Auch Israelische NGOs sprechen nun von Völkermord in Gaza

Darum geht es nicht und auch nicht darum Leid zu relativieren. Es geht darum, dass man Promis schlicht nicht als Instanzen hervorheben sollte.

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Ich würde auch solche Briefe unterschreiben, wenn ich bekannt wäre.
Finde es nicht ok, ihnen reines Eigeninteresse zu unterstellen.
Jeder, der gehört wird, soll bitte laut schreien.

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Die diplomatische Reisetätigkeit des Außenministers ist sicher nicht zu kritisieren, die sog. ‚Luftbrücke‘, die eigentlich keine ist (vgl. Berlin-Blockade), hingegen schon.

Da gehen die Experten (s. oben verlinkte BPK) davon aus, dass sie weitgehend nutzlos und sogar gefährlich ist.

Sie ist - und ich betone leider - nicht mehr als Symbolpolitik.

Selbst Wadephul ist nun recht deutlich geworden:

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat in Israel seinen israelischen Kollegen Gideon Sa’ar getroffen und dort eine Absage der „Politik der Vertreibung und Annexion“ gefordert. „Wir brauchen Klarheit auch von Israel, dass keine Politik der Vertreibung und keine Politik der aktiven Annexion betrieben wird“, sagte Wadephul in Jerusalem. „Die humanitäre Katastrophe in Gaza übersteigt jede Vorstellung.“

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Nein, ich würde resignierend sagen, dass unsere Regierungen vor allen Aufrufen und gesundem Menschenverstand die Augen verschließen und verschlossen. Es gab da ja schon so einiges in Form von offenen Briefen, Social Media Kampagnen, dutzende Interviews, internationalen Anläufen auf EU Ebene den Kurs gegen Israel zu verschärfen usw..

Der aktuelle Brief ist für mich nur ein weiterer in der Reihe hoffnungsloser Versuche, die an der falsch verstandenen Lehre aus der Nazizeit scheiterten.

Es gibt eine Menge zwischen Totalopposition und große Reden schwingen, aber dann doch blockieren. Es bräuchte keinen Waffenstillstand wenn Israel das Recht im Krieg einhalten würde. Oder es zumindest nach besten Kräften versuchte.

Wirtschaftliche Warnschüsse wie der Stopp des Assoziierungsabkommens wären ein Schritt , aber selbst das blockiert Deutschland zusammen mit dem mustergültigen Rechtsstaat Ungarn.

Zur Lage:

In Gaza sind dieses Jahr bereits 74 Menschen an Mangelernährung gestorben, allein 63 davon im Juli, darunter 25 Kinder, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Sonntag mit. Und das könnte erst der Anfang sein: In Gaza-Stadt sei fast ein Fünftel aller Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt, dreimal so viele wie noch im Juni, schreibt die WHO.

Am Dienstag meldete sich dann auch die IPC zu Wort, eine von verschiedenen Hilfsorganisationen wie Oxfam und dem Welternährungsprogramm (WFP) unterstützte Initiative, die den Hunger in der Welt überwacht. Es entfalte sich gerade das Worst-Case-Szenario, eine Hungersnot, heißt es dort. Der Direktor des WFP, Ross Smith, sagte bei der Vorstellung des Berichts, die Situation sei schlimmer als alles, was man in diesem Jahrhundert gesehen habe: „Es erinnert uns an vergangene Katastrophen in Äthiopien oder Biafra.“

Die IPC kennt fünf Warnstufen. Galt im Mai in vielen Teilen des Gazastreifens noch Warnstufe drei oder vier (weitreichende Lebensmittelunsicherheit), sei nun flächendeckend Warnstufe fünf erreicht: eine Hungersnot, gekennzeichnet durch einen „extremen Mangel an Essen“, „Hunger, Tod, Elend“ und „extrem kritische akute Mangelernährung“. Es ist selten, dass das IPC Stufe 5 ausruft, zuletzt war das 2024 für Gebiete im Sudan der Fall, davor 2020 und 2017 im Südsudan und 2011 in Äthiopien.

Die Zahl der Haushalte, in denen extremer Hunger herrsche, habe sich seit Mai verdoppelt, schreibt die IPC. Einer von drei Menschen müsse inzwischen teils tagelang ohne Essen auskommen. Mehr als 20.000 Kinder seien zwischen April und Mitte Juli wegen Mangelernährung in einem Krankenhaus behandelt worden, über 3.000 davon waren schwer mangelernährt.

Ähnliches berichtet auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, die noch im Gazastreifen tätig ist. Ein Viertel aller Kinder unter fünf und ein Viertel aller schwangeren und stillenden Frauen, die bei Ärzte ohne Grenzen Hilfe suchen, seien mangelernährt. Im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Gaza-Stadt habe sich die Zahl der Behandlungen wegen Mangelernährung seit dem Mai vervierfacht. Der Anteil schwerer Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren habe sich allein in den vergangenen zwei Wochen verdreifacht.

Inzwischen häufen sich auch die Berichte von medizinischem Personal, das hungert. […] Es ist etwas, das auch Caroline Willemen, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Gaza-Stadt, beobachtet: „Wir sehen die Erschöpfung und den Hunger auch bei unseren eigenen Kolleg*innen.“ Ein Bündnis von mehr als 100 Hilfsorganisation schrieb, die eigenen Kollegen würden „dahinsiechen“.

Nicht zu vergessen sind auch die langfristigen Folgen extremer Mangelernährung. Übersichtsarbeiten zeigen, dass Kinder, die hungern mussten, später im Leben möglicherweise ein erhöhtes Risiko haben, herzkrank zu werden oder Stoffwechselstörungen zu entwickeln. Besonders betroffen ist dabei das Gehirn, das sich bei Kindern noch entwickelt und daher besonders viele Nährstoffe braucht. Kinder, die einmal mangelernährt waren, zeigen später im Leben mit größerer Wahrscheinlichkeit kognitive Entwicklungsprobleme und sind schlechter in der Schule.

Manche Kinder wird die Hungerkrise in Gaza also ihr Leben lang begleiten. Der einzige Ausweg, damit es nicht noch mehr werden: ein baldiges Ende des Hungers.

Natürlich. Und das haben mehrere Politiker auch so oder ähnlich formuliert. Deutschland nutzt seine Möglichkeiten ohne bleibenden Schaden unter befreundeten Staaten zu riskieren. Soweit ich gehört und gelesen habe nehmen auch die Proteste innerhalb Israels wieder zu
Wer einseitig Druck auf Israel ausübt, vielleicht sogar zum Boykott israelischer Waren aufruft, bewirkt vor allem eines: Trotz. Dann wird Israel wieder zusammen stehen. Darum weiterhin die Kritik so äußern, dass sie in Israel wahrgenommen wird - und das wird sie, das haben die Äußerungen des Außenministers vor Wadephuls Besuch gezeigt - und in der internationalen Öffentlichkeit klar Verbrechen benennen und Solidarität bekennen.
Wäre Russland eine Demokratie, da bin ich mir sicher, würde das auch dort zum Erfolg verhelfen.

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Interessante Einordnungen mit historischem Hintergrundwissen:

Zur Lage:

Diese Luftbrücke ist ein Spektakel und kein geeigneter Weg, um Hilfsgüter zu verteilen. An jeden Fallschirm passt nur eine kleine Menge an Lebensmitteln. Und es ist unglaublich gefährlich. Erst am Mittwoch habe ich gesehen, wie einer der Fallschirme kaputt ging und die schwere Palette daran einfach hinabstürzte. Ich weiß nicht, ob sie jemanden getroffen hat, aber sie könnte Menschen schwer verletzen oder töten.

Wir sind ein unfallchirurgisches Krankenhaus – eine von insgesamt elf Gesundheitseinrichtungen von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen. Für die Versorgung von gebrochenen Armen und Beinen benötigen wir hier Fixatoren, um die Frakturen zu stabilisieren. Am Dienstag gingen uns morgens die Fixatoren aus, viele Patienten konnten wir also vorerst nicht operieren.

Das sind Fälle, in denen der Knochen schon durch die Haut sticht. Diese Verletzungen sollten sofort operiert werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Ohne Fixatoren müssen die Patienten zwei bis drei Tage warten. Wir decken die Wunden ab, um wenigstens irgendetwas gegen eine mögliche Infektion zu tun. Aber ist der Knochen einmal infiziert, müssen wir häufig die Gliedmaßen amputieren.

[Die Krankenhäuser] sind unglaublich überfüllt, schon seit Wochen. Die meisten Patienten haben Verletzungen durch Waffengewalt erlitten: Sie wurden angeschossen oder bei Explosionen von Schrapnellen getroffen. Oft sind ihre Lungen oder andere Organe betroffen. Und wir sehen bei unseren Patienten die Folgen der Mangelernährung: Die Wunden heilen schlecht. Wenn jemand durch einen Schuss im Unterleib verletzt wurde und wir den Darm operieren müssen, tritt selbst Tage nach der Operation Flüssigkeit aus dem Darm aus. Narben gehen wieder auf. Bei Brandverletzungen regeneriert sich die Haut deutlich langsamer. Und durch die Mangelernährung ist das Immunsystem beeinträchtigt, es steigt das Risiko für Wundinfektionen.

[D]ie Ärzte und Pfleger teilen diese eine Mahlzeit mit ihrer ganzen Familie. Unsere Teammitglieder sind meist die letzten, die essen, da sie erst die Kinder und Alten versorgt wissen wollen. Ich sehe, dass meine Kollegen müde sind, Gewicht verlieren, manchmal haben sie Kreislaufprobleme. Sie sind völlig überarbeitet. Und trotzdem kommen sie jeden Tag und strengen sich enorm an, um die Patienten zu versorgen.

Als mehrere Länder eine Luftbrücke ankündigten, meinte jemand aus meinem Team: ‚Morgen machen wir dann ein Barbecue mit gegrilltem Hähnchen.‘ Humor ist ihre Art, irgendwie zu bewältigen, was sie erleben. Aber daran merkt man, dass diese Hungerkrise die Helfer einnimmt und alles überlagert.

Nach UN-Angaben werden täglich 500 bis 600 LKW mit Hilfslieferungen benötigt, um die Menschen in Gaza mit dem Notwendigsten zu versorgen.

D. h. ab 20.000 t aufwärts.

Die Bundeswehr hat per air drops nun „knapp 14 Tonnen Nahrungsmittel[] und medizinischen Hilfsgüter[] abgeworfen“.

Also 0,07 %!

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Lesson learned. Dann sollten wir wohl die Russland Sanktionen allesamt aufheben. Und die gegen Ungarn, Iran und alle anderen Länder, die wir sanktionieren.

Friedensmissionen, bei denen man notfalls entgegen des Wunsches einer Kriegspartei zum Schutz der Bevölkerung humanitäre Korridore schafft, darf es dann auch nicht geben.

Eigentlich widerlegst du mit dieser Position sogar das offizielle Motiv der israelischen Offensive. Denn wer Bomben wirft vereint damit die Bevölkerung hinter ihrer Regierung.

Nein, es benötigt Druck und das wissen wir aus der Spieltheorie, um eine Partei, die den kollaborativen Weg aus egoistischen Gründen verlassen hat, wieder zurück zu bringen. Dieser Druck darf natürlich nicht alle Gesprächskanäle zerstören. Gezielte wohl dosierte wirtschaftliche Sanktionen sind da meist ein Mittelweg. Zum einen zeigen sie rote Linien auf. Zum anderen reduzieren sie finanzielle Spielräume eines Staates zum Kauf von Rüstungsgütern.

Außerdem benötigt es politische Sanktionen, die nicht auf die Zivilbevölkerung wirken. Man könnte Auslandswerte der Familie Netanjahu oder seiner Verbündeten einfrieren, ebenso wie der militärischen Führung. Und man kann die zivilen (linke) Bewegungen stärken, die immer wieder von Netanjahu und seiner Extremistenbande als Feinde Israels diffamiert werden.

So vieles wäre möglich wenn man nur will.

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Auf meinen letzten Satz bist du dabei bewusst nicht eingegangen :neutral_face:

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Die Regierungsform kann aus meiner Sicht kein Maßstab dafür sein, ob ich einen Staat gewähren lassen und ihn sogar Waffen, Munition und Ersatzteile liefere, wenn er seine Nachbarn in Grund und Asche bombt.

Auch (formelle) Demokratien können Extremisten an die Macht bringen. Siehe Netanjahu.

Du hoffst lediglich darauf, dass Bibi unter öffentlichem Druck aufgeben muss. Ob das passiert ist aber fraglich und es dauert für die Menschen in Gaza viel zu lang.

Ich hoffe vielmehr, dass sich nicht alle Staaten von Israel abwenden und dem Volk das Gefühl geben, sie wären isoliert. Denn dann brechen alle Dämme und Netanjahu macht wirklich, was er will. Wadephul hat sich mit Angehörigen von Geiseln getroffen und sie haben sich sehr dankbar dafür gezeigt, dass Deutschland sich für ihre Belange einsetzt, von der eigenen Regierung vermissen sie das nämlich.

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Im renommierten medizinischen Fachjournal The Lancet heißt es:

As of July 23, 2025, Israel’s military assault on Gaza has killed over 59 219 Palestinians, wounded an additional 143 045, and displaced nearly all of the 2·1 million people who live there. Triangulation and modelling of different data sources estimate even higher mortality estimates. As of July 31, 2025, almost no humanitarian aid has been allowed to enter Gaza since March 2, 2025 — with a total blockade of humanitarian aid from March 2 to May 19, 2025. The state of Israel has resumed using explosive weapons in its attacks on Gaza and its people since breaking the ceasefire agreement on March 18, 2025.

Almost a third of wound care-related consultations were for women (29 841 [32·0%]) and 27 655 (29.7%) were for children younger than 15 years, of which 9179 (9·8%) were for children younger than 5 years. Violent trauma, including physical violence and directly targeted violence against a person or group of people, presented in nearly half of wound care-related consultations (39 700 [42·6%]; range 13–66% across facilities; table).

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)01386-8/fulltext

Eine frühere Studie, die vor einem halben Jahr publiziert wurde, hatte ergeben:

The number of people killed in Gaza is significantly higher than the figure reported by authorities in the enclave, a peer-reviewed study by researchers from a leading health research university in the UK has found.

According to findings announced by the London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) and published in The Lancet journal, there were an estimated 64,260 “traumatic injury deaths” in Gaza between October 7, 2023 and June 30, 2024. The Palestinian Ministry of Health in Gaza put the figure at 37,877 at the time.

This means the ministry has underreported the death toll due to violence by approximately 41%, the researchers found. As of October, the number of Gazans killed by violence was thought to exceed 70,000, the study said, based on the estimated underreporting rate.

The total death toll attributable to Israel’s military campaign is likely to be higher still, it said, as its analysis doesn’t account for deaths caused by disruption to health care, insufficient food, clean water and sanitation, and disease outbreaks.

Allein die unmittelbar durch die israelische Militäroperation getöteten Palästinenser wären demnach mittlerweile über 83.500.

Da sind die Toten durch Hunger, schlechte Gesundheitsversorgung und schlechte hygienische Zustände infolge der Militäroperation noch nicht drin.

Außenminister Wadephul spricht auf seiner Nahost-Reise im Westjordanland davon, dass die Überfälle von Siedlern Terror seien.

Frage an die juristisch gebildete und oft kündige Crowd: Sollte die Bundesregierung israelische Siedlergruppen nicht als terroristische Vereinigungen verbieten und die Unterstützung unter Strafe stellen? Und welche Folgen sollten sich daraus ableiten, dass Köpfe dieser „Terrorgruppen“ Teil der israelischen Regierung sind? Oder daraus, dass Israel Verbrechen von Siedlern üblicherweise nicht oder nur unzureichend verfolgt, mehr noch oft sogar legalisiert (illegale Landnahme, Siedlungsbau). Ist das nicht auch staatliche Unterstützung von Terrorismus?

Vor allem verhindert halt nichts so effektiv die Zwei-Staaten-Lösung wie die Siedler. Man könnte ja nochmal die UN-Resolutionen der letzten Jahrzehnte herauskramen und nachfragen, warum daraus nichts geworden ist. Hat halt mit dem Krieg in Gaza nichts zu tun.

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Da hast du recht und aber auch wieder nicht.

Einerseits habe ich das hier rein gepostet weil wir auch über die deutsche Haltung gegen Israel gesprochen haben und noch ein Israel Thread echt nicht nötig ist.

Andererseits ist die israelische Besatzung auch ein Motiv für die Hamas, mit der sie Hass und Widerstand gegen Israel schürt. Denn dort argumentiert man, „Seht wie es unseren Brüdern unter Besatzung im Osten geht. Sie leben in Frieden, aber unterdrückt und verlieren täglich Land und Leben. Wenn wir den Kampf aufgeben, dann werden sie kommen [gemeint die Siedler] und ihr nicht vor Bomben, aber vor ihnen fliehen müssen.“

Es kommt nicht von ungefähr, dass auch im Westjordanland die Zustimmung zur Hamas groß ist. Menschen wollen nicht (dauerhaft) unter Besatzung, Fremdherrschaft oder Blockade leben.

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Heute machen verschiedene Tageszeitungen , bspw. Tagesspiegeldas Thema auf, die Hamas würde der eigenen Bevölkerung die Hilfsgüter vorenthalten bzw. zu Wucherpreisen verkaufen. Ich will nicht sagen, dass das Israel aus der Verantwortung entlässt. Wie ist aber der formulierten Vorwurf eines „Völkermords durch Hunger“ haltbar, wenn den Hungernden das Essen von der Hamas geklaut wird?

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Ich habe hier schon mehrfach dazu Fakten gebracht, die aber auf wenig Gegenliebe stoßen. Unter anderem das eigene Dashboard der UN zur Gaza-Hilfe: UN2720 Monitoring & Tracking Dashboard
Nur knapp 15% der „collected aid“ bzw. 10% der an Kontrollstellen bereitgestellten Hilfen kommen überhaupt an ihrem Zielort an. Der Rest ist „intercepted“ (nicht durch Israel).
Das sind offizielle Zahlen der UN, die ich persönlich im gesamten Konflikt eigentlich sehr Palästina-orientiert aufgestellt sehe.

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Aus dem Tagesspiegel-Artikel:

Aus deutschen Sicherheitskreisen hieß es, 50 bis 100 Prozent der Hilfsgüter, die in den Gazastreifen gelangten, würden von der Hamas oder anderen kriminellen Organisationen abgezweigt.

Es ist also nicht nur die Hamas, sondern auch andere nicht näher benannte kriminelle Gruppen. Den gleichen Vorwurf gab es immer wieder wenn Israel mal wieder Lebensmittellieferungen nach langer Blockade zuließ.

Und ich halte dieses Phänomen auch nicht für überraschend. Wenn ich als Besatzungsmacht Lebensmittellieferungen blockiere und die Menschen hungern, dann steigen die Preise für Lebensmittel ins astronomische. So ein LKW mit Getreide wird so zu einem sinnbildlichen Goldtransport. Ohne ausreichende Absicherung ist das ein leichtes Ziel.

Die Schuld daran liegt eindeutig bei dem, der dafür sorgte, dass Lebensmittel überhaupt so teuer werden konnten. Jetzt müssen erst wieder so viele Lebensmittel (und auch Medikamente, Energie usw..) nach Gaza gelangen bis die Preise wieder auf ein normales Niveau gelangen.

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Israels Regierung erteilt Generalabsolution.

Doch es gibt auch Zeichen der Mitmenschlichkeit:

Du tust so, als wäre das etwas neues.
Das hat die Hamas aber schon immer so gemacht.
Tatsächlich ist die Hamas laut Wallstreet Journal derzeit finanziell stark angeschlagen. Sie haben zwar Geld, können es aber nicht in den Gaza-Streifen schaffen, da das israelische Militär wichtige Mittelsmänner getötet hat.

Hamas offenbar in Geldnot – fehlende Einnahmen aus Hilfslieferungen
https://www.wsj.com/world/middle-east/hamas-finances-fighters-payments-gaza-f98df760

Edit:typo

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