Die meisten AfD-Wählenden sind durch Bildung nicht mehr erreichbar. Die haben ihre Schulzeit längst hinter sich gelassen.
Das ist ja deine Vermutung. Aber vielleicht sind denen auch andere Dinge wichtiger. Als Wähler der Grünen, der gleichzeitig Fleisch ist, groß wohnt, zwei Autos hat und regelmäßig fährt, könnte mir die Politik der Partei ökonomisch durchaus schaden. Aber wenn mir andere Dinge wichtiger sind, Umweltschutz zum Beispiel, wähle ich die trotzdem. Das geht offensichtlich gegen meine materiellen Interessen, aber ich weiß genau was und warum ich gewählt habe.
Wenn ich in eine Wahlkabine gehe, trage ich allein die Verantwortung für meine Entscheidung. Es ist mein Job, mich vorher gründlich zu informieren. Da kann ich mich auf nichts und niemand anderen herausreden.
Wenn du gern Politik und Geschichte als Hauptfächer im Lehrplan verankern willst, bin ich ganz bei dir (schon aus Eigeninteresse, ich unterrichte beides). Und grade in Ostdeutschland sind grade auch die Menschen für ein Verbot, die sich schon seit den Baseball-Schlägerjahren weitgehend unbedankt und unter erheblichen Risiken gegen Rechtsextremismus engagieren, ist meine persönliche Beobachtung. Von denen denkt keiner, dass das Problem dann erledigt wäre, aber die haben aus eigener Erfahrung ne ziemlich konkrete Vorstellung, was Wahlerfolge rechtsextremer Parteien für Folgen haben, selbst wenn die nicht regieren sollten.
Ich denke auch, Wasch mich aber mach mich nicht nass, gibt es auch bei der AfD.
Es wird Leute geben, die die AfD „eigentlich gar nicht so schlecht“ finden. Sich aber weniger aus tiefster demokratischer Überzeugen gegen eine Wahl der Partei entscheiden, sondern weil sie nicht als Rechtsradikal oder Fremdenfeindlich bekennen oder erkannt werden wollen. Ich kenne Leute die sich gar nicht bewusst sind, das eine AfD Wahl eine Wal gegen die Demokratie wäre.
Du könntest deine Daten mal updaten.
| Arbeiter:innen | ca. 38 %
| Formal hoch Gebildete | ca. 13 %
| Ostdeutschland | ca. 32 % | Westdeutschland | ca. 18 %
Bildung ist von Schulzeit unabhängig. Und ich würde nicht pauschal Erwachsenen absprechen, dass Bildung sie erreichen kann, Auch wenn ich zu wissen glaube, wie Du das meinst. Ideologisch verblendete kann man mit einer Bildungskerze nicht erleuchten,
Mein Lieblingsfach ist eines, dass es so wohl in öffentlichen Schulen nicht gibt.
Eines, dass die Leute so bewusst und gewahr macht, dass sie gegenüber Manipulation weitestgehend immun sind. Ein Fach, dass sich natürlich aus Geschichte, Politik und Jura bedient, aber vor allem darüber aufklärt wir das in der Realität ist und nicht nur die reine Lehre der Ideale aus dem Buch. Was stärkt den Charakter, wie funktioniert Manipulation und der Mensch selber. Alles was ein Mensch braucht, um bewusste Entscheidungen treffen zu können und ihn vor Indoktrination und anderem Missbrauch schützt. Das muss geübt werden.
Also eine Schulbildung, wie sie elitäre Privatschulen bieten. Da werden die Leute fit fürs Leben gemacht und nicht nur fit für die Wirtschaft. Ich glaube, dass exzellente Bildung von Beginn an, auch exzellenten Schutz bietet und nebenbei für deutlich mehr Gerechtigkeit sorgt.
[Ich habe das Gutachten noch nicht vollständig gelesen, bisher nur die Zusammenfassung.]
Ich finde, die Rollen der Verfassungsorgane sollten in der öffentlichen Debatte stärker beleuchtet werden. Denn die zum Antrag berechtigten Organe (Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung) haben nicht nur das Privileg, einen Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht zu stellen, sondern auch eine Schutzpflicht denjenigen gegenüber, die die AfD zu Bürgern zweiter Klasse machen will. Dieses Argument ist in meinen Augen im Diskurs ziemlich unterbelichtet. Häufig wird das Abstraktum „rechtsextrem“ verwendet. Aber dass hinter diesem Abstraktum konkrete Rechte stehen, die die AfD verletzen würde, wenn sie könnte, wird beim Lesen des Gutachtens nochmal besonders deutlich.
Das ändert aber am und hilft dem Diskurs nichts. Das Verhältnis, um das es hier ging, ist gleich geblieben.
Bei der Bundestagswahl 2025 (20,8 % bundesweit) lagen die AfD-Werte in allen Gruppen höher und bleibt weiterhin: Deutlich mehr Arbeiter als Akademiker wählen AfD. Ziemlich konstant etwa 3 zu 1.
Der Hinweis darauf, dass die Detailwerte aus 2021 stammen, der Verweis auf 2025 und der Hinweis, dass die strukturellen Muster bestehen blieben, ist im verlinkten Artikel enthalten.
Mir ist jetzt weder klar, warum du diese Daten anführst, noch, wie du erwachsene AfD-Fans, die ihre Schullaufbahn längst beendet haben, bilden willst.
Das stimmt natürlich ganz allgemein.
Aber wie willst du die Zielgruppe bilden/erreichen? Wie soll das gehen?
Die meisten sind zwischen 18 und 59 Jahre und werden wohl i.d.R. arbeiten.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, stellst du dir ja so eine Art ‚Unterricht‘ vor.
Ich biete mal eine alternative Erklärung an, warum es so große Unterschiede zwischen hoch und formal wenig Gebildeten bei den AfD-Wähhlenden gibt.
In einem Essay über “Autoritarismus” von 2020 hat die politische Psychologin Karen Stenner das Ziel der Autoritären als “Minimierung von Unterschieden” beschrieben.
Zurückgeführt werden könne dieser Wunsch auf bestimmte Faktoren:
Das tiefe Bedürfnis von Autoritären nach dem, was ich als „Einheit und Einheitlichkeit“ (“oneness and sameness”) bezeichne, erzeugt dann – auf primitive und weitgehend unbewusste Weise – eine Reihe funktional zusammenhängender Anforderungen an das politische System, ohne dass hierfür eine nennenswerte kognitive Untermauerung erforderlich wäre.
Es scheint zwei entscheidende Determinanten für Autoritarismus zu geben. Die erste ist ein Mangel an „Erfahrungsoffenheit“ (eine der „Big Five“-Persönlichkeitsdimensionen, die selbst zu einem erheblichen Teil erblich ist). Die zweite lässt sich am besten als kognitive Inkapazität beschreiben.
Mangelnde Offenheit und kognitive Inkapazität prädisponieren für Autoritarismus, indem sie die Bereitschaft bzw. die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen, verringern. Menschen, denen es an Offenheit für Erfahrungen mangelt, mögen keine Abwechslung, Neuheit, Vielfalt und Komplexität und lehnen Unkonventionelles und Unbekanntes ab. Menschen mit kognitiven Einschränkungen bevorzugen natürlich ebenfalls Einfachheit und sind für Komplexität schlecht gerüstet.
Die oben skizzierte lebhafte Gesellschaft und Politik – die viele von uns nicht nur tolerieren, sondern sogar begrüßen – stellt für die Autoritären in unserer Mitte eine perfekte Kombination normativer Bedrohungen dar. Und davon gibt es sehr viele.
(Aus dem Englischen übersetzt unter Nutzung von DeepL)
Kurzum: Diese Leute wollen eine komplizierte Welt vereinfachen, weil sie überfordert sind.
Dazu passt dann z.B. Folgendes (Zeit):
Erschwerend kommt hinzu, was der Sachsen-Anhalt-Monitor 2025, eine Studie zur gesellschaftlichen Stimmung im Bundesland, ergeben hat: Nur noch 43,5 Prozent gelten als »solide Demokraten«, 54 Prozent als »fragile Demokraten«. Letztere schließen antidemokratische Alternativen wie Einparteiensystem und Diktatur nicht aus.
Eines der Befragungsitems lautete:
Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert.
Auch die für AfD-Wählende gezeigte Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit passt zu dieser Tendenz, eine komplexe Welt zu vereinfachen:
Eigengruppe: gut; Fremdgruppen: böse.
Es gibt nur zwei Geschlechter. ‚Basta!‘
Usw.
Psychologische Forschung, insbesondere die bahnbrechenden Studien von Jost et al. (2003) und nachfolgende Arbeiten wie die von Chirumbolo et al., zeigt, dass ein hohes Bedürfnis nach kognitiver Abgeschlossenheit (Need for Cognitive Closure, NFC) signifikant mit einer rechtsgerichteten, konservativen politischen Ideologie korreliert. Menschen mit einem hohen NFC bevorzugen Ordnung, Struktur und Vorhersehbarkeit, während sie sich bei Unklarheiten unwohl fühlen. Konservative Ideologien sind für diese Personen von Natur aus attraktiv, da sie Stabilität und eindeutige Antworten auf gesellschaftliche Probleme versprechen. Zu den wichtigsten Ergebnissen dieser Studien gehören: […] Hohe NFC-Werte stehen im Zusammenhang mit der Stimmabgabe für rechtsgerichtete Parteien, der Wertschätzung von Traditionen sowie einwanderungsfeindlichen und nationalistischen Einstellungen. […] Das Bedürfnis nach Schließung fungiert als Faktor der „motivierten sozialen Kognition“; politische Ansichten werden angenommen, um das psychologische Verlangen nach Gewissheit zu befriedigen.
(Übersetzt unter Nutzung von DeepL, KI-Zusammenfassung)
Neuere Forschungsergebnisse ergänzen das Bild:
Unabhängig davon, ob es sich bei der Ideologie um Politik, Nationalismus oder Religion handelte, war in unseren Untersuchungen stets kognitive Rigidität mit ideologischer Rigidität verbunden. Es geht weniger darum, was eine Person denkt, sondern vielmehr darum, wie sie denkt.
Jüngste Experimente haben gezeigt, dass Menschen mit rechtsgerichteten Ideologien tendenziell größere Amygdalae haben als Menschen mit linksgerichteten Ideologien. Dieses Muster wurde von mehreren Forschungsgruppen auf der ganzen Welt mit Hunderten Teilnehmern repliziert.
Haben Menschen mit einer größeren Amygdala eine neurobiologische Veranlagung, die sie zu rechtsgerichteten Ideologien hinzieht? Oder ist es möglich, dass das Eintauchen in eine Ideologie, die diese Emotionen der Bedrohung, Angst und Abscheu hervorruft, eine Erfahrung ist, die das Gehirn der Anhänger physisch und biologisch verändert?
Möglicherweise treffen beide Fälle zu. Einerseits kann unser Gehirn die Ideologien, für die wir uns entscheiden, beeinflussen. Andererseits könnte die leidenschaftliche Teilnahme an bestimmten Ideologien eine Erfahrung sein, die unser Gehirn zurückverändert.
Allzu viel Optimismus angesichts der Neuroplastizität ist aber nicht angebracht, denn:
[E]s gibt erhebliche individuelle Unterschiede beim Erfolg der Überzeugungsaktualisierung, und die psychologischen Faktoren, die diese beeinflussen, sind nach wie vor unklar. Hier identifizieren wir einen neuen Faktor, der die Aktualisierung von Überzeugungen vorhersagen könnte: Rechtsautoritarismus (RWA), der durch das Streben nach Ordnung, Struktur und der Bewahrung sozialer Normen gekennzeichnet ist. […] In zwei Studien fanden wir übereinstimmende Belege dafür, dass Personen mit hohem RWA-Wert weniger erfolgreich darin waren, ihre falschen Überzeugungen zu korrigieren. Im Vergleich zu Personen mit niedrigem RWA-Wert neigten Personen mit hohem RWA-Wert weniger dazu, ihre Überzeugungen als Reaktion auf einen Vorhersagefehler zu revidieren. Wir argumentieren, dass RWA mit einem relativ engstirnigen kognitiven Stil verbunden ist, der die Aktualisierung von Überzeugungen negativ beeinflusst.
(Übersetzt unter Nutzung von DeepL)
Auch das spricht dafür, keine zu hohen Erwartungen zu haben.
Auf die Anlage-Umwelt-Problematik hatte ich ja schon andernorts hingewiesen.
Der Wunsch nach Vereinfachung aufgrund kognitiver Überforderung würde auch erklären, warum der Zuspruch zum Rechtsautoritarismus ein globales Phänomen ist.
Das stete noch einmal Auflisten dessen, was ist, kann nichts zum besseren verändern. Das trift natürlich nicht nur auf Wahlverhalten zu.
Um Menschen davon zu überzeugen, die AfD nicht mehr zu wählen, müssen die zugrundeliegenden Motive für ihre Unterstützung verstanden und adressiert werden. Bildung unterstützt hier. Und es geht um Bildung, auch um politische Bildung und nicht um Schulbildung allein. Daher meine ich auch keinen „Unterricht“. Das tatenlose konsumieren der Erkenntnisse anderer bewirkt ja nichts. Bildung bedeutet auch aktive üben und Anwenden, sich mit etwas auseinandersetzen.
Es geht um Vertrauen durch Handlungen, nicht nur durch Worte.
Ab hier: Weil viel text: teilweise hat KI unterstützt
Forschung und Umfragen zeigen, dass Wähler der AfD oft von spezifischen Ängsten, Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik und einem Gefühl des „Nicht-Verstanden-Werdens" angetrieben werden, nicht primär von ideologischer Überzeugung allein.
Wirksame Ansätze:
- Konkrete Lösungen statt bloßer Kritik
- Anpacken statt Abwerten
- Statt die AfD oder ihre Wähler ideologisch zu verurteilen, müssen konkrete Lösungen für die Sorgen angeboten werden.
- Themen aufgreifen
- Parteien müssen zeigen, dass sie die Ängste vor dem sozialen Abstieg oder vor Veränderungen im Wohnumfeld verstehen und aktiv daran arbeiten, diese durch reale Maßnahmen zu lindern
- Anpacken statt Abwerten
- Glaubwürdige Politik in Schlüsselbereichen
- Migration und Integration
- Da Migration für viele junge und ältere AfD-Wähler das Hauptthema ist, müssen realistische und durchsetzbare Konzepte zur Steuerung der Migration und zur Integration vorgelegt werden, ohne dabei die demokratischen Werte zu verletzen
- Wirtschaft und soziale Sicherheit
- Besonders junge Männer fühlen sich oft in ihrer beruflichen Perspektive unsicher. Eine Politik, die konkrete Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven schafft, kann hier ansetzen
- Ländlicher Raum:
- In ländlichen Regionen, wo die AfD stark ist, spielen das Gefühl des Abgehängtseins und Konflikte um Infrastruktur (z. B. Unterbringung von Geflüchteten) eine Rolle. Eine Politik, die den ländlichen Raum als gleichwertigen Lebensraum stärkt und Konflikte konstruktiv löst, kann Vertrauen zurückgewinnen
- Migration und Integration
- Demokratische Teilhabe und Identität
- Viele Wähler fühlen sich von der politischen Elite entfremdet.
- Basisbewegungen fördern
- Die AfD profitiert von der Wahrnehmung einer aktiven Basisbewegung. Andere Parteien müssen ebenfalls zeigen, dass sie nah an den Menschen sind und deren Anliegen aufgreifen, statt nur als bürokratische Apparate wahrgenommen zu werden oder sich Wurstmampfend zu präsentieren
- Heimatgefühl neu definieren
- Statt ein exklusives, romantisches Heimatbild zu bekämpfen, muss ein inklusives Verständnis von „Heimat" entwickelt werden, das Diversität als Stärke begreift, ohne die eigene Identität zu negieren. Stichwort „Deutsche Leitkultur“ predigen, aber nicht erklären könne, was das nun sei.
- Vermeidung von Gegenstrategien, die nach hinten losgehen
- Kein Thema kopieren
- Keine pauschale Stigmatisierun
- Politische Bildung und Demokratie vorleben
- Besonders bei jüngeren Wählern ist die Kenntnis über die demokratischen Gefahren und die Verfassungswidrigkeit Teile der AfD oft gering oder wird bewusst in Kauf genommen
- Demokratie erfahrbar machen
- Politische Bildung muss zeigen, wie demokratische Prozesse funktionieren und warum sie schützenswert sind, statt nur theoretisch zu belehre
Was hat Bildung damit zu tun?
Bildung hat einen signifikanten Zusammenhang mit dem Wahlverhalten, ist aber nicht der alleinige Grund. Studien zeigen eindeutig, dass Menschen mit niedrigeren oder mittleren Bildungsabschlüssen häufiger die AfD wählen als Menschen mit hohem Bildungsabschluss, doch Bildung wirkt hier oft indirekt über andere Faktoren wie soziale Unsicherheit oder Vertrauen in Institutionen.
Das Wahlverhalten nur auf den Bildungsabschluss zu reduzieren wäre falsch. Bildung korreliert oft mit anderen Lebensumständen, die die Entscheidung beeinflussen:
Vertrauen in Institutionen: Ein geringeres Bildungsniveau geht oft mit einem niedrigeren Vertrauensniveau in politische Institutionen, Medien und wissenschaftliche Erkenntnisse einher. Die AfD profiliert sich gezielt als Gegenkraft zu diesen etablierten Strukturen
Komplexität von Problemen: Populistische Parteien bieten einfache Kausalitäten und Lösungen für komplexe Probleme. Wähler mit niedrigerem Bildungsniveau können diese simplen Narrative als Orientierungshilfe annehmen.
Politische Bildung und Demokratiebewusstsein: Es geht nicht nur um Schulbildung, sondern um politische Bildung. Menschen, die lernen, demokratische Prozesse zu verstehen, zwischen Fakten und Meinungen zu unterscheiden und die Gefahren von Extremismus zu erkennen, sind weniger anfällig für populistische Argumente.
Das stimmt auch ganz konkret.
Es geht nicht nur um Schulbildung, sondern um politische Bildung. Menschen, die lernen, demokratische Prozesse zu verstehen, zwischen Fakten und Meinungen zu unterscheiden und die Gefahren von Extremismus zu erkennen, sind weniger anfällig für populistische Argumente. Studien deuten darauf hin, dass ein Mangel an diesem Verständnis bei jüngeren Wählern ein Problem darstellt
Ich kann dem darauf Folgenden keine Erklärung für das Verhältnis der Bildungsstände unter den AfD Wählern entnehmen.
Immerhin wird ansatzweise aufgezeigt, wie eine Herrschaftsform, bei der im Unterschied zur Demokratie die politische Macht nicht bei der gesamten Bevölkerung liegt, sondern bei einer oder wenigen Personen, ebenfalls ganz gut davon lebt, wenn es an guter Bildung und politischer Bildung mangelt.
Hier ist es ja auch dienlich, wenn die Leute mit einfachen Lösungen und Narrativen zufrieden sind und Zusammenhänge eher weniger durchschaut werden können.
Die Mehrheit der AfD-Wählenden sind aber nicht mehr jung. bei denen haben sich bestimmte Einstellungen schon verfestigt.
Aber wie machst du das konkret? Das ist mir nicht klar.
Zwangsverpflichten an bestimmten VHS-Kursen oder was auch immer teilzunehmen kannst du die Leute ja nicht.
Formal höhere Bildungsstände deuten auch auf andere kognitive Kapazitäten (s.o.) hin.
Was hat das denn miteinander zu tun? Man kann doch innerhalb der Staatswissenschaft auch eine fundierte Meinung haben ohne Jurastudium. Ich hab fast alle juristischen Titel und fühl mich jetzt auch nicht schlauer. Die Kritik an der Konstitutionalisierung gibts übrigens auch in der juristischen Staatswisenschaft. Ich halte diesen Erklärungsansatz für den Aufstieg der Rechtspopulisten für sehr interessant. Jedenfalls für gewinnbringend innerhalb der Debatte.
Dass das Recht als Ausweg aus dem politischen Konflikt gesucht wird, ist doch kein abwegiger Vorwurf. Bsp. Verbotsverfahren: dieses kann die entstandene politische Strömung ja nicht wegzauber, nur eine Partei. Man kann sich auf dem Verbotsverfahren also ohnehin nicht ausruhen, sondern muss zwingend auch politisch reagieren. Daher ist es vielleicht nicht schlecht, die Konstituionalisierungskritik im Hinterkopf zu haben, wenn man hierüber debattiert und ernsthaft/endgültig etwas gegen den Rechtsextremisis unternehmen will.
Es gibt doch mit dem neuen Gutachten reichlich neues Material. Ich würde dazu einladen, sich im Weiteren dann auch darauf zu beziehen.
Zur grundsätzlichen Sinnhaftigkeit eines Verbots und zu möglichen Alternativen um AfDler „zurückzuholen“ sind gier die bekannten Argumente doch hinlänglich ausgetauscht, denke ich.
Ich würde mich auch freuen, wenn die Diskussion hier sich konkret auf das GFF-Gutachten und die unmittelbaren Reaktionen darauf bezieht. Zur Grundsatzdiskussion zeigt eine einfache Suche hier im Forum ein gutes Dutzend Threads an, da dürften die hier vorgebrachten Argumente alle mehrmals genannt sein.
Wünschen würde ich mir auch einen Verzicht auf „KI-Battles“ mit seitenlangen maschinell erstellten Ausführungen, ellenlange Quellensammlungen oder Kopien aus anderen Threads.
Du beziehst Dich hier auf das Buch „The ideological Brain“ von Leor Zmigrod.
Das Buch liefert eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum es so schwierig ist, Menschen von ihren ideologischen Überzeugungen abzubringen. Es geht über reine politische Argumentation hinaus und zeigt, dass das Problem oft in der biologischen Verarbeitung von Unsicherheit und Komplexität liegt.
links vs. Rechts: Die Forschung zeigt, dass sowohl extreme rechte als auch extreme linke Ansichten oft mit kognitiver Starrheit einhergehen. Die flexibelsten Denker sind oft Nicht-Parteigänger oder Liberale, die offen für Beweise und Diskussionen sind.
Zmigrod plädiert am Ende für eine Kultur der „intellektuellen Demut", in der wir lernen, unsere Überzeugungen ständig zu hinterfragen.
Das gilt für alle. Nicht nur für AfDler.
Vorsitzender ist er schon länger nicht. M.W. War es kein Rücktritt, sondern er ist planmäßig nicht mehr zur Wahl angetreten. Seit einher Zeit ist er auch nicht mehr Vorstand, m.W. ebenso planmäßig.
Ich vermute: Er hat die GfF maßgeblich mit aufgebaut, der Verein läuft gut, auch ohne ihn, er kann sich zurückziehen.
Wer eine gruppenbezogen menschenfreundliche Partei wählt, ist gruppenbezogen menschenfreundlich.
Ich denke @Simsalabeam hat es anhand der Studienlage oben sehr gut beschrieben (danke) - AfD-Wählende haben überwiegend Dispositionen, die eine Zurückholbarkeit verhindern, zumindest ab einem gewissen Alter. Wir müssen uns wohl damit abfinden.