Um jetzt nur mal auf den letzten Punkt einzugehen: Ich denke, dass die Themen PFAS und Ewigkeitschemikalien, genauso wie das Thema der Ewigkeitskosten allgemein, interessant sind. Ich würde mich sehr freuen, wenn LdN dieses Mal eine eigene Episode aufgreift.
Ich habe weiter oben schon gesagt, dass ich auf die Rechnungen hier in den Kommentaren nicht eingehen werde, da diese teilweise vogel-wild sind. Insb. auch für die Schlussfolgerungen bzgl. der Umweltauswirkungen bei Bränden usw. Ich würde gerne mal ExpertInnenmeinungen hören, da ich selbst dafür kein Experte bin. Das sauber zu bewerten ist nicht trivial, und oft werden bei „ich hab da mal schnell was ausgerechnet“ Bewertungen schnell Fehler eingebaut.
DAS Li-Akkus brennen können, sollte klar sein, und das ist ein Problem. Das ist übrigens noch ein größeres Problem, wenn kleine Elektrogeräte, die einen Li-Akku haben, über den Hausmüll entsorgt werden. Jede Woche brennen in Deutschland Müllverarbeitungsanlagen, weil Li-Akkus fälschlicherweise über den Hausmüll entsorgt wurden… Aber auch das ist vielleicht eine andere Episode.
Da das Thema PFAS im Zusammenhang mit BEV vs. ICE immer wieder aufgeworfen wurde, denke ich, dass wir hier verschiedene Aspekte unterscheiden und abgrenzen müssen. Und als Hinweis, ich bin ebenfalls kein Experte zum Thema PFAS. Soweit ich weiß, emittieren sowohl ICEs als auch EVs während des normalen Betriebs PFAS primär über das Kühlsystem, da die Batterie vergleichsweise gut abgeschlossen ist. Wenn das Batteriepack beschädigt wird und/oder es einen Runaway gibt, ist es vorstellbar, dass es hier entsprechende Emissionen gibt, und das diese dann auch substantiell sind. Da hilft es auch nicht, dass die neueren BEVs weitaus seltener Feuer fangen als ICEVs.
d.h. ja, PFAS ist/kann ein Problem sein, und wir sollten daran arbeiten, das zu lösen bzw. die Auswirkungen zu reduzieren. Genauso gibt es ein paar andere Themen (Frischwasserbedarf, etc.), die auch Umweltauswirkungen verursachen. Hier gilt wie überall: „Wo gehobelt wird, fallen Spähne“; der einzige Weg, das zu verhindern, ist nicht mehr zu hobeln (ergo Vermeidung).
Man muss das Ganze aber in Perspektive sehen. PFAS im Automobilbereich, die beim normalen Fahrzeugbetrieb vorhanden sind, sind in erster Linie in „versiegelten“ Elastomeren, in Batteriezellen (während des Betriebs) und im TFA-Kreislauf des Kältemittels gebunden. Eine nennenswerte Freisetzung erfolgt nur bei Bränden oder am Ende der Lebensdauer, es handelt sich also nicht um eine kontinuierliche Punktquellenemission, die direkt in der Umwelt landet. Die Produktion der Fluorpolymere (PVDF, PTFE), die anschließend in Batterien verbaut werden, ist ein viel größeres Problem. Der Wechsel zu EVs kann die Nachfrage nach und Produktion dieser Polymere verstärken. Aktuell gibt es hier, soweit ich weis, keine guten Substituten, zumindest war das der letzte Stand bei der Überarbeitung der REACH-Verordnung, der mir bekannt ist.
Ich würde das Thema PFAS bei EVs nicht überdramatisieren.
Ich würde aber das Thema PFAS ALLGEMEIN sehr gerne mehr in der Öffentlichkeit sehen 