Generell würde ich erstmal zwischen den beiden politischen Achsen unterscheiden:
- Wirtschaftspolitik
- Gesellschaftspolitik
Nicht selten sind Menschen bspw. markt-liberal, aber gesellschaftlich eher progressiv.
Oder das Gegenteil: wirtschaftlich klar links, aber gesellschaftlich eher konservativ.
Genau deshalb ist es eigentlich nicht sonderlich sinnvoll als Partei, die tatsächlich eine Regierung stellen will, komplett auf eine Richtung auf beiden Achsen zu setzen. Das schränkt die potenzielle Wählerschaft extrem ein.
Womit wir bei den Problemen von „linker“ Politik wären:
Zunächst einmal ist es immer schwieriger für politischen Wandel jeglicher Art Mehrheiten zu gewinnen, solange es im Großen und Ganzen läuft (s. Merkel-Ära). Aber genau diese Situation kippt seit 2020 immer weiter, eine Krise folgt auf die nächste, und damit gibt es offensichtlich ein Potenzial für radikalere Politik in der Bevölkerung. Denn die Verwaltung des Status quo wird gesellschaftlich als nicht mehr ausreichend betrachtet.
Die Zeichen der Zeit sind:
Wirtschaftskrise, Verteidigung, innere Sicherheit, Migration
Das sind jetzt alles nicht gerade klassisch als links wahrgenommene Themen. Das macht die ganze Sache für das linke Spektrum dementsprechend deutlich schwieriger, als für das rechte Spektrum.
Zusätzlich ist es für mich auch die B-Note.
Linke Politik hat ein Talent dafür, sich unglaublich umständlich und kompliziert auszudrücken. Ebenfalls halte ich den bereits erwähnten und oft von linken Parteien gewählten „vollumfänglichen“ Ansatz für nicht hilfreich. Dieses entweder ganz oder gar nicht, schwarz oder weiß, moralisch richtig oder falsch.
Da ist sehr wenig Platz für die graue Realität und genau das macht es schwer, Menschen mitzunehmen, die zwar Teilen der linken Analyse zustimmen, aber nicht dem gesamten Paket.