Meine persönliche Strategie ist ziemlich eindeutig: abhauen, solange es noch geht, bevor irgendein Staat oder Nachfolgestaat mich zwingt, für ihn zu sterben, mit der Begründung, er gestehe mir mehr meiner Menschenrechte zu als ein anderer. Das reicht mir nicht als Rechtfertigung, potenziell getötet zu werden oder meinen Kindern den Vater zu nehmen. Menschenrechte sind kein Tauschgeschäft gegen Opferbereitschaft, sie stehen jedem Menschen von Geburt an zu.
Häufig wurde nach potentiellen Staaten gefragt die als Ziel in Frage kommen als passionierter Segler würde ich im ersten Schritt mal die Segel Richtung Südsee setzten, also erstmal einige Jahre als Weltumsegler über die Meere schippern. Sollte es doch eine festere Bleibe werden, könnte ich mir sehr gut vorstellen ein paar weitere Jahre in der Entwicklungshilfe zu arbeiten. Die betroffenen Staaten sind wohl die letzten die von Putin angegriffen werden.
Aus Sicht staatlicher Logik gehen viele der aktuellen Überlegungen durchaus in die „richtige“ Richtung. Was ich seit Beginn des Ukrainekriegs allerdings nicht nachvollziehen kann, sind die halbherzigen Maßnahmen. Sanktionen wurden schleppend eingeführt, obwohl sie in dieser Logik sofort maximal und umfassend hätten sein müssen. Gleiches gilt für Waffenlieferungen: erst Helme, dann zögerliche Eskalation. Ein früher, entschlossener militärischer Gegenschlag der Ukraine, unterstützt durch massive Lieferungen, hätte Putin möglicherweise sehr früh klargemacht, dass dieses Abenteuer nicht gewinnbar ist. Stattdessen erleben wir nun einen klassischen Zermürbungs- und Abnutzungskrieg, der auf beiden Seiten vor allem eines kostet: junge Männer, die gezwungen werden zu kämpfen.
Dass starke internationale Bündnisse solche Kriege verhindern können, wusste bereits Franklin D. Roosevelt, als er 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg die Vereinten Nationen mit auf den Weg brachte, um genau solche Konflikte künftig zu verhindern. Die UN in ihrer heutigen Form ist dafür allerdings unzureichend. Der Sicherheitsrat müsste grundlegend reformiert werden, insbesondere das Vetorecht der Großmächte, und Krieg müsste dort tatsächlich und kompromisslos geächtet werden, mit voller diplomatischer und wirtschaftlicher Härte.
Konsequent zu Ende gedacht würde eine funktionierende „Weltregierung“ konkurrierende Nationalstaaten überflüssig machen und Kriege unmöglich. Das ist offensichtlich Wunschdenken, denn kein Staat der Welt ist bereit, seine Souveränität aufzugeben, selbst dann nicht, wenn es objektiv im Interesse der eigenen Bevölkerung wäre.
Die offensichtlich Aufgabe des Deutschen Staates, wie auch aller anderen, ist natürlich das Sicherheitsversprechen gegenüber der eigenen Bevölkerung ernst zu nehmen und auf Diplomatischen Wege den Konflikt zu lösen. Scheitert er daran und bricht sein Sicherheitsversprechen, verliert er die Legitimation zu verlangen dass sich die Bevölkerung schützen vor ihn wirft. Leider traue ich unserer Aktuellen Regierung nicht zu die feine Sprache der Diplomatischen Beziehungen zu sprechen. Schon jetzt scheitert unser Kanzler regelmäßig daran die falschen Worte zurückzuhalten. Selbst bei lapidaren Themen rumpeln ihm regelmäßig Gedanken durch die Birne und er scheint außerstande kurz innezuhalten und über das was er sagen will nachzudenken.
Für Deutschland selbst könnte eine reine Abschreckungsstrategie möglicherweise funktionieren. Zu Ende gedacht würde das allerdings nukleare Sicherheit bedeuten, denn nur diese garantiert maximale Abschreckung. Selbst die USA haben sich bis jetzt nicht getraut in einen Staat einzufallen der nachweislich oder potenziell Atomwaffen Besitzt.
Das ist die bittere Logik des Systems. Friedlich ist sie nicht, aber sie zeigt sehr deutlich, wie absurd es ist, von Individuen zu verlangen, ihr Leben für staatliche Machtkonstrukte zu opfern. Ob das ganze dann tatsächlich Frieden bringt oder im dritten Weltkrieg endet vermag ich weder vorherzusagen noch möchte ich mich darauf verlassen müssen.
Zu berücksichtigen wäre natürlich das die Atomwaffen dann potentiell einer möglichen AfD-Regierung (Oder Nachfolgepartei) in die Hände fallen. Rechtsextreme mit Atomwaffen möchte man sich eigentlich nicht vorstellen aber Rechtsextreme mit einem hochgerüsteten Militär, genug Waffen für einen dritten Weltkrieg und ohne die lästige Einschränkung der Bundeswehr, nur zur Verteidigung des Staatsgebiets operieren zu dürfen, finde ich persönlich auch eher erschreckend.