebundenen Schwermetalle wie Blei und auch ionisierende Strahlung freigesetzt. Blei schädigt das Hirn, macht doof und ionisierende Strahlung ist ja genau die Gefahr aus deren Grund in Deutschland die AKWs abgeschaltet werden sollten. In Deutschland werden die AKWs abgeschaltet - und die ionisierende Strahlung im Land geht hoch. Insbesondere in Kohlekraftabhängigen Städten wie Berlin. Kannste dir nicht ausdenken so kokoloresque ist das.

Da ich selber ein energiebedarfsintensives Unternehmen betreibe kann ich aber sagen dass ich dieses Umfeld in Deutschland aktuell nicht finde und entsprechend dort nicht mehr investiere und Personal abziehe. Ich würde mir aber wünschen dass sich das ändert - und deshalb kontribuiere ich hier so begeistert in diesem Forum.

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Diese Werte sind zu niedrig aus der Quelle übernommen, die der IPCC-Report angibt, haben wir hier schon besprochen:
https://talk.lagedernation.org/t/ldn267-atomkrafts-co2-bilanz/10940/26?u=matder

Plus die, aktuell in Deutschland, mindestens 138 Milliarden für die Endlagerung, aber die müssen die Stromkonzerne ja auch nicht mehr zahlen.

Niemand will nur Batterien für die Speicherung einsetzen. Pumpspeicherwerke, Power-to-gas und Ähnliches ist da viel besser geeignet.

Und noch mehr Abhängigkeit schaffen? Das sollten wir höchstens bei „Resourcen-Wasserstoff“ für Stahl usw. machen. Wasserstoff zur Verstromung ins normale Netz sollten wir soviel wie möglich in D herstellen.
Bei Lebensmitteln machen wir uns ja auch so gut es geht vom Ausland unabhängig.

Daran kann man gut sehen, wie wenig selbst die Franzosen Lust auf mehr Kernenergie haben.

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? Man macht doch nicht irgendwo unnötig einen neuen AKW-Standort auf. Die bisherigen Standorte versorgen doch ganz Frankreich sehr gut- also warum nicht da zubauen wo die bröseligsten Reaktoren stehen.

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Der Atomfonds hat einen Kapitalstock von aktuell 24 Milliarden - komplett gezahlt von den Betreibern. Da dieser Kapitalstock investiert wird und professionell gemanaged wird, wird dies in Zukunft mehr - auch ohne Zuzahlung der Betreiber.

Deine Zahl von 138 Milliarden konnte ich nicht finden - bitte Quelle nachreichen.

baut aber aktuell keiner in Deutschland in nennenswerter Größenordnung.

Das Argument verstehe ich nicht. Deutschland importiert stand heute zwei Drittel seiner Primärenergie.
Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es gut, dass andere Länder Deutschland nicht nur Waren abkaufen sondern auch verkaufen können. Man stelle sich vor Deutschland hätte nicht nur einen Exportüberschuss an Gütern sondern auch an Energie - was sollen die andren Länder denn dann noch machen?

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Mein Fehler, es sind natürlich 169 Milliarden. Und das sind auch nur die geschätzten Mittel bis 2100. Die Zeit danach hat man einfach mal nicht mit eingerechnet. Wahrscheinlich kommen die Taschenrechner sonst nicht mehr mit :wink:

Die Quelle ist in meinem Beitrag von oben:
Atomkraft ist kokolores Beitrag 162

Gut, dass du das ansprichst.

Dieser Fonds hat 2019 ja noch Verlust gemacht (ist auch oben in meinem Beitrag verlinkt),

edit:
Von hier an habe ich leider den Geschäftsbericht des KENFO falsch interpretiert und streiche daher diese Aussagen. Näheres dazu in diesem Post:
Energiewende/ “Atomkraft ist kokolores, Beitrag 373

aber für 2020 gibt Kenfo (die Stiftung, die das Geld verwaltet) an, dass sie 120 Mill. € Stiftungsgewinn gemacht haben ([Quelle](https://www.kenfo.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen/kenfo_pressemitteilung_kenfo_schliesst_corona_jahr_2020_mit__plus.pdf)). Klingt ja erstmal so, als ob der Fond es schafft, die Kosten der Endlagerung zu stemmen.

Wenn man sich dann aber den Geschäftsbericht (Quelle) ansieht, sieht das so aus:

Ich bin jetzt kein Buchhalter, daher bitte korrigieren, wenn ich jetzt Quatsch erzähle, aber sollte das Stiftungsvermögen nicht eigentlich erhalten bleiben?

Das hier sieht eher so aus, als ob die Stiftung zwar Kapitalerträge erwirtschaftet, aber die Zahlungen an das Bundesministerium für Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) diese Gewinne um ein Vielfaches übersteigen btw. diese Zahlungen sind als „Stiftungs-rechtliche Verwendungen“ aufgeführt und Kenfo gibt sie als Summe aller Geschäftsjahre an.

Diese laufenden Zahlungen sind aber natürlich der eigentliche Grund für den Fond und auch gesetzlich vorgeschrieben.

Im Moment würde ich daher sagen, ist die Ausstattung des Fonds durch die „Atomkonzerne“ viel zu gering gewessen, ein weiterer umweltpolitischer Fehler der abgewählten CDU/CSU-Regierung und wie alles an der Atomkraft: kokolores. :slight_smile:

Wenn die Leute, die aktuell nichts als Zeter und Mordio wegen der AKW-Abschaltungen rufen, stattdessen lieber konstruktiv auf das Speicherproblem hinweisen würden, dann kämen wir da vielleicht auch mal weiter.

Mit einer autarkeren Energieversorgung könnte Deutschland aktuell z.B. zum Wohle der Ukraine ganz anders gegenüber Russland auftreten.

Aber dabei geht es eben nur um die Sicherung des allgemeinen Strombedarfes. Was die Chemie- und Stahlindustrie und deren künftigen Wasserstoff-Bedarf angeght, da können wir gerne über Importe unseren Außenhandelsüberschuß reduzieren.
Auf solche Lieferungen kann man im Krisenfall auch mal verzichten.

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Ich bin mir nicht sicher ob es klug ist einem Staat seine Haupteinnahmequelle wegzunehmen.

Die Hoffnung auf große Speicher teile ich einfach nicht und gehe von einer schleichenden Deindustrialisierung Deutschland aus. Das ist konstruktiv- nur nicht für Deutschland.

Politisch stimme ich dir da voll zu. Allerdings kann sich die Welt mit Sicht auf das Klima auch nicht leisten, Russlands Gas immer weiter zu verfeuern.
Macht Russland denn Anstrengungen, andere Einnahmequellen zu erschließen? Wenn nicht, könnte das noch ein ganz heißes Eisen werden.

Wieso denn Hoffnung? Die Technolgie für solche Speicher ist da. Es muss nur von politischer Seite die Vorraussetzungen geschaffen werden.
Ich bin der Meinung man kann große Speicheranlagen den klassischen Energieversorgern als Geschäftsmodell vorschlagen damit der Kummer über Atom- und Kohleausstieg nicht zu groß wird, aber vielleicht gibt es da noch bessere Modelle.

Man könnte ihnen z.B. anbieten ihre menschenleeren Gebiete mit Windrädern volzustellen und daraus grünen Wasserstoff zu machen. Den kauft dann zum Beispiel unsere Stahl- und Chemie-Industrie. Eine Win-Win-Situtation :slight_smile:

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was soll denn da das Geschäftsmodell sein? Für 10 ct Windkraftstrom kaufen und ein paar Stunden später für 15 ct wieder verkaufen? Da lohnt sich die teure Speichertechnologie niemals - wenn parallel aus Frankreich für 15ct auch Atomstrom gekauft werden kann.

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Wieso denn immer gleich kaufen und verkaufen.
Die Bundesnetzagentur legt fest wie viel Speicher wir brauchen, schreibt die Anlagen aus, ein Betreiber baut und betreibt den Speicher und die Kosten dafür zahlen wir alle anteilig über den Strompreis, so wie heute schon die ganzen Netzentgelte. :slight_smile:

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exakt das ist doch das was man mit Marokko auch angefangen hat. So macht das ja auch sinn - erneuerbare dort aufzubauen wo Sonne und Wind verfügbar ist. Das ist aber nicht in Russlands Tundra oder Süd/Ostdeutschland der Fall.

ah. staatlich bestellte marktferne Infrastruktur. Das wird bestimmt günstig - der Staat ist ja schliesslich ein sehr effizienter und guter Einkäufer und hat aus den letzten Schwarzbüchern und Krisen gelernt.

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Wird aktuell bereits so gemacht, Stichwort strategische Ölreserven …

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Deutschland hat nicht nur eine strategische Ölreserve von 25 Mio. Tonnen sondern auch eine strategische Getreidereserve die alle 10 Jahre weggeworfen und neugekauft wird. Und neuerdings auch eine strategische Maskenreserve und wahrscheinlich noch einiges mehr.
Bedenken wir aber bitte dass alles was eingelagert wird nicht genutzt werden kann. Deshalb bin ich kein Freund von Bargeldhorten unter dem Kopfkissen und auch nicht von Horten von Öl/Weizen/Masken. Bestenfalls wird alles was hergestellt wird auch zeitnah genutzt - alles andere verringert den Lebensstandard der Bevölkerung.

Oder führt im Krisenfall zu einer Katastrophe …

Aber gut lösen wir halt alle Reservelager von allem auf und hoffen das nichts unvorhergesehenes passiert was den Lebensstandart (und wahrscheinlich eher die Lebenserwartung) negativ beeinflusst.

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Sie wird verkauft, nicht weggeworfen.

Sehe ich das richtig, dass du keine Versicherungen außer Pflichtversicherungen hast?

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Kapital ist genug Sicherheit.
Deutschland hat Gold und Fremdwährungsreserven sowie SDR. Dass damit auch in einem Krisenfall nirgendwo auf der Welt Öl oder Essen für 80 mio deutsche für Wochen aufzureiben ist halte ich für ausgeschlossen.
Daher halte ich die doppelte/dreifache Versicherung für unnötig.

Hast recht- und ich wieder was gelernt. Und dennoch: abgelagertes Produkt muss ja günstiger verkauft werden. Also wird es nicht weggeworfen- aber es verliert durch die bevorratung an Wert.

Ich finds weiter Quatsch und ist ja auch noch nichtmal demokratisch legitimiert durch ein Gesetz. Also wird hier Steuergeld ausgegeben für Dinge die vielleicht die Mehrheit gar nicht für nötig erachtet.

Auf Deutsch: bei einer Versorgungskrise exportieren wir unsere Not in andere Teile der Welt, anstatt sie durch eigene Vorrratshaltung abzumildern.

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