Die ewige Diskussion über die Leitkultur (ausgelagerter Thread)

Es ist, wie die politische Psychologin Karen Stenner in einem Essay über “Autoritarismus” von 2020 beschrieben hat, das Ziel der Autoritären ist die “Minimierung von Unterschieden”. (Eine für alle verbindliche Leitkultur ist ja nichts anderes!)

Stenner führt dazu aus:

Das tiefe Bedürfnis von Autoritären nach dem, was ich als „Einheit und Einheitlichkeit“ (“oneness and sameness”) bezeichne, erzeugt dann – auf primitive und weitgehend unbewusste Weise – eine Reihe funktional zusammenhängender Anforderungen an das politische System, ohne dass hierfür eine nennenswerte kognitive Untermauerung erforderlich wäre.

Es scheint zwei entscheidende Determinanten für Autoritarismus zu geben. Die erste ist ein Mangel an „Erfahrungsoffenheit“ (eine der „Big Five“-Persönlichkeitsdimensionen, die selbst zu einem erheblichen Teil erblich ist). Die zweite lässt sich am besten als kognitive Inkapazität beschreiben.

Mangelnde Offenheit und kognitive Inkapazität prädisponieren für Autoritarismus, indem sie die Bereitschaft bzw. die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen, verringern. Menschen, denen es an Offenheit für Erfahrungen mangelt, mögen keine Abwechslung, Neuheit, Vielfalt und Komplexität und lehnen Unkonventionelles und Unbekanntes ab. Menschen mit kognitiven Einschränkungen bevorzugen natürlich ebenfalls Einfachheit und sind für Komplexität schlecht gerüstet.

Die oben skizzierte lebhafte Gesellschaft und Politik – die viele von uns nicht nur tolerieren, sondern sogar begrüßen – stellt für die Autoritären in unserer Mitte eine perfekte Kombination normativer Bedrohungen dar. Und davon gibt es sehr viele.

(Aus dem Englischen übersetzt unter Nutzung von DeepL)

Ergänzen kann man noch folgende Forschungsergebnisse:

Eine Metaanalyse (88 Stichproben, 12 Länder, 22.818 Fälle) bestätigt, dass mehrere psychologische Variablen politischen Konservatismus vorhersagen: Todesangst (gewichteter Mittelwert r = 0,50); Systeminstabilität (0,47); Dogmatismus – Intoleranz gegenüber Ambiguität (0,34); Offenheit für Erfahrungen (– 0,32); Unsicherheitstoleranz (– 0,27); Bedürfnis nach Ordnung, Struktur und Abgeschlossenheit (0,26); integrative Komplexität (– 0,20); Angst vor Bedrohung und Verlust (0,18); sowie Selbstwertgefühl (– 0,09). Die Kernideologie des Konservatismus betont den Widerstand gegen Veränderungen und die Rechtfertigung von Ungleichheit und wird durch Bedürfnisse motiviert, die je nach Situation und Disposition variieren, um mit Unsicherheit und Bedrohung umzugehen.

(Übersetzt mit DeepL)