Nein, Vermögensbildung mit Aktien ist weder eine Frage des Wohlstands noch von Glück. Wer systematisch, passiv (d.h. ohne spekulatives Hin und Her) und möglichst breit diversifiziert an den Aktienmärkten investiert hat, hat langfristig eine im Vergleich zu Anleihen oder Immobilien überdurchschnittliche Rendite erwirtschaftet. Im langfristigen Durchschnitt zeigen empirische Studien eine Rendite zwischen 5 und 7% nach Kosten.
Da reicht schon ein kleiner Sparplan aus (und/oder die Investition der Rentenbeiträge am Kapitalmarkt statt in ein Umlageverfahren, in dem immer weniger Arbeitende immer mehr Renten finanzieren müssen). Um bei „kleinem Geld“ trotzdem breit anlegen zu können, empfehlen sich ETFs, v.a. Index-Zertifikate. Vorteil eines Sparplans ist der Cost-Everage-Effekt: Bei fallenden Kursen an der Börse erhalten die Investoren mehr Anteile, während sie bei steigenden Kursen eine geringere Anzahl an Papieren kaufen. Über einen längeren Zeitraum betrachtet zahlen die Anleger daher einen günstigen Durchschnittspreis für die Anteile.

SvenP:
Der Staatsfond müsste entweder aggressiv auftreten (vgl. hierzu den Staatsfond Norwegen) und als aktionistischer Investor agieren. … geht es dann um sehr hohe „Wetten“, die, wie oben gesagt, auch schiefgehen können.
Warum? Was ist Grundlage dieser Behauptung?
Ein staatlicher (aber, vergleichbar der EZB vom Staat unabhängiger) Fonds wäre klaren Regeln unterworfen, vergleichbar einem Index-EFT. Alles, was er tut, ist passiv den globalen Markt abbilden. Dann stimmt das, was Du sagst, nicht.

SvenP:
würde das auch noch funktionieren, wenn das alle machen? Du hast auf den globalen Kapitalmarkt verwiesen. Was würde denn passieren, wenn alle Staaten sich auf einmal an diesem beteiligen würden?
Das wahrscheinlichste ist, dass nur bestimmte Werte attraktiv wären
Auch hier bezweifele ich Deine Grundannahme. Auf was basiert diese Behauptung?
Ich kenne den Begriff „Zombie“ im Zusammenhang mit Volkswirtschaft nur im Zusammenhang der Behauptung Neoliberale, dass vom Staat subventionierte Unternehmen oft scheintot seien.
Doch, genau das ist das Konzept!
Welchen Einfluss eine Einschränkung für den Staatsfonds, nur in nachhaltige Aktien zu investieren, auf die Rendite hätte, weiß ich nicht. sympathisch wäre mir das. Sehr! Aber man muss sich dann genau anschauen, was das für die Rendite, d.h. für die spätere Rentenhöhe bedeutet.

SvenP:
ich werbe auch für die Idee der Infrastrukturinvestitionen. Die werden sich ja, wenn auch nur mittel- bis langfristig, auszahlen. Dinge wie ein funktionierendes und schnelles Bahnnetz, schnelles Internet, bezahlbarer Wohnraum zahlen langfristig auf den wirtschaftlichen Erfolg ein.
Soweit diese Infrastrukturinvestitionen durch Aktiengesellschaften getätigt werden, kann ich den Zusammenhang zur Rentendiskussion erkennen.
In dem Konzept eines autonomen Staatsfonds, der an eine passive Aktienanlagestrategie gebunden ist, stimmt das Bild einfach nicht.

Guenter:
Wenn einer Geld zurücklegt und davon irgendwas werthaltiges kauf, was er 30 Jahre später zu Geld machen kann, dann hat er zu diesem Zeitpunkt einen Vorteil gegenüber den übrigen Marktakteuren, die ihre Kaufkraft nicht entsprechend erhöhen können.
Wenn Vater Staat uns alle genötigt hat, 4% unseres Lohns in Aktien, Immobilien, etc. zu stecken, dann haben in 30 Jahren alle Omas und Opas entsprechend mehr Geld in der Hand, mit dem sie um die gleiche Zahl von angebotenen Gütern und Dienstleistungen konkurrieren.
Sorry, verstehe ich nicht, musst Du mir erklären. Wenn Vater Staats - wie im heutigen Umlageverfahren - uns alle nötigt, knapp 19% unsere Einkommens an die Rentenkasse zu überwiesen, die das dann an die Rentner ausschüttet, dann haben heute alle Omas und Opas mehr Geld in der Hand, mit dem sie um die gleiche Anzahl angebotener Güter und Dienstleistungen konkurrieren. Wo, konkret, ist der Unterschied?
Das wird - auch hier - immer wieder behauptet, jedoch ohne nachvollziehbare Begründung oder Belege. Ich verstehe nicht, warum ein passiv agierender, die globalen Aktienmärkte abbildender Staatsfonds keine skalierende Lösung darstellt.
Selbstverständlich muss ein Renten-Staatsfond ständig Gelder, deren Eigentümer demnächst in Rente gehen, nach und nach in wenig volatile Anlagen (Renten, Immobilen, Geldmarktnahe Anlagen) umschiften.