LdN 459 - Jobangebot Lage-Sales ohne Home Office

Moin! Langjähriger Lage-Hörer und Plus-Abonnent hier. Normalerweise rein passiver Konsument, aber zu diesem Thema war es mir ein Bedürfnis, mich doch mal anzumelden und meinen Kommentar zu hinterlassen.

Es geht um das Stellenangebot aus dem Sales-Team der Lage, welches in der LdN 459 beworben wurde. Zitate dazu von Philip und Ulf:

  • “ein biiisschen HO ist schon möglich”
  • “unseren Leuten ist es wichtig, dass es nicht remote ist”
  • “ihr müsstet dort regelmäßig aufschlagen im Büro”

Nun bin ich überhaupt kein Sales-Mensch und die Stelle ist absolut uninteressant für mich, aber die Präsenz-Anforderung als solche hat mich sehr überrascht und ehrlich gesagt auch irritiert. Von einem progressiven Team wie dem der Lage und insbesondere von Philip und Ulf hätte ich eine solche Vorgabe nicht erwartet. Ich bin niemand, der “ausschließlich remote” als Pflicht fordert, aber wo immer der Job das erlaubt - und gerade die Sales-Tätigkeit, wo man vor allem viel telefoniert, mailt, eben kommuniziert, dürfte für Remote-Arbeit prädestiniert sein -, halte ich es für wichtig und richtig, die jeweilige Arbeitnehmerin einfach selbst entscheiden zu lassen, was in ihrer Situation am besten passt und wie sie ihre Aufgaben optimal erfüllen kann.

Klar, nicht jede:r hat die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten. Viele Menschen gehen vielleicht auch gerne ins Büro. Für genauso viele hat eine Präsenzpflicht aber erheblich viele Nachteile, die in vielen Fällen einfach unnötig sind und vermeidbar wären.

Es gibt so viele Argumente für Home Office / Remote-Arbeiten, gerade auch aus Themenbereichen, die ich als der Lage wichtig zugeordnet hätte - nennen wir nur das Beispiel Klimaschutz durch Vermeiden unnötiger Arbeitswege - dass mich diese harte Anforderung wirklich mit Unverständnis zurückgelassen hat. Blindes Einfordern von Präsenz und “return to office” Policies kenne ich aus dem ganz anderen politischen und wirtschaftlichen Lager. Dass eine Ärztin oder ein Busfahrer nicht von zu Hause arbeiten können, ist nachvollziehbar (wobei es für ersteren Fall ja auch schon Anwendungsfälle aus dem Bereich der Telemedizin gibt); aber die Anwesenheit für einen Bürojob ohne ersichtliche Gründe pauschal zu erzwingen, wirkt für mich im Jahr 2025 falsch und nicht nachvollziehbar.

Vielleicht übersehe ich etwas, vielleicht ist die Arbeitsweise des Lage-Sales-Teams gänzlich anders als alle mir bisher begegneten Sales-Positionen; ich wäre daher froh um einen offenen Austausch zu dem Thema. Entweder kann ich dabei etwas mehr Verständnis gewinnen, oder die Kolleginnen aus München nähern sich dem Thema Home Office etwas an und verlieren ihre Blockadehaltung ein wenig. :wink: Natürlich würde ich mich insbesondere auch über eine Einschätzung von Philip & Ulf dazu freuen, oder vielleicht hat das Thema “Home Office” ja sogar irgendwann mal einen ganz eigenen Themenblock verdient.

Ich freue mich auf die Diskussion und wünsche frohe Weihnachten in die Runde! :christmas_tree:

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Ich hoffe, dass niemand auf die Idee kommt, nach München rein nicht die Öffentlichen zu nehmen, ansonsten sehe ich die Lage nicht in der Position sich rechtfertigen zu müssen, warum sie diese oder jene Personalentscheidung trifft (in diesem Fall ist es womöglich nicht mal die Lage, keine Ahnung, ob dieses Büro eingegliedert oder extern ist) - aber sie darf es natürlich trotzdem tun.

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Da die Lage schon öfters Homeoffice zur Entspannung des Wohnungsmarktes in Ballungsräumen ansprach und ihre Büros in einem solchen Ballungsraum hat, fände ich es schon schön zu erfahren, ob das nur Sonntagsreden sind oder es wirklich nicht anders geht.

Die Hosts können die Antwort natürlich verweigern, müssen dann aber mit dem schalen Beigeschmack der Hörer leben.

Ich kann mit strikten Return to Office Policies jedenfalls wenig anfangen. Nichts spricht bei Wissensarbeitern gegen Workshopteilnahme in Präsenz oder gegen Präsenz zwecks Terminen mit Kunden. Oder gegen die Einarbeitungsphase in Präsenz. Aber Office ist kein Selbstzweck mehr.

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Meine Güte, ihr wisst doch überhaupt nicht wie der Arbeitsalltag bei der Lage aussieht, wollt aber vorschlagen wie dieser im Detail zu regeln ist. Nur weil Home Office in vielen Bereichen sinnvoll ist, sollte man es gerade nicht nur deshalb tun, weil es „progressiv“ erscheint. Ich finde es „progressiv“, wenn zukunftsgewandte Ideen mit rationalen Argumenten propagiert werden und nicht belehrend mit dem Zeigefinger.

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Das hat meines Erachtens niemand vor. Es geht hier um eine Rückfrage warum Präsenz notwendig sein sollte. Die Hosts oder Mitarbeiter können den Arbeitsalltag beschreiben und damit alle überzeugen, dass Präsenz notwendig ist. Oder sie lassen es. Auch das ist ihr Recht.

Wir werden angehalten Politikern zu schreiben und Antworten auf Fragen zu erbitten. Warum nicht auch bei der Lage?

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Als jemand, der selbst mal einen Vertrieb geleitet hat: onboarding von Remote-Kräften ist ungemein zeitintensiver. Gerade bei komplex strukturierten Produkten, Kanälen, Kunden ist man am Anfang (lies: mindestens 6 Monate) drauf angewiesen, sich jeden Prozess abzuschauen. Das geht deutlich einfacher, wenn man nebeneinander sitzt.

Daher kann ich die Entscheidung aus professioneller Sicht komplett nachvollziehen. Dazu kommt offenbar eine menschliche Komponente, dass das vorhandene Team sich das ebenso wünscht. Sowas einfach zu übergehen, droht bestehende, funktionierende Strukturen ohne Not zu gefährden.

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Das in der Onboardoing Zeit weniger HO möglich ist, ist eine gänzlich andere Aussage.

Zu Corona war die Meinung der Hosts bzgl. HO recht eindeutig, daher überrascht es mich auch.

Naja, der Markt wird es regeln.

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