Gebrauchte E-Autos

Ist das hier auch der Ort, um Themen vorzuschlagen? Meine Situation: Ich erledige fast alle täglichen Fahrten mit dem E-Lastenrad (Bullit) und bin damit auch extrem zufrieden. Nach drei Jahren habe ich mir jetzt allerdings einen Ersatzakku gekauf (kaufen müssen), da die Kapazität des alten doch arg nachgelassen hatte. Ausserdem hat unsere Familie auch noch einen sehr alten Diesel-Passat, der aber die meiste Zeit rumsteht, wenn aber eher für weitere Fahrten mit eher mehreren Personen und/oder Wassersportgepäck ins Umland (100-300km zB fürs Wochenende) genutzt wird, was Car-Sharing als Ersatz nicht so richtig attraktiv macht. Daher werden wir den fahren, bis er uns verlässt (zu teure Reparatur oder TÜV). Dann wird der Ersatz schon elektrisch sein. Jetzt endlich mein Thema: Der Gebrauchtwagenmarkt. Klar ist, hier ist man deutlich billiger dabei als bei Neuwagen. Aber was erkauft man sich damit? Wieviel Kapazitätsverlust bei der Batterie soll ich noch tolerieren, der Ersatzakku kauft sich ja nicht so einfach wie beim Fahrrad? Wieviel Innovation seit Herstellung des Autos verpasse ich dadurch, wäre ein Neuauto da viel weiter? Und natürlich verpasse ich da auch alle Prämien und so. Leider sind meine Anforderungen 4, besser 5 Personen sitzen halbwegs bequem und dann auch noch ordentlich Kofferraumplatz (sagte ich Wassersport?) sind leider nicht so richtig kompatibel mit Kleinwagen.

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Möchte jetzt ungern das Forum mit solchen Verbrauchertipps zumüllen. Aber ein paar Sätze dazu hätte ich, die eventuell helfen könnten. Wenn du magst, schreib mir gerne eine Nachricht, dann können wir uns 1on1 mal austauschen.

Sehr gute Idee!
Zusätzlich mache ich mal einen Themenvorschlag draus.

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Es sind natürlich viele Fragen die du her stellst, aber vielleicht ein paar allgemeine Anworten dazu.

Akkus in Autos haben deutlich aufwendigere Batterie Mangement Systeme (BMS). Permanent werden die Zellen überwacht und der Zustand ermittelt und bei Bedarf verbessert. Am besten einfach nicht mit anderen Akkus aus Handy und Co. Vergleichen. Ist einfach andere Technik. Wenn du sicherstellen willst, dass du einen guten Akku im gebrauchten kaufst, lass ein Akku-Zertifikat erstellen/frag es an. Dann hat man Klarheit über den Zustand.

Generell wird der Gebrauchtwagenmarkt gerade sehr interessant. Aktuell gibt es viele Leasing-Rückläufer, mit guter Ausstattung für vergleichsweise geringe Preise.

Dazu muss man aber auch sagen, dass sich die Akku-Technik in den letzten 3-4 Jahren schon nochmal entwickelt hat. Mal unabhängig von Zahlen musst du dir einfach überlegen, was du für deinen UseCase so benötigst. Ist kurz und Mittelstrecke (alles in Wallbox-Reichweite + einen Stopp) deine Hauptanwendung und die Langstrecke (2-5 Ladestopps) nur selten relevant, so kann man sicherlich etwas längere Ladezeiten (wir reden von 30 statt 20min) dort in Kauf nehmen. Brauchst du die Langstrecke häufiger, sollte man ggf. ein neueres Fahrzeug erwägen. Mein Auto ist jetzt auch kein Auflade-Monster mehr, wenn man es mit Neuwagen vergleicht, aber ich brauche das auch einfach nicht. Die Ladepausen sind für mich nicht störend, wenn mal die Langstecke ansteht.

Deine beschriebenen Anforderungen für gelegentlich 300km sind ja kein Hexenwerk, das ist ja auch mit gebrauchten teils ohne Laden möglich. Heißt für Hin- und Rückweg brauchst du einen Stopp, oder du kannst an deinem Ziel Laden, während du beschäftigt bist.

Mein Tipp wäre: Schaut euch erstmal ein paar Modelle an und fahrt mal welche Probe. Einfach im Autohaus, neu. Dann bekommt ihr ein Gefühl, was ihr überhaupt genau sucht und wie groß es sein muss. Basierend darauf kann man dann mal im Gebrauchtmarkt schauen. Plant eure Langstrecke mal mit A Better Route Planner als „Trockenübung“. Das gibt auch schon mal ein Gefühl, worauf ihr euch da einlasst. Freunde von mir haben sich gerade einen VW ID.4 als Leasingrückläufer gekauft. Volle Hütte Ausstattung, 25.000km, großer Akku, 23.000€ (Liste damals 60.000€). Solche Deals gibts aktuell einige über viele Marken hinweg.

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Hab auch mal nach gebrauchten eAutos geschaut, als Einstieg.
Fahrleistung 500 km pro Woche, Lademöglichkeit nur am Arbeitsplatz, auf dem Arbeitsweg max 11-22 kw Säulen. Sollte ein Viertürer ohne Batteriemiete sein, maximal 10.000€,
Ist ja nur ein Gebrauchsgegenstand.
War tatsächlich bis auf viele 45 km/h Autos und Renault Zoe mit Batteriemiete quasi vereinzelt mal ein Smart oder Corsa zu finden.
Da ist ein neuer Dacia Spring teils sinnvoller.
Man lädt bei den kleinen Autos und Akkus halt öfter, muss man planen.

Also es geht, aber bissl mehr Angebot kann gern noch kommen. :blush:

Mal laienhaft:
Welche Kriterien wären bei einem E-Auto Kauf besonders wichtig zu beachten?

Das hängt stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab.
Die Zoe z.B. ist ideal für Stadtbetrieb und Landstraße, es gibt sie mit bis zu 50kWh Akku, womit man dann eine recht gute Reichweite hat. Zusätzlich kann sie AC bis 22kW laden, was hilft, wenn man innerstädtisch an AC-Ladern lädt.
Wenn die Zoe DC-laden kann (können nicht alle), dann nur mit max. 50kW. Zusammen mit dem hohen Verbrauch auf der Autobahn ist die Zoe kein Langstreckenfahrzeug.

Sucht man ein universell einsetzbares BEV, so sind die Mindestanforderungen aus meiner Sicht:

  • AC Laden mit 11kW
  • DC Laden 10 - 80% in unter 30min.

Z.B. der MG4 Electric mit 64kWh Akku.

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Ich muss zugeben, dass ich gerade einen Elektro-Neuwagen gekauft habe, weil ich den beruflich brauche. Ich hatte auch nach gebrauchten Fahrzeugen geschaut, aber mit der neuen E-Auto-Förderung lohnt sich das Kaufen eines Gebrauchten m.M.n. einfach nicht. Mit der E-Auto-Förderung kann man teilweise ein Auto auf drei Jahre für insgesamt 7.000 Euro leasen und bekommt 5.000 bis 6.000 Euro durch die Elektro-Prämie zurück, sodass das Leasing fast umsonst ist. Da kann einfach kein Gebrauchter mithalten.

Das führt natürlich zu dem interessanten Effekt, dass der Elektro-Gebrauchtwagen-Markt in drei Jahren explodieren wird, denn dann strömen die ganzen jetzt geförderten Leasing-Neuwagen auf den Markt. Ich würde daher ehrlichgesagt jedem, der förderfähig ist, empfehlen, jetzt erstmal die Förderung mit einem Drei-Jahre-Leasing-Vertrag abzugreifen und dann in drei Jahren vom vermutlich deutlich günstigeren Gebrauchtwagen-Markt zu profitieren. Alternativ jetzt mit der Förderung einen Elektro-Neuwagen kaufen, wie gesagt, mit der Förderung ist der Neuwagen oft nur noch knapp teurer als ein Jahreswagen, und für Letzteren gibt’s keine Förderung…

Das ist das große Problem bei günstigen gebrauchten Elektroautos: Wenn man einen neuen Gebrauchten („Jahreswagen“) kaufen will braucht man i.d.R. kein Akku-Zertifikat, weil man davon ausgehen kann, dass der Akku noch gut ist, will man hingegen ein altes Elektroauto für z.B. 4.000 Euro kaufen will ist die Investition für ein Akku-Zertifikat (oft um die 100 Euro) kaum lohnenswert. Beim Kauf von wirklich alten Fahrzeugen wäre das Akku-Zertifikat bitter nötig, weil das Risiko groß ist, aber zu teuer als reine Kauf-Nebenkosten…

Derartige Deals habe ich definitiv nicht gefunden und erscheinen mir auch unlogisch. Also ein Wertverschleiß von über 60% bei einer Laufleistung von 25.000 km macht einfach keinen Sinn. Normal ist bei 25.000 km ein Wertverschleiß von maximal 25%, bei 60% müsste ich schon ernsthaft fragen, wo der Haken ist.

Bzgl. Akku Zertifikat: man sollte eigentlich bei allen Elektroautos relativ Problemfrei den “State of Health” (SoH) per Diagnose (OBD2) auslesen können. Im Normalfall sollte das jeder vertrauensvolle Händler kennen und können und von Händlern die das nicht machen würde ich persönlich die Finger lassen…

Der Wert gibt an, wie viel Restkapazität der Akku noch hat. Das ist zwar abhängig vom Hersteller unterschiedlich aussagekräftig (manche Firmen wie z.B. Hyundai verbauen einen Puffer, so dass es auch nach Jahren noch bei 100% sein kann), aber allgemein hilft das schon mal als “grobe Einschätzung”. Die offiziellen Batteriezertifikate sind natürlich super, aber halt auch deutlich aufwändiger - für eine grobe Einschätzung reicht aber auch der SoH Wert. Ich hab zum Beispiel gerade für meine Schwiegermutter einen Peugeot e208 mit 98,9% SoH mit knapp 3 Jahren und 21000km gekauft… der wurde quasi immer nur AC geladen und dem Speicher gehts blendend :wink:

Falls jemand Interesse hat: Ich habe mir tatsächlich vor nem Monat erst einen Adapter gekauft:

und für 5 Euro ne Android App:

und konnte damit bei Hyundai, Kia, BMW, Renault und Peugeot den SoH Wert auslesen. VW Konzern sollte auch kein Problem sein und z.B. die App hat sehr viele Profile für andere Fahrzeuge! Wenn man Gebrauchtwagen sucht (so wie ich gerade) ein guter Punkt!

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Ich habe wie oben geschrieben gerade einen gebrauchten e208 für meine Schwiegermutter gekauft und werde im Laufe des Jahres wohl ein neues Elektroauto für uns kaufen müssen (weil meine Frau Ihren e-Dienstwagen in der Elternzeit abgeben muss). Fahre seit über 10 Jahren Elektroautos und hoffe ich kann dir/euch hier helfen.

Kurzer Background: ich habe gefühlt “Alle” Varianten durch: kein Laden zuHause und beim Arbeitgeber möglich, nur beim Arbeitgeber laden bequem möglich und jetzt endlich zu Hause laden möglich und hoffe auch das hilft für meinen Background der Empfehlung hier.

Zunächst zur Beruhigung: in Europa gibt es quasi nur noch CCS2 Stecker. Technisch heißt offiziell nur der große DC Stecker so - aber ums einfach zu machen: es gibt “eine Ladedose” in Europa und das Steckerformat heißt CCS2: Klein für AC, “groß” für DC. Mit Ausnahme von Nissan Leaf und ein paar “Altlasten” braucht ihr euch da keine Gedanken darum machen.

Hinweis: die anderen Stecker heißen CCS1 (Nordamerika, Südkorea, …) was jetzt immer mehr zu NACS (ehemals US Tesla Stecker), Chademo (Japan und Anfangs auch Europa), GBT (China) und Chaoji (ist quasi Tod). Falls da noch ein paar Rückfragen sind, kann ich da gerne auch mal erklären, … ist aber glaub ich für Gebrauchtwagenkauf in Europa vollkommen uninteressant. In Europa einfach darauf achten, dass ihr eine CCS2 Ladedose habt und fertig! Wenn ihr nicht ein sehr altes Auto kauft (Nissan Leaf, erste Tesla S Modelle, …) braucht ihr euch da eigentlich keine Gedanken machen… aber um sicher zu gehen: kurz drauf schauen –> alles gut :wink:

Allgemein das wichtigste: was ist dein Nutzerprofil?

  1. Hast du eine eigene Wallbox zu Hause (Haus/Garage) oder die Möglichkeit von einem bekannten mit zu benutzen? –> wichtig zwecks Ladeprofil (hauptsächlich AC oder DC) aber auch wichtig für die 2. Frage.

  2. Welche Reichweite brauchst du wirklich? Beim Verbrenner macht man sich da wenig(er) Gedanken, aber tatsächlich ist das beim Elektroauto sehr entscheidend. Wir bekommen z.B. gerade ein zweites Kind, d.h. wir werden Platz benötigen - aber brauchen wir wirklich 400km+ realistische Reichweite? Wenn du das Geld hast: packe es rein - als Zweitwagen und insb. wenn man daheim selbst laden kann muss es aber oft nicht sein. Uns würde in 95% der Fälle 300km Reichweite reichen. Ich habe damals bei meinen Eltern und Brüdern Wallboxen (dank der Förderung) hingebaut und alle sind super happy jetzt darüber… die Hälfte ist bereits dadurch auf eAuto umgestiegen und die andere Hälfte wird bald umsteigen… und alle können stressfrei bei Besuchen Laden und brauchen eben nicht die doppelte Reichweite. Kurz und knapp: überlegt was ihr Reichweite braucht - insbesondere im Winter ist man über Puffer aber natürlich dankbar.
    Allgemeine realistische Schätzung: WLTP Reichweite *2/3 = realistische Reichweite!

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Welche Extras braucht man unbedingt / werden unterschätzt:

i) On Board Charger (OBC): ich würde nie (absolut gar nie!) einen einphasigen OBC (max 7,4KW) kaufen. Der Unterschied zu 11KW oder 22KW (3phasig) mag rechnerisch nicht so groß sein, aber erstens darf/kann man wegen Schieflastregelung in D dann nur 20A/4,6KW bzw. AT/CH 16A/3,7KW im Heimbereich arbeiten und zweitens sind damit die Verluste auch deutlich höher als wenn man mit 11/22KW AC im Heimbereich lädt. Laien übersehen das gerne, aber vielleicht mal ein kurzes Rechenbeispiel: meine Schwiegermutter kommt uns besuchen –> ihr e208 (Netto knapp 46 kWh!) wird mit 11KW in ca. 4h vollgeladen sein (realistisch für einen Nachmittag), bei einem einphasigen OBC wären das 10h+ –> viel zu viel für einen Nachmittag. Damit müsste Sie entweder sehr oft in der Woche zum Laden vorbei kommen oder extern laden (was die Ladekosten massiv nach oben treiben würde).

Für alle die jetzt sagen: ich hab damit ja Zeit: bedenkt bitte die erhöhten Verluste bei langsameren AC Laden (Grundverbrauch Auto + Ladeverluste) und selbst wenn: wenn ihr dann doch mal unterwegs seid und in der Stadt laden könnt (macht es meist SEHR viel praktischer), dann seid ihr recht happy, wenn ihr dort mit 11 oder 22KW laden und nicht extra an einen DC Lader hinfahren müsst.

ii) 800V vs. 400V: viele OEMs steigen gerade auf 800V um (Mercedes, BMW, Volvo) und ich denke 800V wird im NICHT-Budget Bereich in den nächsten 5 Jahren auch der Standard werden… aktuell fängt es aber gerade erst an und es gibt auch wirklich gute 400V Ladekurven. Zur Beruhigung: alle 800V (oder besser 1000V) Säulen könnten auch mit 400V umgehen - technisch könnten tatsächlich aber manche 800V Autos (Beispiel manche neuen Mercedes-Fahrzeuge) nicht mit 400V umgehen. Für 400V an 800V Speichersystemen braucht es entweder einen DCDC oder eine Änderung der internen Verschaltung. Im Endeffekt werden in meinen Augen aber 400V Säulen aussterben: viele “Triple Charger” werden gerade abgebaut und im Notfall findet man eine 800V Ladesäule in kleiner Reichweite…

Allgemein erlauben 800V Fahrzeuge “übern Daumen gepeilt” die doppelte maximale Ladegeschwindigkeit. Das kann ein Game Changer sein (insb. für Vielfahrer/Vertreter oder Leute die gerne Anhänger/Schiffe ziehen), es gibt aber auch 400V Systeme die mit bis zu 200KW laden. Hier kommt es wirklich drauf an welchen Use Case ihr habt und lasst euch nicht von KW Peakleistung blenden sondern schaut lieber auf die 10-80% Ladezeit –> das ist viel realistischer als die Peakleistung. Entscheidet dann selbst was ihr benötigt bzw. was euer Geldbeutel her gibt. Je nachdem ob ihr viel/oft lange Strecken fahrt kann das hier ein großer Unterschied sein. Und nochmal: bitte nicht auf die Peak-Leistung schauen sondern auf die 10-80% Zeit. Falls ihr euch hier mal näher einlesen wollte, kann ich als Vergleich z.B. den P3 “Charging Index” empfehlen (Beispiel Abbildung 2 auf Seite 10 und Abbildung 3 auf Seite 13):

iii) braucht ihr DC / CCS2 (“Schnellladen”) oder reicht AC (langsam Laden):

Meine Meinung: ich würde kein Auto ohne DC (“Schnellladen”) kaufen. Nicht weil die Ladeleistung so viel schneller ist (was z.B. beim Dacia Spring gar nicht so der massive Unterschied ist - bei anderen natürlich schon!), aber es ist nicht abzusehen ob sich nicht im öffentlichen Umfeld DC Ladesäulen stärker als AC Säulen durchsetzen und alleine schon um sich da nicht zu stark einzuschränken würde ich den Aufpreis für DC (den es quasi nur bei ganz günstigen Autos gibt) immer zahlen.

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iv) Connectivity: Ich möchte es nicht mehr missen. Unser Hyundai Kona hat z.B. keine Handy App mit der ich das Auto vorkonditionieren oder den aktuellen State of Charge (SoC) auslesen kann. Ich würde beim Kauf darauf achten, dass euer Auto das hat. Es geht auch ohne - aber insb. bei einer Ladepause ist es sehr bequem nachschauen zu können wie voll das Auto schon geladen ist ODER ob es überhaupt noch lädt (ich hatte leider schon ein paar Ladeabbrüche wegen problematischer Dose) und wenn man dann nach 30 Minuten zurück kommt und das Auto hat nach 5 Minuten abgebrochen, dann schaut man ziemlich blöd (insbesondere mit ungeduldigtem Kind).

v) Feinheiten im Winter:

ja der Verbrauch im Winter ist teilweise deutlich höher. Um das Auto trotzdem praktikabel benutzen zu können gibt es mehrere Tipps - die ihr beim (Gebrauchtwagen) Kauf bedenken solltet:

a) Wärmepumpe: ein Elektromotor hat “quasi keine nennenswerten” Verluste - zumindest keine die den Innenraum heizen könnten. Eine Wärmepumpe führt also zu einer möglichst effizienten Heizung und das spart euch im Winter einiges an Reichweite/Verbrauch. Wenn ihr die Wahl habt, würde ich also tatsächlich zu einer Wärmepumpe fürs Auto greifen… außer es ist ein Zweitauto das nur Kurzstrecke fährt und ihr mit 1/3 WLTP locker auskommt.

b) Batterie konditionieren: in den letzten Jahren hat sich bei immer mehr Fahrzeugen das “vorkonditionieren” der HV Batterie durchgesetzt - aber leider können es viele Autos immer noch nicht. Achtet darauf, wenn ihr im Winter längere Strecken fährt - dies kann euch sonst viel Zeit kosten. Ich habe schon Fahrer erlebt die fassungslos mit 30KW geladen haben obwohl ihr Auto im Sommer locker über 100KW schafft. Hintergrund ist das fehlende Vorkonditionieren der Batterie, da (abhängig von der Zellchemie) bei niedrigen Temperaturen die vom Batterie Management System freigegebene Ladeleistung deutlich geringer sein kann als “im Wohlfühlbereich”.

c) Vorkonditionieren auf Abfahrzeit: Die meisten Fahrzeuge unterstützen das (entweder über die App oder in den Autoeinstellungen) - achtet beim Autokauf darauf. Die Möglichkeit in ein warmes Auto einzusteigen ist insb. bei einer eigenen Wallbox (warmes und volles Auto) im Winter viel Wert. Achtet bitte aber auch darauf ob das Auto nur den Innenraum oder auch den HV Speicher vorkonditionieren kann… das können bei weitem nicht alle. Wenn ihr eine eigene Wallbox habt ist das nicht so schlimm (bis ihr ein volles Auto “leer gefahren habt” ist der Speicher meist “einigermaßen warm”, aber wenn ihr keine eigene Wallbox habt kann euch das in der früh vor nervigen Überraschungen an der Ladesäule bewahren…

vi) “Ladebasierte Route”: viele Hersteller haben mittlerwiele die Möglichkeit “Ladebasierte Routen” zu berechnen. Diese sind abhängig vom Hersteller manchmal gut oder auch verbesserungswürdig, sie sollen euch aber “die idealen Ladesäulen” auf dem Weg anbieten. Ich würde erwarten, dass Google Maps das auch bald kann… aktuell kann es das aber noch nicht - was ordentlich manuellen Aufwand bedeutet… und wenn man alleine ist besser vor der Abfahrt erledigt werden sollte… schaut euch den Menüpunkt (falls vorhanden) an und ansonsten müsst ihr aktuell noch auf Apps wie a better route planner (ABRP: https://abetterrouteplanner.com/) zurückgreifen.

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vii) Android Auto / Apple Car

ich möchte auf Android Auto nicht mehr verzichten - es gibt hier aber große Unterschiede zwischen den Fahrzeugen. Viele Fahrzeuge haben sogar unterschiedliche Ausstattungsvarianten und manchmal geht es Kabellos und manchmal muss man das Kabel einstecken. Meine Empfehlung: achtet hier darauf.

viii) Sonderausstattung: Ladekabel:

DC Ladesäulen haben IMMER ihren eigenen Stecker (wegen der Kühlung)

Bei AC Säulen braucht man in Deutschland seinen eigenen Stecker, das Kabel nennt sich Mode 3. Gibt hier verschiedenste Anbieter - für 200€ solltet ihr ein gutes Kabel bekommen, wenn es euer Auto nicht dabei hat.

Mein “Geheimtipp” (insb. wenn man neu bei der eMobilität ist): es gibt mobile Wallboxen (eigenen Namen: Juice Booster, mobile Wallbox, Flexcharger, …) die euch ermöglichen an quasi allen AC Steckern zu laden. Hier gibt es für 150 bis 1500€ unterschiedliche Varianten - die meisten OEMs bieten diese mittlerweile aber für einen Preis um die 300€+ an und wenn ihr zu Hause oder bei Familie/Freunden z.B. eine “rote Starkstromsteckdose” habt - dann könnt ihr dort mit 11 oder 22KW laden. Auch am Campingplatz (blaue Steckdose) oder an einer normalen Hausstromsteckdose (max 10 oder besser 8A!) könnt ihr laden - insb. bei Hausstromsteckdosen muss aber vorher immer ein Elektriker oder ein fachlich versierter Freund drüber schauen ob die Sicherung und die Verkabelung auf die Dauerbelastung ausgelegt ist! Ich habe schon ordentlich verschmorte Steckdosen (insb. in älteren Häusern) gesehen… lasst von Hausstromsteckdosen mit Elektroauto bitte die Finger, bevor nicht jemand technisch versiertes (besser Elektriker!) drauf geschaut hat. Ich hab z.B. mal ein Auto in 47h an einer neuen Hausstromsteckdose vollgeladen… das geht problemlos, … wenn das Haus aber aus den 60ern ist wage ich zu bezweifeln, ob jemand damals an diese Benutzung gedacht … und deswegen sind oftmals die Verkabelungen von Hausstromsteckdosen in alten Häusern nicht darauf ausgelegt…

Abschließend: Ladetarife. Das ist aktuell noch das große Chaos bei Elektroautos. In meinen Augen gibt es bei weitem ausreichend genug Säulen in Deutschland und es werden laufend mehr… aber das Bezahlen ist ein Chaos…

Wenn ihr daheim eine Wallbox habt, dann ist alles kein großes Problem: holt euch ein paar Ladekarten (Meine Empfehlung: lokale Stadtwerke, EnBW, Ewe Go, Elli und Ionity + ggfs. eine Karte eueres Herstellers und im Ausland (insb. Frankreich) war Shell auch noch recht hilfreich) und ihr werdet eigentlich überall keine Probleme haben. Dazu noch die App “Ladefuchs”, dann findet ihr raus welche Karte gerade am günstigsten an der Säule ist an der ihr gerade steht.

Wenn ihr nichts daheim zum Laden habt, dann habe ich die gleiche Empfehlung der Ladesäulen + sucht euch noch 1-2 Ladesäulen bei euch daheim und in der Arbeit raus und sucht dazu (z.B: Ladefuchs) die günstigste Ladekarte dazu raus und holt euch die auch. Dann seid ihr in meinen Augen gut aufgestellt.

Allgemein ist für mich das “Bezahlen an der Ladesäule” aber das letzte ungelöste Problem der eMobilität…. ich hoffe die Bundesnetzagentur wird hier zeitnah mal ein Machtwort sprechen… was hier abläuft ist in meinen Augen eine Katastrophe. Wer mehr Details dazu haben will: Nextnews ist z.B: ein tolles Format das immer wieder darüber aufklärt.

Allgemein: Habt keine Angst vor Elektroautos. Wenn man nicht ein Fan von Benzingeruch oder die Akustik der Verbrennungsmotoren ist, dann kenne ich keinen der von einem guten Elektroauto zu einem Verbrenner zurück will. Denkt an euer Fahrprofil und dann werdet ihr ein Elektroauto finden das zu euch passt. Elektroauto fahren ist (persönliche Einschätzung) sehr viel entspannter und schöner - und insb. wenn man daheim Laden kann ist es auch sehr viel bequemer. Meine Tocher ist z.B. erst einmal in ihrem Leben zum Tanken gefahren und hat mich dabei vollkommen entgeistert angeschaut (was machst du denn da? Der Ladestecker schaut komisch aus und es stinkt hier…).

In diesem Sinne: ich hoffe ich konnte helfen und versuche auf Rückfragen zu antworten.

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VW hat zu Beginn ganz große Probleme mit der Software gehabt, was sich sehr in Performance des Infotainments äußert. Zudem wird es für die Modelle keine Over-The-Air Updates mehr geben, weil die neuere Generation neuere Hardware verbaut hat. Für mich wäre das ein Grund gewesen den Wagen nicht zu kaufen, wurde aber von meinen Bekannten nicht als Problem gesehen, weil sie ohnehin wenig Wert auf perfektes Infotainment legen und den Wagen vorrangig mit CarPlay auf der Kurzstrecke nutzen werden.

Ähnliche Wertverluste sind auch bei der ersten Generation Audi E-Tron drin, wegen der nicht besonders guten Batterie und dem hohen Verbrauch.

Es zeigt sich, dass gerade Modelle von Tesla deutlich bessere Gebrauchtwagenpreise erzielen, weil die Software eben regelmäßig Updates bekommt und damit aktuell bleibt.

Mal sehen was kommt, der Wagen war aber sehr unauffällig, auch was die Werkstatthistorie angeht.

Da liegt wohl die Herausforderung.

Oft passen Anforderungen des Fahrprofils und demgegenüber das, was man an finanziell erschwinglichen Fahrzeugen bekommt, nicht so recht zusammen.

Beispiel: Finanziell wäre ein Dacia Spring leistbar, aber bei rund 500km Pendelfahrten pro Woche ohne Wallbox erscheint mir das zumindest zäh.

Obwohl da grad ja einiges Günstigeres noch kommt.

Tatsächlich ist nichtmal Angst vor eAutos die Hürde, sondern Zeit.
Zeit die es braucht bis sich Infrastruktur und Preise für die persönliche Situation passend entwickeln. Das können manchmal nur Monate sein

ich versteh deinen Punkt, war bei meiner Schwiegermutter auch vor einer ähnlichen Situation. Ich möchte meine Antwort 2-teilen:

  1. Preis:

Zunächst einmal teile ich deine Einschätzung, dass sich hier in den nächsten Jahren einiges tun wird. Sowohl die europäischen Marken (VW/Skoda ID.Polo / Epiq oder ID.1/Everyone) als auch chinesische OEMs mit z.B. BYD Dolphin Surf usw. werden das Produktportfolie kontinuierlich nach unten erweitern bzw. sind gerade dabei. Insb. Werke aus China werden in meinen Augen in den nächsten Jahren zu einer großen “Überversorgung” mit eAutos führen (ähnlich Solarzellen). Davon kann man halten was man will, aber wenn ich so lese, dass die aktuellen chinesischen Werke auf deutlich mehr Produktion ausgelegt sind wird der Preisverfall aus China in meinen Augen demnächst auch zu uns rüber kommen –> nur meine Einschätzung.

In der Zeit bis (aus welchen Gründen auch immer) die “erschwinglichen eAutos” noch günstiger werden, würde ich vorschlagen sich mal den Gebraucht oder Leasingmarkt von eAutos anzuschauen. Auch die neue Förderung soll ja insb. einkommensschwache Einzelpersonen/Familien unterstützen und auch wenn ich handwerklich da durchaus Verbesserungspotenzial sehe, so einfach mal ein paar Eckdaten meiner Suche:

e208 bekommt man im Leasing aktuell für knapp 100€ pro Monat bei 36 Monate und 10.000km (Förderung = Einmalzahlung) –> das ist deutlich weniger als ein vergleichbarer Verbrenner!

Bei den 500km wöchentlich wäre man eher bei 20.000km im Jahr und 36 Monate –> 162,57€ + einmalig Überführungsgebühr. Beweis Onlineseite Peugeot - Bestandfahrzeuge:

Einen gebrauchten eCorsa (3-4 Jahre, 20-30.000 KM) bekommt man bereits ab 12.000€, ich hatte mir zum Beispiel mal den hier für 13500€ rausgesucht (mit 11KW und Wärmepumpe): https://www.autoscout24.de/angebote/opel-corsa-e-corsa-electric-edition-3-phasen-11kw-dab-elektro-orange-783fb359-c63f-4cad-89f6-b35afcffc7d4

Gebrauchte e208 waren in einer ähnlichen Preisliga (meist 1000€ mehr).

Wichtig für die Diskussion: gebrauchte Verbrenner waren preislich sehr ähnlich! Das wird leider oft ausgeblendet!

Ein BYD Dolphin Surf ist mit Förderung bei knapp 17.000€ (ich würde aus den Gründen oben mindestens die “Boost” Variante empfehlen!):

–> Es gibt mittlerweile durchaus Möglichkeiten und vor allem: Verbrenner sind mittlerweile nicht mehr wirklich günstiger. Man spart sich mit eAuto ja z.B. auch die KFZ Steuer, Service ist günstiger, THG Quote (EnBW gerade 295€ pro Jahr), …

Hinweis: bei einem Profil von 500km wöchentlich Pendeln komme ich auf 100km täglich bzw. 50km pro Richtung. Das wäre für mich ein klassicher Fall für WLTP über 300km, dann kommt man zur Not im Sommer sogar 2 mal die Strecke… besser wäre aber natürlich man kann daheim sicher laden…

  1. Lademöglichkeit:

Das ist der schwierige Punkt und ist natürlich stark von deiner Situation abhängig. Könntest du ggfs. mit deinem Arbeitgeber reden, dass diese Möglichkeiten für Mitarbeiter schaffen (bei meiner Frau zum Beispiel seit 3 Jahren und das wird so gut angenommen, dass es massiv ausgebaut wird)? Gibt es vielleicht Möglichkeiten bei dir beim Supermarkt zu laden? Hast du vielleicht daheim oder bei Freunden eine Starkstromsteckdose die du unregelmäßig mitnutzen könntest? Hast du mal mit deiner Gemeinde oder deinen Stadtwerken geredet? Bei einem Freund haben die Stadtwerke ihm z.B. ne Wallbox hingebaut die er für 25€ im Monat nutzen kann. Vielleicht kann man sich mit Nachbarn zusammen tun.

Meine Schwiegermutter wird z.B. hat auch keine Möglichkeit bei sich in der Arbeit und daheim zu Laden haben. Ihre Lösung: bei uns daheim laden wenn sie uns besucht und ansonsten lädt sie beim Einkaufen. Dank EnBW Ökostromvertrag (sind jetzt wegen Ladetarif gewechselt) sind das bei ihr an dem Lader 48ct/kWh (DC), was preislich ok und immer noch günstiger als Benzin ist.

Was ich damit sagen will: es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, manchmal sieht man die Angebote/Möglichkeiten aber nicht.

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Vielen Dank für die Hinweise.

Es entwickelt sich. Bissl Geduld noch, denke bis der nächste Wagen ansteht passt es schon.

Laden am Arbeitsplatz geht schon.

klar gerne. Und wenn Laden am Arbeitsplatz schon geht, dann hast du ja quasi schon die halbe Miete :wink:

PS: Laden am Arbeitsplatz ist in meinen Augen übrigens ein riesen Hebel:

  1. es ermöglicht vielen in Miete ein Elektroauto zu haben

  2. hier könnte man super mit einem Lastmanagement hantieren… wenn man mal von 20 kwh/100km verbrauch ausgeht und 100km pro Tag dann braucht man mit 11KW Lader nur 2h zum aufladen… obwohl das Auto meist 6-8h steht –> Ideal für Lastmanagement bzw. “Netzorientiertes Laden” und damit auch (in der Theorie) günstig möglich.

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Zum Laden eventuell mal in der Nachbarschaft schauen wer PV auf dem Dach hat und ein BEV / Wallbox.
Eine PV produziert im Sommerhalbjahr mehr Strom als der Haushalt verbraucht, das wird dann eingespeist und für ca 7-8 Cent? bei neuen Anlagen vergütet, alte Anlagen bekommen etw. mehr…
Eventuell könnt ihr mit ihm handelseinig werden…
Steuer und so müsst ihr klären, aber so wie ich es verstehe wird angenommen dass der PVler den Strom zu dem Preis seines Strom Anbieters bezieht, bis dahin könnte es ein Null Summen Spiel sein

Anschlusskabel die Wallbox gibt es mit 10m Länge…

Mit flexiblen Netzentgelten können auch im Winter günstige lademöglichkeiten bestehen.

Noch ein Hinweis: den Akku für das bev nicht zu groß wählen, ein 60 kWh Akku hat schon 1,8–3,6 kg PFAS inne.

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In manchen ländlichen Gegenden ist die Ladeinfrastruktur schon noch ein Problem. Private Wallboxen sind auch nicht so üppig zu finden wie man denkt.
Bissl Geduld braucht es noch.