Da hast du Recht, das habe ich aber auch nicht behauptet. Worauf ich verweisen möchte ist, dass es bisher keine langfristigen Studien gibt, die den dauerhaften Konsum der Süßstoffe - und da gibt es ja auch verschiedene Gruppen - untersuchen. Ich glaube, es kann niemand weder im positiven noch im negativen - abschließend hier belastbare Studien vorweisen.
Was ich allerdings sage, ist, dass unser Primatenkörper, der über Jahrtausende eine bestimmte Ernährungsweise evolutionär gelernt hat, mit künstlichen Stoffen konfrontiert wird und diese zum Teil nicht sinnvoll verarbeiten kann. Sind Allergien nun auf Konservierungsstoffe, Ersatzstoffe oder andere Faktoren zurückzuführen und wenn ja, welche? Zu viele Faktoren.
Kurzum: Ich behaupte nicht, dass Süßstoffe schädlicher sind, aber ich glaube, dass wir Auswirkungen haben, die wir derzeit nicht messen können. Wir sollten als Gesellschaft einfach ein Interesse haben, bei neuen Stoffen fundierte Studien durchzuführen, und leider, leider scheint mir das mit anderen Interessen zu kollidieren.
Ja, das finde ich auch. Ich habe das Gefühl, dass wir da einem großen „Ernährungsexperiment“ ausgesetzt sind, man muss sich nur mal den Anstieg von Palmfettverbrauch anschauen, die sich seit 2002 verdreifacht hat:
Und wenn ich die natürlichen Fette durch Palmöl und Fett ersetze, brauche ich wiederum mehr Zucker, um die Süße zu erzeugen und Zusatzstoffe und und und…
Ich will sagen, wenn man die Diskussion mal von den „Quetschies“ für die Kids abstrahiert, ist der krasse Zuckerkonsum ein Symptom für ein komplettes Reengineering der hochverarbeiteten Lebensmittel in den letzten 20 Jahren, ohne, dass die meisten es merken und daher eine Folgeerscheinung eines viel größeren Themas, das uns noch auf die Füße fallen wird.