Auch Israelische NGOs sprechen nun von Völkermord in Gaza

Zwei Israelische NGOs, B’Tselem und Physicians for Human Rights haben Berichte vorgelegt in denen sie dem Israelischen Militär Völkermord vorwerfen: Tagesschau: Israelische NGOs sprechen von Völkermord

Damit reihen sie sich ein mit den Berichten von Amnesty, Human Rights Watch und vielen kleineren NGOs (ersteren Bericht haben wir hier schonmal diskutiert. ).

Ich fänds sehr spannend und hilfreich, wenn diese Vorwürfe und deren Implikationen in der Lage diskutiert würden.

7 „Gefällt mir“

Ein Expertenbericht gibt Anlass zur Sorge.

Angesichts der dramatischen Versorgungslage im Gazastreifen schlägt die IPC-Initiative Alarm. In dem Gebiet entwickle sich derzeit »das schlimmste Szenario einer Hungersnot«, konstatiert die international anerkannte und von Uno und WHO unterstützte Organisation, die die Versorgungslage von Menschen weltweit beobachtet, in einem aktuellen Bericht. Immer mehr Belege deuteten darauf hin, dass »weitverbreiteter Hunger, Unterernährung und Krankheiten zu einem Anstieg der hungerbedingten Todesfälle führen«, heißt es weiter.

In der Bundespressekonferenz erklären Experten, wie dramatisch die Lage ist und warum die Luftbrücke unter Beteiligung der Bundesregierung nicht wirklich hilfreich ist:

Prominente Israelis fordern harte Sanktionen gegen ihre Regierung:

A group of high-profile Israeli public figures, including academics, artists and public intellectuals, has called for “crippling sanctions” to be imposed by the international community on Israel, amid mounting horror over its starvation of Gaza.

The 31 signatories of a letter to the Guardian include an Academy award recipient, Yuval Abraham; a former Israeli attorney general, Michael Ben-Yair; Avraham Burg, a former speaker of Israel’s parliament and former head of the Jewish Agency; and a number of recipients of the prestigious Israel prize, Israel’s highest cultural honour.

Ein Augenzeugen-/Whistleblower-Bericht lässt aufhorchen:

As more than 1,000 Palestinians have been killed seeking aid at militarized aid distribution sites run by the U.S.- and Israel-backed Gaza Humanitarian Foundation, a former GHF security contractor tells Democracy Now! he saw U.S. mercenaries and Israeli forces commit war crimes by indiscriminately shooting at starving Palestinians waiting for aid. “What I witnessed in Gaza, I can only describe as a dystopian, post-apocalyptic wasteland,” says Anthony Aguilar, a retired U.S. soldier who worked as a subcontractor with UG Solutions in the Gaza Humanitarian Foundation aid delivery operation. “We, the United States, are complicit. We are involved, hand in hand, in the atrocities and the genocide that is currently undergoing in Gaza.”

Da verschlägt’s einem die Sprache.

8 „Gefällt mir“

Aus meiner Sicht ist es unerheblich, ob man es Genozid oder schwerste Menschenrechtsverletzungen nennt. Daher bin ich mit dem emotional aufgeladenen Begriff Völkermord sehr vorsichtig. Der führt schnell in eine Wagenburgmentalität.

Ansonsten ist schon lange schwer bestreitbar, dass Israel schwere Verbrechen gegen die Bevölkerung begeht. Israelische Soldaten und Veteranen haben das spätestens durch die NGO Breaking the Silence schon sehr eindrücklich geschildert.

Daher ist es gut, dass nun auch weitere NGOs Klartext sprechen. Es wird aber vorerst wenig an der Lage ändern, denn Netanjahus Bande aus Rechtsextremisten ist die Kritik völlig egal und der Mehrzahl der Israelis ist palästinensisches Leben auch nicht wirklich wichtig.

Das sieht man auch an den Umfragen, in denen zwar die Mehrzahl einen (temporären) Waffenstillstand zur Befreiung aller Geiseln unterstützt (das entspricht im Grunde der bedingungslosen Kapitulation Gazas), aber nur eine kleiner Teil einen Verhandlungsplan, der die sofortige Freilassung der Hälfte der Geiseln bedeutet und den Rest als Basis für Verhandlungen zu einem dauerhaften Waffenstillstand und Friedensvertrag vorsieht.

Dabei ist die Hoffnung auf Kapitulation völlig unrealistisch und wird sicher nicht umsetzbar sein. Man entscheidet sich gesellschaftlich also weiter für einen Krieg, der palästinensisches Leben mit Füßen tritt.

4 „Gefällt mir“

Inwiefern nutzen die Geiseln denn im Moment den Palästinensern? Als „menschlicher Schutzschild“ sind sie offensichtlich ebenso „wertlos“, wie als „Verhandlungsmasse“ gegenüber einer israelischen Regierung, der die Geiseln offensichtlich ziemlich egal sind. Von daher verstehe ich auch nicht, was es aus palästinensischer Sicht noch zu „kapitulieren“ gäbe. Wer kämpft da aus palästinensischer Sicht überhaupt noch und mit welchen Erfolgsaussichten um was?

2 „Gefällt mir“

Das sollte es nicht brauchen weil es schon längst klar war.

Ich zitiere Adam Tooze hier:

Anyone deflecting from the clear responsibility of the Israeli state for this mass starvation of two million people, anyone resorting to euphemisms about “crises” makes themselves complicit in this historic crime.

Davon gibt es hier nicht wenige glaube ich.

6 „Gefällt mir“

Ich traue der israelischen Regierung durchaus zu noch weit stärker eskalieren zu können. Die Geiseln zwingen Netanjahu zumindest dazu stets zwischen den Geiseln und der Befriedigung seiner Koalitionspartner abzuwägen.

Wären die Geiseln frei, was würde den Gazastreifen vor der endgültigen Blockade von Lebensmitteln retten, die nur das Ziel hätte Palästinenser von dort gezielt zu vertreiben. Oder was würde verhindern, dass Netanjahu die IDF anweist mit Waffengewalt und Bomben die Palästinenser zu vertreiben. Natürlich stets gelabelt als Kampf gegen die Hamas.

Und vielleicht gänzlich unumstritten, die Hamas nutzt die Geiseln als Faustpfand, um nicht Opfer einer systematischen Säuberung zu werden. Warum sollte sie das freiwillig aufgeben?

Vor einiger Zeit hatte ich mal diesen Thread zur Thematik Geiselfreilassung eröffnet.

Ich sehe nicht was sich inhaltlich seitdem geändert hätte.

Den Eindruck habe ich auch. Dahinter steckt aus meiner Sicht aber keine böse Absicht, sondern einerseits unsere freundschaftliche Verbundenheit mit Israel, während auf der anderen Seite aus unserer Sicht mit der Hamas das personifizierte Böse steht. Wir neigen dazu Freunde, vor allen solchen denen wir uns ggü. schuldig fühlen, selbst dann noch mitfühlend und verständnisvoll für Dummheiten zu behandeln, wenn wir Feinde für ähnliches schwer kritisieren würden.

Das ist ein ganz normaler Effekt. Wir wollen uns halt nicht in unseren Freunden geirrt haben und schon gar nicht wollen wir auf der Seite der Bösen stehen. Selbst dann nicht wenn defacto beide Seiten böse sind. Es handelt sich um kollektiven Selbstbetrug.

Zum anderen tut Israel aber auch aktiv sehr viel um die öffentliche Meinung durch Propagandamaßnahnen international für seine Zwecke zu beeinflussen. Der Spiegel Auslandsresortleiter Mathieu von Rohr hat das hier (S+) ausführlich anhand der Thematik Hungersnot in Gaza herausgearbeitet.

Ich fürchte, wer ohnehin glauben möchte, dass unsere Seite die Gute ist, der wird auch israelischer Propaganda zugänglicher sein.

2 „Gefällt mir“

Eine besondere Art Komplizen findet man in den USA:

In case there were any doubt about his motivation to relocate the embassy, Trump told a crowd in Wisconsin during a 2020 reelection campaign visit, “We moved the capital [sic] of Israel to Jerusalem. That’s for the evangelicals.” He added, “The evangelicals are more excited by that than Jewish people.”

Fundamentalist Christians believe that for the Second Coming of Christ to occur, Jerusalem must be controlled by the Jewish people. That’s a necessary precursor to the end times, when the Christian faithful will be “raptured” (i.e brought up to Heaven) before the Earth is destroyed.

According to this eschatology, “Israel has to be strong,” Schei explains. “For the evangelicals this means that the Jewish people need to return to the Holy Land and that the Palestinian people must be expelled from Israel. In their belief, Israel has to claim more land as is prophesized in the book of Revelations.”

Praying for Armageddon makes the case that fundamentalist Christian groups, including Christians United for Israel [CUFI] — an organization founded by Hagee — are providing both moral justification and economic support for Israel’s expansion into Palestinian lands. These doomsayers watch for indications of the coming apocalypse, but more than that, they are influencing policy decisions that will hasten the fulfillment of what they see as prophesy.

This apocalyptic ideology has received a warm embrace from many conservatives in Congress.

Die Frage hab ich mir auch gestellt.
Meine beste Hypothese bislang: Die Hamas hält die Geiseln weiter fest, um die israelische Regierung bloßzustellen, zu demonstrieren, dass dieser die Geiseln nicht wichtig sind. Das kann dann dazu dienen, den Druck auf die Regierung aus der israelischen Bevölkerung zu erhöhen.
Eine andere, perfidere Intention kann ich mir auch vorstellen: Zu zeigen, dass es das israelische Militär trotz aller Überlegenheit nicht schafft, die Geiseln zu befreien, und so die Botschaft des 7. Oktobers zu verstärken, dass Israelis vor der Hamas nicht sicher sein können.
Insgesamt ergeben sich, wenn man wie die Hamas hinreichend skrupellos ist, um Menschen zu objektifizieren, also auch zum jetzigen Zeitpunkt noch genug strategische „Einsatzzwecke“ für die Geiseln.

4 „Gefällt mir“

Zutrauen kann man einer rechtsextremen Regierung ohnehin alles Schlechte in jedem denkbaren und undenkbaren Ausmaß. Nur würde ich unterstellen, dass die Geiseln in der Abwägung der Regierung längst abgeschrieben sind (falls sie überhaupt je eine andere Rolle gespielt haben sollten, als einen günstigen Vorwand zu liefern). Wie immer bei solchen Leuten gehts in der Abwägung mMn ausschließlich um Probleme, massiverer Art. Also wenn die Versorgung mit bestimmten Rüstungsgütern durch wegbrechende Unterstützung bedroht sein könnte, oder vielleicht noch die Geschäfte irgendeines „Gönners“, der sonst weniger Schwarzgeld rüberschiebt.
Was die Apologeten dieser Regierung in Deutschland angeht, übersehen die vor lauter angeblicher oder tatsächlicher Verantwortung für Israel als jüdischen Staat sowohl die Verantwortung für Israel als Demokratie, als auch für universelle Grundwerte und -Normen. Was das Verhältnis zum Kabinett Netanjahu angeht, hätte von Beginn an der Rechtsextremismus und die kriminelle Energie seiner Mitglieder bestimmend sein müssen, nicht, in welchem Land die regieren. Das „Gute“ an Rechtsextremisten: Sie können kaum anders, als ihren Verharmlosern Schritt für Schritt die Argumentation zu erschweren. Ob bei Trump, AfD, Hamas, Putin oder Netanjahu und seiner Clique. Man kann jeden Tag die Masken etwas weiter rutschen sehen und beobachten, wie die Parteigänger, Verteidiger und Relativierer sich in immer spektakuläreren Verrenkungen Augen, Ohren, Mund und Nase gleichzeitig zuhalten, um das Offensichtliche nicht zur Kenntnis zu nehmen.
Und vielleicht setzt sich dann diesmal die Erkenntnis durch, dass eine bedingungslose Übernahme anderer Sicherheitsinteressen in unsere Staatsräson wie sie aktuell (noch) als Monstranz herumgereicht und vorgezeigt wird, die bedingungslose Solidarität mit den USA nach 9/11 ebenso wie der „Blankoscheck“ für Österreich 1914 immer schon eine dumme Idee war und deswegen höchstens als Floskel (besser nicht mal das) aber keinesfalls als Orientierung tatsächlicher Außenpolitik verwendet werden sollte.

2 „Gefällt mir“

Ich erkenne in der israel. Regierung kein Interesse an der Befreiung der Geiseln. Auch wenn es zynisch klingt: Aber Netanjahu braucht die Geiseln, um den Krieg aufrecht zu erhalten. Würde diese befreit sein; was dann? Irgendwann wäre auch der letzte Hamas-Kämpfer aus dem Gaza getötet und damit das Kriegsziel erreicht. Dann gäbe es keine Grund mehr von Netanjahu sich aus seinem Korruptionsprozess zu stehlen und bei Neuwahlen würden das Ende dieser Regierung bedeuten. Mit den Geiseln kann der heutige Kriegszustand noch lange ausgedehnt werden.

Ist es nun ein Hamas-geführter Staat oder eine Hamas-Terrorbande?
Falls Staat: bedingungslose Kapitulation ist der Normalfall, wenn man Kriege beginnt und dann verliert.
Falls Terroristen: mit Terroristen verhandelt man nicht.

Einerseits ist das richtig. Andererseits bedeutet aber auch das eine erforderliche Zügelung der rücksichtslosen israelischen Attacken. Denn wenn Netanjahu letztlich die letzte Geisel „versehentlich“ durch Aushungern oder Bomben töten ließ, dann tritt das gleiche Szenario ein wie im Fall der Geiselfreilassung.

Netanjahu müsste dann weiter eskalieren, um den Krieg doch irgendwie weiter laufen zu lassen und an der Macht zu bleiben.

By the way, den Gedanken muss man sich mal geben. Ein Staatschef lässt zum eigenen Machterhalt Millionen Menschen eines kleineren, schwächeren Defacto-Staats hungern und immer wieder auf schlimmste Art und Weise vor Beschuss fliehen. Schrecklich!

Die Geiselnahme am 07.10. wurde durchgeführt, um ein Faustpfand gegen systematische Säuberung zu sichern und daher notwendig?

1 „Gefällt mir“

Jetzt machst du wieder das, was so gerne in diesen Diskussionen getan wird: Du verstehst deinen Gesprächspartner bewusst falsch und verdrehst seine Aussagen.

Niemand hat behauptet, dass der unglaublich menschenverachtende Terroranschlag des 07.10.23 dazu diente, sich gegen israelische Aggression zu schützen. Das wäre auch absurd, weil jedem im Vorfeld klar sein musste, dass diese Aktion zu einem massiven Krieg führen würde.

Aber es ist eben eine dynamische Situation, die sich ständig ändert. Nachdem Israel im großen Maßstab in Gaza eingefallen ist und ganz klar mit dem Ziel hineingegangen ist, die Hamas mit Stumpf und Stiel auszurotten, kann sich die Zweckbestimmung der Geiseln durchaus geändert haben. Ab diesem Zeitpunkt kann man argumentieren, dass die Geiseln die einzige Sicherheit davor wurden, dass Gaza mit Flächenbombardements eingeäschert wird.

4 „Gefällt mir“

Nein. Das ist die Ausnahme. Die allermeisten Kriege der Weltgeschichte wurden am Verhandlungstisch beendet. Dass Deutschland im WKII bedingungslos kapituliert hat, macht das nicht zur Regel. Selbst Japan hat 1945 nur unter Zusicherung bestimmter Zugeständnisse die Waffen gestreckt.

3 „Gefällt mir“

Das ist nun wirklich an den Haaren herbeigezogen, weil Hamas sich nicht für das Wohlergehen der Palästinenser interessiert. Für Hamas sind tote Zivilisten willkommenes Propoganda-Material.
Israel zu unterstellen, sie würden ohne Geiseln möglicherweise „Gaza mit Flächenbombardements einäschern“ entspringt auch reger Phantasie.

2 „Gefällt mir“

Und das ist wieder diese 100% Schwarz-Weiß-Sicht.

Ja, die Hamas versteckt sich hinter Zivilisten. Ja, die Hamas nutzt tote Zivilisten für ihre Propaganda (wie es übrigens ausnahmslos jedes Land im Krieg tut…). Ja, die Hamas setzt das Leben der Palästinenser nicht als höchste Priorität, sondern setzt die Auslöschung Israels als höhere Priorität an (weshalb die Hamas nie als Regierung von Gaza international akzeptiert werden kann und wird!). Aber daraus zu folgern, dass sich die Hamas nicht für das Wohlergehen der Palästinenser interessieren würde, ist eben auch Propaganda. Ungefähr die gleiche Propaganda, wie zu Corona-Zeiten von Impfgegnern, wenn dem Staat vorgeworfen würde, sich nicht für die Kinder oder alten Menschen zu interessieren, weil er der Eindämmung der Pandemie höheren Wert beigemessen hat als z.B. der Öffnung der Schulen. Diese Denken in Extremen, als gäbe es immer nur „A oder B“, und wenn „B“ priorisiert wird, daraus abzuleiten, dass „A“ irrelevant sei, ist eines der Grundprobleme des öffentlichen Diskurses.

Und nein, das soll keine Verteidigung der Hamas sein. Es ist eine Terrororganisation mit völlig falschen Prioritäten. Ebenso würde ich nicht Russland verteidigen wollen, wenn ich widerspreche, dass Russland das Leben seiner Soldaten „völlig egal“ sei, denn auch das wäre Schwarz-Weiß gedacht. Russland ist das Leben seiner Soldaten nur deutlich, deutlich, deutlich weniger wichtig als anderen Staaten, weshalb der Tod vieler Soldaten für minimale militärische Fortschritte gerechtfertigt wird. Daraus abzuleiten, Russland wären die Soldaten völlig egal, verkennt, dass Russland auf die Soldaten angewiesen ist. Ebenso wie die Hamas auf die Palästinenser angewiesen ist - hinter wem soll sie sich sonst verstecken? Und von wem soll sie sonst ihren Nachwuchs rekrutieren?

Also einfach bitte mal etwas weniger Schwarz-Weiß-Denken. Diese sehr beliebte Phrase „Der Hamas sind die Palästinenser völlig egal“ ist einfach Propaganda, das sollte man bei aller berechtigten Ablehnung der Hamas sehen können.

Also sorry, aber es gab exakt dazu Statements der israelischen Regierung, die genau das sagten - dass man häufig mit „verminderter Effizienz“ vorgehen müsse, weil man in bestimmten Regionen / Tunneln Geiseln vermutet hat. Gerade zu Beginn des Krieges waren die Geiseln ein zentraler Grund, warum manche militärische Opertion weniger hart ausgefallen ist, als sie hätte ausfallen können. Willst du das wirklich bestreiten?

Über die Definition von Flächenbombardements kann man natürlich streiten, aber wenn man sich die Bilder aus dem Gaza-Streifen anschaut, wo wirklich über quadratkilometerweite Felder kein Stein mehr auf dem anderen steht, ist das doch ein sehr akademischer Streit. Wann endet eine Kaskade unzähliger „Präzisionsschläge“ und wo beginnt das „Flächenbombardement“, wenn das Ergebnis hinterher identisch ist…

4 „Gefällt mir“

Dazu nur zwei Aussagen von Chalil al-Hayya, einem Mitglied der Hamas-Führung:
„Es war notwendig, den Stillstand zu ändern und nicht nur einen Konflikt zu haben. Wir haben es geschafft, die palästinensische Frage wieder auf den Tisch zu bringen, und jetzt erlebt niemand mehr in der Region Ruhe.“ (über den 7. Oktober)
„Gaza hat sich als Opfer für die muslimische Umma angeboten und verdient dafür ihre volle Unterstützung“ (anlässlich des muslimischen Opferfestes 2025)

Ja - es ist Propaganda - nur eben die offizielle Propaganda der Hamas.

3 „Gefällt mir“

Der Wortlaut:
„We hereby proclaim the unconditional surrender to the Allied Powers of the Japanese Imperial General Headquarters and of all Japanese armed forces and all armed forces under Japanese control wherever situated.“

Nebenabsprachen (wie die Beibehaltung des japanischen Kaisers) und Verhandlungen sind aber tatsächlich nicht ungewöhnlich, ja. Ich muss meine Formulierung aber dennoch präzisieren: der unterlegene Aggressor wird in den Friedensverhandlungen kaum Bedingungen stellen können.

1 „Gefällt mir“