Hallo Ihrs,
ich bin hier im Forum bisher stille, aber durchaus interessierte Mitleserin und habe mich tatsächlich noch nie selbst an einer Diskussion beteiligt. Die Lage höre ich allerdings seit ungefähr sechs Jahren ziemlich durchgängig und schätze den Podcast und seine beiden Hosts sehr.
Dieser Beitrag ist gerade ehrlich gesagt ziemlich weit außerhalb meiner Komfortzone. 
Eine Frage beschäftigt mich aber schon länger und ich würde sie gerne einmal hier in die Runde werfen vielleicht mag ja auch jemand vom Lage-Team selbst etwas dazu sagen.
Ich habe gerade versucht, im Forum zu schauen, ob das Thema schon einmal ausführlicher diskutiert wurde. Bei „Spotify“ bekommt man allerdings so viele Treffer, dass ich irgendwann aufgegeben habe. 
Besonders an dem Punkt „Auf welchen Plattformen seid ihr warum wie aktiv?“ in diesem Thread bin ich hängen geblieben.
Meine Frage: Warum ist die Lage der Nation weiterhin auf Spotify?
Ich merke dabei schon, dass ich die Frage nicht ganz neutral stelle. Ich persönlich finde Spotify aus verschiedenen Gründen problematisch und habe mich deshalb vor längerer Zeit entschieden, die Plattform nicht mehr zu nutzen.
Dabei geht es für mich um verschiedene Aspekte des Geschäftsmodells, den Umgang mit Künstler*innen und auch politische bzw. gesellschaftliche Entscheidungen des Unternehmens.
Mir ist bewusst, dass man es sich sehr einfach machen könnte und sagen: „Dann darfst du eigentlich gar nichts mehr nutzen.“ Wenn ich jedes Unternehmen meiden wollte, dessen Geschäftsgebaren ich problematisch finde (Amazon, Google/YouTube etc., whatever), müsste ich wahrscheinlich irgendwann in einer selbstgebauten Hütte Kartoffeln anbauen. 
Trotzdem macht es für mich einen Unterschied, wohin ich bewusst Geld und Aufmerksamkeit gebe und Spotify gehört inzwischen zu den Unternehmen, die ich persönlich nicht mehr unterstützen möchte.
Ein Punkt ist für mich zum Beispiel die Vergütung im Musikbereich. Mir ist bewusst, dass die oft genannten Zahlen zur Bezahlung pro Stream so nicht wirklich stimmen und das System komplizierter ist. Trotzdem finde ich die Art, wie Spotify Einnahmen verteilt, gerade auch mit Blick auf kleinere Künstler*innen, problematisch. (Spotify: Royalties Guide)
Dazu kamen weitere Entscheidungen des Unternehmens. 2025 hat Spotify beispielsweise in den USA Rekrutierungswerbung für die US-Einwanderungsbehörde ICE ausgespielt und die Kampagne zunächst als mit den eigenen Werberichtlinien vereinbar verteidigt. Anfang 2026 war sie beendet. (The Guardian)
Mir ist natürlich klar, dass es sich um eine US-Kampagne und nicht um Werbung für deutsche Spotify-Nutzenden handelte. Für meine grundsätzliche Bewertung des Unternehmens spielt die Entscheidung trotzdem eine Rolle.
Wie geht die Lage mit solchen Punkten um?
Spotify ist trotz seiner Größe keine Plattform, auf die man zwangsläufig angewiesen ist, finde ich. Gerade bei einem Podcast mit der Reichweite der Lage frage ich mich deshalb, wie diese Entscheidung abgewogen wird, also ob die Vorteile durch Reichweite, Auffindbarkeit und Hörgewohnheiten die problematischen Seiten von Spotify aufwiegen.
Ich kann mir durchaus Argumente für Spotify vorstellen: große Reichweite, viele Nutzenden und eine gewisse Bequemlichkeit. Gerade deshalb würde mich aber interessieren, wie die Lage diese Abwägung konkret sieht.
Meine Fragen:
- Ist die Präsenz auf Spotify eine bewusste Entscheidung, weil die Vorteile für die Verbreitung der Lage überwiegen?
- Gab es dazu schon einmal eine Diskussion innerhalb der Lage bzw. mit der Community?
- Gibt es Gründe für die Spotify-Präsenz, die ich gerade überhaupt nicht auf dem Schirm habe?
Ich möchte damit übrigens gar nicht sagen, dass die Lage meiner persönlichen Konsequenz folgen oder Spotify verlassen sollte. Das ist natürlich eine Entscheidung, die bei euch liegt.
Ich merke nur, dass ich diese Entscheidung bei der Lage tatsächlich nicht so richtig verstehe und deshalb würde mich die Perspektive von Philip und Ulf bzw. der Lage dazu wirklich interessieren.
Und falls das alles schon irgendwo ausführlich diskutiert wurde und ich es trotz meiner Spotify-Such-Odyssee einfach übersehen habe, mea culpa. 
Danke und viele Grüße
Kirsten