Gebrauchte E-Autos

Bei mir kosten die AC-Lader der Stadtwerke von 20-8 Uhr 29ct + 5,99€ Grundgebühr/Monat. Nachts fällt auch keine Blockiergebühr an. Finde ich sehr fair, habe allerdings den Vorteil von auch nur 1,4km Fußweg dort hin.

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Ist bei mir ähnlich, ich kann den AC-Lader bei Kaufland für 29 ct nutzen, ohne Grundgebühr und nur etwa 2 km Fußgweg entfernt. Das Problem ist: Ich laufe gerne diese 2 km, alleine, um meine täglichen Schritte voll zu bekommen. Aber für den Durchschnitts-Fahrer ist es ja oft schon ein riesiges Drama, wenn er keinen Parkplatz in Spuckreichweite zur eigenen Wohnungstür bekommt und 100 meter weiter parken muss. Ich fürchte für dieses Klientel (das m.E.n. die Mehrheit darstellt) wäre es keine Option, 1,4 oder gar 2 km Fußweg von der Ladestelle nach Hause und Zurück gehen zu müssen.

Das bleibt das große Problem der Elektromobilität: In einer Gesellschaft, in der die Autofahrer es gewöhnt sind, kurz in der Tankstelle den Schlauch für 2 Minuten in den Tank zu stecken, ist jede Umstellung auf eine (nebenbei deutlich gesündere!) Alternative, die ein wenig laufen bedeutet, inakzeptabel. Den meisten Menschen würde es dabei sehr gut tun, diese Strecken laufen zu müssen. Aber Faulheit siegt leider.

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Ich denke auch, das bei den meisten weniger der Klimaschutz und CO2-Reduktion im Mittelpunkt stehen, sondern eher der eigene Geldbeutel und eine gewisse Bequemlichkeit.

Sicher sind 1-5 km Fußweg für einen durchschnittlich fitten Menschen kein Problem, sondern eher vorteilhaft.
Aber je nach Wind und Wetter mag auch da die Bequemlichkeit obsiegen, oder man ist nicht fit, dann ist es tatsächlich ein Problem.

Wie gesagt, der Mensch ist eher einfach gestrickt. :wink:

Einigen wir uns lieber darauf, dass Menschen unterschiedlich sind.

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„Klientel“ klingt schon etwas abfällig in meinen Ohren…
Aber unabhängig davon: Ich müsste auch ca. 1,5 km bis zu nächsten Ladesäule laufen, um dann für 54 Cent die kWh laden zu dürfen.
Tagsüber fallen Blockiergebühren an. Also müsste paar Stunden später wiederkommen, um das Auto woanders zu parken. Aber selbst wenn ich nur über Nacht laden würde, hätte ich in der Regel keine Lust alle 1-2 Tage so weit laufen zu müssen, außer ich gehe bewusst spazieren und habe auch die Zeit in dem Moment dazu. Mit einem großen Akku, den ich nur einmal die Woche laden muss, ginge das vielleicht noch.

Aber ich habe keine Lust jeden (zweiten) Morgen vor der Arbeit noch 10-15 Minuten zu gehen.
Ich habe keine Lust bei schlechtem Wetter durch den Regen zu laufen (dafür fahre ich an dem Tag ja Auto und nicht Fahrrad).
Und es ist sehr unpraktisch mit Baby und Sack und Pack noch über einen km zum Auto zu laufen und jedes Mal 10-15 Extraminuten einzuplanen. Oft fehlt auch die Zeit dazu.

Also für mich persönlich sollte das Auto in 5 Minuten erreichbar sein. sonst kann ich auch zum Bus laufen, die Haltestelle ist näher :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Den AC-Lader nehme ich ja nur, wenn ich Geld sparen will. Ansonsten DC-Lader am Stadtplatz und ich habe nach 30 Minuten mehr als 300km nachgeladen. Beschäftigung für die Zeit finde ich immer.

Menschen und deren Rahmenbedingungen

Das ist wie gesagt alles eine Frage der Einstellung. Manche Leute schaffen sich einen Hund an, um dadurch die Motivation zu bekommen, trotz Wind und Wetter ein Minimum an Schritten zu machen. Ist bei einem Elektroauto ohne Lademöglichkeiten eigentlich recht ähnlich, sogar etwas weniger „zwingend“. Klar muss man da Lust drauf haben - aber für die meisten Menschen wäre es wie gesagt förderlich. Deine Gegenrede bestätigt ja nur, was ich oben schrieb: Das (leider) nicht jeder Lust darauf hat. Finde ich schade, aber letztlich sind wir uns einig, dass es so ist.

Wie gesagt, ähnlich wie beim Hundehalter ist das gerade der Vorteil: Die Zeit fehlt, weil man andere Dinge priorisiert. Es wäre gesund, sich diese Zeit zu nehmen. In der Regel lässt sich diese Zeit finden, aber die Gemütlichkeit obsiegt. Langfristig tut man sich damit keinen Gefallen. Ist völlig okay, dass wir das unterschiedlich sehen, aber was du eben als Nachteil in der Freiheit der Zeitgestaltung siehst, sehe ich als Vorteil im Hinblick auf die Motivation, sich bewegen zu müssen.

Also Hundehalter mit eAuto ohne eigene Wallbox wäre dann doch die perfekte Synergie?
:wink:

Aber mit dem Gedanken könnte man Städte schnell autofrei bekommen. Autos parken dann alle vor der Stadt.

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Im Normalfall ohne eigene Wallbox fährt man das BEV nicht extra abends zum Laden, das ist noch die Vorstellung aus den Verbrennern, mit denen man Tanken fahren musste.
Es hängt natürlich alles von der eigenen Situation und den täglich gefahrenen Kilometern ab.
Im Stadtbetrieb lädt man, wenn man sowieso irgendwo ist, wo man sich länger aufhält, egal wie voll das Auto gerade ist. Man geht Einkaufen und es gibt eine Ladestation (Aldi, Lidl, etc.), oder ins Fitnessstudio, Abends mit Freunden ins Kino, Baumarkt oder was auch immer. Da steht das Auto eh blöd rum, dann kann es auch laden.
Das passt natürlich noch nicht immer bei jedem, funktioniert oft aber schon sehr gut. Man muss nur bereit sein sich da etwas mit zu beschäftigen. Wenn es dann nicht passt, ok.
Aber dass man 2x pro Woche extra abends mehrere Kilometer zur Ladestation läuft, ist nicht das Ziel.

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Ich finde das echt spannend. Ich habe gerade mal geschaut, mehrere Apps durchforstet und die Stadtwerke angerufen.

0/18 DC-Lader hier in der Stadt (35k Einwohner) sind für <69 cent/kWh zu nutzen, egal mit welcher App, Tarif oder was auch immer. 10-15 Minuten Fahrt zum 300kw-Schnellader von EnBW und schon lade ich ca. 15-30mal so schnell (theoretisch :wink: ) und zahle nur 39 cent! Ich finde das erschreckend!

Dürfen wir erfahren welche Stadt das ist?

Jein.
Ich habe halt die Wahl, ob ich während des Einkaufens oder beim Fitness-Studio eine halbe Stunde an den Schnelllader gehe und 44 ct/kWh zahle oder ob ich abends das Auto dort an die langsame Säule stelle und die 2 km nach Hause laufe, um nur 29 ct/kWh zu zahlen.

Bei einer durchschnittlichen Ladung von 30 kWh ist das eben der Unterschied zwischen 13,20 EUR oder 8,70 EUR (4,50 Ersparnis).

So gesehen gibt es diese zwei Use-Cases:
Wer nicht extra laufen will, muss den teuren Strom akzeptieren. Dann ist das E-Auto aber fast schon ähnlich teuer wie der Verbrenner. Bei 44 ct/kWh (günstigster Schnelllader-Tarif) bin ich bei 8,01 Euro auf 100 km, die Benziner-Version meines Autos verbraucht 5,5 Liter auf 100 km, wäre damit bei 9,52 Euro pro 100 km. Damit wäre eine der großen Vorteile eines BEVs, der günstigere Treibstoff, weitestgehend negiert. Nutze ich hingegen den 29-Cent-Stromtarif über Nacht kosten mich die 100 km nur noch 5,28 EUR, also deutlich günstiger als die Benziner-Variante.

Der „Durchschnittsnutzer“, der nicht bereit ist, zur günstigen Tank-Möglichkeit zu laufen, sondern dort tankt, wo er gerade ist, zahlt gerne auch mal 60 Cent pro kWh am Schnelllader. Das wären dann auf 100 km 10,92 EUR, also deutlich teurer als der Benziner.

Und das ist das Problem:
Wer den gesunden Lebensstil akzeptiert und bereit ist, zu laufen, kommt wirklich günstig mit einem E-Auto davon, selbst ohne eigene Wallbox. Wer hingegen das Laden möglichst in seinen Alltag integrieren möchte, für den ist der Stromer nicht günstiger als der Benziner.

Die Strompreise zum Laden an öffentlichen Säulen müssen einfach grundsätzlich massiv runter und sich zumindest dem Endverbraucher-Haushalts-Strompreis annähern, auch an Schnellladern. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum Strom am Schnelllader so viel teurer sein muss, gerade, weil es ja auch Förderprogramme für die Investitionskosten öffentlicher Ladesäulen gibt. Wenn wir dahin kommen, dass die Schnelllader so günstig werden wie der normale Haushaltsstrom (~30 ct/kWh) wird Elektromobilität für Menschen ohne eigene Wallbox erst wirklich interessant.

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Stimme Dir voll zu.
Für mich war allerdings der Hauptgrund, zumindest lokal emissionsfrei zu fahren.
Wer einmal morgens im Winter an einer viel befahrenen Straße war, weiss was ich meine.
Aber ja, günstigere Ladepreise würden viel helfen. Da hätte die Regierung regulierend eingreifen können. Aber man wartet lieber dass es der Markt regelt …

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Ich versuche es doch schon deutlich zu machen. Das ist regional schon arg unterschiedlich. @Tikka Hier in HEILIGENHAUS (Düsseldorfer Umland) sind die Schnellader (JET, ENBW) fast halb so teuer wie die von den eigenen Stadtwerken betriebenen 11 und 22er Ladesäulen!

Ist für mich persönlich auch ein Grund, aber das Problem mit der Mobilitätswende ist ja, gerade diejenigen zu überzeugen, die nicht so „moralisch“ denken, sondern die vor allem an den eigenen Vorteil denken.

Wer „moralisch“ denkt (z.B. weil ihm Umweltschutz wichtig ist) wird vermutlich auch ein BEV wählen, wenn es für ihn geringfügig unattraktiver ist. Wer hingegen egoistisch denkt, wird beim Verbrenner bleiben. Und es wird leider immer die „Unerreichbaren“ geben, die selbst dann auf dem Verbrenner beharren, wenn das BEV die deutlich bessere Alternative in jeder Hinsicht wäre (eine Arbeitskollegin von mir ist so drauf; die will einfach den Geruch von Benzin und den „Klang“ (ich würde sagen: „Lärm“) eines Verbrennungsmotors… diese Leute wird man wohl wirklich erst auf’s BEV bekommen, wenn Verbrenner extrem teuer und unpraktisch werden, was vermutlich noch Jahrzehnte dauern wird…).

So gesehen sind wir jetzt bei Stufe 2 von 3. Stufe 1 waren die Ökos, die es aus moralischer Überzeugung machen, die sind jetzt schon größtenteils auf BEVs umgestiegen. Stufe 2 sind die Egos, die das für sich vorteilhafteste suchen, dafür müssen die Schnelllader deutlich günstiger werden (und vielleicht noch ein paar andere Anreize geschaffen werden), Stufe 3 sind die Überzeugungstäter, die wird man nur bekommen, indem entweder der Verbrenner ausläuft (dh. keine modernen Verbrenner mehr erhältlich sind, weil Neuzulassungsverbot) oder der Verbrenner so ungünstig wird, dass er einfach nicht mehr tragbar ist. Da sind wir aber noch lange nicht.

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Finde ich etwas zu knackig formuliert.
„Moralisches“ Verhalten muss man sich oft auch leisten können.

Wer da finanziell schlechter gestellt ist oder andere Schwerpunkte setzen muss, also egoistisch zu bezeichnen, finde ich überzogen.

Man überzeugt Menschen nicht so wirklich wenn man mit der moralischen Keule von oben herab argumentiert.
So meine Erfahrungswerte.

Wenn ich die Wahl hätte, müsste ich gar kein Auto haben. Moralisch noch wertiger?

Also du rechnest den Elektrischen mit 18kWh/100km (was sehr hoch ist), gegen einen Benziner mit 5,5l/100km, was sehr niedrig ist. Dann rechnest du ausschließliches Laden am Schnelllader für 44Ct/kWh. Dennoch kommst du auf 18% Ersparnis beim Verbrauch. Das soll dann den Vorteil des BEV beim Verbrauch „negieren“, was die Leute, die rein wirtschaftlich denken, vom Wechsel abhält.

Muss ich jetzt aber nicht auf Anhieb verstehen, oder?

Wieviel fährst du im Jahr?

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Ich rechne mit den offiziellen Werten meines Fahrzeugs. Opel Frontera, Strom 18,2 kWh auf 100 km, Benzin 5,5 Liter auf 100 km… wie gesagt, das sind die offiziellen Werte, keine Schätzungen.

Wie gesagt, 44 cent sind der niedrigste Preis, den ich für Schnelllader hier in der Nähe finden konnte. Die Preise gehen gerne auf 60+ Cent rauf. Es liegt also schon eine Mischkalkulation zu Grunde.

Das Wort „weitestgehend“ ignorierst du dabei geflissentlich.
18% Ersparnis sind nicht mehr viel. 50% Ersparnis, wenn man an der eigenen Wallbox laden kann, oder gar bis zu 80% Ersparnis, wenn man das Ganze noch mit einer eigenen Dach-PV-Anlage kombiniert, sind eben noch mal ein großer Unterschied.

Um die Spritkosten um 50% zu senken würden die meisten Autofahrer einige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, um die Spritkosten um 18% zu senken - eher weniger.

Etwa 20.000 bis 25.000 km, aber was tut das zur Sache?

Also ich fahre 12.000km mit einem ID3 von VW mit 15kWh/100km.

Macht bei 44Ct/km im Jahr 792€. THG Quote 2026 bekommst 300€.

Ich bin somit trotz Schnelllader für 4.20€/100km unterwegs. Den Verbrenner muss man sich erstmal leisten können.