Das kann man so nicht stehen lassen. Zum einen gibt es keinen gesunden Konsum von zugesetztem Zucker, nur ein unproblematisches Maß, zum anderen gibt es ebenso ein unproblematisches Maß an Alkohol oder Tabak. Die Menge macht immer das Gift, hier auch. Keiner der drei Stoffe ist jedoch für ein gesundes Leben notwendig.
Zum eigentlichem Thema:
Eine Reduktion des Zuckerkonsums bei Bürgern im allgemeinen hat auch positive Wirkung auf die Gesundheit und damit sinken Kosten durch Arbeitsausfall, medizinischen Leistungen etc.
Das könnte sich besonders rentieren.
Die Höhe der Zuckersteuer sollte anhand des Zuckergehalts bestimmt werden, also je mehr desto teurer. Man kann gern eine Untergrenze machen ab der die Steuer erst greift, dann sind nicht alle Lebensmittel mit Zucker so stark betroffen.
Gerade Menschen mit wenig Geld ernähren sich häufiger ungesund weil es günstiger ist und geben ihren Kindern häufiger Zuckerhaltige Produkte, teils aus Unwissen und teils gut gemeint, da sie ihren Kindern sonst weniger bieten können als andere oder weil sie auf Werbeversprechen zB von Fruchtzwergen reinfallen. Eltern aus Akademiker Haushalten achten eher auf weniger Zucker. Hier würde sich eine besonders positive Wirkung entfalten.
Ein entfallen der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse und vielleicht auch auf weitere Grundlebensmittel wären ein gutes Signal, dass es 1. nicht um Bereicherung des Staates geht, 2. gesunde Ernährung unterstützt wird und 3. Kritikern etwas Wind aus den Segeln genommen wird.
Ein Verbot halte ich für eine wesentlich schlechtere Maßnahme, da sich dann erst Recht Menschen bevormundet fühlen und es einfach sehr verbreitet und üblich ist Süßigkeiten zu essen, zu schenken etc.
Eine Zuckersteuer ergänzt eigentlich ganz gut das angestrebte Werbeverbot für Süßigkeiten von Minister Özdemir, auch wenn es natürlich das Bild der Grünen als Moral- und Verbotspartei weiter erhärten würde, aber da ist eh für die Legislatur nichts mehr zu retten.
Die Einnahmen der Zuckersteuer könnten auch direkt an die Ländern gehen und diese haben dann die Möglichkeit damit Programme zur gesunden Ernährung oder für Bewegung zu unterstützen. Auch das würde die Kritik entschärfen und gleichzeitig die Ministerpräsidenten (besonders die der CDU) eher gewogen stimmen das Projekt zu unterstützen. Die CSU wird eh wieder Sozialismus und Diktatur brüllen, da lässt sich nichts machen.
Ich möchte noch einbringen, dass auch Zuckerersatzstoffe/Süßstoffe nicht gesund sind. Teilweise stehen diese im Verdacht Entzündungen oder Krebs im Darm zu verursachen. Um einen Ersatz von Zucker durch die Süßstoffe zu vermeiden würde ich diese daher direkt mit erfassen. Viele Lebensmittel sind übersüßt (wobei noch kein Vergleich zu USA oder anderen Ländern), hier ist weniger Süße mehr Geschmack.
Dieses Argument kam ja häufiger, würde ich aber so nicht mittragen. Wer nur selten Zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nimmt, den wird die Preiserhöhung wenig treffen oder weiter dazu ermuntern wenig Zucker zu sich zu nehmen und für die anderen ist es ein Anreiz Zucker zu reduzieren.