Eine Invasion ist definiert als „feindliches Einrücken von militärischen Einheiten in fremdes Gebiet“ (Duden), also nichts anderes als das, was die israelischen Truppen tun, und Invasoren sind die Akteure solchen Handelns, ergo die israelischen Truppen. Oder willst du etwa bestreiten, dass die israelischen Truppen im Gaza-Streifen feindlich eingerückt sind?
Greifen die israelischen Truppen Palästinenser an? Ja, sie sind also zweifelsohne Angreifer im Wortsinne.
Der Anteil ziviler Opfer liegt zwischen gut 60 und 90 Prozent (vgl. „Casualties of the Gaza war“).
Es wird also auch massiv die Zivilbevölkerung angegriffen.
Und ein Regime ist lt. Duden zunächst einmal „einem bestimmten politischen System entsprechende, von ihm geprägte Regierung, Regierungs-, Herrschaftsform“. Aber du hast schon recht, dass ich die abwertende Konnotation, die der Begriff haben kann, durchaus mitgelesen haben wollte. Netanjahu steht wegen Korruption vor Gericht (vgl. „The Bibi Files“) und wird wegen Kriegsverbrechen per internationalem Haftbefehl gesucht (s. o.), an seiner Regierung sind Rechtsextremisten beteiligt (vgl. z. B. „Radikal erfolgreich“). Daher ist die abwertende Konnotation mehr als gerechtfertigt.
Das zur Begriffsklärung.
Danach habe ich mich dann aufs rein Rechtliche bezogen. Los geht’s nach dem Doppelpunkt.
Nun zu deinem angeblichen Widerspruch.
Die arabischen Staaten (s. deine Quelle) üben selbstverständlich auf die palästinensische Hamas Druck aus, weil hier zumindest eine religiös-kulturelle Nähe besteht.
Die Bundesrepublik kann auf die Hamas keinen Druck ausüben, sie stuft diese zurecht als Terrororganisation ein.
Die Bundesregierung kann lediglich auf die verbündete israelische Regierung Druck ausüben, z. B. durch die Aussetzung von Waffenlieferungen.
Wenn ein Verbündeter Israels von der Gegenseite die Entwaffnung forderte, wäre das bestenfalls kontraproduktiv.
Es handelt sich also um einen konstruierten Scheinwiderspruch.
Nun kann man fragen, ob die Initiative der arabischen Staaten mehr ist als Symbolpolitik.
Kleines Gedankenspiel:
Mal angenommen, du wärst leitender Teil eines Militärs. Du erlebst tagtäglich, wie unbewaffnete Landsleute durch Waffengewalt und infolge einer Blockade, die zu einer Hungerkrise geführt hat, sterben. Du kennst ferner die Äußerungen hochrangiger Mitglieder der angreifenden Regierung, die die völlige Vertreibung und/oder Vernichtung deiner Landsleute billigen oder gar aktiv befürworten.
Würdest du zu deinen Buddys sagen: Wir sollten besser die Waffen niederlegen?
Bevor mir hier irgendetwas unterstellt wird, ich habe keinerlei Sympathie für die Terrororganisation Hamas, doch das ist die Situation, in der sie sich derzeit befindet.
Zu differenzieren heißt eben auch, keine noch weit über Sippenhaft hinausgehenden Verbrechen wider die Zivilbevölkerung zu rechtfertigen.