Ich finde die eingebrachten Vorschläge des Autors gar nicht so übel und finde es beim späten Einstieg etwas schade, dass die Diskussion eher wieder in Richtung der Nachfrageseite (AFD-Wähler) abgedriftet ist.
Ich gehöre ja auch zur Gruppe Angebote machen und die AFD-Wähler nicht aufgeben, weil alles andere letztlich bedeutet, einen wachsenden Teil der Bevölkerung politisch aufzugeben. Ich halte das weder politisch noch gesellschaftlich für einen guten Weg. Eine Demokratie lebt davon, um Zustimmung zu werben, Menschen zurückzugewinnen und Brücken zu bauen. Deshalb finde ich den Ansatz interessant, darüber nachzudenken, wie man Menschen mit unterschiedlichen Wertvorstellungen ansprechen kann. Das bedeutet nicht, deren Positionen zu übernehmen oder unkritisch zu betrachten. Es bedeutet lediglich, den politischen Wettbewerb um Wähler nicht aufzugeben. Genau das sollte in einer pluralistischen Demokratie eigentlich selbstverständlich sein. Ob das am Ende erfolgreich ist, kann man diskutieren.
Ein Beispiel warum die weitere DIskussion hier eventuell lohnt: Patriotismus und Nationalchauvinusmus würde ich nicht gleichsetzen.
Auch an hier nochmal ein Einwurf: Ablehnung von Zuwanderung und Fremdenfeindlichkeit sind für mich nicht dasselbe.
Die Frage, wie viel Zuwanderung eine Gesellschaft möchte und wie sie gestaltet werden soll, ist eine legitime politische und gesellschaftliche Debatte. Fremdenfeindlichkeit hingegen richtet sich gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft und verlässt damit die Ebene der Sachfrage zugunsten einer pauschalen Abwertung von Personen.
Du bist ja sehr fleissig im Kopieren von Internetinhalten ins Forum. Das alles zu lesen kostet indes deutlich mehr Zeit, als das Copy&Paste. Also sieh mir bitte nach, dass ich beim Auffinden in Deiner üppigen Sammlung Deine Hilfe erbitte. Wo finde ich genau den Beleg für Empathilosigkeit bei AfD lern?
Egal wie schmutzig Du das willkürlich ausdrückst: Ja, es zeigt Empathie.
Das ist bereits von wirklich berufener Seite mehrfach geschehen.
Korrekt. Wichtig ist noch anzumerken, das links und rechts zwei unterschiedliche Richtungen sind.
Benachteiligte, die AfD Wählen.
Das trifft auch auf viele zu, die nichts mit der AfD zu tun haben und trotzdem gehört werden. Und es ist genauso ernst zu nehmen, wie bspw. Angst. Angst die gefühlt wird auch ohne, dass Du einen objektiven Grund feststellen kannst. Dein Zitat zeigt Deinen Mangel an Empathie. Bringt Dich das jetzt ein Stückchen näher an einem AfD Wähler?
Beginnt das nicht bereits mit der Unterstellung, es handle sich lediglich um ein Opfer Narativ? Bringt Dich das jetzt ein Stückchen näher an einem AfD Wähler?
Ja, auf jeden Fall. Es macht einen fundamentalen Unterschied für einen erfolgreichen Ansatz, wo die Ursache des Problems Rechtsextremisten zu sehen ist: wenn es um tatsächliche, ungerechtfertigte Benachteiligung geht, kann man die abstellen und das Problem wäre gelöst. Wenn es um Alibis und Ausreden für immer-schon rechtsextreme Einstellungen geht, kann die Demokratie „Sachprobleme“ lösen, bis selbst minimalste Untergrenzen bei der Diskriminierung von Migranten und Minderheiten (aufge)löst sind, keine Migration mehr stattfindet außer Wanderungsbewegungen, von Leuten, die in so einem Land nicht mehr leben wollen und die Rechtsextremisten/Unterstützer finden halt ein neues gefühltes Feindbild/Problem und drehen eine neue Runde auf dem Opferkarusell. Wenn man sich die Entwicklungen der Migrationspolitik, die tatsächlichen Migrantenanteile etc. neben die zeitlichen und räumliche Verteilung von AfD-Ergebnissen legt, sehe ich keinerlei reales Problem (die gibts eher in Ballungsräumen, wo die AfD schwach ist), keinerlei Schrumpfung der AfD-Ergebnisse auf eine Migrationspolitik, die längst am äußersten rechten Rand der Verfassungsordnung gemacht wird.
Leute, ich glaube nicht, dass das irgendwo hinführt.
Der „Trick“ war ja im Dritten Reich eben das willentliche Unterbinden von Empathie durch das Entmenschlichen von Gruppen (Jüd*innen, Sinti*zze, Rom*nja, Homosexuellen, Menschen mit Behinderungen usw.). So funktioniert jede gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. So funktioniert Hass generell.
Die Frage ist nicht, ob AfD-Wähler*innen empathiefähig sind oder nicht (auch nicht, in welchem Maße), sondern mit wem sie in Empathie gehen. Sind Geflüchtete (oder PoC, Queeere, Woke …) in ihrer Wahrnehmung noch menschlich genug, um empathisch sein zu können, oder werden sie als Chaos stiftende, potenziell gefährliche homogene Masse wahrgenommen? Also richtet sich ihre Empathie ausschließlich auf ihresgleichen, die in irgendwelchen „abgehängten“ Gegenden hoffnungslos in die Zukunft schauen?
Daher lautet die Frage aus meiner Sicht letztlich: Wie kann man erreichen, dass unsere Gesellschaft möglichst flächendeckend alle anderen Menschen auch als menschliche Wesen wahrnimmt?
KITA Pflicht mit entsprechend gut bezahlten Erzieherinnen und Erziehern, soziale Fächer in den Schulen, Medienkompetenz als Vorbeugung von Desinformation, Sozialarbeiter/innen für mehr Unterstützung in den Schulen und Elternhäusern, und für Leute, die da überall durchs Raster fallen:
Massive Ausweitung und Aufwertung von sozialpädagogischen bis zu psychotherapeutischen Angeboten.
Aber hey, wer soll das bezahlen…und warum auch..? Eine körperlich und geistig gesunde Bevölkerung könnte ja auf die Idee kommen, dass sie verarscht wird.
Das fand ich auch interessant. Und auch, dass Befürchtungen gegenüber Zuwanderung da sehr groß ist, wo weit und breit kein Migrant zu sehen ist. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Fremden- und Ausländerfeindlichkeit, habe ich mal geschaut, wie das zusammenpassen könnte.
Es scheint den Leuten, die Befürchtungen gegenüber Zuwanderung haben, zwar auch aber nicht nur um die physische Anwesenheit von Migranten zu gehen. Das wäre wohl Dein " …,sehe ich keinerlei reales Problem".
Es sind wohl die Perspektivischen, zukünftig erwarteten Probleme, die die Leute umtreiben. Ähnlich den Befürchtungen zum Klimawandel die es schon gab, als die Gletscher noch berodelt wurden. Man sieht also reale Probleme in der Zukunft. Zukunftsangst treibt ja viele um. Auch außerhalb der AfD Wählerschaft.
Die Sorge, dass Zuwanderer Arbeitsplätze wegnehmen oder Löhne drücken wird dieser Tage, bei steten Meldungen über Werksschließungen und Freisetzungen tausender Arbeitnehmer, natürlich noch größer. Das finde ich also nicht sehr weit hergeholt.
Die Befürchtung, dass Migration die Sozialkassen (Rente, Gesundheit, Wohngeld) überlastet und damit die eigene Versorgung gefährdet, ist im Hinblick auf die Lage der Renten, der KVen, etc. für mich nachvollziehbar.
Ein zentraler Punkt ist das Gefühl, die eigene kulturelle Identität und Lebensweise sei bedroht. Viele Wähler befürchten, dass durch Zuwanderung, insbesondere aus nicht-europäischen Ländern, deutsche Werte, Traditionen und die soziale Ordnung (Hier können wohl nur die Informellen Normen gemeint sein, die sich doch ohnehin ständig änder, oder?) verändert oder verdrängt werden.
Da unterstellt man Migranten schon eine, aus meiner Sicht, unrealistisch große Macht und Einflussnahme.
Ja, vor Äonen gab es wohl jemanden, der das so sah. Seit langem hat sich jedoch eine andere Sicht etabliert.
„Patriot oder Nationalist - für Psychologen kein Unterschied, sie gehen Hand in Hand" – ist eine Verallgemeinerung, die so in der wissenschaftlichen Psychologie nicht haltbar ist.
Im Gegenteil: Die meisten modernen Sozial- und Politikpsychologen unterscheiden sehr wohl zwischen beiden Konzepten, auch wenn sie sich in der Praxis überschneiden können.
Patriotismus: Bindung ohne Überlegenheitsgefühl
Charakteristik: Es ist ein „Liebe-zur-Heimat“-Gefühl. Ein Patriot kann die eigene Nation kritisieren und sich für Verbesserung einsetzen, ohne die Bindung zu verlieren.
Nationalismus: Abgrenzung und Überlegenheit
Charakteristik: Starker Fokus auf „Wir gegen Die“. Oft verbunden mit dem Wunsch nach politischer Dominanz oder der Wahrung der „Reinheit“ der Nation.
Die deutsche Psychologie ist aufgrund der historischen Erfahrung besonders sensibel und macht einen klaren Unterschied zwischen einem verfassungspatriotischen Selbstverständnis (Böckenförde, Dolf Sternberger) und nationalem Chauvinismus.
Theodor W. Adorno (Frühe Forschung), Marilynn Brewer (Sozialpsychologie), Carl Gustav Jung, Jonathan Haidt, Aktuelle deutsche Forschung (z. B. Imke Hoffmann, Wilhelm Heitmeyer)
Es zeigt definitiv Empathie, nur nicht mit denen, die Du Dir wünschst. Empathie ist oft selektiv und kennt keine AfD Allergie. Es gibt sie auch bei AfD lern mit AfD lern.
Offenbar nimmst die aber Leute mit unbegründeter Angst doch so ernst, dass Du ihnen medizinische Hilfe angedeihen lassen möchtest. Geht dich Jetzt fehlt nur noch der Schritt dasselbe für objektiv unbegründete Benachteilugung zu tun.
Wohl ein Missverständnis: „Bringt Dich das jetzt ein Stückchen näher an einen AfD Wähler?“ war nicht im Sinne von Kuscheln sondern im Sinne von „dieselbe Haltung wie ein AfD Wähler einnehmen“ gemeint. Da sehe ich parallelen, in Deinen Ausführungen.
Verfassungspatriotismus ist ja etwas völlig anderes.
Ansonsten sind Böckenförde, Sternberger, Adorno und Heitmeyer keine Psychologen.
Auch Jung hat nichts mit Psychologie als empirischer Wissenschaft zu tun.
Was Brewer angeht (Wikipedia):
Man solle versuchen, Individuen aus anderen Gruppen eher als Individuen denn als Gruppe zu sehen, was etwaige stereotype Zuschreibungen verringere und intergruppale Bewertungen auf eine interpersonale Ebene verschieben könne.
In einer Ende September 2001 durchgeführten Umfrage zu nationaler Identität und gesellschaftlichen Einstellungen wurden zwei unterschiedliche Definitionen von nationaler Einheit in die Einleitung des Fragebogens aufgenommen, um die Aktivierung unterschiedlicher Konzeptionen von Nationalität anzuregen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Priming-Bedingungen tatsächlich einen Einfluss auf das Muster der Wechselbeziehungen zwischen den Messgrößen Patriotismus, Nationalismus und Toleranz gegenüber kultureller Vielfalt hatten.
(Übers. m. DeepL)
Natürlich kann man durch Priming auch eine nichtchauvinistische, sondern pluralistische Version von nationaler Zusammengehörigkeit, was sie dann Patriotismus nennt, zumindest vorübergehend erzeugen.
Aber abgesehen von der sehr selektiven und alles andere als repräsentativen Stichprobe („148 college students (103 females and 45 males“), stellt sich die Frage, ob solche Konzepte auch dauerhaft im Alltag etabliert werden können oder nicht früher oder später kippen (s. Tajvels Minimalgruppen-Experimente).
Zu Imke Hoffmann finde ich auf die Schnelle nichts. Wer soll das sein?
Und das hat jetzt was mit einem Gruppenzusammenschluss zu tun?
Erst mal gar nix.
Hier mal eine etwas wissenschaftlichere Definition:
Empathie [engl. empathy; gr. ἐμπάθεια (empatheia) Leidenschaft, intensives Gefühl], [EM], ist das affektive (Affekt) Nachempfinden der vermuteten Emotion eines anderen Lebewesens auf Basis des kogn. Verstehens dieser Emotion und bei Aufrechterhaltung der Selbst-Andere-Differenzierung. Affektives Nachempfinden beschreibt das innere Erleben von Emotionen, die akt. nur deswegen aktiv sind, weil das Gegenüber diese (vermuteten) Emotionen akt. erlebt. Kogn. Verstehen beschreibt das Erkennen von und die Einsicht in die (vermuteten) Ursachen der Emotionen des Gegenübers. Selbst-Andere-Differenzierung besteht, wenn die Empathie auslösende Emotion des Gegenübers bewusst als diesem Anderen zugehörig und nicht als genuin eigene Emotion erlebt wird.
Oder:
Empathiefähigkeit bedeutet, sich in die Lage anderer Personen hineinversetzen und ihre Gefühle verstehen oder nachvollziehen zu können. Damit einhergehend bezeichnet Empathie die Befähigung, neue soziale Rollen zu übernehmen und fremde Wertvorstellungen in die eigenen zu integrieren.
Das eine sind ziemlich präzise prognostizierbare Tatsachen und Wahrscheinlichkeiten, aus denen sich konkrete politische Forderungen ableiten, die da, wo sie umgesetzt werden/wurden ziemlich eindeutig funktionieren. Das andere ist destruktiver Bullshit. „Beides Zukunftsängste“ beschreibt unwesentliche Gemeinsamkeiten und übersieht wesentliche Unterschiede.
Sieht man dann auch bei den anderen Punkten: Wenn die gleichen Leute, die kritisieren, dass Migration ihre Arbeitsplätze gefährdet, grade noch geschimpft haben, die Ausländer kämen ja nur, um sich hier in die soziale Hängematte zu fläzen, muss man denen sagen, dass nur eins von beidem geht oder dass es nicht um Migration und berechtige Sorgen, sondern um Rassismus geht.
Aber der absolut fundamentale Unterschied: Die Leute, die auf reale Probleme hinweisen, sei das nun Erderwärmung, das Verharren in fossil-technischen Sackgassen (das Arbeitsplätze viel grundlegender gefährdet, als Migration), den demographischen Wandel etc., akzeptieren selbst dann noch, dass man keine extremistischen Parteien wählt, wenn sie jeden Tag überall sehen, dass sie richtig liegen und dass die politischen Mehrheiten Kurs und Geschwindigkeit trotzdem voll Richtung Katastrophe halten wollen. Und genau damit halten sie den (amgeblichen) Schlüsselwert unserer Gesellschaft hoch, dass wir nie wieder eine (rechts)extremistische Diktatur an die Macht lassen. Wenn die Mittäter und -Läufer des rechtsextremen Umsturzes sich auf Normen und Werte berufen, wenn sie eigentlich Fleisch,Verbrenner, Menschenfeindlichkeit meinen, muss ich sagen: Die Barbaren, die alles zerstören wollen, was unser Land zu einem guten Land macht, kamen nie von außen (na gut, Österreich), waren nie die anderen. Die „Hunnen“ stehen nicht vor den Türen, sondern mitten unter uns. Und es sind -so wie immer- diejenigen, die lieber alles niederbrennen, als sich selbst ein bisschen Veränderung zuzumuten.
Empathie beinhaltet das Teilen und Verstehen der emotionalen Zustände anderer (Decety & Jackson, 2004), und im Zusammenhang mit Leid oder Unglück ist Empathie durch Gefühle des Mitgefühls und der Anteilnahme für Menschen in Not gekennzeichnet (Batson & Shaw, 1991). Empathie wurde mit prosozialem kooperativem Verhalten in zwischenmenschlichen und gruppenübergreifenden Beziehungen in Verbindung gebracht (z. B. Batson & Moran, 1999; Batson et al., 1997; Eisenberg & Miller, 1987).
Haidt, auf den der Autor des Zeit-Gastbeitrags ja so große Stücke hält, hat schon früh einen Zusammenhang von Ekel und Konservatismus hergestellt, wie er auch in späteren Studien bestätigt wurde, z.B.:
Das einzigartig menschliche Gefühl des Ekels ist in vielen, vielleicht sogar allen Kulturen eng mit der Moral verbunden (Rozin, Lowery, Imada & Haidt, 1999b). Wir berichten über zwei Studien, die darauf hindeuten, dass eine Veranlagung, Ekel zu empfinden (Ekelsensitivität) mit konservativeren politischen Einstellungen verbunden ist, insbesondere bei Themen, die mit der moralischen Dimension der Reinheit zusammenhängen. In der ersten Studie dokumentieren wir eine positive Korrelation zwischen Ekelsensitivität und selbstberichteter konservativer Einstellung in einer breit gefassten Stichprobe von Erwachsenen in den USA. In Studie 2 zeigen wir, dass Ekelsensitivität zwar mit konservativeren Einstellungen zu einer Reihe politischer Themen verbunden ist, dieser Zusammenhang jedoch bei Themen im Zusammenhang mit Reinheit am stärksten ausgeprägt ist – insbesondere bei Abtreibung und gleichgeschlechtlicher Ehe.
(Übers. unter Nutzung von DeepL)
Folgte man der ‚Argumentationslogik‘ des Soziologen Schröder, könnte man einfach z.B. Fremdenfeindlickeit als ekelerregend framen und so die Rechten gleichsam ‚umpolen‘.
Doch mittlerweile hat sich eigentlich Naheliegendes gezeigt:
Die bisherige politikpsychologische Forschung hat stabile, kontextunabhängige Unterschiede zwischen Konservativen und Linksliberalen in einer Vielzahl von Präferenzen und psychologischen Prozessen festgestellt. Ein durchgängiges Ergebnis ist, dass Konservative eine höhere Ekelsensitivität zeigen als Linksliberale. Diese Erkenntnis basiert jedoch überwiegend auf der Bewertung des Ekels gegenüber bestimmten Auslösern, wodurch die Sensitivität und Neigung des Einzelnen zum Erleben von Ekel mit dem Ausmaß verwechselt wird, in dem er bestimmte Auslöser als ekelerregend empfindet. In fünf Studien variieren wir spezifische Auslöser von Ekel und zeigen, dass die Zusammenhänge zwischen politischer Orientierung und Ekelsensitivität von der jeweils verwendeten Auswahl an Auslösern abhängen. Wir zeigen außerdem, dass die Ekelsensitivität nicht mit der politischen Orientierung assoziiert ist, wenn sie mit einer auslöserspezifischen Skala gemessen wird. Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Unterschiede zwischen Konservativen und Linksliberalen hinsichtlich der Ekelsensitivität kontextabhängig sind und keinen stabilen Persönlichkeitsunterschied darstellen.
(Übers. unter Nutzung von DeepL)
Demnach hängt Ekelempfinden von konkreten ‚Triggern‘ ab. Man kann es also nicht einfach auf etwas anderes transferieren.
Es sei daher noch einmal daran erinnert, dass Reframing eben nachweislich nichts bringt:
Namhafte Wissenschaftler haben argumentiert, dass eine Neuformulierung politischer Positionen und Themen im Hinblick auf moralische Grundsätze, die Konservative oder Linksliberale ansprechen, auf individueller Ebene mehr Unterstützung für diese Positionen gewinnen kann – selbst wenn eine solche Unterstützung unerwartet wäre. Eine solche Einstellungsänderung wäre vielversprechend für diejenigen, die ideologische Gräben überbrücken möchten. Als zwei unabhängige Forschungsteams haben wir uns zum Ziel gesetzt, die vielversprechenden Belege in dieser Richtung zu untersuchen und weitere Nuancen in den Argumenten zu identifizieren. Wir haben die moralische Umdeutung im Kontext von fünf Themenbereichen getestet: Umwelt, Steuerpolitik, Einwanderung, Englisch als Amtssprache und allgemeine Gesundheitsversorgung. Wir fanden durchweg Nullergebnisse, nicht nur für die Gesamtstichproben, sondern auch für Untergruppen, von denen angenommen wurde, dass sie am ehesten von einer moralischen Umdeutung beeinflusst würden.
Das sagt dieser Abschnitt auch: Politische Narrative und Gruppenzugehörigkeit begrenzen die Reichweite von Empathie und können sie selektiv abschalten.
Ein Empathie-Defizit wird als politisches Werkzeug eingesetzt. Der regionale Effekt (je stärker die AfD, desto geringer die Sympathie) zeigt, dass Empathie nicht nur ein individuelles Gefühl ist, sondern ein soziales Phänomen, das durch den politischen Diskurs verstärkt oder abgeschwächt wird.
Wenn politische Akteure erfolgreich Ängste schüren, ohne konkrete Bedrohungen zu benennen, wird die Fähigkeit zur Empathie kollektiv gedrosselt.
Es entsteht eine „Empathie-Lücke": Man kann die eigenen Sorgen validiert sehen, aber das Leid oder die Perspektiven der anderen Gruppe werden unsichtbar gemacht.
Ein Anfang ist, Menschen niemals in Etikettierte Gruppen zu fassen. Das verhindert dann auch, dass Menschen en pas sen und peu a peu Eigenschaften und Handlungen angedichtet werden, indem die eigentliche Bedeutung des Etiketts der Gruppe umgewidmet wird.
Wenn jemand etwas gegen Rassenhass hat, soll er das so benennen, wenn jemand Faschismus ablehnt, soll er das so benennen, und nicht jede erdenkliche Missetat und Fehlleitung an Etiketten wie AfD oder Migrant heften.