Parallelgesellschaften sind irgendwelche rechtsradikalen, islamistischen, evangelikalen oder verschwörungsschwurblerischen Kreise.
Mit der sonstigen breiten Vielfältigkeit der Gesellschaft haben solche Leute nur wenig zu tun.
Du und andere (s.o.) wollen aber jenseits der Rechtslage und ihrem verfassungsrechtlichen Wesenskern weitergehend normieren.
Und das ist halt unsinnig, ums mal höflich auszudrücken.
Et kölsche Jrundjesetz (Kölsch ist übrigens auch ein migrationsgeprägter Metrolekt) enthält in seiner Erweiterung des treffenden Satz:
Jede Jeck es anders, jeder es anders jeck, und jet jeck sin mir all.
Diese Liberalität sollte eigentlich ‚Leitkultur‘ sein.
Plus „Verfassungspatriotismus“ (im Habermasschen Verständnis).
Das reicht völlig aus.
Alles andere ist unnötige Vielfaltsimitierung, die im Kern autoritär ist.
Zweifellos. Aber sie ist v.a. verfassungsfeindlich, da sie die allgemeine Menschenwürde untergräbt.
Eben. Wobei die Tötungshemmung schon (sehr) relativ ist.
Vom Sein aufs Sollen zu schließen ist aber ohnehin ein naturalistischer Fehlschluss.
Bloß weil sich eine Tendenz zur Xenophobie in (nahezu) jedem Menschen nachweisen lässt, folgt daraus ja erst mal gar nichts.
Viele bemühen sich eben und halten diese Tendenz erfolgreich in Schach. Andere wollen sich einfach gehen lassen.
Bloß weil viele Leute vielleicht einen inneren Drang verspüren, schneller Auto zu fahren, als die Polizei erlaubt, oder Menschen zu verprügeln, die ihnen nicht passen, werden Rechtsvorschriften gegen überhöhte Geschwindigkeit und Körperverletzung ja auch nicht einfach abgeschafft - auch wenn einige meinen, sie hätten ein Recht, nach Belieben zu rasen, oder anderen die Kauleiste einzutreten.
Das Gleiche ist es mit Fremdenfeindlichkeit.