Die Zahlen hängen davon ab, wie man Städte definiert. Die Mitglieder des deutschen Städtebundes sind bspw. sehr inhomogen, da für die Aufnahme vor allem historisch-politische Aspekte entscheidend sind. Für eine Aussage über die tatsächliche Infrastruktur man auf die große schauen. Städte wie Zörbig oder Köthen haben mit brauchbarem ÖPNV nicht viel am Hut.
Sinnvoller ist die Einteilung von Städten nach Anzahl der Einwohner, da das zum Angebot von Infrastruktur korreliert.
Zu dem Thema habe ich hier schonmal eine Auswertung, inklusive interaktivem Notebook, präsentiert. Vielleicht magst du da mal reinschauen?
An anderer [Stelle (Klimakrise, klimaschonendes Bauen, klimaschonende Regionalentwicklung - #58 von pitus) habe ich erst heute einen Link der Bundeszentrale für politische Bildung geteilt, der diese Frage zumindest differenziert beantwortet. Dort heißt es
Weniger als 20 % haben hingegen keinen Zugang zu einem Auto oder besitzen keinen Führerschein.
Deine Zahl passt allerdings gut zu der nachfolgenden Aussage über regelmäßigen Zugriff auf ein Auto (ein Auto im eigenen Haushalt). Da scheinen ca. 40% außen vor zu sein. Sieh den Absatz darüber bitte nicht als Widerspruch, sondern eher als Erweiterung zu deiner Aussage.
Nochmal zur Abhängigkeit von Wohnortgröße und Autoanzahl, denn dazu macht die BPB auch eine Aussage.
Je größer die Gemeinde, desto größer ist der Anteil derjenigen, die nicht ständig über ein Auto verfügen. Die Unterschiede sind erheblich (siehe auch Interner Link:Abbildung 6): In Dörfern und Kleinstädten kamen im Jahr 2017 zwischen 607 und 649 Autos auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner, während in Metropolen und Großstädten nur noch zwischen 372 und 455 Autos auf 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner zugelassen waren.
Die Grafik zeigt relativ einfach wie sich Wohnortgröße und Ballungsraum auf den Autobestand auswirken. Und ich bin erstaunt wieviele Menschen in Metropolen noch immer auf den PKW setzen.
Das verlange ich ja auch nicht. Ich bitte nur darum, dass wir als Gesellschaft und Individuum für Autoverzicht werben, ihn aber nicht einfordern, als Standard definieren oder Menschen für dumm erklären wenn sie anders denken.