AfD in Sachsen-Anhalt

Im Westen gibt es natürlich auch Entdecker, die nach Görlitz ziehen hätten können und ebenso kann es im Osten Entdecker geben, die innerhalb des Ostens entdecken. Beides passiert(e) ja auch, nur eben in viel geringerem Maße als der Wegzug damals, so dass es zu dieser Aufkonzentrierung kommen konnte.

Der Hauptgrund dafür ist aber eben nicht die Angst vor rechten Strömungen im Osten, sondern dass es aufgrund politischer Fehlentscheidungen (vor allem im Westen!) auch heute noch viel schlechtere Berufsaussichten im Osten gibt.

Das rechtfertigt zwar keine Wahl der AfD, aber es erklärt eben einen Teil des Phänomens der Aufkonzentrierung des rechten Bodensatzes. Aus meiner Sicht sind vor allem Standortentscheidungen der letzten Jahrzehnte dafür verantwortlich, nicht eine angebliche Angst vor Nazikadern.

Welche politischen Entscheidungen meinst du denn und woraus schließt du, dass diese vor allem in den alten Bundesländern (oder was meinst du mit „Westen“) getroffen wurden?

Wessi-Entdecker sind ja mit so genannter „Buschzulage“ in den Osten gelockt worden.

Und natürlich spielen ungleiche Chancen wirtschaftlicher Entwicklung eine Rolle, deswegen mein „Auch“.

Aber eben auch die Baseballschlägerjahre in den 90ern.

Ich erinnere mich noch an den Jahreswechsel 2000, nach dem ich mit meiner damaligen ostdeutschen Freundin in einem Club im grenznahen Osten war. Zu der Zeit liefen dort jede Menge noch problemlos als Nazis erkennbare Typen rum - und niemand störte sich daran.

Interessante Randnotiz:

Der sächsische Kabarettist Uwe Steimle hat eine Unterlassungserklärung gegenüber Karl Graf von Stauffenberg (55) abgegeben, dem Enkel des Widerstandskämpfers Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Das bestätigt Steimle, der sich derzeit auf Hiddensee aufhält, gegenüber der OAZ am Donnerstag. „Ich habe mich aber nicht dafür entschuldigt“, so Steimle. Er wolle die Unterlassungserklärung nicht als Einlenken verstanden wissen.

Steimle hat sich mit der Erklärung gegenüber der Familie des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg verpflichtet, dessen Namen nicht mehr in einen Zusammenhang mit Gewaltaufrufen gegen Bundeskanzler Friedrich Merz zu stellen.

Anlass ist ein Auftritt Steimles bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau, bei dem er mit Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz gesagt hatte: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“ Seit dem Auftritt am 14. Juli ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn – weil er den öffentlichen Frieden gestört haben soll.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte am 20. Juli 1944 ein gescheitertes Bombenattentat auf Adolf Hitler verübt und wurde dafür von den Nationalsozialisten hingerichtet. Die Familie kündigte nach Steimles Äußerung rechtliche Schritte an. Auf dem Podium saßen zum Zeitpunkt der Aussage auch AfD-Bundeschef Tino Chrupalla (51) und der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund (35).

Diese Leute sind einfach nur lost.

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Wenn ich einen durchschnittlichen CDU-Wähler nehme, der eine eher Mitte-Konservative Politik möchte, nun aber hört, das der CDU in Sachsen-Anhalt quasi nur die Koalition mit SPD und Linkspartei bleibt, dann bleibt doch eigentlich nur Nicht-Wählen, oder?

Aus Sicht dieses CDU-Wählers mit eher konservativen Ansichten….

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Wenn ihm am Fortbestand der Demokratie und der Zukunft seines Landes etwas liegt, dann nicht.

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Wieso? Ich wähle ja auch regelmäßig die Grünen, wissend, dass ich trotzdem keine vernünftige Politik bekomme, weil die aller Voraussicht nach mit FDP oder Union o.ä. koalieren müssten. „Demokratie, aber nur wenn ich kriege, was ich will (in dem Fall „cdu pur“)“ ist keine demokratische Haltung. Finde immer etwas atemberaubend, wie selbstverständlich rechte Wählergruppen erwarten, dass man ihnen gefälligst was zu liefern hat, damit sie demokratisch wählen, sonst machen sie a) nicht mit und bleiben schmollend daheim oder wählen b) direkt die Demokratie ab.

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Also wäre so eine Denkweise wie dieses fiktiven CDU-Wählers völlig utopisch und damit ausgeschlossen?

CDU und SPD ist das eine, CDU und Linke stelle ich mir für einen CDU-Wähler so attraktiv vor wie Grüne und BSW für einen Grünen-Wähler. :wink:

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Nein. Aber warum Zuhause bleiben?
Wenn dann AFD wählen: nur so kann ich verhindern, dass die Union doch noch mit linken Extremisten (SPD, Linke, Grüne) Koalitionen eingeht.

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Nein utopisch ist sie nicht. Es ist nur @JohanneSAC s Meinung. Ich finde sie grundlegend sympathisch, aber offensichtlich ist sie nur eine sehr starke Meinung.

In der Realität hat der Gesetzgeber extra einen Mechanismus geschaffen, den Menschen nutzen können, die sich von allen Parteien nicht angesprochen fühlen, nämlich die Enthaltung durch ungültig machen.

Es ist also kein Frevel, wenn jemand sein Stimmrecht nicht effizient nutzt, sondern seine Stimme verschenkt. Ansonsten müssten Stimmen für die Gartenpartei oder die MLPD ebenfalls als demokratie-schädlich gewertet werden.

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Natürlich kann jede:r machen, was sie/er will.

Faktisch müssen sich diejenigen, die nicht wählen oder irgendeine Partei ohne die geringste Chance auf Einzug in den Landtag, aber schon vorwerfen lassen, dass sie die faschistische Machtübernahme mindestens billigend in Kauf nehmen.

Diese Mitverantwortung (im Sinne ‚unterlassener Hilfeleistung‘ für die Demokratie) lässt sich nicht von der Hand weisen.

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Einzelne Parteiverteter haben sich anscheinend schon festgelegt.

Der Fuhrunternehmer Prange, der für die CDU im Stendaler Kreistag sitzt und Ortsbürgermeister in der Verbandsgemeinde Seehausen in der Altmark ist, hatte der AfD 10.000 Euro gespendet und zugleich eine Wahlempfehlung für die Partei ausgesprochen. In einem Brief an die Landes-CDU, aus dem die Magdeburger Volksstimme zitiert, begründete Prange seine Spende mit »tiefer Sorge um unser Land«.

Wer von der Union erwartet, dass sie das Wohl des Landes über eigene Machtoptionen stellt wird enttäuscht werden und wer das von ihren Wählern erwartet, erst recht.

edit: hier die Quelle

Sachsen-Anhalt: Ministerpräsident Schulze kritisiert AfD-Wahlaufruf von CDU-Politiker | DIE ZEIT

Das hatte ich nicht behauptet. Ich fürchte im Gegenteil, dass sie weit verbreitet ist. Gibt ja Gründe, warum die Union bei voraussichtlichen Ergebnissen um 20% mit „CDU pur“-Versprechen antritt, SPD und Grüne (soweit ich das mitbekomme) aber nicht. Würden die Grünen oder die SPD das in entsprechenden Bundesländern machen, würde ihre eigene Wählerschaft ihnen den Vogel zeigen (die Reaktionen der Union, wenn bspw. Özdemir 100% grüne Politik versprochen hätte, kann man sich ja nur vorstellen). Weil die akzeptieren, dass sie sich mit der anderen Seite in Kompromissen zusammen finden müssen. Das gilt für das rechte Spektrum offensichtlich nicht (in gleicher Weise). Deswegen finden große Teile des rechten Spektrums eben nichts dabei, zu sagen „entweder, ich bekomme, was ich will oder ich wähle Rechtsextremisten“. Weil unser politisches System für die nur ein Mittel zum Zweck ist und kein Wert an sich. Das Problem der Demokratie weltweit hat leider viel damit zu tun, dass das, was rechte Wähler wollen, sich unter den Bedingungen von Demokratie und Rechtsstaat oft nicht (mehr) darstellen lässt und deren Reaktion ist halt nicht, dann ihre Wünsche zu korrigieren, sondern im Zweifel lieber auf Demokratie und Rechtsstaat zu verzichten. Und selbst da, wo sie bekommen, was sie wollten, wie bei Trump oder Brexit, führen die Verheerungen, die das anrichtet, nicht flächendeckend zu Einsicht und Besserung, sondern zu Reaktanz und Verschwörungsglauben. Natürlich „dürfen“ die das. Man darf das allerdings auch bewerten.

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Hochrangige Vertreter der CDU SA haben ja nicht mal vor NS-Anspielungen zurückgeschreckt:

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Kontroverse Meinung, aber ich habe den Eindruck der einzige Ausweg aus dieser Teufelspierale ist eine AFD-Regierung.

Eine Koalition aller Parteien gegen die AFD wäre absoluter Wahnsinn. Die würden sich mit allen Mitteln gegenseitig blockieren und die Wähler würden komplett den glauben an die anderen Parteien verlieren. Bei der nächsten Wahl würde die AFD dann mit 10% - 15% Vorsprung gewinnen, was ihr genug Puffer geben würde, dass sie auch bei schlechtem regieren wiedergewählt werden könnten.

Das werden beschissene 5 Jahre in Sachen-Anhalt und es wird eine absolute Schande sein, dass eine Nazipartei weniger als 100 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges wieder an die macht kommt, aber es sind nur Landtagswahlen und es ist nicht das Ende der Welt.

Vielleicht ist das das Signal, das die Linken in Deutschland brauchen, um sich endlich zusammenzureißen und sich nicht immer wegen Kleinigkeiten zu zerfleischen.

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David Begrich hat im Podcast noch mal daran erinnert, dass die AfD schon bei der Landtagswahl 2016 24,3 % bekam.

Unter dem Faschisten André Poggenburg, der einen HDJ-Funktionär als persönlichen Referenten beschäftigte.

Parallelen zur Gegenwart sind keineswegs zufällig.

Entzauberung passiert nicht:

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Trump scheint sich auch entzaubert zu haben.

Es geht mir aber nicht um Entzauberung, es geht mir darum, dass die anderen Parteien ein Profil wieder aufbauen können sollen, ohne sich selbst zu verraten, nur um die AFD zu verhindern.

Dieses alle tun sich zusammen um die AFD probieren wir jetzt seit fast 10 Jahren. Und da brauchen wir keine Studien um zu sehen, dass das nicht funktioniert. Die AFD wird immer stärker. Wie war das mit der Definition von Wahnsinn?
Eine AFD Regierung ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verhinderbar. Wir zögern es gerade nur noch etwas heraus und zerstören dabei alle etablierten Parteien.

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Das stimmt nicht.

Nehmen wir die Datenreihe der Forschungsgruppe Wahlen, zuletzt - veröffentlicht heute - 27 %, so wie am 21.11.2025, im September letzten Jahres, also vor 11 Monaten, 26 %, bei einer Unsicherheit von mehr als +/- zwei Prozent.

Was man sagen kann, ist, dass die Rechtsradikalen ihr Potenzial seit geraumer Zeit weitgehend ausschöpfen.

Nichts außer einem Verbot funktioniert, weil Fremdenfeinde immer so wählen werden, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen:

So betrachtet spielt es kaum eine Rolle, inwieweit Zuwanderung noch stattfindet. Für die anderen Parteien hat das die weitreichende Folge, dass es bei diesem Thema keinen von ihnen hergestellten Zustand geben kann, der weite Teile der AfD-Anhängerschaft befriedigen würde.

Es hat rein gar nichts damit zu tun, dass sich (eher) linke Parteien nicht profilieren könnten.

Das tun sie nämlich.

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Lange nach der Taz („Gewaltbereite AfD-Politiker*innen: Viele, viele Einzelfälle“) kommt auch Spiegel+ mal auf die Idee, gebündelt über gewalttätige AfD-Politiker zu berichten:

Der Fall [Bausemer] wirft ein Schlaglicht auf das Verhältnis der AfD zu politischer Gewalt. Zwar sind Funktionäre der Partei selbst immer wieder Ziel politisch motivierter Übergriffe und verurteilen diese entsprechend scharf. Doch wenn sich die Gewalt gegen ihre politischen Gegner richtet oder wenn AfD-Politiker selbst die Täter sind – dann sieht die Sache häufig anders aus.

Da gab es etwa den Bezirksverordneten, der einer Schwarzen ins Gesicht schlug und sie in den Arm biss. Oder den Kreistagsabgeordneten, der einer Frau in den Bauch trat. Oder den AfD-Politiker, der mit seinem Auto in eine Gegendemonstration fuhr und später Landeschef der AfD-Jugend in Nordrhein-Westfalen wurde. Alle rechtskräftig verurteilt. Mit Sebastian Münzenmaier wurde gar jemand zum Fraktionsvize im Bundestag und wichtigsten Netzwerker in der Partei, der wegen Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung rechtskräftig verurteilt worden war.

Im Fall Bausemer distanzierte sich dessen Landesverband Sachsen-Anhalt bis Mittwochabend dieser Woche nicht, dabei ist Bausemer als Schatzmeister sogar Teil des Landesvorstands. Es gibt auch kein Parteiordnungsverfahren. Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der im selben Kreisverband wie Bausemer ist und gern behauptet, gegen Gewalt zu sein, reagierte auf SPIEGEL-Anfrage nicht, genau wie Bausemer.

Auch die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla schwiegen. Der AfD-Vorstand wolle zunächst die weiteren Ermittlungen abwarten, teilte ein Sprecher mit, man sei schließlich »Rechtsstaatspartei«. Die AfD lehne Gewalt außerhalb des Notwehrrechts ab.

Doch das ist nicht glaubhaft. Früher versuchte die AfD noch, Gewalttaten ihrer Anhänger als Einzelfälle darzustellen. Mittlerweile redet die AfD solche Taten klein, sanktioniert sie kaum und stellt Gewalttäter ein. AfD-Funktionäre verteidigen sogar Terrorverdächtige.

Zu beobachten war das bereits 2022. Damals wurde der »Reichsbürger« Heinrich XIII. Prinz Reuß festgenommen, weil er mit seinen Mitstreitern einen rechtsterroristischen Umsturzplan vorbereitet haben soll. Zu der Gruppe zählte eine ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete. Die AfD versuchte, die Sache kleinzureden. Weidel etwa sprach von einem »Rollator-Putsch«.

Seitdem gehen AfD-Funktionäre immer weiter. Erst diese Woche besuchte der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich den Rechtsextremisten Kurt Hättasch im Gefängnis. Hättasch war früher Stadtrat für die AfD im sächsischen Grimma, Kreisvorstand der AfD in Leipzig, außerdem Schatzmeister der sächsischen AfD-Jugend sowie Mitarbeiter eines AfD-Landtagsabgeordneten. Er sitzt in Untersuchungshaft, weil er Mitglied der terroristischen Vereinigung »Sächsische Separatisten« gewesen sein soll, was er bestreitet. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm und anderen vor, dass sie mit Waffengewalt einen nationalsozialistischen Staat errichten wollten.

Der AfD-Abgeordnete Helferich bewirbt nun in sozialen Netzwerken Hättaschs Buch und schreibt über ihn: »Sein Schicksal und das Schicksal dieser jungen Familie haben mich sehr bewegt.«

Zuvor hatte der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke die Familie besucht, wie er im Juni bei einer AfD-Veranstaltung in Greiz freimütig erzählte. Hättasch sei »als Terrorist gebrandmarkt worden«, dabei habe er »noch nie in seinem Leben einer Fliege etwas zuleide getan«.

Offenkundig ist es egal, dass bei den »Sächsischen Separatisten« allerhand Material für den laut Ermittlern geplanten Umsturz gefunden wurde: scharfe Schusswaffen, 30 Kilogramm Munition, Funkgeräte – und NS-Devotionalien. Hätte es früher noch öffentliche Kritik an Höcke oder Helferich aus den Reihen der AfD gegeben, bleibt es inzwischen still.

Die AfD hat offenbar auch kein Problem damit, wenn auf ihren Wahlkampfveranstaltungen Gewalt gegen Spitzenpolitiker ins Spiel gebracht wird.

Gewalt hat zudem oft keine Folgen. Bei der bayerischen AfD-Fraktion arbeitet weiter ein Mann, der rechtskräftig verurteilt wurde, weil er Polizisten getreten und beleidigt hat – obwohl die AfD sich gern als besonders polizeinah inszeniert. Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner verteidigte den Mann damit, dass es »in der Freizeit« geschehen sei.

Die bayerische AfD-Landtagsfraktion hatte sich noch 2019 für eine Regelung gerühmt, wonach sie keine Vorbestraften beschäftigt. Inzwischen arbeitet bei einem bayerischen AfD-Abgeordneten zudem ein Mann, der wegen Vergewaltigung in zwei Fällen rechtskräftig verurteilt ist.

Die Anhänger der AfD dürften die Signale verstehen. Die Forschung zeigt, dass sie Gewalt deutlich stärker billigen als Sympathisanten anderer Parteien.

Usw.

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Das stimmt doch wirklich nur seehr eingeschränkt.

  • In Thüringen beispielsweise gab es bis 2024 Rot-Rot-Grün, also inhaltlich einfach sehr naheliegende Konstellation
  • In Sachsen-Anhalt gab’s halt Dreierkoalitionen, zuletzt mit CDU, SPD und FDP doch wieder inhaltlich recht nah beieinander
  • In Sachsen die meiste Zeit GroKo. Brandenburg erst SPD-Linke, dann GroKo-regiert und erst seit Kurzem dank BSW chaotisch
  • In M-P GroKo und nun Mitte-links
  • Im Westen gab’s in Rheinland-Pfalz mal ne Ampel (und im Bund auch)

Und wer ist dann „wir“? Und warum sollten sich die Parteien in einer Landesregierung zwangsläufig gegenseitig blockieren bis zur Entkernung? Welche Partei hat sich denn deiner Meinung nach bis zur Zerstörung entkernt? (Na gut, mir fällt die SPD ein, aber das hatte jetzt nicht in diesem Sinne mit der AfD zu tun, eher mit Leuten nach rechts nachlaufen und den Motto „Hauptsache Regieren“.) Sind nicht eher das Erstarken der AfD und das Bilden zuvor wenig gebräuchlicher Konstellationen beides Folgen der Schwäche der beiden großen Strömungen Christdemokratie und Sozialdemokratie (europaweit!) und eben nicht andersherum?

Viele Fragen.

Es gibt in einer LReg vieles, was man in einem GG-konformen Rahmen unabhängig vom Parteibuch einfach zu verwalten hat. Im Übrigen ist „Demokratie gegen Rechtsextreme bewahren“ ja wohl ziemlicher Wesenskern der demokratischen Parteien in Deutschland. Wenn man dazu bereit ist, Widersprüche auszahlen und unter Demokrat:innen aufeinander zuzugehen, sollte einem das doch zur Ehre gereichen.

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Das sind 7% mehr als bei der Wahl letztes Jahr. Wenn die AFD in Sachsen Anhalt auf 43% kommt, sehe ich auch nicht wie 27% eine absolute Obergrenze sei.

Zum einen ist das ein Kopf in den Sand stecken. Dann wird die AFD verboten, eine Nachfolgerpartei kommt, die aus den Fehlern lernt und sich nicht mehr verbieten lässt und dann sind wir endgültig verloren?
Zum anderen steht die AFD ja nicht schon immer bei 27%, sie ist gewachsen. Das heißt es gab Wähler, die ihre Einstellung geändert haben.

Die sollten aber nicht inhaltlich beieinander stehen. Wenn CDU und SPD inhaltlich nahe beieinander stehen ist die einzige Alternative AFD.

Ich lasse dir aber den Punkt, dass es in Landesregierungen auch ideologisch kompatibele Koalitionen gab die nichts gebracht haben. Hier wird vermute ich Bundespolitik eine immer stärkere Rolle spielen, wogegen es Landespolitiker schwer haben.

Im Bund haben sich bis auf die Linke, die noch nicht an der Regierung war, alle Parteien quasi kaputtgemacht.

Ich glaube das bedingt sich gegenseitig. Als 2015 die Flüchtlingskrise kam, wäre mit Rot-Rot-Grün eine Linke Regierung möglich gewesen. So hatten wir aber eine GroKo und für Leute, die gegen die Flüchtlingspolitik waren, war die AFD die einzige Option. Seitdem gab es nur noch grokoartige Koalitionen und links konnte sich nicht mehr profilieren, da sie immer den Regierungskurs mittragen oder verhindern musste, aber keine eigene Vision mehr aufbauen konnte.

Und es kann mir doch keiner erzählen, dass eine Regierung von CDU bis Linke auch nur irgendeine Chance hat, die AFD kleiner zu bekommen.