Sicher eine gute Sache. Das hilft zumindest, den Demokrat:innen den Rücken zu stärken.
Bei AfD-Wählenden zeigt sich zumindest dann, wenn unternehmensseitig direkt Kritik an der rechtsradikalen Partei geübt wird, ein anderer Effekt:
Gleichzeitig führt öffentliche Kritik an der AfD vonseiten der
Unternehmensvertreter nicht dazu, dass sich die Parteigänger von ihr abwenden. Vielmehr lassen sich Backlash-Effekte nachweisen: Werden AfD-Sympathisanten mit der AfD-Kritik von Geschäftsführern konfrontiert, sinkt das Vertrauen in das entsprechende Unternehmen. Zudem verstärkt sich teilweise die Nähe zwischen Partei und Anhängerschaft – und das unabhängig davon, wie die Kritik der CEOs an der Partei formuliert ist. Im AfD-Lager zeigt sich eine Reaktionslogik, die Kritik externer Akteure eher als gruppenbezogenen Angriff interpretiert.
Die Studienautoren heben allerdings hervor, dass ein Engagement mit klarem Wertekompass dadurch keineswegs entbehrlich werde.
Folgende Datenauswertung ist im Hinblick auf AfD-Wählende noch interessant:
Den Autor interessierte die Kernfrage, ob sich Sympathisanten der AfD in ihrem Selbstbild resp. ihrem Persönlichkeitsprofil von Sympathisanten anderer Parteien signifikant unterscheiden. Die Befunde zeigen effektstarke Differenzen zwischen den Anhängern der AfD und denen anderer Parteien hinsichtlich der Persönlichkeitsmerkmale Autoritarismus, Soziale Orientierung und Aggressivität. AfD-Sympathisanten weisen erhöhte Autoritarismus- und Aggressivitätswerte und erniedrigte Werte in der FPI-Skala Soziale Orientierung auf. Aus den drei Skalenwerten wurde ein summativer Index erstellt – das hier so bezeichnete AAA-Syndrom. Die statistische Analyse ergab, dass sich mehr als die Hälfte der AfD-Sympathisanten (54%) als überdurchschnittlich autoritär, antisozial und aggressiv beschrieb; bei Anhängern anderer Parteien waren es dagegen nur 13 Prozent (Grüne: 7%). Das AAA-Syndrom ist nicht nur typisch für Sympathisanten der AfD sondern gleichermaßen typisch für Sympathisanten anderer rechtsextremer Parteien (Die Republikaner, DVU); dies ergab ein Vergleich mit repräsentativen Daten aus dem Jahr 1999.
