Es sind schon alle 8 Mrd. Privatpersonen, die mit einen sehr kleinen oder sehr grossen Beitrag den Klimawandel und die Umweltzerstörung verursachen. Die Industrie liefert, was die Leute gerne kaufen. Die meisten Produkte sind überflüssig, viele Produkte sind überdimensioniert (Autos z.B.), viele Produkte werden in zu grossen Mengen produziert (Fleisch, überhaupt Lebensmittel, Kleidung), viele Produkte werden auf schnellen Verschleiss hin entwickelt, aufwändiger Lebensstil (Flugreisen, Kreuzfahrten, eine Flutwelle von Events, werden als Standard verkauft. Raffinierte Werbemethoden bringen das alles unter die Leute, und die Leute nehmen das ohne nachzudenken. BP ist nur der Lieferant, den es nicht mehr gäbe, wenn die Leute seine Produkte nicht mehr kaufen würden.
Natürlich ist es unrealistisch, dass die 1 Mrd. Menschen auf westlichem Niveau freiwillig nur noch das Wesentliche konsumieren und jeder für sich sein „gute Leben“ daraus baut. Deshalb ist es notwendig, dass die Regierungen Regeln setzen, die das Ziel des einfachen, guten Lebens erreichbar machen. Und dafür ist es notwendig, dass jede Regierung den seit dem Beginn der Kolionalzeit erbittert geführten Kampf um Ressourcen und heimliche Vorteile beenden.
Im jetzigen Zustand ist der Beitrag der freiwillig Sparsamen insofern geringer als theoretisch möglich, als weiterhin eine überdimensionierte Infrastrukitur (Strassen, Flughäfen, Seehäfen, Kraftwerke, Bergbau, Wasserversorgung usw.) erhalten und ausgebaut wird. Darüber kann man sich ärgern, oder sich darum kümmern.
Der/die Einzelne ist die einzige Instanz, die angesprochen werden kann, um die Umweltzerstörung zu bremsen, entweder durch Appelle oder durch Gesetze. Also ist die Aussage, „das wenige was ich tun kann, ist so winzig, dass ich es gleich lassen kann“ ganz falsch. Es scheint auf den ersten Blick so, und leider nehmen das zu viele Menschen dankbar als Ausrede. In Wirklichkeit ist das, was ein Individuum tut oder lässt bereits das Maximum. Es gibt keine grösseren Einheiten, die man mit Appellen oder Gesetzen zu einem besseren Gebrauch der Ressourcen bewegen könnte. Was die Probleme verursacht ist die Summe der Entscheidungen aller Menschen auf der Welt. Wie kann sich da ein Einzelner herausnehmen und die Schuld auf alle Mitmenschen schieben?
Beispiel Flugreisen: Wer eine Flugreise bucht, entscheidet sich, den maximalen Schaden zu hinterlassen, den er/sie als Einzelne in der kurzen Zeit anrichten kann („Kompensation“ ist vernachlässigbar). Wenn nur eine Person oder auch 100 oder 1000 ihr ganzes Leben nur fliegend verbringen würden, wäre der Schaden nicht der Rede wert. Aber es sind 4 Mrd. Entscheidungen für Flugreisen pro Jahr, die eben nur von Einzelpersonen und nicht von Kollektiven getroffen werden. Die grosse Zahl schafft das Problem.
Nach meiner Beobachtung haben ungefähr 80% aller Leute ein Problem, diese Zahlenverhältnisse zu abstrahieren. Deshalb geht mit Freiwilligkeit sicher nichts. Wer es versteht und sich trotzdem resignierend auf die Unverständigen hinausredet, macht es sich halt vorläufig bequem.
Im Übrigen ist es völlig belanglos, dass BP den „CO2-Fussabdruck“ erfunden hat. Auch wenn BP den Fussabdruck der Verbraucher mit seinen Produkten enorm vergrössert, ist die Rechnung trotzdem richtig. Wenn ein Alkoholiker den Leuten predigt, sie sollten keinen Alkohol trinken, dann hat er einfach Recht, solange er nicht behauptet, er würde selbst auch nicht trinken.