Man könnte natürlich das Versagen der Bürgerlichen im Umgang mit der AfD, die auch in bürgerlichen Medien (z.B. Zeit) wieder und wieder verbreiteten Nonsensnarrative und hilflosen Argumentationen im Kontext der AfD (jüngst etwa Maischberger) thematisieren, aber das ist einfach langweilig und führt zu nichts.
Dennoch soll der symbolische Ausgangpunkt der Spiegel-Titel „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ bilden, denn, dass Ulrich Siegmund das Cover gerne signiert, ist logisch, da die Hassbürger:innen ja gerade wollen, dass die anderen in Angst und Schrecken versetzt werden.
Oder wie der baden-württembergische AfD-Landesparteichefs Markus Frohnmaier es ausdrückte:
Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet.
Was zu oft unter dem Radar läuft, ist, dass sich das Ausmisten ganz zentral auch auf die Kultur bezieht.
Ausgehend von den faschistischen Kreisen in Schnellroda (Götz Kubitschek) und mit Gramscis Idee der „kulturellen Hegemonie“ im Gepäck wird ein regelrechter Kulturkrieg geführt.
Eine frühe Recherche zeigt, wie lange die Strategie schon verfolgt wird:
Eine Recherche von ARD und SZ dokumentiert, wie Theater, Opernhäuser und Museen von der Neuen Rechten unter Druck gesetzt und bedroht werden. Eine Chronik.
Die Akteure aus dem rechten und rechtsextremen Milieu und ihre Mittel sind unterschiedlich. Was sie verbindet, ist die Aversion gegen ein weltoffenes, liberales Kulturleben und der Versuch, Kunstinstitutionen zu diskreditieren.
Die Gefahren in SA sind besonders virulent:
Nun kann man sagen, diese Art von Kultur hat den ressentimentbeladenen AfD-Kleinbürger ohnehin noch nie interessiert und kulturaffine Sachsen-Anhalter:innen werden ihre Bedürfnisse anderorts stillen oder halt wegziehen, aber das unterschätzt m.E. die Sprengkraft eines solchen Ikonoklasmus.
Der ohnehin unter Kürzungsdruck stehende Kultursektor könnte auch andernorts massiv Schaden nehmen, wenn auch - ausgehend von den Erfahrungen in SA - konservative Politiker:innen die Mobilisierbarkeit kleinbürgerlicher Ressentiments gegen die avanciertere Kultur für sich entdecken.
Noch regt sich Widerstand:

