Die schleichende Auflösung des Gesellschaftsvertrags

Liebes Lageteam, liebe Mitkommentierende,

das Thema, welches in den letzten Folgen in der Lage immer mal wieder angeschnitten wurde, empfinde ich als absolut brennend: Vor allem im Zusammenhang mit der Wehrpflicht wurde das Phänomen angesprochen, dass Leute zunehmend nicht mehr das Gefühl haben, in einer Solidargemeinschaft zu leben.

Ich denke, das Problem ist viel weitreichender, als es in der Lage angesprochen wurde. Es kurzerhand auf die Konsumhaltung der Leute zu schieben, finde ich viel zu kurz gegriffen. Ich denke vielmehr, viele Leute haben einen Punkt. Es gibt eine sehr grundsätzliche, massive Fehlentwicklung in unserer Gesellschaft:

Es sitzen einfach viel zu viele Leute in Schlüsselpositionen, die dort nicht hingehören und die sich nur noch für ihre Partikularinteressen einsetzen. Das betrifft so viele Bereiche der Gesellschaft. Menschen, die intrinsisch motiviert sind, werden gemolken ohne Ende, und es gibt einfach viel zu viele Leute, die ohne Mehrwert für die Gesellschaft viel zu viel vom Kuchen abbekommen.

Die Folge: Alles, was man anfassen kann, wird immer teurer. Weil eine immer größere Menge von Leuten, die eigentlich nichts beisteuert, immer mehr vom Kuchen hat und damit die Preise nach oben treibt.

Dieses Problem kann man an so, so vielen Stellen sehen, und es wird immer schlimmer. Ich denke, es gibt in unserem Land ein massives Problem mit der Einstellung unserer Eliten und deren Kompetenz. Das System fängt bei der Undurchlässigkeit des Bildungssystems an und hört bei der ungerechten Erbschaftssteuer auf. Lauter gutverdienende Leute auf irgendwelchen Positionen des mittleren Managements, die vielleicht vor zwanzig Jahren mal wussten, wie man zukunftsorientiert steuert (oder schon damals einfach die Politik ihres Großunternehmens durchschaut haben), aber alle halten es für selbstverständlich, dass nur sanft nach oben gefallen wird. Da drüber sitzt eine Horde nutzloser BWLer an den vielen Stellwerten der Verteilung und schaufeln Geld entgegen der Solidargemeinschaft nach oben. Von den ganzen Leuten, die irgendwelche nutzlosen Versicherungen verkaufen, Finanz-“Produkte” anbieten oder sich Influencer nennen, ganz zu schweigen.

Wer kennt es nicht, das typische Management: Es gibt ein Problem. Das Problem ist eigentlich systemisch. Um es zu lösen, wird eine neue Richtlinie erdacht. Diese versinkt im besten Fall unbeachtet in einem gigantischen Organisationswirrwarr und macht schlimmstenfalls mehr Arbeit. Das Problem ist nicht wirklich gelöst, aber man kann nun auf die Richtlinie verweisen. Damit ist es jetzt nicht mehr das Problem der Entscheider, sondern das der Ebene darunter. Die Leute, die sich sowas ausdenken, bekommen aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund auch noch mehr Geld als andere.

Auch wenn dieser Post an der ein- oder anderen Stelle polemisch ist (z.B. haben natürlich einige Leute im Finanzsystem eine wichtige Funktion und natürlich ist es für ein Unternehmen wichtig, wirtschaftlich zu arbeiten), so sehe ich das Problem doch als massiv. Egal, mit wem ich im Detail spreche, mit Menschen, die Entscheidungs- und Verteilungsmechanismen aus verschiedensten Ecken der Gesellschaft mitbekommen (hohe Positionen im Krankenhaus, in der IT, im Maschinenbau, Personalern etc.), sehen den Filz, das Verkommen der Meritokratie und das Gefühl von „jeder für sich selbst“.

Ich bin gespannt, wie viele das auch so sehen.

Mit besten Grüßen,
Chief

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Hast Du mal konkrete Beispiele?

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Ich bin nicht OP, und finde den Beitrag auch etwas zu polemisch; gleichzeitig trifft er aber trotzdem eine Stimmung, die ich so auch schon erlebt habe – sowohl bei mir selber, als auch bei anderen.

Deshalb ein wenig anekdotische Evidenz aus meinem Umfeld; bezogen auf die Kernaussage „dass Leute zunehmend nicht mehr das Gefühl haben, in einer Solidargemeinschaft zu leben“. Wichtig: Für manche der Probleme gibt es bestimmt gute Gründe; und nicht alles hat einfache Lösungen. Aber das ändert ja nichts daran, dass die Menschen das trotzdem als Problem sehen und verärgert sind – mit entsprechender Desolidarisierung und Social Quiet Quitting.


Beispiel eins: Gesundheitliche Versorgung. Die Krankenkassenbeiträge steigen Jahr für Jahr um die steigenden Preise auszugleichen – nur irgendwie merkt man davon nichts. Alles wird gefühlt trotzdem schlechter; jeder ist abgefucked.

Aus Patientensicht sind stundenlange Wartezeiten im Wartezimmer oder in der Notaufnahme inzwischen völlig normal – die Ärzte sind gestresst, haben keine Zeit, hören nicht mal richtig zu. Die Versorgung in ländlichen Regionen ist eine Katastrophe; aber selbst in Berlin wird es immer schwieriger, einen Hausarzt oder gar Facharzt in deiner Nähe zu finden, wo noch Neupatienten angenommen werden – ich kenne Leute, die brauchen 40 Minuten(!) mit den Öffis zum Hausarzt (einfache Wegstrecke). Klar, das geht auf dem Land noch schlimmer; aber es ist trotzdem ein absolutes Armutszeugnis.
In dem Zusammenhang ist es auch nicht hilfreich, dass immer mehr AG die AU pauschal schon für den ersten Tag verlangen – und anstatt, dass man sowas einschränkt, gängelt man die Leute lieber, in dem man die digitale Sprechstunde abschaffen, und Praxisgebühren wieder einführen will… als ob sich hier irgendjemand freiwillig 70min ins Wartezimmer setzt!

Ein guter Freund von mir ist schwerbehindert mit Merkzeichen H, und benötigt entsprechende medizinische Hilfsmittel und Pflege. Jetzt ist es aber so, dass die Krankenkasse vor einigen Jahren angefangen hat, jeden Antrag pauschal abzulehnen. Scheißegal ob alles attestiert ist, ob ein unabhängiges medizinisches Gutachten den Bedarf bestätigt, ob es um viel Geld oder Bagatellbeträge geht – abgelehnt. Pauschal. Immer. Das heißt, er darf für jeden Scheiß klagen, oft durch mehrere Instanzen, bekommt am Ende auch immer Recht, und die Kasse trägt die Verfahrenskosten. Mit anderen Worten: Die Krankenkasse verbrennt meine Beiträge, um Schwerbehinderte mit rechtswidrigen Ablehnungen und aussichtslosen Gerichtsverfahren zu schikanieren.

Und aus Arztsicht ertrinkst du in Bürokratie, Aufwand, schlechter IT, Telematikkatastrophen und -kosten, etc. Ein eigenes Unternehmen aufzumachen ist schon wild genug; aber wenn du eine neue Praxis eröffnen willst, musst du echt auf Schmerzen stehen.


Beispiel zwei: Öffentliche Infrastruktur. Hier fallen glaube ich jedem genug Beispiele aus dem Alltag ein. Sei es der kollabierende ÖPNV, baufällige Brücken, katastrophaler Breitbandausbau, etc.

Mein persönliches Highlight aus jüngerer Vergangenheit: Eine Grundschule, bei der einzelne Fenster mit OSB-Platten zugespaxt wurden, weil kein Geld da war, die Glasscheiben neu einzufassen.

Deutschland ist einer der Spitzenreiter was Abgaben angeht – ich verstehe schon, wenn man da die Erwartung hat, dass vielleicht wenigstens die Grundschule des Kindes nicht baufällig ist. Funfact: Es gibt Klassenzüge, die haben während der gesamten Grundschulzeit nicht ein einziges Mal Schwimmunterricht, weil alle Bäder im Einzugsbereich „dauersaniert“ werden.


Beispiel drei: Eingeschränkter effektiver Zugang zum Recht. Was private Firmen machen, ist eine Sache – aber spätestens wenn auch öffentliche Akteure (Krankenkassen, Arbeitsämter, Polizei) systematisch auf Delay, Deny, Defend setzen, wird es wirklich problematisch.

Viele Leute können sich erst gar nicht helfen, weil sie kein Geld oder keine Energie für einen Rechtsbeistand haben (oder es „nur“ um vermeintlich unwichtige Sachen geht); aber selbst wenn du dir helfen kannst, geht es oft um Ansprüche, auf die du eigentlich nicht beliebig lange warten willst. Und auch wenn du am Ende Recht bekommst, hast du für die verlorene Zeit erstmal einen (immateriellen) Schaden, der im Zweifel auch nicht ersetzt wird.

Das heißt, die öffentliche Hand wird für dich nicht „nur“ zum Ärgernis (als unnötig empfundene Bürokratie, dies, das, Ananas); sondern ganz konkret zum Feind, der dir das Leben ruinieren will. Polemisch formuliert: Steuern und Beträge, die wir auch für Sozialstaat und Absicherung zahlen, werden von Staat und öffentlicher Hand systematisch rechtswidrig einbehalten, um Bedürftige zu schikanieren.


Und das sind nur ein paar wenige Beispiele… Armut und Altersarmut trotz jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit. Mangelnder Klimaschutz. Förderprogramme für Wärmepumpen für Privatpersonen, die so schlecht designed sind, dass sie stattdessen 1:1 von den Unternehmen abgegriffen werden. Usw. usf.

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Das Problem einfach nur auf “die da oben” zu schieben ist mir zu einfach.
Seit Jahrzehnten wird immer mehr die “Optimierung des Einzelnen” voran getrieben / begünstigt / gefordert.
Bsp: “Geiz ist geil” / “Ich bin doch nicht blöd” / “Selbstoptimierung” / Frühbucherrabat bei der Bahn / …. Für jeden einzelnen Menschen sind diese Ratschläge vorteilhaft, aber das Gemeinwohl geht dabei leider leer aus.

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Ich möchte den Aspekt der Wehr/Zivildienstes aufgreifen. Meiner Meinung nach war der Wehr und Zivildienst sehr nützlich um Menschen unterschiedlicher Schichten zusammen zu bringen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es wichtig ist andere Lebensrealitäten kennen zu lernen und seine Bubble öfters mal zu verlassen.

Auf dem Land helfen dabei Vereine oft, da sich je nach Verein dort Menschen mit sehr unterschiedlichen Berufen treffen.

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Ich denke, es liegt nicht primär an der aktuellen Regierung, oder an der Ampel, dass das Vertrauen in die Gesellschaft schwindet. Jede Regierung hätte heute damit zu kämpfen. Probleme (wie z.B. die geschilderten im Gesundheitswesen) hat es doch in verschiedenen Bereichen schon immer gegeben. Aber sie haben nie zu einem solchen Vertrauensverlust geführt.

Ich denke, es sind vor allem äußere Gründe. Zum einen sind wir heute multiplen Mega-Krisen ausgesetzt, die von außen auf uns wirken (Corona, Ukraine-Krieg, Zerfall der Sicherheitsordnung, Exportrückgang). Das setzt unser Wohlstandsmodell generell unter Druck und erzeugt zwangsläufig Unzufriedenheit.

Der zweite Grund ist glaube ich noch entscheidender: Internet und Social Media. Jeder kann heute im Netz über die jeweilige Regierung herziehen. Und gerade am rechten und linken Rand wird massiv gegen Regierung und Staat mobilisiert. Das sind Einzelpersonen, Parteien aber sicherlich auch ausländische Akteure, die versuchen, Unzufriedenheit zu sähen und unsere Gesellschaft zu spalten. Es bilden sich Filterblasen, und diese Gruppen sehen einfach nur noch bestimmte parallele Realitäten.

Ich sehe da vor allem das Problem, dass die Union zunehmend Lobbyinteressen vertritt, die eben nur dem oberen kleinen Teil der Bevölkerung hilft. Trickle down economics, 1:1 Übernahme von Lobbyinteressen in der Umsetzung der eigenen Politik, ignorieren wissenschaftlicher Erkenntnisse, Hetze gegen Sozialhilfeempfänger und Migranten als Wurzel allen Übels, damit der empörte Bürger eine Projektionsfläche für seine eigene Unzufriedenheit hat, die immer stärker wird, weil er auf den Quatsch der Union reinfällt.

Würde man eine Politik machen, die dem Großteil der Menschen helfen würde, dann wäre die Grundstimmung auch besser und die Menschen wären weniger empfänglich für populistische Parolen. Aber wenn man Politikern wie Merz, Spahn, Linnemann, Frei, Klöckner, Dobrindt, Söder usw sagt, dass sparen und schwarze Null rechte Tendenzen begünstigt, dann wird das ignoriert. Ebeneso dass es keine gute Idee ist, die Parolen der AfD zu übernehmen.

Jetzt ist der Diskurs soweit nach rechts verrutscht, dass Grüne böser sind als die AfD in der öffentlichen Wahrnehmung. Und dann sagt man wieder zu Wahlergebnissen: Das ist nun einmal der Wählerwille.

Mit freundlicher Unterstützung der Springer Presse, die schon die Ampel sabotiert hat und die FDP auf sie gehört hat.

Wenn die Union es nicht irgendwann schafft, sich von diesen korrupten Strukturen zu lösen, dann sehe ich einfach schwarz für unsere Demokratie. Und ehrlich gesagt sehe ich nur noch das BVerfG, wie es die Union zwingen kann, von dieser Lobbygetriebenen und an der Grenze zu Korruption ausgerichteten Politik abstand zu nehmen.

Kürzlich stellte sich Manfred Weber vor die Kamera und sagte bezüglich des Verbrenner Aus, dass man 1:1 die Position des VDA übernommen habe. Und ist da auch noch stolz drauf. Er würde nie 1:1 die Position von einer progressiven NGO übernehmen. Die Doppelmoral der Union macht einfach extrem viel kaputt in unserem Land.

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Auch ich sehe die Hauptschuld bei der Union. Sie betreibt seit Jahren eine Politik, die sich stark an Lobbyinteressen orientiert und damit vor allem einem kleinen, privilegierten Teil der Gesellschaft nützt. Statt reale Ursachen für soziale und wirtschaftliche Probleme anzugehen, werden wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und gesellschaftliche Konflikte geschürt Sozialleistungsbezieher und Migranten dienen als bequeme Sündenböcke.

Diese Strategie verschärft die Unzufriedenheit, die sie vorgibt zu bekämpfen, und macht viele Menschen erst empfänglich für populistische Erzählungen. Gleichzeitig wird an Sparlogiken festgehalten, die öffentliche Infrastruktur, kommunale Dienstleistungen und Daseinsvorsorge ausdünnen. Die entstehenden Lücken werden dann über Bußgelder, Gebühren und Belastungen für Bürgerinnen und Bürger geschlossen was den Frust weiter verstärkt.

Besonders problematisch ist, dass die Union dabei zunehmend Narrative der AfD übernimmt und so den politischen Diskurs immer weiter nach rechts verschiebt. Wenn demokratische Parteien selbst diesen Kurs einschlagen, braucht man sich über die Erosion des gesellschaftlichen Zusammenhalts und den Vertrauensverlust in die Politik nicht zu wundern

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Ich glaube schon, dass das seit Jahrzehnten anhaltende Staats- und Politikversagen sich seit Längerem zeigt und jetzt kräftig durchschlägt: Klima, Rente, Gesundheit, Pflege, Bildung, Wohnen, Vermögensverteilung, Infrastruktur, Integration / Migration, Digitalisierung, Lobbyismus … ganz wichtig: große Staatsreform.

Und: Das war nicht nur die Union. Das waren alle demokratischen Parteien (bis auf die Linken).

Dieser Frust ist die Ursache für einen massiven Vertrauensverlust und den Aufstieg der AfD.

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Viele der genannten Probleme und Kritikpunkte sind keine deutschen Sonderfälle. Renten, Immobilien/Wohnraum, Ungleichheit, Gesundheitssysteme, privatisierte Infrastruktur, wahrgenommene Bürokratie… Das gibt es alles in ähnlicher Form in vielen Ländern.

Ein so großer länderübergreifender Trend kann daher nicht mit dem Handeln einzelner politischer Akteure begründet werden.

Es ist meiner Meinung nach eine Krise unseres Wirtschafts- und Politiksystems (liberale Demokratie im globalisierten Kapitalismus), die zeitgleich mit einer gefühlten Alternativlosigkeit des Systems („Capitalist Realism“) einhergeht: Mehr oder weniger alle politischen Strömungen kritisieren das aktuelle System und sind sich trotzdem darin einig, keine wirklich fundamentalen Änderungen zu wollen. Diese Dissonanz ist mMn ein wichtiger Aspekt.

Die einzigen, die daraus ausbrechen sind die Rechtsextremen (und teilweise/manche Linke). Von ihren Unterstützern werden die Rechtsextremen (kontrafaktisch) als einzige Kraft gesehen, die an dem als gescheitert wahrgenommenen System fundamental etwas ändern will.

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Ich habe das Gefühl, dass geschilderte Problem ist kein exklusiv deutsches. Zumindest haben Italien, Österreich, Niederlande, Frankreich und viele mehr schon viel weiter fortgeschrittene Tendenzen einer erodierenden gesellschaftlichen Mitte und teils jahrelang stramm rechte Regierung.
Deswegen scheint es mir unplausibem, dass die Union nun der Sündenbock sein soll, so schlimm ich deren Politik großteils auch finde. Viel mehr scheint mir in den westlichen Staaten/Demokratien etwas systematisch falsch zu laufen.

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Kannst Du das belegen?

Dass rechtspopulistische Parteien in fast ganz Europa zulegen (Link), zeigt doch, dass das Problem systemisch ist und kein rein deutsches Phänomen.

Natürlich hätten die Regierungen gegensteuern können und müssen: durch mutige/radikale Reformen (um den Populisten den Wind aus den Segeln zu nehmen) und durch gezielte Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Wir haben heute massiv destabilisierende Randbedingungen (Social Media als Brandbeschleuniger), die so vor 20 Jahren einfach noch nicht existierten.

Habe das gerade in einem anderen Thread gepostet:

Klar :slight_smile:

Rente:

Immobilien/Wohnraum:

Steigende Ungleichheit:

Einkommensungleichheit ist in den letzten Jahrzehnten sowohl innerhalb von Ländern als auch global zwischen Ländern gestiegen:

Gesundheitssysteme:

UK/NHS

Canada

The health system in Canada has been facing significant challenges, such as overwhelmed emergency rooms, lack of access to a family doctor, and health care workers under enormous strain.

Studien

Reicht das erstmal? :smiley:

Nicht wirklich. Das die strukturellen Ursachen und Herausforderungen in vielen Ländern ähnlich sind, bezweifelt niemand. Dass sie nicht lösebar sind, bezweifele ich aber doch. Ohne es recherchiert zu haben behaupte ich mal ganz frech: Für fast jedes der genannten Probleme gibt es Länder, die vor den gleichen strukturellen Herausforderungen standen uns sie gelöst haben, z.B. durch frühzeitige, schleichende Einführung eines Kapitaldeckungsverfahrens im Rentensystem. Einige Beispiele sind auch krasse Sonderfälle (z.B. NHS in UK).

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Gut, dass wir uns in dieser Grundannahme schonmal einig sind. Es ist also ein strukturelles Problem, kein nationales.

Um dich zu zitieren: „Kannst du das belegen?“

Gibt es wirklich Staaten, die durch Reformen innerhalb des existierenden Systems in den letzten Jahrzehnten die Rechtspopulisten nachhaltig eingedämmt und das Vertrauen in das liberale System wieder gestärkt haben?
Plakativ gesagt: Schweden hat zwar die Aktienrente, trotzdem stehen die Schwedendemokraten bei 20%.

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Nein, aber ich hatte Dich eher so verstanden, dass unsere seit Jahrzehnten ungelösten Probleme auch in vielen anderen Ländern ungelöst seien.

Nochmal: Ich sehe “bessere Politik” nicht als “die” Lösung, um Rechtspopulisten zurückzudrängen. Aber nur, weil “bessere Politik” mutmaßlich nicht gegen rechts hilft, sollte man sie nicht sein lassen (und statt dessen z.B. die von der AfD geforderte Politik vertreten und umsetzen).

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10 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Sind Aktienrente und steuerfinanzierte Rente in ihrer ökonomische Wirkung identisch?

Das Problem auf “die da oben” zu schieben ist überhaupt nicht einfach. Die Mechanismen der Vermögensabschöpfung sind oft sehr gewieft. Das “Geiz ist geil” angesagt ist liegt einfach nur daran, dass Neoliberalimus leider schleichend zur Kultur wurde. Der Einzige Grund, weshalb wir in einer Transfärgesellschaft leben ist die Demographie. Alles andere: Hilfe für Arbeitslose, BaFög, Wohnen, Ausgaben für Bildung etc. ist alles netto zusammengeschrumpft.

Für mehr Details mein ergänzender Beitrag zum Gesundheitssystem. Es sind sehr wohl “die da oben” schuld an dem Problem. In der Krankenhausmedizin vor allem die BWLer, die dem System wie Zecken das Geld entziehen während die Allgemeinheit immer mehr abdrücken muss. Es profitiert die Medizintechnik, Gerätemedizin und Pharmafirmen.

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