Wow… niemand, der Wochenenddienste leistet und „Kollegen vertritt“ verdient 8.000 Euro im Monat. Außer natürlich Anwälte in Top-Kanzleien. Ist das die Basis für deine Bewertung?!?
Okay, schauen wir uns den Grenzabgabenlastsatz an:
8000 auf 9000 Euro: 50%
9000 auf 10000 Euro: 50%
10000 auf 11000 Euro: 53% (dabei bleibt es bis zum Beginn der Reichensteuer ab über 23.000 Euro…)
Da man selbst bei einem Normalgehalt von 4500 Euro schon 36% Abgabenlast hat ist die Differenz zu 53% nun wirklich nicht so hoch, dass man dafür nicht mehr arbeiten würde. Ganz davon ab: Wer in diesen Gehaltssphären lebt, ist leitender Angestellter und macht keine „Mehrarbeit für Geld“, sondern „Mehrarbeit für die Karriere“.
Nochmal, wir reden hier über Leute, die mehr als 8000 Brutto im Monat verdienen. In diesem Bereich gibt es keinen Konflikt zwischen „Sozialsystem“ und „Leistungsdruck“, dieses Argument könntest du bringen, wenn du kritisierst, dass schon der Mindestlohnempfänger mit seinen 2400 Euro für eine Vollzeitstelle schon eine Abgabenlast von fast 30% hat. Dort hast du das von dir beschriebene Problem. Nicht bei Leuten, die 8000+ Euro verdienen.
Wie ich schon in so vielen anderen Threads schrieb, diese „Leistungsträger“, von denen du hier sprichst, sagen ganz gewisst nicht „Och nö, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter, der mir noch mal 2000 Euro mehr im Monat gibt, mache ich nicht, da zahle ich zu viele Steuern und Sozialabgaben für!“.
Mhh, wir reden über die USA, bei denen es bei jedem Shutdown wieder heißt, wie brutal das für die Amerikaner sei, weil ein Großteil der Amerikaner von „Paycheck zu Paycheck“ lebt. Die USA sind kein Vorbild für uns. Es ist immer amüsant, wie wirtschaftsliberale auf das glänzende Vorbild USA zeigen, basierend auf irgendwelchen Wirtschaftskennzahlen, dabei aber völlig ignorieren, wie bescheiden es dem „Durchschnitts-Amerikaner“ im Vergleich zum „Durchschnitts-Deutschen“ tatsächlich geht.

