Die Metastudie „Entstehung von Vorurteilen gegenüber Einwanderern und ethnischen Minderheiten im Jugendalter: Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse von Längsschnittstudien“ (übers.) kommt zu folgenden Ergebnissen:
• Diese Metaanalyse zeigt, dass sich Vorurteile im Jugendalter nicht ändern.
• Interindividuelle Unterschiede bei Vorurteilen sind im Jugendalter gut belegt.
• Zahlreiche individuelle, identitätsbezogene und kontextuelle Faktoren stehen mit Vorurteilen in Zusammenhang.
Insbesondere trugen Soziale Dominanzorientierung, intergruppale Angst, Identifikation mit der nationalen Ingroup sowie elterliche Vorurteile dazu bei, das Ausmaß der Vorurteile bei Jugendlichen im späteren Verlauf zu erhöhen, während intergruppale Freundschaften zu einer Verringerung beitrugen. Wichtig ist, dass Vorurteile vergleichbare umgekehrte Effekte auf diese Faktoren hatten, was auf konsistente bidirektionale Zusammenhänge hindeutet.
(Übers. m. DeepL)
Die Wahrscheinlichkeit von Freundschaften verringert sich natürlich deutlich, wenn andere Faktoren Ressentiments begünstigen.
Eine große europäische Studie von Forschenden der Universität Bielefeld kam ferner zu folgenden Ergebnissen:
Die Ergebnisse bestätigen, dass Personen mit höherer Sozialer Dominanzorientierung (SDO) eher dazu neigen, Einwanderer zu diskriminieren, teils aufgrund stärkerer Vorurteile gegenüber Einwanderern, teils weil sie weniger an Vielfalt glauben. Die Ergebnisse stellen jedoch die Rolle des sozialen Status in Frage. Entgegen den Erwartungen der Theorie der sozialen Dominanz neigen Personen mit geringerem Einkommen stärker zur SDO und weisen stärkere ablehnende Einstellungen gegenüber Einwanderern sowie schwächere Überzeugungen hinsichtlich Vielfalt auf. Der Einfluss des Migrationshintergrunds war schwach und ambivalent. Wir schlagen vor, die Rolle des sozialen Status zu überdenken und dabei die Aufrechterhaltung und Verbesserung des Status als allgemeine soziale Motive hervorzuheben. Unabhängig von ihrer sozialen Position versuchen Menschen offenbar, ihre relative Position zu verbessern, indem sie Gruppen mit niedrigerem Status abwerten.
(Übers. m. DeepL)


