Bemerkenswert finde ich, dass dir gar nicht aufgefallen ist, dass der neoliberale Host Stelter sich auf einem Kreuzzug gegen die Energiewende befindet und gerne Kernkraftpropagandisten wie Ulrich Gräber oder André Thess einlädt. Auch “Staffan Qvist was trained as a nuclear engineer”.
Und Thess lädt gerne mal Klimaschwurbler zu Konferenzen ein und ist auch sonst alles andere als seriös:
https://de.wikipedia.org/wiki/André_Thess
All diese Leute (von äußerst zweifelhaftem Ruf) sind Außenseiter in der Energiewende-Debatte.
Selbst wenn man Probleme wie Gesundheitsgefahren und Endlagerung außen vor lässt, wird die von diesen Leuten anvisierte Renaissance der Kernkraft keine Realität werden.
Ihr Anteil an der globalen Energieerzeugung ist sogar in den letzten Jahren gesunken.
Kapazitäten werden ganz überwiegend lediglich ersetzt, aber nicht ausgebaut.
Die Kosten der Meiler haben sich bei gleichzeitiger drastischer Verlängerung der Bauzeiten stets vervielfacht.
Aber nehmen wir mal an, diese Kosten und das sich verschärfende Kühlwasserproblem wären völlig egal und es käme - wider Erwarten - zu einem globalen Ausbau der Kernenergie. Dann wäre das Kardinalproblem des seit Jahrzehnten kontinuierlich sinkenden Erzgehalts beim Uranabbau immer noch nicht gelöst. Dann würden die Uranreserven bei deutlich gesteigerter Nachfrage allenfalls noch bis zur Mitte des Jahrhunderts reichen, bevor man mehr Energie hineinstecken müsste, als man herausbekommt, die Energiebilanz also negativ würde.
Abgesehen also von dieser Petitesse der langfristigen Unwirtschaftlichkeit und der äußerst schlechten systemischen Vereinbarkeit mit stark fluktuierenden dezentralen Energiequellen kommt noch hinzu, dass der Zubau viel zu lange dauert, um CO2-Budgets auch nur näherungsweise einhalten zu können.
Selbst wenn man also Kernkraftwerke als völlig sicher ansieht, gibt es noch jede Menge weiterer Probleme, vor der rationale Menschen nicht die Augen verschließen sollten.