Report von Amnesty International zu Israel/Gaza

Was nun das „Böse“ im Einzelnen ist oder wie es bezeichnet wird, ist bei diesem Narrativ eher nebensächlich. Wichtiger ist, dass die handlungsleitende Rolle bestimmter Motive nicht im Einzelfall nachgewiesen, sondern a priori vorausgesetzt wird. Genau das beschreibt, was ich als zweite Sichtweise bezeichnet habe.

Ja, natürlich kann man argumentieren, dass für alles Schlechte, was im Gazastreifen passiert, ohnehin mittelbar oder unmittelbar Israel verantwortlich ist - das tun ja auch viele, bis hin zu der These, dass Israel letztlich auch für die Entstehung islamistischer Gruppierungen wie der Hamas in den palästinensischen Gebieten verantwortlich ist. Aber mit solch einer „Analyse“ erübrigt es sich dann eben auch, sich konkrete Ereignisse genauer anzusehen, da die Bewertung ohnehin schon feststeht. Das ist die von mir beschriebene zweite Sichtweise par excellence.

Schon konsequent auf eine Weise. Wenn du schon die Formulierung einer politischen Strategie mit deren Umsetzung in eins setzt, macht es natürlich auch Sinn, Tatbestände wie fahrlässige Tötung, Mord und Verschleppung in einen Topf zu werfen. Dann aber bitte auch diese unnötig bürokratische Unterscheidung zwischen Verdacht und Verurteilung aufheben. [/Ironie off]