Gebrauchte E-Autos

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Das muss man differenziert betrachten.

Im ländlichen Bereich wird wesentlich mehr zu Eigentum und wesentlich weniger „zur Miete“ gewohnt, oder in Zahlen:
Im ländlichen Raum sind etwa 89% der Wohngebäude Ein- oder Zweifamilienhäuser (die wiederum typischerweise (~80%) im Eigentum des Bewohners sind), sodass es in vielen ländlichen Regionen eine Wohneigentümerquote von 70% und mehr gibt. In Großstädten liegt die Wohneigentumsquote üblicherweise unter 20%.

Gerade deshalb haben im ländlichen Bereich die meisten Elektroauto-Besitzer eine Wallbox (oder eine eigene Ladesäule, das habe ich auch öfters gesehen). Das wiederum führt dazu, dass sich eine öffentliche Ladestruktur für die Anbieter nicht lohnt - wenn jeder eine Wallbox hat gibt es eben nur wenig potenzielle Kunden für eine öffentliche Ladestruktur. Das wiederum ist dann natürlich ein Ausschlusskriterium für jene, die im ländlichen Raum zur Miete wohnen und keine Möglichkeit haben, zu Hause zu laden.

So gesehen hat eine öffentliche Ladestruktur ja gerade das Ziel, E-Mobilität auch für diejenigen möglich zu machen, die zur Miete wohnen. Das lohnt natürlich vor allem dort, wo viele Menschen zur Miete wohnen, und das ist nicht im ländlichen Bereich. Wenn die Investitionsmittel begrenzt sind macht es so gesehen schon Sinn, dass die Unternehmen die Ladeinfrastruktur in der Stadt priorisiert.

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Das bedeutet ja das man als Mieter im ländlichen Raum quasi zum Verbrenner „gezwungen“ wird? :wink:

Exakt. Wenn es keine öffentliche Ladeinfrastruktur gibt, weil die E-Auto-Besitzer i.d.R. Wohneigentum und damit eine Wallbox haben, kann das das vorübergehende Resultat sein.

Ein flächendeckender Ausbau von neuen Technologien ist natürlich in einer Demokratie immer das Ziel - das gilt für Glasfaser, für die neusten Mobilfunkstandards und natürlich auch für eine öffentliche Ladeinfrastruktur. In all diesen Bereichen ist der ländliche Raum aber eben oft der letzte, der entsprechend modernisiert wird, weil Unternehmen natürlich stets die Gegenden priorisieren werden, wo die größten Gewinne winken. Das ist das traurige Schicksal des ländlichen Bereichs.

Die Frage ist: Kann man das ändern? Beziehungsweise sollte man es ändern? Also ist es ein Problem, dass der neue Funkmast zuerst dort errichtet wird, wo er 50.000 Menschen erreicht - und zuletzt dort, wo es nur 500 Menschen sind? Diese Logik haben wir ja in allen Bereichen. Wenn es unser gesellschaftliches Ziel ist, möglichst viele E-Autos zu ermöglichen, macht diese Logik ja auch Sinn, daher die Ladesäulen werden dann natürlich zuerst dort gebaut, wo viele Menschen wohnen - und erst ganz zum Schluss im ländlichen Bereich.

Das ist letztlich genau der Grund, warum ich mir nicht vorstellen könnte, im ländlichen Bereich zu wohnen.

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Quasi dürfte man den ländlichen Autofahrern gar nicht vorwerfen, das sie Verbrenner fahren, denn sie können ja (als Mieter) gar nicht anders? :wink:

Witzigerweise könnte ich mir nicht vorstellen, in einer Großstadt zu wohnen.
Zuviele Autos . :zany_face:

das ist genau der Grund, warum ich persönlich lieber flächendeckende Ladeinfrastruktur anstatt Kaufprämie gesehen hätte… aber hey …

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Wenn ich in meine App schaue, finde ich eigentlich nur noch wirklich keine Dörfer, in denen keinerlei Lademöglichkeit angezeigt wird. Meist aber direkt daneben in der nächstgrößeren Stadt.
Auch wenn man auf einem kleinen Dorf wohnt, wird man ja nicht nur zu kleinen Dörfern etc. fahren, sondern auch mal einkaufen in die nächste Stadt.
Parallel sollte es auch auf dem Dorf möglich sein, als Mieter den Vermieter nach einer Lösung zu fragen.
Zusätzlich gibt es seit 2020 eine Pflicht für Vermieter, dass sie bauliche Veränderungen erlauben müssen, die dem Laden elektrischer Fahrzeuge dient.
Also selbst als Mieter hat man das Recht auf ne Ladestation.
Dass das nicht mit jedem Vermieter einfach wird, ist klar.
Aber das Hauptproblem, was es für Laternenparker in Städten gibt, gibt es meist auf dem Dorf nicht, nämlich den festen Stellplatz.
Da sollte sich eine Lademöglichkeit, und sei es 230V, machen lassen.

Andere Möglichkeit: Viele Bauernhöfe haben CEE16 oder CEE32er Steckdosen für Ihre Maschinen. Wenn man sich eine mobile Wallbox kauft (die meisten haben einen integrierten Zähler), kann man da auch sehr gut laden. Keine Werbung, nur als Hinweis:

Also selbst für die kleine Zielgruppe der auf dem Dorf wohnenden Mieter ohne öffentliche Ladestation gibt es Möglichkeiten, wenn sie wollen.

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War eher humorvoll gemeint. :wink:

Manchmal sind es banale Dinge. Vom Stellplatz her ginge es bei mir sogar. Aber die Hauselektrik hat 1970 ein Fernsehtechniker gemacht, Dorf halt. Ein Elektriker meinte wir sollten nie alle Herdplatten gleichzeitig laufen lassen. :joy:

Sogar bei uns im recht großen Dorf gibt es eine Ladesäule. Allerdings nur 2 Ladepunkte mit 11 kw und etwa 2 km weg.
Meist auch besetzt weil am Campingplatz.

Nächster Ort 5 km weg. Auch da nur 2x 11 kw.

Aber nur eine Momentaufnahme.

Es entwickelt sich ja.

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Absolut, das habe ich auch immer vertreten. Statt individuelle Elektroauto-Käufe zu fördern, die eine massive Förderung von Einfamilienhaus-Besitzern bedeutet (denn die können sich Neuwagen leisten und günstig laden…), sollten die Fördermittel in die Infrastruktur fließen.

Aber auch in dem Fall würde man wohl den urbanen Raum priorisieren, weil im urbanen Raum Elektro-Autos auch mehr Sinn machen (gerade die günstigsten Stromer mit relativ geringer Reichweite sind halt „Stadtautos“).

Klar, das wird ähnlich effizient laufen wie die Pflicht des Vermieters, Balkonkraftwerke zuzulassen. Aus eigener Erfahrung: Gerade die großen Vermieter haben geradezu Handbücher dazu verfasst, wie man den Mietern das untersagen oder so unwirtschaftlich wie möglich machen kann. Zumindest die Vivawest (mein Vermieter) ist mir da extrem negativ aufgefallen, die ziehen absolut alle Register, um Balkonkraftwerke zu verhindern und für den Mieter zu verteuern. Exakt das gleiche werden die Vermieter auch mit Mietern tun, die Wallboxen haben wollen. Zumal das tatsächlich in Wohngebieten einfach schwierig ist, weil in den meisten Fällen ein Bürgersteig zwischen Hauswand und Parkplatz am Straßenrand ist…

Ich denke aber auch, dass es da auch für die meisten Leute Möglichkeiten gibt, wenn sie wirklich wollen. Das Problem ist nur: Man bekommt die Leute nicht dazu, es wirklich zu wollen, wenn das mit Komplikationen (wie einem Streit mit dem Vermieter oder auch nur eine Vereinbarung mit dem Bauern vor Ort) verbunden ist.

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Mein Schwager hat damals noch eine geförderte Wallbox bekommen, auf eigene Kosten installieren lassen. Vermieter war sofort einverstanden wenn er sie beim Auszug da lässt. Kostenlos.

Geht also .

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Ja klar, das Problem an den gesetzlichen Vorgaben ist ja, dass der Vermieter nicht Nein sagen darf, aber er darf das System vorschrieben und fordern, dass ein Fachbetrieb installiert.
Schlussendlich kann er den Rückbau fordern, wenn man auszieht.
Das alles bedeutet, dass es einfach extrem teuer wird, wenn der Vermieter nicht will.
Er hat ja nicht nein gesagt.
Aber manchmal gibt es ja auch Menschen, die nicht so eingestellt sind.

Grundsätzlich ist der Wechsel von einem klassischen Verbrenner zu einem eAuto erstmal eine Umstellung.
Das Fahren selbst ggf weniger, das Drumrum schon eher.
Dazu ist der Kauf oder Leasing/Finanzierung eines Autos grundsätzlich schon eine größere Entscheidung. Da geht es um Summen von einigen Monatsgehältern bis hin zu Jahresgehältern.

Da bezieht man in die Entscheidung für so eine finanzielle Grossausgabe alle relevanten Faktoren mit ein. Bei eAutos also auch die Ladeinfrastruktur, Reichweiten und speziell relevante Ausstattungsdetails.
Dazu die individuellen Anforderungen an ein Automobil wie Größe und Variabilität.

Daher muss man wohl zugestehen, sich diese Gedanken zu machen.

Das es dabei zu Unsicherheiten kommt, halte ich für normal. Sei es mangels Informationen, oder auch weil ggf Komforteinbussen größer sind als man hinzunehmen bereit ist.
Beispielsweise ist ein Tankvorgang schlicht technisch bedingt in deutlich kürzerer Zeit möglich als ein Ladevorgang, bei dem zudem noch Variablen wie Ladegeschwindigkeit von Auto und Säule zumindest zu berücksichtigen sind.

Die von @Daniel_K beschriebenen Unterschiede zwischen Stadt und ländlichen Umgebungen beim Ausbau spielen eine weitere Rolle.

Daher erscheint mir der Kauf eines Autos, ob neu oder gebraucht, schon komplexer zu sein.

Für wahrscheinlich 69-89 cent pro kWh?!

Das ist in meinen Augen das größte Hemmnis aktuell. Die 11 und 22kw Lader sind einfach viel zu teuer und damit “geschäftsschädigend”!

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Also auf dem Dorf meiner Schwiegermutter verlangen die Stadtwerke sogar nur 39 Cent/kWh bei 22 kW. Finde ich in Ordnung.

Bei mir in der Großstadt sind die Stadtwerke leider gierig und verlangen 54 Cent/kWh bei 11 kW AC und für DC sogar 64 Cent/kWh.

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Öffentliches Laden ist offenbar noch kein schlagendes Argument für eMobilität?

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Schlagende Argumente sind: weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung, weniger Gestank, höhere Effizienz und weniger Treibhausgase. Tippingpoint bei den Total TCO (Total Cost of Ownership) bei Neuwagen ist schon erreicht.

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Bei Supermärkten und co stehen manchmal günstige Säulen.

Auf dem Land haben noch eher Leute mit BEV die eigene Wallbox. Und die laden Zuhause. Viel Durchgangsverkehr ist auf dem Land meist auch nicht.
Da wird es sich kaum lohnen in einem ohnehin dünn besiedelten Gebiet viel Ladinfrastuktur aufzubauen.

Wallbox sharing wären eventuell noch eine Möglichkeit Es existiert inzwischen eine ganze Reihe von Apps speziell für (halböffentliches) Wallbox‑Sharing, etwa AirElectric, Sharepnp, &Charge, YouCharge Me, Cocharge und Obelisk (die hat mir perplexity genannt, habe es selbst nicht ausprobiert)

https://www.enbw.com/blog/elektromobilitaet/laden/wallbox-sharing-so-einfach-teilen-sie-ihre-ladestation/

Überzeugt das Menschen mehr wie die unmittelbaren Ladepreise?

Menschen sind da erstaunlich simpel gestrickt.