Klimaschutz durch Privatpersonen

Ich würde hier gerne antworten, dass die größere Verantwortung für mich eindeutig bei der Politik liegt.

Bei dieser Thematik ist einfach ganz klare Führung gefragt, um Unternehmen klare Grenzen und Verantwortlichkeiten aufzuzeigen, aber auch noch aus einem weiteren Grund.
Ich habe hier leider die genauen Quellen und Zahlen gerade nicht vorliegen, aber was das Einsparpotenzial und Änderung der eigenen Handlungsweisen angeht, haben sich über die letzten Jahre gezeigt, dass es auch hier wieder in überwältigendem Außmaß, Menschen mit geringeren Einkommen waren, die in Europa ihre Lebensweise geändert haben um der Klimakatastrophe zu begegnen.

Das Problem an dem Finanzdruck oder Finanzanreiz ist, dass die Menschen, die es sich leisten können, immer noch keinen Druck spüren ihr Verhalten zu ändern. Dabei sind es die reichsten Menschen, die prozentual gesehen einen viel höheren Schaden anrichten, als Menschen mit niedrigem Einkommen. Diese Korrelation sieht man ja auch global zwischen reichen und ärmeren Ländern. Und je größer die Kaufkraft, desto höher auch die mögliche Einflussnahme auf Politik und Wirtschaft. Deshalb finde ich es schon essentiell, neben dem was natürlich jeder einzeln leisten kann, die Politik hier in der größten Verantwortung zu sehen.

Politiker*innen können Rahmenbedingungen setzen, wie produziert werden darf. Sie könnten den SUV-Boom regulieren (z.B. eine Höchstbreite für Privat-PKW festlegen), besseren ÖPNV auf dem Land fördern, damit die Menschen dort überhaupt Alternativen zum Auto haben. In der Stadt den Rad- und Fußverkehr dem Autoverkehr vorziehen und Flächengerechtigkeit schaffen, Dienstwagenprivileg, konventionelle Fleischproduktion nicht mehr subventionieren, Fischerei besser regulieren und kontrollieren… und so weiter uns so fort. Letzten Endes das System verändern. Diese Macht hat man als Konsument einfach nicht. Von daher ja: jeder kann etwas tun und andere überzeugen (Fleisch- und Fischkonsum sowie Flugverkehr einschränken und Stromanbieter & Bank wechseln sind soweit ich das verstanden habe hier gute Hebel) aber es muss hier gezielte, mutige politische Steuerung geben, einfach deshalb, weil uns die Zeit so arg davon rennt und wir dringend weniger Ressources verbrauchen müssen. Und solange Konzerne und Reiche mit Umweltzerstörung Geld einfahren können, werden Sie es tun. Deshalb sehe ich mittlerweile auch einfach nicht mehr viel andere Möglichkeiten als einen Systemwechsel und auch der muss politisch gesteuert werden, mit Druck aus der Zivilgesellschaft.

6 „Gefällt mir“

Dann sage ich:

L’état, c’est nous :slight_smile:

2 „Gefällt mir“

Glaubst du das eigentlich wirklich, dass da skrupellose Typen sitzen denen es nur darum geht Geld zu scheffeln und denen die Umwelt schnurz ist? Woher nimmst du denn deine Gewissheit?
Kannst du dir nicht vorstellen, dass die Teil der Lösung sein wollen?
Oder ist es deine Überzeugung, nur zurück zu Feuerstein und Steinaxt können die Welt noch retten?

2 „Gefällt mir“

Das mag sein, aber in gewissen Produktgruppen ist es extrem schwierig etwas ohne Palmöl/-fett zu bekommen.

Dafür liebt es die Industrie viel zu stark.

Komplexes Thema.
Ich denke, jeder kann in ihrem/seinem Rahmen und nach ihren/seinen Möglichkeiten schon einiges zum Klimaschurz beitragen.
Sicher hängt das auch von dfn finanziellen Mitteln, dem eigenen Anspruch auf Wohlstand und Komfort ab. Aber auch davon, was der Markt und Politik an Chancen und Handlungsmöglichkeiten bietet.

Den würde ich mal bedingt außen vor lassen.

Ich weiß nicht wie das bei westdeutschen Rentnern aussieht, aber zumindest anekdotisch bei ostdeutschen:

Da ist momentan die erste Nachkriegsgeneration in Rente die noch Mangelwirtschaft erster Klasse kennen gelernt hat.

Heißt z.B. Essen wegwerfen weil zuviel gekocht gibt es eher selten.
Auch diverse Innereien als Mahlzeit sind denen nicht unbekannt.

Als gelernter Ossi mit Eltern dieser Generation komm ich auch relativ gut damit klar.

Da ich mein Essen selber kochen kann ich mir auch was mit den Resten einfallen lassen und brauch ja eh was für die Mittagspause unter der Woche.

Resteessen ist was feines ^^

Ich denke gewisse Verhaltensmuster der jetzigen Rentner sollte man noch schnell lernen und nachmachen, bevor sie verschwinden.

Und nein ich hebe keine rostigen krummen Nägel mehr auf wie mein Großvater :wink:

Jupp, deswegen will ich mir jetzt auch eine Elektroisetta kaufen, wenn die einen Importeur für mich finden ^^

Und jetzt bitte noch auf deutsch ^^

Mein Übersetzungsprogramm weigert sich die Sprache zu erkennen, ich weiß also gar nicht, was du sagst :wink:

1 „Gefällt mir“

Ja sry, da hab ich es mit Klugscheißerei wohl etwas übertrieben. ^^

L’état, c’est nous ist französisch und bedeutet:

Der Staat sind wir!

Das ist abgeleitet von einem Zitat eines französischen Königs:

2 „Gefällt mir“

Zunächst einmal, man muss nicht jeden einzelnen Mitnehmen, das wird man auch nie können.

Zu der Frage, wie man besserverdienende Leute von Verzicht überzeugen könnte. Ein Ansatzpunkt wäre Zeitgewinn und Stressreduzierung. Wer weniger konsumiert muss auch weniger arbeiten, da zusätzliches Geld nicht mehr Wert ist. Das heißt man hat viel mehr Zeit mit Freunden oder um neue Hobbys anzufangen. Des Weiteren leiden wir unter dem Zwang immer mehr haben zu wollen und uns mit anderen vergleichen zu wollen. Wenn man einen reduzierten Lebenstil führt, braucht man diesen Stress nicht mehr und kann entspannter Leben.

1 „Gefällt mir“

Widerspricht aber dem noch vorherschenden gesellschaftlichen Credo des „Höher, Schneller,weiter“ . Der kostspielige SUV oder teure Tesla ist immer noch ein Statussymbol, zumindest bei der Generation Ü30. Klimaschutz ist da in der Regel nicht das handlungsleitende Motiv.
Da braucht es noch etwas Wandel in den Köpfen, den man aber schon vielfach erkennen kann.

Ich persönlich gehe Richtung 50, habe noch nie einen Neuwagen besessen, sondern meist im vierstelligen Eurobereich gekauft, ubd mir fehlte nix. Doch erst jetzt merke ich, wieviel Geld nan schon im Leben sinnlos verpulvert hat, meist für materielle Dinge. Ist halt alles ein Lernprozess.

2 „Gefällt mir“

Das ist deine Fantasie, dass ich das glaube. Tatsache ist, dass diese Leute ein Produkt verkaufen, das nur halb so gross sein müsste mit entsprechend niedriger Umweltbelastung, um genau den selben Grundnutzen (Mobilität) zu bieten. Warum entscheiden sie sich so? Grössere Autos bringen mehr Gewinn. Werbeleute reden den potenziellen Käufern grössere Autos ein. Wer Mobilität für sparsame Umweltbelastung verkaufen wollte, ginge unter den jetzigen Marktbedingungen tatsächlich unter.

Das Verhalten der Verantwortlichen ist also nicht explizit skrupellos sondern NORMAL, heisst, alle sind daran gewöhnt und 90% der Leute finden es infolge der Gewöhnung für in Ordnung.

Nahe an skrupellos ist es aber schon, wenn solche Autos als Teil des Kampfes gegen den Klimawandel angepriesen werden. E-Mobilität, egal in welcher Gewichts- und Luxusklasse ist gut, und es ist auch egal, wieviel unnötige km man damit fährt; das gute Gewissen für die, die gerne eines haben möchten und nicht nachdenken wollen, wird gleich mitverkauft. Und die Politik fällt auch darauf herein und zahlt Prämien für ALLE E-Autos. Wäre ja ok, wenn das nur für die kleinsten E-Autos gelten würde.

@LeoWom, vielleicht weisst du aber einen vernünftigen Grund, warum dieser Volvo so gross ist.

2 „Gefällt mir“

Eine Anmerkung: ist das nicht alter Wein in neuen Schläuchen?
Dein Argument wird seit langer Zeit von seiten zb der afd gemacht, die zu bedenken geben, dass für jedes in DE geschlossene Kohlekraftwerk weltweit zwanzig neue gebaut werden. Imo machst du die gleiche Aussage, nur weiter runter skaliert.

Ich befürchte, dass das (globale)systemische Umdenken erst dann passiert, wenn die Klimakatastrophen deutlich brutaler werden.

Mein Punkt ist nicht das Auto das Volvo verkauft. Mir geht es darum, dass Unternehmen massiv an Nachhaltigkeit arbeiten. Und eher durch Zufall weiß ich wie konsequent das Volvo auch von seinen Zulieferern einfordert.
Wenn die Politik so progressiv wäre, dann könnten viele Themen viel schneller gelöst werden. Statt dessen kommen von dort Regeln wie die Taxonomie, die so kompliziert und aufwändig sind, dass dadurch ohne Nutzen wirtschaftlicher Schaden entsteht.

Ich glaube nach tausenden Stunden Recherche: du liegst falsch und meine Investments zeigen mir das auch…

Es wird in Teilbereichen schneller gehen als wir uns das jetzt vorstellen können. Natürlich sind noch viele offene Themen zu bearbeiten - aber die Lösungen wird kommen.

Und am Ende wird wieder die (linke) Diskussion gestartet: Ja, aber die Besserverdiener haben immer noch den gleichen Luxus wie vorher.
Grund: die haben genug Geld um sich zwei Elektroautos zu kaufen, haben meistens Eigenheime, können sich einfach reichlich Photovoltaik aufs Dach und eine Wärmepumpe installieren.
Damit haben sie sich ihre Energiekosten vorfinanziert und sind fast autark.
Damit ist der Umwelt zwar geholfen, aber das passt den Linken immer noch nicht weil die Energiekosten immer noch steigen.

1 „Gefällt mir“

Das glaube ich schon. Und doch verbergen sich Motive hinter punktuell ehrlichen Absichten, die eine geradezu schizophrene Haltung offenbaren. Ich glaube wirklich, dass Menschen sich herauswinden, indem sie etwas Gutes tun im Einzelnen und es gleichzeitig nicht lassen können, den grösstmöglichen Vorteil für sich zu sichern im Grossen, ohne zu bemerken, dass sie die guten Absichten damit verraten.

Kurz gesagt zu diesem Thema: die Entscheidung für schwere E-Autos auf beiden Seiten (Hersteller - Käufer) ist ein unverzeihlicher Fehler, teils aus Denkfaulheit, teils aus Berechnung zugunsten kurzfristiger persönlicher Vorteile der beteiligten Personen. (Es könnte ein Automanager ja meinen, sich mit dem da verdienten Geld ggf.l an einem vom Klimawandel geradezu begünstigtem Ort der Erde sich niederzulassen.)

Ich sehe natürlich den Punkt, aber gerade sehe ich nicht, dass es jetzt bereits einen Ausweg aus diesem Kreis oder Spirale gibt. So wit ist weder Deutschland noch die Welt. Der Grüne Umbau der Energiesysteme muss Deutschlandweit/EU-weit/weltweit bezahlt werden und die Bild-Zeitungs-Propaganda, dass niemals irgendwo irgendwer Steuern zahlt, sind halt einfach Märchen. Wo kommen die 800 Milliarden = 0,8 Billionen Steuereinnahmen in Deutschland her? Das sind Steuern von allem und jedem Unternehmen, Bürgerinnen, Verbrauchssteuern etc. Ja, man könnte evtl. von einigen wenigen Superreichen noch den Besitz besteuern, da bin ich aber immer zurückhaltend, wir haben in Deutschland ein Unternehmertum, das sich meistenteils kümmert.

D.h. ein Mittelständler der 1.000 Mitarbeiter hat, da fährt der Chef natürlich ein dickes Auto und hat Millionen… Aber er hat Verantwortung, lenkt den Betrie, trifft Entscheidungen, die Mitarbeiter arbeiten, es wird Lohnsteuer und Sozialleistungen vom gemeinsam Erwirtschafteten in die Solidar-Kasse abgegeben. Es ist halt ein komplexer Kreislauf und im Kern das solidarische System welches Rudolf Diesel schon 1903 in seinem Buch Solidarismus beschrieben hat…

1 „Gefällt mir“