Meine Erfahrung mit LLM ist: Man kann sie sinnvoll einsetzen, wenn man in der Lage ist, den ausgegebenen Text kritisch einzuschätzen. Das bedeutet aber auch einschätzen zu können, dass selbst kleinste Veränderungen beim Prompt schon zu sehr unterschiedlichen Ausgaben führen können. Wofür diese Maschinen eindeutig nicht geeignet sind, ist, sich Texte über ein Thema ausgeben zu lassen, von dem man selber nicht wirklich Ahnung hat. Und dazu gehört nach meiner Meinung auch, sich einen Text oder ein Video zusammenfassen zu lassen, dass man selbst nicht rezipiert hat.
Der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Ich greife dazu mal das jüngste Beispiel der Kritik am Meinungsforschungsinstitut INSA auf, die in diesem Thread auf der Basis eines LLM präsentiert und diskutiert wurde. Leider ist das Prompt hier nicht mit angegeben, vermutlich ware es so was wie „welche Kritik an INSA wurde geäußert“ - und so lautet dann auch die Antwort. Das Modell ist aber nicht wirklich gut in der Lage, diese Kritik einzuordnen und zu gewichten, also z. B. zu sagen, ob eine Quelle von 2016 über einen damaligen regionalen Mitarbeiter von INSA genau so relevant ist wie eine aktuelle Quelle. Und letztlich geht das Ganze sogar an der (aus meiner Sicht) entscheidenden Frage vorbei, nämlich: „Kann man INSA zurecht vorwerfen, dass es zu systematischen Verzerrungen der Umfrageergebnisse kommt, die sich durch die politischen Präferenzen des Instituts oder seiner Auftraggeber erklären lassen?“ So lautete nämlich der Vorwurf. - Das hier wie gesagt nur als Beispiel, nicht um die inhaltliche Diskussion hier nochmal aufzumachen.
Zu den vier „Szenarien“ hier im Forum:
A) Ja, Menschen vertreten hier vor allem ihre Wahrnehmungen, Sichtweisen und Meinungen - mal mehr und mal weniger fundiert, mal mit Quellen belegt und mal nicht (leider). Dementsprechend ist das Ganze mal mehr und mal weniger produktiv. Dass es bei solchen Diskussionen häufig um Subjektives geht, liegt aber in der Natur der Sache. Es stellt sich also grundsätzlich die Frage, ob eine „gemeinsame Faktengrundlage“ hier wirklich automatisch zu einer Verbesserung führt.
B) Ich bin schon mehrfach durch solche Beiträge im Forum auf Bücher, Podcasts, Vorträge etc. aufmerksam geworden, für die ich mir dann tatsächlich die Zeit genommen habe und bei denen ich hinterher sehr dankbar für den Hinweis war. Natürlich hat man nicht immer für alles Zeit, aber dann kann ich es ja auch einfach nicht lesen/gucken/hören.
Wenn es allerdings drum geht, eine These zu begründen, fände ich es auch sehr hilfreich, den Inhalt einfach in ein paar Sätzen zusammenzufassen und nicht einfach nur „nackte“ Links zu posten.
C) Dass Rückfragen an die Hosts oder an andere User häufig mit „intelligenten“ Suchfunkionen besser beantwortet werden können als duch die sogenannte Schwarmintelligenz, finde ich erst mal nur eine These. Es gibt sicher auch Gegenbeispiele zu dem von dir angebrachten, wo es eher um andere Einschätzungen, Begründungen etc. geht als um bloßes Wissen.